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Bewertung: größtenteils richtig

Ja, die Max-Brauer-Allee in Hamburg ist für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt – um Abgase zu reduzieren

Bildschirmfoto 2019-09-26 um 15.38.20
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Bildschirmfoto 2019-09-26 um 15.38.20
Karte aus dem Facebook-Beitrag. Die Ausweichroute ist nicht ganz korrekt wiedergegeben. (Screenshot: CORRECTIV)

von Philip Steeg

In einem zurzeit oft geteilten Facebook-Beitrag ist eine Straßenkarte zu sehen, die einer angeblich für Diesel gesperrten Straße eine wesentlich längere Ausweichroute gegenübergestellt. Die Darstellung lässt Kontext außer Acht – die Sperrung gilt nicht für alle Diesel-Fahrzeuge und soll die Luftqualität verbessern.

Ein Facebook-Beitrag vom 1. September 2019 vergleicht auf einer Straßenkarte eine für Diesel angeblich gesperrte Teilstrecke mit einer wesentlich längeren Ausweichroute. Diese Regelung wird als absurder „grüner ‘Umweltschutz’“ dargestellt. Der Beitrag wurde mittlerweile mehr als 5.000 Mal geteilt. Die Behauptungen sind weitestgehend zutreffend. 

In dem Facebook-Beitrag wurden sowohl die gesperrte Strecke, als auch eine  Ausweichroute markiert. (Screenshot: CORRECTIV)

Die Grafik mit dem Stadtplan bezieht sich auf die Stadt Hamburg. Seit dem 31. Mai 2018 ist laut einer Mitteilung der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie der in dem Facebook-Beitrag rot markierte Teilabschnitt der Max-Brauer-Allee (zwischen Julius-Leber-Straße und Holstenstraße) für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt. Es sind also nicht alle Diesel-Fahrzeuge betroffen, wie im Facebook-Beitrag behauptet wird, sondern nur solche, die nicht der Euronorm 6 (PKW) beziehungsweise Euronorm VI (LKW) entsprechen. 

Die im Facebook-Beitrag markierte Ausweichroute weicht leicht von der im Hamburger Stadtportal angegebene Route ab. Diese führt nicht wie im Beitrag markiert über die Palmaille, sondern über die Königsstraße, ist aber tatsächlich etwa 3,4 Kilometer lang. 

Links die im Facebook-Beitrag angegeben Ausweichroute, rechts die tatsächlich von der Stadt Hamburg angegebene Umleitung. (Screenshot und Bearbeitung: CORRECTIV)

Das Durchfahrtsverbot gelte zudem nicht für Anlieger, schreibt die Behörde für Umwelt und Energie in ihrer Pressemitteilung. In einer Übersicht zählt die Behörde auf, für wen die Ausnahmeregelung für Anlieger gelte: „Anwohner sowie deren Besucher, Kunden und Beschäftigte von ansässigen Geschäften, Büros, Praxen oder Kanzleien, Krankenwagen, Müllautos, Handwerker oder Lieferverkehre innerhalb des betreffenden Straßenabschnitts“. 

Die Maßnahme sei zum Gesundheitsschutz der betroffenen Anwohner im Zuge des „Luftreinhalteplans“ eingeführt worden. Der Grund für die Sperrung sei, dass an dieser Stelle der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten werde. Es geht also nicht vorrangig um „Umweltschutz“, wie im Facebook-Beitrag behauptet wird, sondern um eine Verringerung der Schadstoffbelastung auf einem bestimmten Streckenabschnitt.

Beschlossen wurde die Regelung vom Hamburger Senat am 30. Juni 2017. Der Senat wurde zu dieser Zeit von Olaf Scholz (SPD) als Regierungschef einer Koalition von SPD und Grünen geleitet. 

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Unsere Bewertung:
Größtenteils richtig. Die markierte Strecke ist nur für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt, weil dort die EU-Stickoxid-Grenzwerte überschritten wurden. Ausnahmen gelten für Anwohner.

Bewertung: falsch

„Philosphia Perennis“ veröffentlicht irreführende Liste von Fällen, bei denen angeblich Ausländer Personen vor Züge stießen

Titelbild
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Titelbild
Der Artikel von „Philosophia Perennis” mit der angeblichen „Liste ausländischer Gleisschubser“. (Screenshot: CORRECTIV)

von Philip Steeg

In einem Beitrag von „Philosophia Perennis“ werden 21 Fälle aufgelistet, in denen Menschen vor Züge oder auf Gleise gestoßen wurden. Dazu wird behauptet, dass es sich um eine Liste „ausländischer Gleisschubser“ handele. Das ist jedoch falsch. 

In dem Artikel von Philosophia Perennis vom 30. Juli 2019 werden Fälle aufgeführt, in denen angeblich Ausländer andere Menschen vor Züge stießen. Der Text wurde mittlerweile laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 1.100 Mal geteilt. Er wurde von der Website Haolam wortgleich übernommen, auch hier wurde er bisher mehr als 1.100 Mal auf Facebook geteilt.

Bei dem Artikel wurden offenbar unter anderem Teile einer Liste übernommen, die in einem Facebook-Beitrag aufgestellt wurde. Zu diesem Beitrag hat CORRECTIV bereits einen Faktencheck veröffentlicht. 

Wir haben zum einen recherchiert, ob es die von Philosophia Perennis genannten Fälle überhaupt gab, und zum anderen überprüft, ob die Aussage, es handele sich bei den mutmaßlichen Tätern ausschließlich um Ausländer, so stimmt. 

Ob die beteiligten Personen einen Migrationshintergrund haben, wird von der Polizei nicht erfasst. Menschen mit deutschem Pass sind Deutsche und werden auch in der polizeilichen Kriminalstatistik so aufgeführt. In der PKS 2018 steht (Seite 8): „Die PKS differenziert zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. Kriterium ist die Staatsangehörigkeit, dabei wird ein eventueller Migrationshintergrund nicht berücksichtigt.“

Alle 21 Fälle im Detail

1. Angeblicher Fall in Hamburg im August 2012 

Zitat: Hamburg-Veddel: Mann von Südländer in Gleisbett geschubst (08.08.2012)“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat wie im PP-Beitrag beschrieben statt. Zudem teilte die Pressestelle mit, dass der Täter türkischer Staatsangehöriger sei. 

Fazit: Die Tat fand so statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

2. Angeblicher Fall in Siegburg im August 2013 

Zitat: Siegburg: Türkisch-russische Gruppe trat 18-Jährigen ins Gleisbett (26.08.2013)“ 

Faktencheck: Zu diesem Fall gibt es eine Pressemitteilung der Stadt Siegburg. Demnach fand die Tat wie angegeben statt. Sie geschah allerdings in der Nacht vom 23. zum 24. August 2013. Der Staatsanwaltschaft Bonn liegen zu dem Vorfall keine Daten mehr vor, wie sie CORRECTIV telefonisch mitteilte. Daten der Staatsanwaltschaft, die nicht mit Kapitalverbrechen in Verbindung gebracht werden, werden nach fünf Jahren gelöscht. Auch die Bundespolizei kann nach Aussage eines Sprechers dazu keine Auskunft mehr geben, da „entsprechende Unterlagen grundsätzlich nach fünf Jahren gelöscht“ würden. 

Wie aus der Pressemitteilung der Stadt Siegburg hervorgeht, gaben die Opfer an, dass es sich bei den Tätern um russisch- und türkischstämmige Jugendliche gehandelt habe. Da es zu dem Fall keine Pressemeldung der Polizei gibt, kann die Nationalität der Täter nicht endgültig belegt werden. 

Fazit: Die Tat fand so statt, die Nationalität der mutmaßlichen Täter ist nicht mehr feststellbar. 

Die Stadt Siegen berichtete auf ihrer Webseite über den Fall. (Screenshot: CORRECTIV)

3. Angeblicher Fall in Berlin im Januar 2017 

Zitat: Am 13.1.17 schubsen Migranten einen 28-jährigen in Berlin ins Gleisbett.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat am 14. Januar 2017 wie beschrieben statt. Allerdings teilte die Pressestelle mit, dass die Täter deutsche Staatsbürger waren. 

Fazit: Die Tat fand so statt, die Täter sind jedoch deutsche Staatsbürger.

4. Angeblicher Fall in Hamburg im Januar 2017 

Zitat: Am 18.1.17 stößt ein polizeibekannter 16-jähriger Marokkaner in Hamburg, S-Bahnstation Reeperbahn eine Frau ins Gleisbett.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat am 18. Januar 2017 wie beschrieben statt. Außerdem teilte die Pressestelle mit, dass der Täter marokkanischer Staatsbürger war.

Fazit: Die Tat fand statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger.

5. Angeblicher Fall in Wuppertal im April 2018

Zitat: „13.4.2018 Wuppertal: Ein Mann entreißt der Mutter das Kind – und springt vor den Zug.

Faktencheck: Wie aus der Pressemitteilung der Polizei Wuppertal hervorgeht, fand die Tat am 12. April 2018 wie beschrieben statt. Die Pressestelle bestätigte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail, dass der Täter indischer Staatsbürger sei, der in Gelsenkirchen lebte. In der Mitteilung heißt es außerdem, Hinweise dafür, dass es sich um eine religiös oder politisch motivierte Straftat handelt, lägen nicht vor. 

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Wuppertal veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

6. Angeblicher Fall in Nürnberg im Januar 2019 

Zitat: „26.1./27.1.2019 Türke und Grieche stoßen drei 16-jährige Deutsche auf Gleis – zwei tot.“ 

Faktencheck: In dem Artikel von Philosophia Perennis ist kein Tatort angegeben. Da der Fall auch in einem anderen Faktencheck recherchiert wurde, war er CORRECTIV bereits bekannt. Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth auf Anfrage per E-Mail mitteilte, gab es am 27. Januar 2019 in Nürnberg eine Tat, die zu der Beschreibung passt. Zur Staatsangehörigkeit der Täter schreibt die Pressestelle: „Beide Angeschuldigten haben die deutsche Staatsangehörigkeit und sind in der Region geboren. Beide haben Migrationshintergrund, einer einen griechischen, der andere einen türkischen. Sie besitzen jeweils auch die zweite Staatsangehörigkeit.“

Fazit: Den Fall gab es, beide Täter sind Deutsche, haben allerdings die doppelte Staatsbürgerschaft. 

7. Angeblicher Fall in Dortmund im Juli 2019 

Zitat: 17.7.19 Dortmund 12- und 13-Jährige stoßen Jungen ins Gleisbett und quälen ihn.

