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Faktencheck

Fakten für die Demokratie

Falschmeldungen stellen eine Gefahr für die Demokratie dar. Unsere Faktenchecker gehen Gerüchten nach und veröffentlichen ihre Rechercheergebnisse auf dieser Seite. Mehr erfahren

Bewertung: teilweise falsch

Ein wohnungsloser Mann soll eine 17-Jährige aus Unkel getötet haben

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Wegen eines neuen Rechnungswesens wurden Rechnungen der Polizei NRW mit Verzögerung bearbeitet. (Symbolbild)© TechLine / pixabay

von Anna Mayr

In Sankt Augustin in Nordrhein-Westfalen soll ein 19-Jähriger eine 17-Jährige umgebracht haben. Er hat die Tat gestanden. Er ist kein Flüchtling, lebt aber in einem Wohnungskomplex, in dem auch Flüchtlinge leben.

Ein 17-jähriges Mädchen wurde am 2. Dezember in Sankt-Augustin tot aufgefunden. Mehrere Internetseiten, darunter Russia Today und die Facebookseite Bürgerbewegung pro Chemnitz, schrieben, die Polizei habe die Leiche der 17-Jährigen in einer Flüchtlingsunterkunft gefunden.

Die Polizei hatte bereits am 3. Dezember in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass der Tatverdächtige, ein Deutsch-Kenianer, in einer Unterkunft wohnt, in der sowohl Obdachlose wie auch Flüchtlinge untergebracht sind. Der 19-Jährige führte die Polizei in sein Zimmer in der Unterkunft. Dort lag die 17-Jährige leblos.

Später gestand der Mann die Tat: Er sei mit der 17-Jährigen am 30. November in einer Kneipe gewesen. Sie habe ihn in seine Unterkunft begleitet, dort sei es zum Streit gekommen. Das berichtete T-Online.de. Wie genau er sie tötete, dazu machte die Polizei keine Angaben.

Die Rathaussprecherin Eva Stocksiefen sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger zur Unterkunft, dies sei „ganz normaler Wohnraum“ in dem ohne besondere Betreuung sowohl Flüchtlinge als auch Obdachlose leben würden. Es handelt sich also nicht um eine Erstaufnahme-Unterkunft oder ein „Heim“, sondern um Wohnraum, den die Kommune für Menschen zur Verfügung stellt, die aus verschiedenen Gründen ohne Wohnung sind.

39 Wohnungssuchende leben in der Unterkunft

CORRECTIV hat die Polizei in Bonn kontaktiert, die die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen hat. Der Tatverdächtige Deutsch-Kenianer ist laut einem Sprecher der Polizei kein Flüchtling, sondern wohnungslos.

Die Polizei sagte zunächst, dass sie von einer Beziehungstat ausgehe, da das Opfer und der Tatverdächtige sich kannten. 141 Frauen wurden in Deutschland im Jahr 2017 von ihren Partnern umgebracht – und das sind nur die vollendeten Taten. So geht es aus einer Statistik des Bundeskriminalamts hervor.

Der Tatverdächtige allerdings sagt, er habe die 17-Jährige erst am 30. November kennengelernt. Die Ermittlungen dauern an.

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In der Unterkunft leben 39 Menschen. Wie viele davon wohnungssuchend und wie viele Flüchtlinge sind, ließe sich nicht differenzieren, „weil es dort auch Flüchtlinge gibt, deren Asylverfahren abgeschlossen sind und die eine Wohnung suchen.“

Unsere Bewertung:
Der 19-Jährige Tatverdächtige lebt in einer Unterkunft, die die Kommune für 39 Flüchtlinge und Obdachlose bereitstellt. Er selbst ist kein Flüchtling.

Bewertung: falsch

Nein, es gibt keine Hinweise auf Crystal Meth, das als „Brausepulver“ an Schulen kursiert

Brausepulver (1)
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Brausepulver (1)
Laut dem Bundeskriminalamt handelt es sich bei dieser auf Facebook verbreiteten Warnung „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um ein Fake“. (Screenshot: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

Auf Facebook wird seit 2016 eine Warnung vor einer angeblich neuen Droge verbreitet. Dabei handele es sich um Crystal Meth mit „verschiedenen Geschmacksrichtungen“ wie Erdbeere und Wassermelone, das aussehe wie ein „Brausepulver“. Dem BKA ist kein solcher Fall bekannt.

Eine Facebook-Nutzerin veröffentlichte am 17. Februar 2016 ein Foto eines ausgedruckten Warnhinweises. Darauf steht „Achtung, schützt unsere Schüler“, samt dem Hinweis, es gebe eine neue Droge auf dem Markt: „Cristal Meth“ [sic!] mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, das aussehe wie „Brausepulver“. Weiter steht auf dem Zettel: „Diese Droge macht nach der ersten Einnahme sofort abhängig und kann tödlich sein.“ Der Beitrag wurde bisher mehr als 66.800 Mal auf Facebook geteilt. In den letzten Tagen teilten Nutzer den Beitrag wieder vermehrt. Wir haben die Behauptungen geprüft.

