Die angebliche Geschichte eines Kindes, das von einem Mann vor 50 Jahren in Frankfurt vor einen fahrenden Zug gestoßen und so getötet haben soll, verbreitet sich in Sozialen Netzwerken. Der Beitrag ist offenbar eine Reaktion auf einen ähnlichen Fall vom 29. Juli in Frankfurt. Dort wurde ein Achtjähriger vor einen einfahrenden Zug gestoßen und verstarb.
Laut des Beitrags habe „vor ziemlich genau 50 Jahren“ ein 43-jähriger Arbeiter mit deutscher Staatsbürgerschaft, angestellt bei den Farbwerken in Frankfurt-Höchst, ein neunjähriges Mädchen vor den Augen ihrer jüngeren Schwester vor einen Zug gestoßen.
Anfrage bei Polizeibehörde liefert keine Belege
Der Vorfall ist beim zuständigen Polizeipräsidium Frankfurt am Main allerdings nicht bekannt. Pressesprecher Manfred Füllhardt schreibt auf Nachfrage von CORRECTIV per Mail: „Unsere Nachforschungen für die Jahre 1967 bis 1971 erbrachten diesbezüglich kein Ergebnis“.
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Auch eine Recherche in Zeitungsarchiven brachte keine Ergebnisse
CORRECTIV hat die Archive der Frankfurter Allgemeinen Zeitung durchsucht, welche unter anderem das Archiv der Frankfurter Rundschau und das Archiv der Rhein-Main-Zeitung beinhalten. Hier wurde für den Zeitraum vom 1. Januar 1966 bis zum 31. Dezember 1972 für die Suchbegriffe „Zug“ und „getötet“ 61 Treffer gefunden. Keine der Meldungen hatte jedoch mit dem vorsätzlichen Stoßen einer Person vor einen Zug oder in ein Gleisbett zu tun. Bei den Meldungen ging es größtenteils um Verkehrsunfälle oder Suizide. Personen im Kindesalter waren in keinem der Fälle involviert. Mit den Suchbegriffen „Höchst“, „Zug“ oder „getötet“ kombiniert mit „gestoßen“ oder „geschubst“ ließen sich keine Treffer finden.
Der ursprüngliche Facebook-Beitrag vom 31. Juli wurde mittlerweile gelöscht. Die Frau, die den Betrag offenbar verfasst hatte, verweigerte laut t-online auf Nachfragen der Redaktion eine Auskunft zu ihren Aussagen. In dem Beitrag hatte die Frau behauptet, Belege der Tat in Form verschiedener Zeitungsartikel zu haben.

Obwohl der ursprüngliche Beitrag gelöscht wurde, werden Screenshots davon weiter im Netz geteilt und kommentiert. Zum Beispiel bei Twitter.
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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