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Dortmund teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 10. Juli 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Einer der Täter sei spanischer, der andere deutscher Staatsbürger. Zu der Tat hat die Polizei Dortmund eine Pressemitteilung herausgegeben. 

Fazit: Die Tat gab es, einer der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Dortmund veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

8. Angeblicher Fall in Voerde im Juli 2019 

Zitat: 20.7.19 28-jähriger Serbe stößt 34-jährige Mutter vor den einfahrenden Zug – tot.

Faktencheck: In dem Artikel von Philosophia Perennis gibt es keine Ortsangabe. Da der Fall aber auch in einem anderen Faktencheck recherchiert wurde, war er CORRECTIV bereits bekannt. Auf Anfrage teilte die Pressestelle der Polizei Duisburg per E-Mail mit, dass es am 20. Juli 2019 eine Tat in Voerde gab, die zu der Beschreibung passt. Der Täter sei serbischer Staatsbürger. Zu dem Vorfall veröffentlichte die Polizei Duisburg eine Pressemitteilung und eine nachfolgende Ergänzung, in der steht, dass ein Haftbefehl wegen Mordes gegen den Beschuldigten erlassen worden sei. Er und das Opfer hätten sich zuvor nicht gekannt, es habe auch keinen Streit gegeben.

Fazit: Den Fall gab es, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Duisburg veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

9. Angeblicher Fall in Dresden im März 2017 

Zitat: Zwei polizeibekannte Asylbewerber aus Marokko und Libyen stießen deutschen Familienvater ins Gleisbett und verhinderten seine Rettungsversuche – Vollbremsung des Lokführers verhindert Tragödie.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Dresden per E-Mail mit, dass die Tat so geschehen sei. Die Täter seien marokkanische und libysche Staatsbürger. 

Fazit: Die Tat fand statt, die Täter sind nicht deutsche Staatsbürger.

10. Angeblicher Fall in Köln im Juli 2017

Zitat: „‘26-Jähriger ohne festen Wohnsitz’ stieß 18-jährige Touristin völlig unvermittelt gegen eine einfahrende Straßenbahn, Opfer wurde leicht verletzt!

Faktencheck: Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Köln teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 24. Juli 2017 stattgefunden habe. Der Täter sei deutscher Staatsangehöriger. Medienberichte, zum Beispiel von der Rheinischen Post, liefern auch keine Anhaltspunkte für einen möglichen Migrationshintergrunds. 

Fazit: Die Tat fand so statt. Der Täter ist deutscher Staatsbürger. 

11. Angeblicher Fall in Gerlingen im Oktober 2017

Zitat: „21-jähriger Algerier […] schlug und trat mit seiner Bekannten einen jungen Gerlinger bewegungsunfähig, um ihn dann ins Gleisbett der Stadtbahn zu stoßen […].“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg per E-Mail auf Anfrage von CORRECTIV mitteilte, fand die Tat am 6. Oktober 2017 statt. Laut Pressestelle war „ein Zug […] zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe“. Der Täter sei algerischer Staatsbürger, die Mittäterin sei deutsche Staatsangehörige. 

Fazit: Die Tat fand statt. Einer der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. Die zweite Täterin ist deutsche Staatsbürgerin.

12. Angeblicher Fall in Berlin-Charlottenburg im November 2017  

Zitat: 28-jähriger Iraner trat 20-jährige Frau mit Anlauf vor die einfahrende U-Bahn, Opfer wurde überrollt und verstarb noch am Unfallort.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat zwar so statt. Allerdings weicht das angegebene Datum erheblich vom tatsächlichen Zeitpunkt der Tat ab. Sie fand nicht wie behauptet im November 2017, sondern am 19. Januar 2016 statt. Außerdem teilte die Pressesprecherin mit, dass der Täter iranischer Staatsbürger sei. Laut Medienberichten wurde er in Hamburg geboren. 

Fazit: Es gab einen entsprechenden Fall, allerdings an einem anderen Datum. Der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

13. Angeblicher Fall am Centralbahnplatz in Basel (Schweiz) im November 2018 

Zitat: Flüchtiger dunkelhäutiger Täter stieß 73-Jährigen vor die Straßenbahn.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Staatsanwaltschaft Basel per E-Mail mit, dass es am 6. November 2018 einen Vorfall am Centralbahnplatz gegeben habe, bei dem ein älterer Mann gegen eine Straßenbahn fiel. Der Pressesprecher berichtete jedoch auf weitere Nachfrage, „dass bisherige Ermittlungen davon aus[gehen], dass keine Mutwilligkeit hinsichtlich des Stoßens vor die Tram vorliegt, sondern es sich offensichtlich um eine Rempelei gehandelt hat“. Der mutmaßliche Täter wurde nicht ermittelt. 

Fazit: Die Polizei geht von einer Rempelei aus, der nicht die Absicht zugrunde lag, den Mann vor die Straßenbahn zu stoßen. Die Nationalität des mutmaßlichen Täters ist nicht bekannt. 

Die Staatsanwaltschaft Basel geht bei diesem Fall nicht von Mutwilligkeit aus (Screenshot: CORRECTIV)

14. Angeblicher Fall in Nürnberg im Februar 2019 

Zitat: Von den drei deutschen Jugendlichen, die ins Gleisbett der S-Bahn von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gestossen wurden, sind zwei dabei getötet worden!“ 

Faktencheck: Dieser Fall befindet sich zweimal in der Liste von Philosophia Perennis. Die Beschreibung passt zu dem Fall, der unter Punkt sechs bereits überprüft wurde. Dieser trug sich Ende Januar 2019 in Nürnberg zu. In diesem Fall haben beide Täter die doppelte Staatsbürgerschaft. 

Fazit: Dieser Fall ist zweifach in der Auflistung. Den Fall gab es, die Täter haben die doppelte Staatsbürgerschaft. 

15. Angeblicher Fall in Leipzig im März 2019 

Zitat: 62-jährige von Unbekannten aus der Straßenbahn geschubst, Opfer schwer verletzt!“ 

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Polizei Leipzig mit, dass die Tat am 26. März 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Laut Pressesprecher liegen „zum Tatverdächtigen […] keinerlei Erkenntnisse/Beschreibungen vor“.

Fazit: Die Tat fand statt, aber zum Täter gibt es bisher keine Erkenntnisse.

16. Angeblicher Fall in Blaubeuren im April 2019 

Zitat: „Zwei männliche Personen schwarzafrikanischem Typus ohne Fahrschein schubsten Bahnmitarbeiterin nach einem schon im Zug vorausgehenden Gerangel bei einem Halt in das Gleisbett und flüchteten.

Faktencheck: Die Pressestelle der Bundespolizei Stuttgart teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 4. März 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Zudem teilte die Pressesprecherin mit, dass „durch die Bundespolizei letztlich zwei tatverdächtige Personen ermittelt werden [konnten]. Das Ermittlungsverfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen.“ Daher können „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine darüber hinausgehenden Auskünfte“ erteilt werden. Zu der Tat veröffentlichte die Bundespolizei Stuttgart eine Pressemitteilung. Darin steht, die beiden Männer seien schwarz gewesen, aber es wird keine Nationalität angegeben.

Fazit: Den Fall gab es, die Nationalität der mutmaßlichen Täter ist bisher nicht bekannt. 

Die Bundespolizei veröffentlichte eine Pressemitteilung. (Screenshot: CORRECTIV)

17. Angeblicher Fall in Berlin im Mai 2019 

Zitat: „Täter Gruppe junger Männer flüchtig: 25-Jähriger vor Straßenbahn gestoßen und schwer verletzt.

Faktencheck: Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin teilt CORRECTIV auf Anfrage per E-Mail mit, dass ihr dieser angebliche Fall nicht bekannt sei. Allerdings gebe es eine zu der Beschreibung passende Tat am 22. Oktober 2017 in Berlin-Marzahn. Bei dieser Tat seien die Täter deutsche Staatsbürger gewesen.

Fazit: Für diesen Vorfall gibt es in der angegebenen Zeit keine Belege. Womöglich ist ein Fall gemeint, der im Oktober 2017 stattfand. Bei diesem waren die Täter allerdings deutsche Staatsbürger. 

18. Angeblicher Fall in Wien (Österreich) im Mai 2019

Zitat: Ein 20-jähriger Iraker stieß den ihm unbekannten 36-jährigen Mann unmittelbar vor den einfahrenden Zug.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Polizei Wien auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat am 8. Mai 2019 wie beschrieben statt. Außerdem bestätigte die Pressestelle Medienberichte, nach denen es sich um einen irakischen Staatsangehörigen gehandelt habe. 

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen, der Täter ist irakischer Staatsbürger. 

Die Pressemitteilung der Polizei Wien. (Screenshot: CORRECTIV)

19. Angeblicher Fall in Köln-Ehrenfeld im Juni 2019 

Zitat: „18-jähriger Täter stieß einen 42-Jährigen, der am Bahnsteig wartete, so heftig, dass dieser ins Gleisbett stürzte.

Faktencheck: Die Pressestelle der Kölner Polizei teilt CORRECTIV auf Anfrage per E-Mail mit, dass ihnen der angebliche Fall mit diesen Zeitangaben nicht bekannt sei. Allerdings habe es eine Tat, die mit der Beschreibung übereinstimmt, im Juni 2018 in Köln-Ehrenfeld gegeben. Bei dieser Tat sei der Täter deutscher Staatsbürger gewesen. 

Fazit: Diesen Fall gab es in der angegebenen Zeit nicht. Womöglich ist hier ein Fall gemeint, der im Juni 2019 stattfand. Bei diesem war der Täter allerdings deutscher Staatsbürger. 

20. Angeblicher Fall in Voerde im Juli 2019 

Zitat: Ein der Polizei und Justiz bestens bekannter 28-jähriger Kosovare, dessen Gemeingefährlichkeit seit langem bekannt war, schubste eine 34-jährige Mutter direkt vor einen einfahrenden Zug! Opfer verstarb sofort an der Unfallstelle.

Faktencheck: Dieser Fall befindet sich zweimal in der Liste. Unter Punkt acht wurde die Tat bereits überprüft. Der Täter ist kein Kosovare, sondern serbischer Staatsbürger. 

