Gesellschaft

Video von Kind, das Regenbogenflagge in den Müll wirft, ist KI-generiert

Ein kleines Kind, das eine Regenbogenfahne in einen Müllcontainer wirft, wird in Kommentaren in Sozialen Netzwerken gelobt. Auch ein AfD-Politiker verbreitet einen Ausschnitt des Videos. Dass es nicht echt ist, scheint den meisten zu entgehen.

von Steffen Kutzner

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Ein Video eines Kindes, das eine Regenbogenfahne in den Müll wirft, wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt (Symbolbild: Nancy Dowd / Pixabay)
Behauptung
Ein Video zeige, ein Kind, das eine Regenbogenfahne in einen Mülleimer werfe.
Bewertung
Manipuliert. Das Video zeigt kein echtes Ereignis, sondern wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Das erkennt man an mehreren Details im Video.

Online kursiert ein Video von einem Kind, das eine Regenbogenfahne in einen Müllcontainer wirft. Kommentare unter den Beiträgen loben das Kind als gut erzogen, „mehr Verstand als mancher Erwachsene“, heißt es etwa. Die Regenbogenfahne ist ein Symbol der LGBT+-Bewegung und soll für Freiheit und Toleranz stehen – einige der Kommentare sind queerfeindlich. Auch der Baden-Württemberger AfD-Landtagsabgeordneten Miguel Klauß teilte einen Ausschnitt des Videos auf Tiktok. 

Dass das Video nicht echt ist, sondern mit KI erstellt wurde, scheint den wenigsten aufzufallen, dabei haben manche der Beiträge sogar ein KI-Label. Das Video kursiert auch auf Englisch.

Dass der Müllcontainer dem kleinen Kind nur bis zur Hüfte geht, scheint bei den meisten Kommentatoren keine Bedenken hinsichtlich der Echtheit des Videos zu wecken (Quelle: Youtube)

Einige offensichtliche und einige weniger offensichtliche Details lassen erkennen, dass das Video nicht echt sein kann. So reicht der Müllcontainer dem Kind gerade mal bis zur Hüfte, der Deckel wird zur Seite hin geöffnet statt nach hinten, und die Flagge wechselt beim Wegwerfen plötzlich die Hand. Wie man KI-generierte Inhalte erkennen kann, haben wir hier aufgeschrieben.

Wir haben AfD-Politiker Miguel Klauß gefragt, ob er das falsche Video, das auf seinem Tiktok-Kanal allein 3.000 Mal geteilt wurde, für echt gehalten hat, und weshalb er das Wegwerfen eines Zeichens für Gleichberechtigung und Toleranz als Hinweis auf „richtige Erziehung“ betrachtet. Er antwortete uns bis zur Veröffentlichung nicht. 

Redigatur: Max Bernhard, Paulina Thom

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.