Politik

Nein, Anton Hofreiter sagte nicht, dass kriminelle Flüchtlinge nicht abgeschoben werden können, weil sie in der Heimat mit Konsequenzen rechnen müssen

Auf Facebook wird ein angebliches Zitat des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Anton Hofreiter, geteilt. Eine Quellenangabe fehlt. Hofreiters Sprecher dementiert den Satz und auch wir konnten keine Hinweise dafür finden, dass er stimmt.

von Cristina Helberg

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Anton Hofreiter bei einer Rede am 4. Juli 2018 im Bundestag. (Symbolbild: Omer Messinger / AFP)
Bewertung
Falsch. Es gibt keine Hinweise, dass dieses Zitat stimmen könnte. Hofreiters Sprecher dementierte es.

Ein Facebook-Nutzer veröffentlichte am 28. November ein Zitatbild mit einem Foto von Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. Neben dessen Bild steht der Satz: „Wir können kriminelle Flüchtlinge nicht einfach so abschieben, denn mit dem, was sie bei uns tun, müssen sie in ihren Ländern mit Konsequenzen rechnen“. Das Zitatbild suggeriert, Hofreiter habe den Satz gesagt. Der Facebook-Beitrag wurde bisher mehr als 820 Mal geteilt. Auch bei Instagram teilte eine Nutzerin das Bild samt Zitat. 

Wir haben die Behauptung geprüft. 

Das falsche Zitat in einem Facebook-Beitrag. (Screenshot: CORRECTIV)

Im Facebook-Beitrag ist keine Quelle für das vermeintliche Zitat angegeben. Auf Anfrage von CORRECTIV schrieb ein Sprecher der Grünen per E-Mail: „Es handelt sich um kein Zitat von Anton Hofreiter.“

Auch eine Googlesuche nach dem Zitat und eine Suche im Google News Archiv ergab keine Treffer.

Das Foto stammt aus einem Artikel der Münchner Abendzeitung  

Eine Rückwärtssuche bei Google nach dem Foto von Hofreiter führt zu einem Artikel der Münchner Abendzeitung vom 3. Juli 2019: einem Interview mit dem Grünen-Politiker. Das Artikelbild des Fotografen Daniel von Loeper ist identisch zu dem des Facebook- und Instagram-Beitrags, nur das Zitat fehlt. Auch im Text taucht ein solches Zitat nicht auf. 

Das Originalbild in der Münchner Abendzeitung. (Screenshot: CORRECTIV)

Auch die DPA hat den Facebook-Beitrag geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass das Zitat falsch ist. 

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