Gesellschaft

Aktuell kursiert ein Artikel von 2018 über ein Kind, das von einem fremden Mann vor einen einfahrenden Zug gezogen wurde

In Wuppertal wurde laut Pressemitteilung der Polizei im April 2018 ein Fünfjähriger von einem fremden 23-Jährigen vor einen fahrenden Zug gezogen.

von Philip Steeg

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Einfahrender Zug (Symbolbild: Markus Winkler / Unsplash)
Bewertung
Richtig. Die Behauptungen in diesem Artikel entsprechen den Angaben der Pressemitteilung der Polizei Wuppertal.

Wie die Berliner Morgenpost am 13. April 2018 berichtete, wurde am Wuppertaler Hauptbahnhof ein mit seiner Familie wartender Fünfjähriger von einem fremden 23-Jährigen vor einen Zug gezogen. Dieser rollte über beide Personen hinweg. Der Täter blieb unverletzt, das Kind wurde nur leicht verletzt. 

Laut Daten von Facebook, die CORRECTIV im Rahmen der Kooperation mit Facebook einsehen konnte, wurde der Artikel in den letzten 24 Stunden mehr als 3.700 Mal geteilt. Seit seinem Erscheinen 2018 wurde der Artikel laut dem Analysetool Crowdtangle nur unwesentlich häufiger geteilt. 

Der beschriebene Vorfall fand jedoch so statt, der Bericht der Berliner Morgenpost ist richtig und entspricht den Angaben des polizeilichen Presseberichts. Allerdings ereignete sich der Vorfall nicht in jüngerer Zeit, sondern vor mehr als einem Jahr, am 12. April 2018.

Pressemitteilung der Polizei Wuppertal (Screenshot: CORRECTIV)

Demnach wurde gegen den Mann aus Gelsenkirchen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes durch die Mordkommission ermittelt. 

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.