Fazit: Dieser Fall ist doppelt in der Auflistung. Den Fall gab es, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

21. Angeblicher Fall in Essen im Juli 2019

Zitat: 20-Jähriger wurde brutal in die U-Bahngleise gestoßen, Opfer leicht verletzt, gegen Jugendliche mit laut Bildern Migrationshintergrund wird ermittelt.“ 

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Essen teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 22. Juni 2019 wie beschrieben stattfand. Die Täter wurden nach einer Fahndung mit Fotos identifiziert, zu der Nationalität macht die Polizei zum aktuellen Zeitpunkt aber keine Angaben. Zu der Tat veröffentlichte die Polizei Essen eine Pressemitteilung. Demnach gab es „mindestens sieben“ Tatverdächtige, dem Vorfall sei ein Streit zwischen zwei Gruppen Jugendlicher vorausgegangen. Es sei unklar, ob der 20-Jährige auf der Flucht ins Gleisbett gestoßen wurde oder selbst sprang.

Fazit: Die Tat fand statt, über die Nationalität der Täter gibt die Polizei jedoch derzeit keine Auskunft. 

Die Polizei Essen veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

Die Behauptung, die Täter seien ausschließlich Ausländer, ist falsch

Es stimmt nicht, dass bei den hier aufgelisteten 21 Fällen von 2012 bis 2019, in denen Menschen vor Züge gestoßen wurden, ausschließlich Ausländer als Täter beteiligt waren. In etwa der Hälfte der Fälle sind die Täter entweder unbekannt oder deutsche Staatsbürger.

Zwei der Fälle waren doppelt in der Liste enthalten. Bei zwei anderen Fällen wurde ein völlig falsches Datum angegeben. In drei Fällen wurden die Täter noch nicht ermittelt, zu ihnen kann also keinerlei Angabe gemacht werden. In zwei Fällen macht die Polizei aufgrund der andauernden Ermittlungen keine Angabe zur Nationalität. 

Bei sieben weiteren Fällen wurden als mutmaßliche Täter deutsche Staatsbürger ermittelt. Darunter sind ein Fall, in dem die zwei Beschuldigten die doppelte Staatsbürgerschaft hatten, und zwei weitere, bei denen sowohl deutsche als auch nichtdeutsche Täter beteiligt waren. 

Auflistung ist bei weitem nicht vollständig

Die Auflistung ist zudem nicht vollständig – wie Philosophia Perennis auch selbst schreibt. Wie oft jemand vor einen Zug gestoßen wird, wird nicht statistisch erfasst, wie mehrere Pressesprecher der Polizei und Staatsanwaltschaften CORRECTIV bestätigten. Eine Suche im Presseportal, in dem Pressemitteilungen der Polizei in ganz Deutschland zu finden sind, vom 1. Januar 2017 bis 11. September 2019 mit den Begriffen „Zug“ und „gestoßen“, förderte allein sieben Treffer zutage, die nicht in der Auflistung vorkommen. Auf Nachfrage von CORRECTIV teilten die zuständigen Behörden per E-Mail mit, dass bei sechs dieser Fälle die Täter Deutsche seien. Bei einem Fall konnte der Täter nicht ermittelt werden. 

Im Juli 2019 schubste ein deutscher Mann in Seelze seine Ex-Freundin nach einem Streit ins Gleis. Im April 2019 schubste in Zweibrücken eine 18-jährige Deutsche ihre 19-jährige Begleiterin nach einem Streit ins Gleisbett. Im Juli 2017 wurde ein 26-jähriger Deutscher von vier Deutschen ins Gleisbett vor einen stehenden Zug gestoßen. Und im Juni 2017 stieß ein polizeibekannter, betrunkener Essener einen 28-Jährigen gegen eine fahrende S-Bahn. Außerdem gab es weitere Fälle in Köln und Eutingen, in denen die Täter laut Polizei ebenfalls deutsche Staatsbürger waren. Bei einem weiteren Fall in Buchloe konnte der Täter nicht ermittelt werden.

Auch dies sind nur Beispiele und keine vollständige Darstellung aller Fälle in Deutschland. Es ist also nicht möglich, einen Zusammenhang herzustellen zwischen Menschen, die andere vor Züge stoßen, und ihrer Nationalität.

Unsere Bewertung:
Falsch. Die 21 aufgezählten Fälle waren nur 19 Fälle, da zwei doppelt aufgelistet wurden. Bei etwa der Hälfte waren die Täter entweder unbekannt oder deutsche Staatsbürger. Die Behauptung, dass ausschließlich Ausländer an den Delikten beteiligt seien, stimmt nicht. 

Bewertung: größtenteils falsch

Nein, nicht alle Menschen, die andere in den vergangenen Jahren vor Züge stießen, sind Zuwanderer

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Nicht nur Zuwanderer stießen andere Menschen mutwillig vor Züge. (Symbolbild: Unsplash/Daniel Abadia)

von Philip Steeg

Ein Facebook-Beitrag behauptet pauschal, dass „fast alle“ Menschen, die andere Personen in den vergangenen Jahren vor Züge gestoßen haben, Zuwanderer seien. Eine Recherche von CORRECTIV zeigt, dass das nicht der Realität entspricht. 

In einem Facebook-Beitrag vom 29. Juli 2019 werden 27 Fälle aufgelistet, in denen Menschen vor Züge oder auf Gleise gestoßen worden seien. Dabei wird suggeriert, dass „fast alle“ Täter in der Regel bereits „vorbestrafte Straftäter mit Aufenthaltstiteln“, also Zuwanderer, oder Personen „mit Migrationshintergrund“ sind. Der Beitrag wurde mittlerweile mehr als 16.000 Mal geteilt.

Der Facebook-Beitrag nutzt eine Grafik der Bild (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Wir haben zum einen recherchiert, ob es die Fälle überhaupt gab, und zum anderen überprüft, ob die Aussage, bei diesen seien überwiegend Zuwanderer beteiligt gewesen, so stimmt. 

Ob die beteiligten Personen einen Migrationshintergrund haben, wird von der Polizei nicht erfasst. Menschen mit deutschem Pass sind Deutsche und werden auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik so aufgeführt. In der PKS 2018 steht (Seite 8): „Die PKS differenziert zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. Kriterium ist die Staatsangehörigkeit, dabei wird ein eventueller Migrationshintergrund nicht berücksichtigt.“

„Fast alle“ Täter seien Zuwanderer oder Ausländer ist falsch

Es stimmt nicht, dass bei hier aufgelisteten 27 Fällen von 2017 bis 2019, in denen Menschen vor Züge gestoßen wurden, „fast alle“ Täter Zuwanderer oder Ausländer waren. In ungefähr der Hälfte der Fälle sind die Täter entweder unbekannt oder deutsche Staatsbürger.

Alle 27 Fälle im Detail

1. Angeblicher Fall in Berlin im Januar 2017 

Zitat: Eine Gruppe Jugendlicher griff in der Nacht auf Samstag am Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg zwei Männer an und schubste einen von ihnen auf die Gleise. […] Alle mutmaßlichen Täter – sechs aus Syrien, einer aus Libyen – konnten ermittelt werden.“ 

Faktencheck: Hier werden zwei Fälle vermischt. Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, fand die Tat am 14. Januar 2017 wie beschrieben statt. Allerdings teilte die Pressestelle mit, dass die Täter deutsche Staatsbürger waren. Der Facebook-Beitrag verweist als angebliche Quelle auf einen Artikel der Ostsee Zeitung, in dem es um verschiedene Taten in Berliner U-Bahnen geht. Darin wird zwar eine Tätergruppe bestehend aus sechs Syrern und einem Libyer erwähnt, jedoch im Zusammenhang mit einer völlig anderen Straftat

Fazit: Die Tat fand so statt, die Täter sind allerdings deutsche Staatsbürger, der letzte Teil des Zitats bezieht sich auf eine andere Tat. 

2. Angeblicher Fall in Hamburg im Januar 2017 

Zitat: Ein 16-Jähriger, der vermutlich erst Ende letzten Jahres aus Marokko geflüchtet war, hat in der Nacht zu Mittwoch eine Frau (34) überfallen und beraubt. Dann schubste er sie ins Gleisbett.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg auf Anfrage von CORRECTIV per Mail mitteilte, fand die Tat am 18. Januar 2017 wie beschrieben statt. Außerdem teilte die Pressestelle mit, dass der Täter marokkanischer Staatsbürger war.

Fazit: Die Tat fand statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger.

3. Angeblicher Fall in Dresden im März 2017 

Zitat: Zwei polizeibekannte Asylbewerber aus Marokko und Libyen stießen deutschen Familienvater ins Gleisbett […]. Parallel zu den körperlichen Attacken fuhr die S-Bahn in Richtung Dresden in den Haltepunktbereich ein.“ 

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Dresden per Email mit, dass die Tat so geschehen sei. Die Täter seien marokkanische und libysche Staatsbürger. 

Fazit: Die Tat fand statt, die Täter sind nicht deutsche Staatsbürger.

4. Angeblicher Fall in München im April 2017 

Zitat: Die schon aktenkundige 38-jährige Csilla H. sprach das Opfer an, (…) bevor sie ihn von hinten vor die U-Bahn schubste.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft München auf Anfrage von CORRECTIV per Mail mitteilte, fand die Tat am 19. Mai 2017 wie im Facebook-Beitrag beschrieben statt. Zudem teilte die Pressestelle mit, dass die Täterin ungarische Staatsangehörige ist. Sie hatte zum Tatzeitpunkt einen Blutalkoholwert von 1,77 Promille und litt an einer psychischen Erkrankung. 

Fazit: Die Tat fand so statt, die Täterin ist keine deutsche Staatsbürgerin. 

5. Angeblicher Fall in Frankfurt am Main im Mai 2017 

Zitat:Unbekannte, laut Zeugen wohl Osteuropäer’, haben einen jungen Mann auf einem Bahnhof in Frankfurt/Main auf die Gleise gestoßen und schwer verletzt liegen lassen.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main per Email mit, dass die Tat am 19. Mai 2017 so geschehen sei. Die Täter konnten jedoch nicht gefasst werden.

Fazit: Die Tat fand statt, jedoch sind die Täter bislang unbekannt. Deshalb konnte ihre Nationalität nicht festgestellt werden.

6. Angeblicher Fall in Köln im Juli 2017

Zitat:Polizeibekannter ‘26-Jähriger ohne festen Wohnsitz’ stieß 18-jährige Touristin völlig unvermittelt gegen eine einfahrende U-Bahn, Opfer wurde leicht verletzt!

