Polizei

Ein wohnungsloser Mann soll eine 17-Jährige aus Unkel getötet haben

In Sankt Augustin in Nordrhein-Westfalen soll ein 19-Jähriger eine 17-Jährige umgebracht haben. Er hat die Tat gestanden. Er ist kein Flüchtling, lebt aber in einem Wohnungskomplex, in dem auch Flüchtlinge leben.

von Anna Mayr

Wegen eines neuen Rechnungswesens wurden Rechnungen der Polizei NRW mit Verzögerung bearbeitet. (Symbolbild)© TechLine / pixabay

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Der 19-Jährige Tatverdächtige lebt in einer Unterkunft, die die Kommune für 39 Flüchtlinge und Obdachlose bereitstellt. Er selbst ist kein Flüchtling.

Ein 17-jähriges Mädchen wurde am 2. Dezember in Sankt-Augustin tot aufgefunden. Mehrere Internetseiten, darunter Russia Today und die Facebookseite Bürgerbewegung pro Chemnitz, schrieben, die Polizei habe die Leiche der 17-Jährigen in einer Flüchtlingsunterkunft gefunden.

Die Polizei hatte bereits am 3. Dezember in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass der Tatverdächtige, ein Deutsch-Kenianer, in einer Unterkunft wohnt, in der sowohl Obdachlose wie auch Flüchtlinge untergebracht sind. Der 19-Jährige führte die Polizei in sein Zimmer in der Unterkunft. Dort lag die 17-Jährige leblos.

Später gestand der Mann die Tat: Er sei mit der 17-Jährigen am 30. November in einer Kneipe gewesen. Sie habe ihn in seine Unterkunft begleitet, dort sei es zum Streit gekommen. Das berichtete T-Online.de. Wie genau er sie tötete, dazu machte die Polizei keine Angaben.

Die Rathaussprecherin Eva Stocksiefen sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger zur Unterkunft, dies sei „ganz normaler Wohnraum“ in dem ohne besondere Betreuung sowohl Flüchtlinge als auch Obdachlose leben würden. Es handelt sich also nicht um eine Erstaufnahme-Unterkunft oder ein „Heim“, sondern um Wohnraum, den die Kommune für Menschen zur Verfügung stellt, die aus verschiedenen Gründen ohne Wohnung sind.

39 Wohnungssuchende leben in der Unterkunft

CORRECTIV hat die Polizei in Bonn kontaktiert, die die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen hat. Der Tatverdächtige Deutsch-Kenianer ist laut einem Sprecher der Polizei kein Flüchtling, sondern wohnungslos.

Die Polizei sagte zunächst, dass sie von einer Beziehungstat ausgehe, da das Opfer und der Tatverdächtige sich kannten. 141 Frauen wurden in Deutschland im Jahr 2017 von ihren Partnern umgebracht – und das sind nur die vollendeten Taten. So geht es aus einer Statistik des Bundeskriminalamts hervor.

Der Tatverdächtige allerdings sagt, er habe die 17-Jährige erst am 30. November kennengelernt. Die Ermittlungen dauern an.

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In der Unterkunft leben 39 Menschen. Wie viele davon wohnungssuchend und wie viele Flüchtlinge sind, ließe sich nicht differenzieren, „weil es dort auch Flüchtlinge gibt, deren Asylverfahren abgeschlossen sind und die eine Wohnung suchen.“