Gesellschaft

Nein, die Stadt Osnabrück hat keine Karussellautos verboten

Im Netz kursiert ein Artikel, der behauptet, in Osnabrück seien künftig Motorräder, Flugzeuge und exotische Tiere als Karussellfahrzeuge verboten. So solle Kindern Umweltschutz und artgerechte Tierhaltung näher gebracht werden. Ein entscheidender Hinweis fehlt: Achtung Satire!

von Cristina Helberg

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Nein, in Osnabrück wurden Autos und Wildtiere als Karussellfahrzeuge nicht verboten. Foto: LUM3N / pixabay
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Nein, die Stadt Osnabrück hat keine Karussellautos verboten. Die Nachricht war eine Satiremeldung.

Am 5. Januar postete die Facebookseite „Wir haben die Schnauze voll“ ein Foto eines Zeitungsartikels mit der Überschrift „Karussellautos sind tabu“. In dem Artikel berichtete die Osnabrücker Zeitung über ein angebliches Verbot bestimmter Fahrzeuge auf Kinderkarussells.

Autos, Lkw, Motorräder, Flugzeuge und exotische Tiere seien auf Karussells in Osnabrück ab 2019 verboten. Stattdessen seien Fahrräder, öffentlicher Nahverkehr und Nutztiere erlaubt, um Kindern zu vermitteln, dass die nicht artgerechte Haltung von Wildtieren und der Autoverkehr nicht mehr zeitgemäß seien. Der Beitrag wurde auf Facebook bisher 125 Mal geteilt. In den Tagen zuvor hatten verschiedene Twitternutzer das Foto des Artikels ebenfalls geteilt – ohne Hinweis auf Satire.

Facebookbeitrag vom 5. Januar 2019, Screenshot: CORRECTIV

Als der Beitrag bei Facebook am 5. Januar veröffentlicht wurde, hatte die Osnabrücker Zeitung längst reagiert und klargestellt: Es handelte sich um Satire. „Tatsächlich zeigt das Foto des Artikels nur einen kleinen Ausschnitt der ersten Lokalseite, die an Silvester traditionell mit ‘Tills Silvesterpunsch und Bleigießerei’ überschrieben ist. Dabei handelt es sich um ein Satireformat, das – ähnlich dem Portal Postillon – viel diskutierte Nachrichten aufgreift und weiterspinnt – nur mit lokalen Inhalten.“

Aufklärungsartikel der Osnabrücker Zeitung

Um Missverständnisse zu vermeiden, verzichtet die Osnabrücker Zeitung bei diesen Artikeln auf eine Online-Veröffentlichung. Diese Vorsichtsmaßnahme umgingen Nutzer mit dem verbreiteten Foto des Print Artikels.

Verschiedene überregionale Medien griffen das Thema in der ersten Januarwoche auf und klärten über den Satireartikel auf. Unter anderem die Faktenchecker von Mimikama und die Redaktionen von bento und Focus.

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.