Faktencheck: Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Köln teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 24. Juli 2017 stattgefunden habe. Der Täter sei deutscher Staatsangehöriger. Auch Medienberichte, zum Beispiel von der Rheinischen Post, liefern für die Annahme eines Migrationshintergrundes keine Anhaltspunkte. 

Fazit: Die Tat fand so statt. Der Täter ist deutscher Staatsbürger. 

7. Angeblicher Fall in Gerlingen im Oktober 2017

Zitat:21-Jähriger Algerier (…) schlug und trat mit seiner Bekannten einen jungen Gerlinger bewegungsunfähig, um ihn dann ins Gleisbett der Stadtbahn zu stoßen.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg per Email auf Anfrage von CORRECTIV mitteilte, fand die Tat am 6. Oktober 2017 statt. Laut Pressestelle war „ein Zug (…) zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe“. Der Täter sei algerischer Staatsbürger, die Mittäterin sei deutsche Staatsangehörige. 

Fazit: Die Tat fand statt. Einer der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. Die zweite Täterin ist deutsche Staatsbürgerin.

8. Angeblicher Fall in Berlin-Marzahn im Oktober 2017 

Zitat: Täter Gruppe junger Männer flüchtig: 25-Jähriger vor Straßenbahn gestoßen und schwer verletzt.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV bestätigte die Staatsanwaltschaft Berlin per Email, dass die Tat am 22. Oktober 2017 so stattfand. Außerdem teilte die Pressesprecherin mit, dass die Täter deutsche Staatsbürger seien. 

Fazit: Die Tat gab es. Die Täter sind deutsche Staatsbürger.

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9. Angeblicher Fall in Berlin-Gropiusstadt im Oktober 2017 

Zitat: Zwei Gruppen gerieten in Streit, ehe ein Unbekannter einen 32-Jährigen Mann von der Bahnsteigkante ins Gleisbett schubste und dort auf ihn einprügelte.

Faktencheck: Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 8. Oktober 2017 wie beschrieben stattfand. Der Täter sei moldauischer Staatsbürger.

Fazit: Diese Tat fand so statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

10. Angeblicher Fall in Berlin-Charlottenburg im November 2017  

Zitat: 28-jähriger Iraner trat 20-jährige Frau mit Anlauf vor die einfahrende U-Bahn, Opfer wurde überrollt und verstarb noch am Unfallort.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, fand die Tat zwar so statt. Allerdings weicht das angegebene Datum erheblich vom tatsächlichen Zeitpunkt der Tat ab. Sie fand nicht wie behauptet im November 2017, sondern am 19. Januar 2016 statt. Außerdem teilte die Pressesprecherin mit, dass der Täter iranischer Staatsbürger sei. Laut Medienberichten wurde er in Hamburg geboren. 

Fazit: Es gab einen entsprechenden Fall, allerdings an einem anderen Datum. Der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

11. Angeblicher Fall in Wendlingen im Dezember 2017 

Zitat: Ein „tatverdächtige Nigerianer soll (auf eine) Frau eingeschlagen und eingetreten haben. Danach soll er sie an den Haaren gepackt und an die Bahnsteigkante gezogen haben, in der Absicht, die Frau vor einen in diesem Moment einfahrenden Zug auf das Gleis zu stoßen’.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Polizei Reutlingen per Email mit, dass die Tat am 29. Dezember 2017 stattfand. Sie bestätigte außerdem, dass der Täter nigerianischer Staatsbürger sei. Die Polizei Reutlingen veröffentlichte zu dem Fall eine Pressemitteilung

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger.

Die Polizei Reutlingen veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

12. Angeblicher Fall in Wuppertal im April 2018

Zitat:Unter den Augen der entsetzten Eltern und der zwei Geschwister hatte der geistig verwirrte Täter aus Indien (…) den fünfjährigen Jungen auf dem Wuppertaler Hauptbahnhof gegriffen und war mit ihm vor einen Zug gesprungen.

Faktencheck: Wie aus der Pressemitteilung der Polizei Wuppertal hervorgeht, fand die Tat am 12. April 2018 wie beschrieben statt. Die Pressestelle bestätigte auf Anfrage von CORRECTIV per Email, dass der Täter indischer Staatsbürger sei, der in Gelsenkirchen lebte. In der Mitteilung heißt es außerdem, Hinweise dafür, dass es sich um eine religiös oder politisch motivierte Straftat handelt, lägen nicht vor. 

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen – der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Wuppertal veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

13. Angeblicher Fall in Hamburg-St. Pauli im August 2018 

Zitat: Ein 55-jähriger Mann habe an einer Bahnstation in St. Pauli „plötzlich einen Stoß (bekommen) und stürzte daraufhin in das Gleisbett“. 

Faktencheck: Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 19. August 2018 so stattfand. Dies geht auch aus der Pressemitteilung der Polizei Hamburg hervor. Außerdem teilte die Pressesprecherin mit, dass sich die Ermittlungen „gegen einen deutschen Staatsangehörigen“ richteten. 

Fazit: Den Fall gab es. Der Täter ist deutscher Staatsbürger.

Die Polizei Hamburg veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

14. Angeblicher Fall in Köln-Ehrenfeld im September 2018 

Zitat: 18-jähriger Täter stieß einen 42-Jährigen, der am Bahnsteig wartete, so heftig, dass dieser ins Gleisbett stürzte.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Polizei Köln auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, geschah die Tat wie beschrieben. Allerdings fand der Vorfall „(…) bereits am 28.06.2018 statt“, nicht im September, wie im Facebook-Beitrag behauptet.

Zudem teilte die Pressesprecherin mit, dass der Täter deutscher Staatsbürger sei. Aus einer zu der Tat veröffentlichten Pressemeldung der Polizei Köln geht hervor, dass der Täter ein „ein westeuropäisches Aussehen“ hat. 

Fazit: Die Tat fand an einem anderen Datum statt. Der Täter hat die deutsche Staatsbürgerschaft. 

Die Polizei Köln veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

15. Angeblicher Fall am Centralbahnplatz in Basel (Schweiz) im November 2018 

Zitat: Flüchtiger dunkelhäutiger Täter stieß 73-Jährigen vor die Straßenbahn.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Staatsanwaltschaft Basel per Email mit, dass es am 6. November 2018 einen Vorfall am Centralbahnplatz gegeben habe, bei dem ein älterer Mann gegen eine Straßenbahn fiel. Der Pressesprecher berichtete jedoch auf weitere Nachfrage, „dass bisherige Ermittlungen davon aus[gehen], dass keine Mutwilligkeit hinsichtlich des Stoßens vor die Tram vorliegt, sondern es sich offensichtlich um eine Rempelei gehandelt hat“. Der mutmaßliche Täter wurde nicht ermittelt. 

Fazit: Die Polizei geht von einer Rempelei aus, der nicht die Absicht zugrunde lag, den Mann vor die Straßenbahn zu stoßen. Die Nationalität des mutmaßlichen Täters ist nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft Basel geht bei diesem Fall nicht von Mutwilligkeit aus (Screenshot: CORRECTIV)

16. Angeblicher Fall in Duisburg im November 2018 

Zitat: Ein unbekannter Junge hat am U-Bahnhof König-Heinrich-Platz in Duisburg ein zehnjähriges Mädchen ins Gleisbett geschubst.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Polizei Duisburg auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, fand die Tat am 19. November 2018 wie beschrieben statt. Zu dem Vorfall veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilungen. Laut Pressestelle konnte der Täter nicht ermittelt werden. Auch in den im Facebook-Beitrag angegebenen Medienverweisen ist von der Nationalität des Täters keine Rede. 

Fazit: Die Tat gab es, der Täter und seine Nationalität sind jedoch unbekannt.

Die Polizei Duisburg veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

17. Angeblicher Fall in Hamburg an der Sternschanze im November 2018

Zitat:Psychisch Kranke hat von hinten einer 56-jährigen Frau unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund einen kräftigen Schulterstoß versetzt und sie so ins Gleisbett geschubst.“ 

Faktencheck: Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat im November 2018 wie beschrieben stattgefunden habe. Die Täterin sei venezolanische Staatsangehörige.

Fazit: Den Fall gab es, die Täterin ist nicht deutsche Staatsbürgerin. 

18. Angeblicher Fall in Nürnberg im Februar 2019 

Zitat: Von den drei deutschen Jugendlichen, die ins Gleisbett der S-Bahn gestoßen wurden von zwei Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sind zwei dabei getötet worden!“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, fand die Tat am 27. Januar 2019 wie beschrieben statt. Zur Staatsangehörigkeit der Täter schreibt die Pressestelle: „Beide Angeschuldigten haben die deutsche Staatsangehörigkeit und sind in der Region geboren. Beide haben Migrationshintergrund, einer einen griechischen, der andere einen türkischen. Sie besitzen jeweils auch die zweite Staatsangehörigkeit.“

Fazit: Den Fall gab es, beide Täter sind Deutsche, haben allerdings die doppelte Staatsbürgerschaft. 

19. Angeblicher Fall in Leipzig im März 2019 

Zitat: 62-jährige von Unbekannten aus der Straßenbahn geschubst, Opfer schwer verletzt!“ 

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Polizei Leipzig mit, dass die Tat am 26. März 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Laut Pressesprecher liegen „zum Tatverdächtigen (…) keinerlei Erkenntnisse/Beschreibungen vor“.

Fazit: Die Tat fand statt, aber zum Täter gibt es bisher keine Erkenntnisse.

20. Angeblicher Fall in Blaubeuren im April 2019 

Zitat:Zwei männliche Personen schwarzafrikanischem Typus ohne Fahrschein schubsten Bahnmitarbeiterin nach einem schon im Zug vorausgehenden Gerangel bei einem Halt in das Gleisbett und flüchteten.

Faktencheck: Die Pressestelle der Bundespolizei Stuttgart teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 4. März 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Zudem teilte die Pressesprecherin mit, dass „durch die Bundespolizei letztlich zwei tatverdächtige Personen ermittelt werden [konnten]. Das Ermittlungsverfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen.“ Daher können „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine darüber hinausgehenden Auskünfte“ erteilt werden. Zu der Tat veröffentlichte die Bundespolizei Stuttgart eine Pressemitteilung. Darin steht, die beiden Männer seien schwarz gewesen.

Fazit: Den Fall gab es, die Nationalität der mutmaßlichen Täter ist bisher nicht bekannt.

