Justiz

Nein, der tatverdächtige Attentäter von Halle ist kein „Migrant aus Kasachstan“, sondern Deutscher

In mehreren Facebook-Beiträgen wird behauptet, der tatverdächtige Attentäter von Halle, Stephan B., sei nicht in Deutschland geboren. Das ist falsch. B. ist in Eisleben geboren, wie das örtliche Standesamt uns gegenüber bestätigt.

von Till Eckert

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Ein Mann legt am 10. Oktober, dem Tag nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle, Blumen für die Verstorbenen nieder. (Foto: Axel Schmidt / AFP)
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Falsch. Stephan B. ist laut Generalbundesanwalt deutscher Staatsbürger und laut Standesamt in Eisleben geboren.

Mehrere Nutzer behaupten auf Facebook, Stephan B., der verdächtigt wird am 9. Oktober in Halle aus antisemitischen und rechtsextremistischen Motiven einen Anschlag auf eine Synagoge und einen Imbiss verübt und zwei Menschen ermordet zu haben, komme ursprünglich aus Kasachstan. Die Behauptung findet sich in einer Text-Bild-Collage, die von zahlreichen Nutzern verbreitet wird. Zum Beispiel hier und hier.

Einer der Beiträge auf Facebook, in denen fälschlicherweise behauptet wird, der mutmaßliche Attentäter von Halle sei ein „Migrant aus Halle“. (Screenshot / Verpixelung: CORRECTIV)

Standesamt: Stephan B. ist in Eisleben geboren

Laut einer Mitteilung des Generalbundeanwalts zum Haftbefehl vom 10. Oktober ist B. deutscher Staatsangehöriger.

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Auch unsere Faktencheck-Kollegen der DPA haben die Identität des Tatverdächtigen für einen Artikel überprüft. Laut ihrer Recherche waren auch Behauptungen im Umlauf, nach denen Stephan B. im Iran geboren worden sei. Die DPA kam zu dem Ergebnis: „Der Attentäter ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen 1992 in Eisleben (Sachsen-Anhalt) geboren.“

Das Standesamt in Eisleben bestätigte gegenüber CORRECTIV, dass B. dort geboren wurde. Eine Sprecherin sagte uns am 16. Oktober telefonisch: „Ja, das stimmt.“ Sie bestätigte das später noch einmal per E-Mail:

Aus der E-Mail vom Standesamt in Lutherstadt Eisleben. (Screenshot: CORRECTIV)