Berichtete die ARD nicht über die Proteste der Gelben Westen in Frankreich? Das suggeriert zumindest ein Bild, das derzeit in Sozialen Netzwerken geteilt wird. Eine Nutzerin veröffentlichte die Fotomontage am 24. November auf Facebook. Ihr Post wurde bisher mehr als 4.800 Mal geteilt.
Darauf ist der Tagesschau Moderator Jan Hofer zu sehen, der vermeintlich gerade das Thema „Bürgerkrieg in Paris“ anmoderiert. Darunter steht: „Darüber, meine Damen und Herren, berichten wir Ihnen selbstverständlich nichts.“ Die Behauptung: In Frankreich gebe es einen Bürgerkrieg und die ARD habe nicht über die Proteste der Gelben Westen in Paris berichtet. Beides ist falsch und lässt sich für jeden nachvollziehbar widerlegen.
Tagesschau berichtet wiederholt über Proteste

Im Sendungsarchiv der Tagesschau ist die Sendung vom 17.11.2018 abrufbar. Die Proteste in Frankreich waren an diesem Abend das erste Thema in der Sendung.
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Auch als es eine Woche später, am 24. November, in Frankreich erneut zu Protesten kam, berichtete die Tagesschau darüber. Außerdem gibt es in Frankreich keinen Bürgerkrieg. Wohl aber Massenproteste im ganzen Land.

Proteste der Gelben Westen: Falschmeldungen und Desinformation im Netz
In Deutschland kursieren mehrere falsche Behauptungen über die Proteste in Frankreich. Der falsche Vorwurf, nicht berichtet zu haben, richtet sich nicht nur an die ARD, sondern an deutsche Medien allgemein. Dabei lässt sich die Berichterstattung zweifelsfrei belegen, wie ein CORRECTIV-Faktencheck ergab.
Außerdem verbreiten Internetnutzer Bilder, die verletzte Demonstranten der Gelbwesten-Proteste in Frankreich zeigen sollen. Tatsächlich stammen die Bilder teilweise aus Spanien. Auch in diesem Fall haben wir die Fakten gecheckt.
Andere Nutzer teilten Meldungen über einen angeblich erschossenen Demonstranten in Paris. Die Pariser Polizei hat diese Berichte uns gegenüber dementiert.
Auch in Deutschland wollen jetzt einige Menschen zivilen Ungehorsam üben: Eine Mischung aus Aktionisten, Islamhassern und Verschwörungstheoretikern. Einer aus der Bewegung hat unsere Fragen beantwortet.
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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