In Sozialen Netzwerken kursiert das Foto einer angeblichen Anzeigetafel in Münster (hier, hier oder hier). Am 28. März, als Gegner der Corona-Maßnahmen laut Medienberichten einen Autokorso in der Stadt veranstalteten, sei darauf zu lesen gewesen sein: „Haltestelle außer Betrieb. Grund: Deppen“. Auf Twitter wurde ein Beitrag mit dem Foto mehr als 500 mal geteilt, und auch auf Facebook tauchte es mehrfach auf.
Doch eine CORRECTIV.Faktencheck-Anfrage bei den Stadtwerken Münster zeigt: Das Foto ist eine Fälschung. „Das ist gut an den dunklen Rändern um die beiden ‘p’ zu erkennen“, schreibt uns Sprecher Florian Adler per E-Mail. „Sie wurden aus dem Wort ‘Hauptbahnhof’ kopiert. Ursprünglich stand in der Anzeige das Wort ‘Demo’.“ Das haben die Stadtwerke am 29. März auch so über Twitter kommuniziert.
Tatsächlich ist auf dem Foto erkennbar, dass der Hintergrund um die Ps dunkler ist, als der rund um die restlichen Buchstaben in dem Wort.
Über eine Bilder-Rückwärtssuche über Google stießen wir auf die Facebook-Seite „Gegen Coronaverharmlosung in Münster“. Diese gibt an, der Fotograf habe ihr das Originalfoto zur Verfügung gestellt. Darauf ist tatsächlich „Demo“ statt „Deppen“ zu lesen. Außerdem wurde das Foto offenbar nachträglich ein Stück nach rechts gedreht, sodass das Schild gerade steht.

Auch die Westfälischen Nachrichten sowie die Faktenchecker von Mimikama veröffentlichten Artikel über das manipulierte Foto.
Redigatur: Alice Echtermann, Steffen Kutzner
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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