Polizei

Vermisstenfall in Baden-Württemberg hat nichts mit Jeffrey Epstein zu tun

Der Fall einer im November 2025 verschwundenen 15-Jährigen soll angeblich in Zusammenhang mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stehen. Doch Beiträge dazu sind gefälscht.

von Steffen Kutzner

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Nachdem in Baden-Württemberg ein Mädchen vermisst wurde, kursierte online eine manipulierte Vermisstenmeldung – doch der Fall hatte nicht, wie behauptet, mit Jeffrey Epstein zu tun (Symbolbild: Ingo Kramarek / Techline / Pixabay)
Behauptung
Eine Vermisstenmeldung aus Baden-Württemberg habe mit Jeffrey Epstein zu tun.
Bewertung
Manipuliert. Die Vermisstenmeldung ist manipuliert. Das Mädchen oder dessen Verschwinden hatten keinen Bezug zu Jeffrey Epstein.

Hinweis: In diesem Text geht es auch um den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Ein Tiktok-Beitrag zeigt eine angebliche Vermisstenmeldung der Polizei Baden-Württemberg: Sie habe „Epstein überlebt“, heißt es in dem Beitrag. Zu sehen ist darin das Foto eines Mädchens, die angebliche Tatzeit „14. November 2025“ und der Tatort „Epstein Island“. Zusätzlich veröffentlichte der Account ein Foto, das dasselbe Mädchen zusammen mit Jeffrey Epstein zeigen soll. 

Die Beiträge erhielten mehr als 400.000 Ansichten, doch die Bilder sind manipuliert. Wir verlinken hier im Text keine der Quellen, die Rückschlüsse auf die Identität des Mädchens zulassen.

Vermisstenmeldung gehört zu Fall in Mannheim

Die Fahndungsmeldung zeigt ein Mädchen, das am 14. November 2025 im Raum Mannheim als vermisst gemeldet worden ist. Auf der Webseite der Polizei Baden-Württemberg fand sich bis vor kurzem eine Öffentlichkeitsfahndung, aus der das hervorging. Die Fahndungsmeldung war offenkundig die Grundlage für die Fälschung, doch der Text dazu wurde manipuliert.

Inzwischen ist die 15-Jährige wieder aufgetaucht, wie uns die zuständige Polizei in Mannheim am 25. Februar 2026 mitteilte. Die Öffentlichkeitsfahndung ist nicht mehr online. 

Kein Zusammenhang mit Jeffrey Epstein

Nichts deutet darauf hin, dass der Fall des vermissten Mädchens etwas mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu tun hat. 

Epstein starb schon 2019 – die Öffentlichkeitsfahndung stammt dagegen vom vergangenen Jahr. Das Bild, das das Mädchen angeblich neben Epstein zeigen sollte, ist dadurch ebenfalls unplausibel: Auf dem gefälschten Bild sieht sie nicht sechs Jahre jünger aus als auf der Vermisstenmeldung.

Es gibt auch keine „Epstein Island“ – zu Epsteins Besitz gehörte eine Privatinsel auf den Virgin-Islands, die unter dem Namen „Little Saint James“ bekannt war. Eine offizielle Fahndungsmeldung hätte den offiziellen Namen der Insel beinhaltet.

Wer hinter den Tiktok-Beiträgen steckt, bleibt unklar. Auf Anfrage antworteten die Betreiber des Accounts nicht, die das Gerücht über das vermisste Mädchen in die Welt gesetzt hatten. 

Redigatur: Sarah Thust, Gabriele Scherndl