Die Bundespolizei veröffentlichte eine Pressemitteilung. (Screenshot: CORRECTIV)

21. Angeblicher Fall in Wien (Österreich) im Mai 2019 

Zitat: Ein 20-jähriger Iraker stieß den ihm unbekannten 36-jährigen Mann unmittelbar vor den einfahrenden Zug.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Polizei Wien auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, fand die Tat am 8. Mai 2019 wie beschrieben statt. Außerdem bestätigte die Pressestelle Medienberichte, nach denen es sich um einen irakischen Staatsangehörigen gehandelt habe. 

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Pressemitteilung der Polizei Wien. (Screenshot: CORRECTIV)

22. Angeblicher Fall in Berlin-Lichtenberg im Juni 2019 

Zitat: Sechs Jugendliche gingen laut Polizeiangaben aus ungeklärter Ursache auf den 51-Jährigen los und fingen an, den Mann zu treten und zu schlagen, als er dadurch auf den S-Bahnsteig fiel, schlug einer der Tatverdächtigen sogar noch mit einem Ledergürtel auf ihn ein. Laut Zeugenaussagen sollen die Jugendlichen ca. 16 Jahre alt und männlich gewesen sein und ein südländisches Erscheinungsbild gehabt haben.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Bundespolizei Berlin per Email mit, die Tat habe am 5. Juni 2019 wie beschrieben stattgefunden. In der dazu veröffentlichten Pressemitteilung heißt es außerdem, dass „die Jugendlichen (laut Zeugenaussagen) ca. 16 Jahre sowie männlich gewesen sein und ein südländisches Erscheinungsbild gehabt haben“.

Fazit: Die Tat fand statt, die Herkunft der Täter kann nicht belegt werden, da diese noch nicht gefasst wurden. 

Die Bundespolizei veröffentlichte eine Pressemitteilung. (Screenshot: CORRECTIV)

23. Angeblicher Fall in Dortmund im Juli 2019 

Zitat: ‘12- und 13-Jährige’ stoßen 14-jährigen Jungen ins Gleisbett und hinderten ihn daran, das Gleisbett zu verlassen!

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Dortmund teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 10. Juli 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Einer der Täter sei spanischer, der andere deutscher Staatsbürger. Zu der Tat hat die Polizei Dortmund eine Pressemitteilung herausgegeben. 

Fazit: Die Tat gab es, einer der Täter ist kein deutscher Staatsbürger.

Die Polizei Dortmund veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

24. Angebliche Tat in Bergisch Gladbach im Juli 2019 

Zitat:Nach einem Streit ist eine Frau am Sonntagnachmittag ins Gleisbett gestürzt. Vorausgegangen war laut Polizei zunächst eine verbale und dann eine körperliche Auseinandersetzung zwischen der 25-jährigen jungen Mutter aus Bergisch Gladbach und einem 17-jährigen Zuwanderer.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Rheinisch-Bergischer Kreis auf Anfrage von CORRECTIV per Email mitteilte, fand die Auseinandersetzung am 21. Juli 2019 statt. Allerdings bestreite der beschuldigte syrische Staatsbürger den Tathergang. Darüber hinaus teilt die Pressestelle mit, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. 

Fazit: Den Fall gab es, die Schuld des Verdächtigen ist noch nicht bewiesen. Er ist kein deutscher Staatsbürger. 

25. Angeblicher Fall in Voerde im Juli 2019 

Zitat: Ein der Polizei und Justiz bestens bekannter 28-jähriger Kosovare, dessen Gemeingefährlichkeit seit langem bekannt war, schubste eine 34-jährige Mutter direkt vor einen einfahrenden Zug! Opfer verstarb sofort an der Unfallstelle.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Polizei Duisburg per Email mit, dass die Tat am 20. Juli 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Der Täter sei serbischer Staatsbürger. Zu dem Vorfall veröffentlichte die Polizei Duisburg eine Pressemitteilung und eine nachfolgende Ergänzung, in der steht, dass ein Haftbefehl wegen Mordes gegen den Beschuldigten erlassen worden sei. Er und das Opfer hätten sich zuvor nicht gekannt, es habe auch keinen Streit gegeben.

Fazit: Den Fall gab es, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Duisburg veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

26. Angeblicher Fall in Essen im Juli 2019

Zitat: 20-Jähriger wurde brutal in die U-Bahngleise gestoßen, Opfer leicht verletzt, gegen Jugendliche mit laut Bildern Migrationshintergrund wird ermittelt.“ 

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Essen teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 22. Juni 2019 wie beschrieben stattfand. Die Täter wurden nach einer Fahndung mit Fotos identifiziert, zu der Nationalität mache die Polizei zum aktuellen Zeitpunkt aber keine Angaben. Zu der Tat veröffentlichte die Polizei Essen eine Pressemitteilung. Demnach gab es „mindestens sieben“ Tatverdächtige, dem Vorfall sei ein Streit zwischen zwei Gruppen Jugendlicher vorausgegangen. Es sei unklar, ob der 20-Jährige auf der Flucht ins Gleisbett gestoßen wurde oder selbst sprang.

Fazit: Die Tat fand statt, über die Nationalität der Täter gibt die Polizei jedoch derzeit keine Auskunft. 

27. Angeblicher Fall in Frankfurt im Juli 2019 

Zitat:Ein 40-jähriger Eritreer stößt eine Mutter und ihr Kind ins Gleisbett vor einen einfahrenden ICE. Das achtjährige Kind starb an seinen Verletzungen, die Mutter konnte sich retten. Er versuchte, noch eine andere Frau vor den Zug zu stoßen.

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Frankfurt am Main teilte auf Anfrage von CORRECTIV per Email mit, dass die Tat am 20. Juli 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Zu dem Vorfall gab es auch eine Pressemitteilung. Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zudem mitteilte, ist der Täter eritreischer Staatsbürger. 

Fazit: Die Tat fand statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Frankfurt veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

In sechs Fällen wurden die Täter noch nicht ermittelt, zu ihnen kann also keinerlei Angabe gemacht werden. In einem Fall macht die Polizei aufgrund der andauernden Ermittlungen keine Angabe zur Nationalität. In acht weiteren Fällen wurden als mutmaßliche Täter deutsche Staatsbürger ermittelt. In einem dieser Fälle hatten die zwei Beschuldigten die doppelte Staatsbürgerschaft. In zwei der Fälle waren sowohl deutsche als auch nichtdeutsche Täter beteiligt. 

Auflistung ist bei weitem nicht vollständig

Die Auflistung ist zudem nicht vollständig. Wie oft jemand vor einen Zug gestoßen wird, wird nicht statistisch erfasst, wie mehrere Pressesprecher der Polizei und Staatsanwaltschaften CORRECTIV bestätigten. Eine Suche im Presseportal, in dem Pressemitteilungen der Polizei in ganz Deutschland zu finden sind, vom 1. Januar 2017 bis 11. September 2019 mit den Begriffen „Zug“ und „gestoßen“, förderte allein neun Treffer zutage, von denen sieben nicht in der Auflistung auf Facebook vorkommen. Auf Nachfrage von CORRECTIV teilten die zuständigen Behörden per Mail mit, dass bei sechs dieser Fälle die Täter Deutsche seien. Bei einem Fall konnte der Täter nicht ermittelt werden. 

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Im Juli 2019 schubste ein deutscher Mann in Seelze seine Ex-Freundin nach einem Streit ins Gleis. Im April 2019 schubste in Zweibrücken eine 18-jährige Deutsche ihre 19-jährige Begleiterin nach einem Streit ins Gleisbett. Im Juli 2017 wurde ein 26-Jähriger Deutscher von vier Deutschen ins Gleisbett vor einen stehenden Zug gestoßen. Und im Juni 2017 stieß ein polizeibekannter, betrunkener Essener einen 28-Jährigen gegen eine fahrende S-Bahn. Außerdem gab es weitere Fälle in Köln und Eutingen, in denen die Täter laut Polizei ebenfalls deutsche Staatsbürger waren. Bei einem weiteren Fall in Buchloe konnte der Täter nicht ermittelt werden.

Auch dies sind nur Beispiele und keine vollständige Darstellung aller Fälle in Deutschland. Es ist also nicht möglich, einen Zusammenhang herzustellen zwischen Menschen, die andere vor Züge stoßen, und ihrer Nationalität.

Update (18. September): Wir haben den Artikel aktualisiert. Es waren nicht 23 sondern 27 Fälle.

Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Die 27 aufgezählten Fälle gab es, jedoch waren bei ungefähr der Hälfte die Täter entweder unbekannt oder deutsche Staatsbürger. Die Schlussfolgerung, dass „fast alle“ Täter Ausländer seien, ist haltlos.

Bewertung: größtenteils richtig

Ja, in Berlin werden Elektro-Roller zum Aufladen auch durch Fahrzeuge mit Dieselmotoren eingesammelt

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Seit Juni 2019 werden Elektro-Roller in deutschen Städten bereitgestellt. (Symbolfoto: Unsplash / Marek Rucinski)

von Philip Steeg

In einem Facebook-Beitrag, der derzeit häufig geteilt wird, wird behauptet, dass in Berlin jeden Abend Elektro-Roller zum Aufladen durch Dieselfahrzeuge eingesammelt würden. Dass zum Transport der E-Scooter teilweise Fahrzeuge mit Dieselmotor eingesetzt werden, ist richtig. 

In einem Facebook-Beitrag vom 23. August heißt es: „Berlin 1600 E-Scooter werden jeden Abend zum Aufladen mit 48 Kleinbustouren eingesammelt. Das ist ‘grüne’ Umweltpolitik’“. Der Beitrag wurde bisher mehr als 19.000 Mal geteilt.

Der Facebook-Beitrag wurde mittlerweile fast 20.000 Mal geteilt (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Eine Recherche von CORRECTIV zeigt: Dass Elektro-Roller durch Fahrzeuge mit Dieselmotoren eingesammelt werden, ist richtig. Für die angegebenen Zahlen gibt es allerdings keine Belege.

Wie werden die Elektroroller eingesammelt? 

In Berlin gibt es laut Hauptstadtportal momentan fünf verschiedene Anbieter der ausleihbaren Elektro-Scooter: Bird und Lime (zwei US-amerikanische Firmen), Voi (ein schwedisches Start-Up) Circ (ein Unternehmen aus Luxemburg) und Tier (ein Start-Up aus Berlin selbst). 

Um zu erfahren, wie diese fünf Firmen ihre Elektro-Roller aufladen und transportieren, hat CORRECTIV per Mail Anfragen an die jeweilige Pressestelle der Unternehmen gesendet.