Der Facebook-Beitrag aus dem Jahr 2016. (Screenshot und Schwärzung am 21. Oktober 2019: CORRECTIV)
In den letzten Tagen teilen Nutzer wieder den Facebook-Beitrag von 2016. (Screenshot und Schwärzung am 21. Oktober 2019: CORRECTIV)

Dem Bundeskriminalamt zufolge ist der Beitrag „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ ein Fake 

Auf Nachfrage von CORRECTIV schreibt das Bundeskriminalamt zu der Warnung per E-Mail: „Die angeführte Warnmeldung ist hier bereits mehrfach bekannt geworden (identische Abbildung) und war Gegenstand polizeilicher Anfragen von diversen Landespolizeibehörden (auf Grund Mitteilung besorgter Eltern etc.).“ Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts habe es aber keine Sicherstellungen von brauseartigem Crystal Meth mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in der entsprechenden Verpackungsart gegeben. 

„Bei der Warnmeldung dürfte es sich daher mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um ein Fake handeln, eine behördliche oder gar polizeiliche Warnmeldung in dieser Art und Form hat es gem. BKA nicht gegeben“, heißt es weiter in der E-Mail an CORRECTIV. 

Auszug aus der E-Mail-Antwort des Bundeskriminalamtes auf eine Presseanfrage von CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Bundeskriminalamt habe seit mehreren Jahren mit der vermeintlichen Drogenwarnung zu tun. Höhepunkt der Verbreitung sei das Jahr 2016 gewesen. Das passt auch zu dem Datum des Facebook-Beitrags. Ihren Ursprung hätten solche Meldungen vermutlich in den USA, wo ähnliche Versionen seit 2006 aufgetaucht seien, erklärt die Behörde in ihrer E-Mail weiter 

Medien berichteten landesweit über gefälschten Warnhinweis 

Zahlreiche deutsche Medien haben in den vergangenen Jahren über die Falschmeldung berichtet. Unter anderem 2015 die Rheinische Post und im Jahr 2016 die Neue Westfälische, das Hamburger Abendblatt, die Mitteldeutsche Zeitung und die Thüringische Landeszeitung.  

Das Bundeskriminalamt weist in der E-Mail grundsätzlich darauf hin, dass „Neue Psychoaktive Stoffe (NPS/bekannt auch als sog. ‘Legal Highs’) tatsächlich in ähnlichen Tütchen wie für Brausepulver verkauft werden.“ Diese Stoffe würden ähnlich wie Crystal Meth synthetisch hergestellt und im Internet offiziell als Badezusatz oder Badesalze angeboten. Der Gebrauch könne zu Kreislaufversagen, Ohnmacht, Psychosen, Wahnvorstellungen bis hin zu drohendem Nierenversagen führen, auch Todesfälle seien in diesem Kontext beim BKA bekannt.

„Eine weitere Gefahr liegt in der Verharmlosung der meist bunt und flippig präsentierten Produkte, die von Händlern als angeblich legal angepriesen werden. […] Der Umgang mit solchen Produkten ist jedoch nach dem Betäubungsmittelgesetz strafbar, sofern sie Betäubungsmittel enthalten“, schreibt das BKA auf seiner Webseite.

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Unsere Bewertung:
Falsch. Dem Bundeskriminalamt ist kein Fall bekannt, der zu diesem Warnhinweis passt. Allerdings warnt das BKA vor „Legal Highs“, die in ähnlichen Tütchen zum Beispiel als Badesalz verkauft würden und zum Tod führen könnten.

Bewertung: falsch

Die Polizei Berlin fahndet nach einem Unbekannten – die Seite „Truth24“ macht aus ihm einen muslimischen Asylbewerber

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Mit Aufnahmen von einer Überwachungskamera sucht die Polizei Berlin einen mutmaßlichen Sexualstraftäter. (Quelle: Polizei Berlin / Collage und Schwärzung: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

In einem Artikel von Truth24 wird behauptet, die Polizei habe ein halbes Jahr eine Vergewaltigung durch einen muslimischen Asylbewerber vertuscht. Das ist falsch. Über den Täter ist nichts bekannt – und gesucht wird er wegen sexueller Nötigung. Die Polizei begründet, weshalb sie mit dem Fall spät an die Öffentlichkeit ging. 

Die Polizei Berlin fahndet seit dem 17. September nach einem Mann, der am 24. Februar eine Frau in einem Hausflur angegriffen und sexuell genötigt haben soll. Die Webseite Truth24 behauptet in einem Artikel vom 18. September, die Polizei habe die Tat ein halbes Jahr lang „vertuscht“. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 3.200 Mal auf Facebook geteilt. 

Der Text enthält falsche und unbelegte Behauptungen. 

Der Beitrag der Facebook-Seite von Truth24, „Wahrheitspresse“. (Screenshot am 18. Oktober und Schwärzung: CORRECTIV)

Die Fahndung ist noch aktuell. Der Grund, weshalb sie erst Monate nach dem mutmaßlichen Vorfall veröffentlicht wurde, ist laut Polizeisprecher Martin Halweg, dass eine Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos oder Videos „das letzte Mittel“ sei. Dafür brauche die Polizei einen richterlichen Beschluss, sagt er uns am Telefon. Sie werde erst eingesetzt, wenn die anderen Ermittlungen nicht zum Erfolg führten. In einem Artikel der WAZ wird erklärt, dass es so explizit in der Strafprozessordnung steht.