  • Der Pressesprecher von Circ schreibt auf CORRECTIV-Anfrage, das Unternehmen nutze „18-20 Mercedes Sprinter Transporter (2019 Modelle).“ 
  • Bei Voi wird der Transport von externen Partnerfirmen übernommen, wie der Pressesprecher des Konzerns mitteilt. Dabei seien „bezogen auf Berlin immer im Schnitt ca. 2-4 Vans unterwegs. Diese nutzen größtenteils Verbrennermotoren“. 
  • Die Kommunikationsagentur von Bird teilt ohne Angabe der Fahrzeug-Anzahl mit, dass „derzeit […] die Roller mit handelsüblichen Transportern [eingesammelt werden]“. 
  • Das Berliner Start-Up Tier verwendet „pro Nacht zwischen 26 und 30 Vans. Dies sind überwiegend Dieseltransporter.“ 
  • Der Pressesprecher der Firma Lime gibt an, dass das Stammteam einen Elektro-Transporter nutze. Zusätzlich werden zum Laden der Elektro-Scooter ebenso externe Selbstständige beschäftigt. Diese „können für den Transport der E-Scooter ein Fahrzeug ihrer Wahl nutzen […]“. Wie viele Selbstständige das Team der Festangestellten ergänzen, sei von Tag zu Tag unterschiedlich. 

Dass es Dieselfahrzeuge sind, wird nicht von allen Firmen explizit bestätigt. Allerdings werden von allen E-Scooter-Sharing-Diensten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor genutzt. 

Wie viele Dieselfahrzeuge jeden Abend verwendet werden, ist nicht eindeutig zu beziffern. Auch deshalb, weil die Nutzung der Sharing-Angebote von Tag zu Tag variiert. 

Auch die Gesamtzahl der in Berlin von allen fünf Anbietern zur Verfügung gestellten Elektro-Scooter ist nicht genau zu ermitteln. Der Pressesprecher von Lime möchte die Anzahl der Roller aus Wettbewerbsgründen nicht nennen. Alle anderen Anbieter machten hierzu gegenüber CORRECTIV Angaben. Insgesamt stehen demnach in Berlin mindestens 7.200 Scooter zur Verfügung. 

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Die Grünen stecken nicht hinter der Zulassung der E-Roller

Die E-Scooter dürfen seit Inkrafttreten der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung vom 15. Juni 2019 und der allgemeinen Betriebserlaubnis für die einzelnen Elektro-Roller-Typen im Straßenverkehr genutzt werden. Durch diese beiden Rahmenbedingungen wurde es den Sharing-Diensten von Elektro-Rollern ermöglicht, auch in deutschen Städten ihre Produkte anzubieten. 

Sowohl für die Verordnung als auch für die Betriebserlaubnis ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zuständig. Dieses Ministerium wird vom CSU-Politiker Andreas Scheuer geleitet. Der Minister hatte sich laut Medienberichten vehement für die schnelle Zulassung der Scooter eingesetzt – als Alternative zum Auto oder Motorroller, um die Verkehrswende voranzubringen, wie es von Seiten des Ministeriums heißt. 

Wie viele Menschen in Berlin aufgrund der angebotenen Elektroroller auf eine Fahrt mit dem Auto verzichten, ist unklar. Eine Mobilitätsstudie der französischen Agentur 6T für Paris zeigt allerdings, dass zumindest in der französischen Hauptstadt die erhofften Effekte ausgeblieben sind. Demnach sind die Sharing-Angebote hauptsächlich für Touristen attraktiv. 

Auch die Grünen haben die Zulassung von Elektrokleinstfahrzeugen generell befürwortet. Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Grünen, setzte sich zum Beispiel in einem Gastbeitrag für Spiegel Online für die Roller ein.

Subventionen von staatlichen Stellen beziehe aber keiner der Anbieter, berichten alle Pressesprecher der Sharing-Dienste übereinstimmend. Die Pressesprecherin des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt auf schriftliche Anfrage von CORRECTIV ebenfalls an, dass die Verleiher nicht durch Mittel des Bundes gefördert werden.

Auch der Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz schreibt in einer Mail, dass die Betreiber der Elektro-Scooter „nicht öffentlich gefördert werden“. Außerdem unterliegen die Sharing-Dienste nach seinen Angaben keiner weiteren Genehmigungspflicht. „Die Verleiher können im Rahmen des Gemeingebrauchs öffentliche Straßen nutzen“. Weiter stellt der Sprecher klar: „Es handelt sich um ein Angebot des freien Marktes.“ 

Unsere Bewertung:
Größtenteils richtig. Dass E-Scooter in Berlin auch durch Dieselfahrzeuge eingesammelt werden, ist richtig. Wie viele genau dafür täglich im Einsatz sind, ist nicht belegbar. Mit einer 'grünen Umweltpolitik' allein lässt sich die Einführung der Roller nicht erklären. 

Bewertung: größtenteils richtig

Ja, dieses Video ist echt, aber Wiesbaden ist so sicher wie seit 1984 nicht mehr

Wiesbaden 6
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Wiesbaden 6
Szene aus dem bei Facebook veröffentlichten Video von der Auseinandersetzung in Wiesbaden-Biebrich. (Screenshot: CORRECTIV)

von Philip Steeg

Ein vielfach geteiltes Video auf Facebook zeigt eine Szene in Wiesbaden-Biebrich, bei der sich zwei Personengruppen anschreien und mit Gegenständen bewerfen. Das Video ist authentisch. Dass Wiesbaden immer unsicherer werde, wie in der Video-Beschreibung behauptet wird, ist allerdings nicht richtig.

Das am 2. August auf Facebook veröffentlichte Video zeigt eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen, die sich an einer Straßenkreuzung gegenüberstehen, bedrohen und einander mit Gegenständen bewerfen. Zu sehen sind etwa ein Dutzend Männer und einige Zuschauer. Der Facebook-Beitrag wurde bereits mehr als 4.800 Mal geteilt. 

Der Beitrag wurde bereits mehr als 4.800 Mal geteilt (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Wie die Polizei Wiesbaden auf Anfrage von CORRECTIV per Mail mitteilt, zeigt das Video einen Vorfall, der sich am 1. August 2019 gegen 21.30 Uhr in der Rathausstraße Ecke Adolf-Todt-Straße zutrug. Die Pressestelle der Polizei Wiesbaden veröffentlichte hierzu am 2. August eine Pressemitteilung

Auszug aus einer Pressemitteilung der Polizei Wiesbaden vom 2. August 2019 (Screenshot: CORRECTIV)

Die Polizei teilte CORRECTIV außerdem mit, dass der Vorfall möglicherweise die Folge eines Streits sei, der sich am 24. Juli 2019 gegen 19 Uhr vor einer Bar in der Rathausstraße zugetragen habe. Dabei soll ein 48-Jähriger einen 32-jährigen Barbesitzer beleidigt und bedroht haben. Die Polizei nahm hierzu nach eigenen Angaben eine Anzeige auf. 

Eine Mail der Polizei Wiesbaden an CORRECTIV. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)
Eine weitere Mail der Polizei Wiesbaden an CORRECTIV. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Doch, die Polizei war vor Ort 

Einige Nutzer fragen in den Kommentaren unter dem Video auf Facebook, warum die Polizei bei der Auseinandersetzung am 1. August nicht aktiv geworden sei. Die Annahme, die Polizei sei nicht eingeschritten, ist jedoch falsch. 

Aus dem Pressebericht der Polizei Wiesbaden geht hervor, dass diese vor Ort war. So seien nach dem Eintreffen der Polizei „die Personalien mehrerer mutmaßlicher Beteiligter festgestellt“ worden. Verletzte seien nicht festgestellt worden. Ebenfalls habe keiner der Beteiligten Anzeige erstattet. Die Polizei ermittle aber trotzdem in dem Fall.

Kommentar eines Facebook-Nutzers (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)
Kommentar eines Facebook-Nutzers (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Die Behauptung im Beschreibungstext des Videos, die Menschen auf der Straße seien keine Deutschen, stimmt: Wie die Polizei CORRECTIV per Email bestätigte, hatten die an den Vorfällen vom 24. Juli und 1. August beteiligten Personen, deren Personalien aufgenommen wurden, die rumänische Staatsbürgerschaft. 

Wiesbaden ist heute sicherer als in den 40 Jahren zuvor 

Nicht richtig ist jedoch die Botschaft, die im Beschreibungstext des Videos impliziert wird: dass die Stadt immer unsicherer werde. Wie aus der Kriminalstatistik der Polizei Hessen hervorgeht, sinkt die Kriminalitätsrate in dem Bundesland seit mehreren Jahrzehnten stetig. So sei „die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, […] so gering, wie seit 40 Jahren nicht mehr“. Auch in Wiesbaden sank die Zahl der registrierten Straftaten laut Kriminalstatistik (Seite 5) insgesamt. Demnach stellten die in 2018 erfassten Fallzahlen in der Stadt den niedrigsten Wert seit 1984 dar.

Auszug aus der Kriminalitätsstatistik 2018 des Polizeipräsidiums Westhessen zur allgemeinen Entwicklung der Kriminalität in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Aufklärungsquote (AQ) stieg in den letzten Jahre an. (Screenshot: CORRECTIV)

Einer  Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Westhessen vom 20. Mai 2019 zufolge, ist auch die Straßenkriminalität in Wiesbaden laut Statistik gesunken. Diese befinde sich auf dem niedrigsten Stand seit 1989. 2018 wurden 4.139 Fälle gezählt. Das sind 549 Fälle weniger als im Vorjahr. Auch die Aufklärungsquote von Kriminalität generell habe sich in Wiesbaden verbessert und liege „nun mit glatt 64,0 Prozent auf dem höchsten Wert seit 1984“.

Auszug aus der Kriminalitätsstatistik 2018 des Polizeipräsidiums Westhessen zur Straßenkriminalität. Auch bei dieser stieg die Aufklärungsquote (AQ) in den letzten Jahre an. (Screenshot: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Größtenteils richtig. Das Video ist echt. Es wurde in Wiesbaden gefilmt und zeigt einen Streit zwischen zwei Gruppen. Dass die Stadt immer unsicherer werde, stimmt aber nicht.

Bewertung: richtig

Wie diese Satellitenbilder der Waldbrände in Südamerika entstanden sind

Titelbild ZDF
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Titelbild ZDF
Ein vom ZDF gezeigtes Satellitenbild (Screenshot: CORRECTIV)

von Philip Steeg

Zur Veranschaulichung der aktuellen Waldbrände im Amazonasgebiet werden Satellitenbilder der NASA herangezogen. Deren Echtheit wird in den Sozialen Netzwerken teilweise infrage gestellt – sie sind aber korrekt. Wir erklären, warum.

Momentan kursieren viele Meldungen über Waldbrände im Amazonasgebiet. So berichtet unter anderem das ZDF über das Thema und nutzt in einem Beitrag auf Facebook ein Satellitenbild, das die Brände zeigen soll. Auch andere Facebook-Nutzer verbreiten Beiträge zu den Waldbränden, in denen Satellitenbilder zu sehen sind. 

Weiterer Facebook-Beitrag zu den Waldbränden in Lateinamerika (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Die Satellitenbilder werden jedoch meist nicht weiter erklärt und daher oft von Facebook-Nutzern falsch interpretiert oder als unglaubwürdig bezeichnet. So fragt ein Facebook-Nutzer: „Und wir sollen nun glauben, dass die orangen Flecken die Feuerglut ist?“ [sic] Ein anderer erklärt die Technik falsch: „Ist eine Wärmebildkamera und zeigt rot alles, was warm ist… klar auch Brände, aber eben nicht nur. Vollkommen irreführend das Bild (…).“ [sic]

Kommentar eines Facebook-Nutzers (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)
Fehlinterpretation eines weiteren Facebook-Nutzers (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Woher stammen die Satellitenbilder? 

Die Bilder zeigen tatsächlich die aktuellen Waldbrände in Südamerika. Sie sind Screenshots aus dem Online-Tool des „Fire Information for Resource Management System“, kurz FIRMS, der NASA. Dabei sind jedoch keine Fotos im herkömmlichen Sinne zu sehen, sondern eine Kombination verschiedener Satellitenbilder und Daten, die zur Visualisierung von Bränden erhoben wurden. 

Was ist auf den Satellitenbildern zu sehen? 

Die Grundlage für das Bild ist ein Zusammenschnitt verschiedener Satellitenbilder, die nicht alle zum gleichen Zeitpunkt aufgenommen wurden. Diese Bildgrundlage trägt den Namen „Blue Marble“ und wurde im Verlauf des Jahres 2004 von der NASA zusammengestellt. Dass im FIRMS-Tool der NASA als Bildgrundlage „Blue Marble“ verwendet wird, kann man unter dem Reiter „Base Layers“ am unteren Rand der interaktiven Karte sehen. 

Das Zusammenfügen einzelner Bilder zu einem großen Bild ist zum einen notwendig, da die Sensoren der Satelliten schlicht nicht groß genug sind, um einen gesamten Kontinent, geschweige denn die ganze Erde auf einmal abbilden zu können. Wie die NASA an dieser Stelle erklärt, hat der zur Erzeugung von „Blue Marble“ verwendete Sensor „eine Sichtfeldbreite von 2.330 km und nimmt alle ein bis zwei Tage die gesamte Erdoberfläche auf“. 

Zum anderen wurden, wie die NASA hier erläutert, zur besseren Übersicht, nur Ausschnitte verwendet, auf denen über den entsprechenden Gebieten keine Wolken vorhanden sind. Dies ist natürlich nicht über jedem Ort des Kontinents zum gleichen Zeitpunkt der Fall. 

Wenn man im FIRMS-Tool der NASA die Reiter auf der rechten Seite aktiviert (VIIRS 375m/Modis Aqua/Modis Terra) wird eine weitere Bildebene gezeigt, die die Brände visualisiert: 

An diesen Stellen können die verschiedenen Bildebenen ausgewählt werden (Screenshot und rote Markierungen: CORRECTIV)

Welche Technik im speziellen zur Erkennung von Bränden durch die NASA genutzt wird und welche Satelliten diese Technik an Bord haben, wird auf dieser Seite erläutert. Wie sie Feuer erkennt, erklärt die NASA an dieser Stelle:

Erklärung der NASA zur Feuererkennung (Screenshot und gelbe Markierung: CORRECTIV)

Die roten Flächen, die auf den Bildern zu sehen sind, zeigen jedoch nicht, wie einige Facebook-Nutzer irrtümlicherweise annehmen, die Brände im Original, so wie sie das menschliche Auge aus der Perspektive des Satelliten wahrnehmen würde. Das liegt daran, dass Feuer am besten durch Infrarot-Sensoren erkennbar sind. 

Der Wellenlängenbereich von Infrarotwellen, die von den Sensoren der Satelliten aufgenommen werden, sind für das menschliche Auge allerdings nicht sichtbar. Daher müssen die Daten der Satelliten grafisch aufbereitet werden, um die Brände sichtbar zu machen

So erkennen die NASA-Satelliten Brände (Grafik: NASA, Screenshot: CORRECTIV)

In dem Online-Tool der NASA kann die Farbe der Darstellung beliebig gewählt werden. So kann man beispielsweise die Feuer pink erscheinen lassen. 

Das Online-Tool der NASA lässt verschiedene Farbdarstellungen zu (Screenshot: CORRECTIV)

Um die Satellitenbilder nachvollziehen zu können, muss man außerdem die Auflösung der verwendeten Sensoren beachten. Für das FIRMS-Tool werden Daten von Sensoren verwendet, deren Pixel „circa 1.000 Meter lang und breit, (im präzisesten Fall) circa 375 Meter lang und breit sind“ (eigene Übersetzung). 

Nimmt der Sensor innerhalb dieses Pixels eine entsprechend hohe Infrarotstrahlung auf, wird dieser durch die Analyseprogramme der NASA eingefärbt. Das heißt aber nicht, dass die gesamte aufgenommene Fläche in Flammen steht, sondern dass es innerhalb dieses Pixels einen nennenswerten Brand gibt. Die NASA schreibt in ihrer Erklärung: „Wir können nicht die genaue Größe des Feuers bestimmen, wissen aber, dass sich in dem markierten Pixel mindestens ein Feuer befindet“ (eigene Übersetzung). 

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So kommt es, dass beispielsweise auch in oder um urbane Gebiete Feuer dargestellt werden. Die Größe der Feuer, die von der NASA erkannt werden können, variiert mit den Beobachtungsbedingungen. Feuer von einer Größe ab 1.000 Quadratmeter werde allerdings in der Regel erkannt, wie die NASA hier erklärt. 

Will man den gesamten lateinamerikanischen Kontinent abbilden, sind mehr aufgenommen Pixel vorhanden, als ein Computerbildschirm darstellen kann. So erscheint eine wesentlich größere Fläche betroffen, als es tatsächlich der Fall ist. Zoomt man näher heran, wird dies deutlich. 

Brände in und um die Brasilianische Stadt São Paulo (Screenshot: CORRECTIV)

Ein weiteres von der NASA veröffentlichtes Satellitenbild zeigt einen kleinen Ausschnitt des südamerikanischen Kontinents. In diesem Bild sind Wolken zu sehen und auch nebelartige Schwaden, die laut NASA den Rauch darstellen, der durch die Feuer im Amazonas und den angrenzenden Gebieten entstehen. Auffällig an dem Satellitenbild ist ein sich von oben nach unten leicht schräg durch das Bild ziehender Strich. Wolken wirken darin teilweise abgeschnitten. Dies liegt daran, dass Satellitenbilder, wie bereits erwähnt, meist Zusammenschnitte verschiedener Aufnahmen, also verschiedener, zeitnaher Überflüge des Satelliten sind. 

Ein weiteres von der NASA veröffentlichtes Satellitenbild (Bild: NASA Worldview, Screenshot: CORRECTIV)

Warum unterscheiden sich die Satellitenbilder? 

 Wie intensiv die Brände dargestellt werden, hängt davon ab, welche Zeitspanne man sich vom NASA-Tool anzeigen lässt. 

Der Screenshot, den das ZDF verwendet, zeigt wesentlich weniger Brände als der im zweiten genannten Facebook-Beitrag verwendete Screenshot. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass eine geringere Zeitspanne ausgewählt wurde. Der Facebook-Beitrag des ZDF wurde am Nachmittag des 23. August erstellt. Gibt man in der Suchmaske des Online-Tools der NASA an, nur die Feuer sehen zu wollen, die am 22. August existierten, sieht man ein sehr vergleichbares Muster zu dem Screenshot des ZDF. Daher ist davon auszugehen, dass bei diesem nur ein Zeitraum von 24 Stunden abgebildet wurde. 

Darstellung der Brände am 22. August (Screenshot: CORRECTIV)

Der direkte Vergleich: 

Der direkte Vergleich zwischen der Darstellung des ZDF (l.) und der Darstellung der Brände am 22. August im Online-Tool der NASA (r.) (Screenshots: CORRECTIV)

Im Screenshot des zweiten genannten Facebook-Beitrags sind wesentlich mehr Brände zu sehen, als in dem des ZDFs. Wie unter dem Beitrag erklärt wird, wurde hier eine Zeitspanne von 72 Stunden, also drei Tagen ausgewählt. Dementsprechend werden alle Brände, die in diesen 72 Stunden existierten, dargestellt. Da von „den letzten 72 Stunden“ die Rede ist und der Facebook-Beitrag am Abend des 22. August verfasst wurde, ist davon auszugehen, dass bei der Darstellung im Online-Tool der NASA der Zeitraum 20. bis 22. August gewählt wurde. Vergleicht man den Screenshot aus dem Beitrag mit der Visualisierung des Online-Tools im entsprechenden Zeitraum, werden Feuer in gleicher Intensität und an den gleichen Orten angezeigt. 

Darstellung der Brände vom 20. bis zum 22. August (Screenshot: CORRECTIV)

Der direkte Vergleich: 

Der direkte Vergleich zwischen der Darstellung im zweiten Facebook-Beitrag (links) und der Darstellung der Brände vom 20. bis zum 22. August im Online-Tool der NASA (rechts) (Screenshots: CORRECTIV)

Gibt es momentan im Amazonasgebiet mehr Waldbrände als sonst?

Zu dieser Frage schreibt die NASA (eigene Übersetzung aus dem Englischen): „Wissenschaftler, die die NASA-Satelliten zur Verfolgung der Brand-Aktivitäten einsetzen, haben eine Zunahme und Intensität der Brände im brasilianischen Amazonasgebiet im Jahr 2019 bestätigt. Demnach ist es das Feuer-reichste Jahr in dieser Region seit 2010.“ 

Außerdem heißt es zu den Brandursachen (eigene Übersetzung): „Der August 2019 zeichnet sich durch einen spürbaren Anstieg der großen, intensiven und anhaltenden Brände entlang der Hauptstraßen des zentralbrasilianischen Amazonas aus (…). (…) Zeitpunkte und Orte der Branderkennungen zu Beginn der Trockenzeit 2019 stimmen eher mit dem Muster von Rodungen als mit dem regionaler Dürre überein.“ 

Unsere Bewertung:
Richtig. Die genutzten Satellitenbilder zeigen beide die aktuellen Waldbrände in Südamerika. Es handelt sich um eine Kombination verschiedener, tatsächlicher Aufnahmen und visualisierter Daten. Die Intensität der Waldbrände ist laut NASA ungewöhnlich hoch. 

Bewertung: teilweise falsch

Dieses Video von einem Mann, der eine Frau schlägt, ist weder aktuell noch stammt es aus Deutschland

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Standbild aus dem bei Facebook häufig geteilten Video (Screenshot am 20. August 2019: CORRECTIV)

von Philip Steeg

In einem alten Video, das momentan wieder häufig auf Facebook geteilt wird, ist zu sehen, wie ein Mann eine Frau im Beisein ihrer Kinder attackiert. Viele Nutzer gehen offenbar davon aus, dass der Täter noch nicht gefasst ist und der Vorfall in Deutschland stattfand. Das ist nicht richtig.

In einem Video von 2016, das häufig auf Facebook geteilt wird – bisher mehr als 46.700 Mal und in letzter Zeit wieder verstärkt – ist zu sehen, wie ein Mann bei dem Versuch, einer älteren Dame etwas aus ihrer Tasche zu stehlen, auf einer Treppe von einer Passantin angesprochen wird. Daraufhin attackiert der Täter die Frau, die mit ihren Kindern unterwegs ist, und spuckt ihr ins Gesicht. 

Der Facebook-Beitrag mit dem Video (Screenshot am 19. August 2019 und Schwärzung: CORRECTIV)

Der Facebook-Nutzer, der das Video hochgeladen hat, schreibt dazu auf Deutsch: „TEILEN, damit der Täter gefunden wird!“ Wie aus den aktuell verfassten Kommentaren unter dem Facebook-Beitrag hervorgeht, gehen offenbar viele Menschen davon aus, dass der Täter noch nicht gefasst ist und der Vorfall sich in Deutschland zugetragen hat. Eine Recherche von CORRECTIV allerdings zeigt: Diese Annahmen sind falsch.

Kommentar eines Facebook-Nutzers (Screenshot am 17. August 2019 und Schwärzung: CORRECTIV)
Kommentar eines Facebook-Nutzers (Screenshot am 16. August 2019 und Schwärzung: CORRECTIV)

Dass das Video älter ist, zeigt bereits ein Blick auf das Datum des Facebook-Beitrags: Er wurde am 5. Februar 2016 erstellt. Die Pressestelle der Polizei Stockholm bestätigt auf Anfrage von CORRECTIV per Mail, dass sich der Vorfall am 5. Januar 2016 ereignete. 

Wie eine Recherche der Faktenchecker von Mimikama am 25. Januar 2016, also kurz nach dem Vorfall, ergab, wurde die Frau an der Stockholmer U-Bahn-Station „Gamla Stan” (übersetzt: „Altstadt“) attackiert. Das geht auch aus einer Pressemitteilung der Stockholmer Polizei hervor, die am 22. Januar 2016 veröffentlicht wurde. Die Pressestelle der Polizei schickte sie CORRECTIV auf Anfrage per Mail zu. 

Die Pressemeldung der Stockholmer Polizei (Screenshot am 16. August 2019: CORRECTIV)

Am 21. Januar bat ein Polizeibeamter die Bevölkerung über einen offiziellen Twitter-Account um Hilfe und veröffentlichte Aufnahmen des Mannes. Der Täter wurde dann, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, am 22. Januar 2016 gefasst und von der Polizei verhört. Die Video-Unterschrift war also zum Zeitpunkt, als das Video auf Facebook hochgeladen wurde (5. Februar), bereits irreführend – denn sie forderte die Facebook-Nutzer auf, es zu teilen, um den Täter zu finden.

Standbild mit dem Täter (links) aus dem Facebook-Video (Screenshot am 19. August 2019 und Schwärzung: CORRECTIV)
Die Bilder des Täters, mit denen die Stockholmer Polizei auf Twitter um Mithilfe der Bevölkerung bittet (Screenshot am 19. August 2019 und Schwärzung: CORRECTIV)

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Der Täter wurde zu Gefängnisstrafe und Geldstrafe verurteilt

Der Täter wurde am 22. Februar 2016 von einem Stockholmer Bezirksgericht wegen Belästigung und Körperverletzung verurteilt. Dies lässt sich dem Urteil entnehmen, das CORRECTIV vorliegt. Demnach wurde der Täter zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten und zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von circa 1000 Euro an das Opfer verurteilt. 

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Das Video ist authentisch, stammt aber nicht aus Deutschland. Die Tat fand vor mehr als vier Jahren in Stockholm statt. Der Täter wurde gefasst und verurteilt.

Bewertung: unbelegt

Vor Zug gestoßen? Kein Beleg für angeblichen Fall vor 50 Jahren in Frankfurt

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Die Tat fand laut Facebook-Beitrag angeblich vor 50 Jahren statt. (Symbolbild, Unsplash/Thanos Pal)

von Philip Steeg

Im Netz kursiert eine angebliche Meldung über ein Mädchen, das vor 50 Jahren in Frankfurt vor einen Zug gestoßen und an den Folgen verstorben sein soll. Dafür, dass sich der Fall so zugetragen hat, konnten wir keine Belege finden.

Die angebliche Geschichte eines Kindes,  das von einem Mann vor 50 Jahren in Frankfurt vor einen fahrenden Zug gestoßen und so getötet haben soll, verbreitet sich in Sozialen Netzwerken. Der Beitrag ist offenbar eine Reaktion auf einen ähnlichen Fall vom 29. Juli in Frankfurt. Dort wurde ein Achtjähriger vor einen einfahrenden Zug gestoßen und verstarb

Laut des Beitrags habe „vor ziemlich genau 50 Jahren“ ein 43-jähriger Arbeiter mit deutscher Staatsbürgerschaft, angestellt bei den Farbwerken in Frankfurt-Höchst, ein neunjähriges Mädchen vor den Augen ihrer jüngeren Schwester vor einen Zug gestoßen. 

Anfrage bei Polizeibehörde liefert keine Belege

Der Vorfall ist beim zuständigen Polizeipräsidium Frankfurt am Main allerdings nicht bekannt. Pressesprecher Manfred Füllhardt schreibt auf Nachfrage von CORRECTIV per Mail: „Unsere Nachforschungen für die Jahre 1967 bis 1971 erbrachten diesbezüglich kein Ergebnis“. 

Dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main ist die Tat nicht bekannt. (Screenshot: CORRECTIV)

Auch eine Recherche in Zeitungsarchiven brachte keine Ergebnisse

 

CORRECTIV hat die Archive der Frankfurter Allgemeinen Zeitung durchsucht, welche unter anderem das Archiv der Frankfurter Rundschau und das Archiv der Rhein-Main-Zeitung beinhalten. Hier wurde für den Zeitraum vom 1. Januar 1966 bis zum 31. Dezember 1972 für die Suchbegriffe „Zug“ und „getötet“ 61 Treffer gefunden. Keine der Meldungen hatte jedoch mit dem vorsätzlichen Stoßen einer Person vor einen Zug oder in ein Gleisbett zu tun. Bei den Meldungen ging es größtenteils um Verkehrsunfälle oder Suizide. Personen im Kindesalter waren in keinem der Fälle involviert. Mit den Suchbegriffen „Höchst“, „Zug“ oder „getötet“ kombiniert  mit „gestoßen“ oder „geschubst“ ließen sich keine Treffer finden.

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Der ursprüngliche Facebook-Beitrag vom 31. Juli wurde mittlerweile gelöscht. Die Frau, die den Betrag offenbar verfasst hatte, verweigerte laut t-online auf Nachfragen der Redaktion eine Auskunft zu ihren Aussagen. In dem Beitrag hatte die Frau behauptet, Belege der Tat in Form verschiedener Zeitungsartikel zu haben. 

Der ursprüngliche Facebook-Beitrag wurde mittlerweile gelöscht. (Screenshot: CORRECTIV)

Obwohl der ursprüngliche Beitrag gelöscht wurde, werden Screenshots davon weiter im Netz geteilt und kommentiert. Zum Beispiel bei Twitter

Unsere Bewertung:
Unbelegt. Der Frankfurter Polizei ist der beschriebene Fall nicht bekannt. Auch in Zeitungsarchiven ist der Fall nicht zu finden.

Bewertung: richtig

Aktuell kursiert ein Artikel von 2018 über ein Kind, das von einem fremden Mann vor einen einfahrenden Zug gezogen wurde

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Einfahrender Zug (Symbolbild: Markus Winkler / Unsplash)

von Philip Steeg

In Wuppertal wurde laut Pressemitteilung der Polizei im April 2018 ein Fünfjähriger von einem fremden 23-Jährigen vor einen fahrenden Zug gezogen.

Wie die Berliner Morgenpost am 13. April 2018 berichtete, wurde am Wuppertaler Hauptbahnhof ein mit seiner Familie wartender Fünfjähriger von einem fremden 23-Jährigen vor einen Zug gezogen. Dieser rollte über beide Personen hinweg. Der Täter blieb unverletzt, das Kind wurde nur leicht verletzt. 

Laut Daten von Facebook, die CORRECTIV im Rahmen der Kooperation mit Facebook einsehen konnte, wurde der Artikel in den letzten 24 Stunden mehr als 3.700 Mal geteilt. Seit seinem Erscheinen 2018 wurde der Artikel laut dem Analysetool Crowdtangle nur unwesentlich häufiger geteilt. 

Der beschriebene Vorfall fand jedoch so statt, der Bericht der Berliner Morgenpost ist richtig und entspricht den Angaben des polizeilichen Presseberichts. Allerdings ereignete sich der Vorfall nicht in jüngerer Zeit, sondern vor mehr als einem Jahr, am 12. April 2018.

Pressemitteilung der Polizei Wuppertal (Screenshot: CORRECTIV)

Demnach wurde gegen den Mann aus Gelsenkirchen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes durch die Mordkommission ermittelt. 

Unsere Bewertung:
Richtig. Die Behauptungen in diesem Artikel entsprechen den Angaben der Pressemitteilung der Polizei Wuppertal.