Zu dem Fall sei zudem im Februar keine Polizeimeldung geschrieben worden, weil dies bei Sexualdelikten nicht üblich sei. Es gehe dabei um den Schutz der Betroffenen, die durch öffentliche Berichterstattung nicht noch einmal traumatisiert werden sollten, erklärt Halweg.

Keine Belege, dass der Täter Ausländer oder Muslim ist 

Dass der Mann die Frau „brutal vergewaltigt“ habe, wie im Truth24-Artikel steht, ist unbelegt. Laut dem Fahndungsaufruf wird der Mann wegen sexueller Nötigung gesucht – für eine schwerere Straftat gebe es bisher keine Hinweise, sagt Halweg. 

Truth24 behauptet zudem, die Polizei suche nach einem „tatverdächtigen Armutsasylanten“ und der Gesuchte sei Muslim. Die einzige Grundlage dafür ist offenbar ein von Truth24 interpretiertes „arabisch-orientalisches Aussehen“ des Mannes. Es gibt keine Belege für die Behauptungen. 

Die Identität des Mannes ist unbekannt, also auch seine Religion, Nationalität oder sein Aufenthaltsstatus. Die Öffentlichkeitsfahndung enthält nichts außer Aufnahmen einer Überwachungskamera in einem U-Bahnhof und einer groben Beschreibung des Tatverdächtigen. Auch der Polizei liege über die Täterbeschreibung hinaus nichts über diese Person vor, so Halweg. 

Personenbeschreibung der Polizei in der Öffentlichkeitsfahndung (Screenshot am 18. Oktober: CORRECTIV)

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Unsere Bewertung:
Falsch. Die Identität des gesuchten Mannes ist unbekannt und es wird ihm keine Vergewaltigung vorgeworfen, sondern sexuelle Nötigung. Es gibt keine Hinweise, dass die Polizei die Tat vertuscht hat. 

Bewertung: teilweise falsch

Marburg: „Truth24“ verbreitet falsche Behauptungen zu Angriff auf der Kirmes

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Auf der Kirmes in Marburg kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der ein Jugendlicher schwer verletzt wurde. (Symbolfoto: Michael Gaida / Pixabay)

von Alice Echtermann

Nach einem gewaltsamen Zwischenfall auf der Kirmes in Marburg verbreitet die Seite Truth24 falsche Spekulationen zur Nationalität der Tatverdächtigen. Richtig ist: Ein 16-Jähriger schoss mit einer Schreckschusspistole auf eine Gruppe und wurde daraufhin mit einem Messer verletzt. 

„Kirmes Marburg: Asylantenhorden beschießen sich – Bub (16) Kehle aufgeschlitzt“ – so lautet die Überschrift eines Artikels von Truth24, den die Seite am 12. Oktober veröffentlichte. Darin wird behauptet: „Mehrere afrikanische und arabische Armutsflüchtlinge rotteten sich auf der Marburger Stadtkirmes zusammen, terroriesierten [sic!] die Besucher, schossen um sich und schnitten einem Buben die Kehle durch. Der liegt nun schwer verletzt in der Klinik.“ Auch für den Facebook-Beitrag der Seite „Wahrheitspresse“ von Truth24 wurde dieser Text als Beschreibung eingefügt. 

Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle auf Facebook insgesamt mehr als 4.100 Mal geteilt – allein der Beitrag bei „Wahrheitspresse“ rund 2.000 Mal. Der Text bezieht sich auf eine Polizeimeldung vom 11. Oktober, enthält aber falsche Behauptungen. 

Der Facebook-Beitrag vom 13. Oktober. (Screenshot am 17. Oktober: CORRECTIV)

Die Polizei berichtete, auf der Kirmes in Marburg seien am Freitag, 11. Oktober, Schüsse aus einer Gaspistole abgefeuert worden. Es habe eine Auseinandersetzung zwischen „zwei Gruppen von Flüchtlingen“ gegeben. Ein Beteiligter habe eine „offensichtliche Schnitt- oder Stichverletzung“ erlitten und sei ins Krankenhaus gebracht worden. Die Verletzung sei „nach jetzigem Wissen nicht lebensgefährlich“. Die Lage sei noch unübersichtlich, zwei mutmaßliche Beteiligte sowie zwei Zeugen seien von der Polizei mitgenommen wurden. Die Ermittlungen dauerten an.

All dies steht zwar auch im Artikel von Truth24, die Tatsache, dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelte, wird jedoch erst weit unten im Text erwähnt – und die Überschrift suggeriert, es sei eine echte Waffe gewesen. 

Die Berichte der Polizei lieferten am 11. und 12. Oktober außerdem keine Hinweise, dass es sich um afrikanische oder arabische Flüchtlinge handele. Dies ist also eine Spekulation von Truth24. Zudem wird in dem Truth24-Text durch den Satz „Deutsche werden immer wieder Mordopfer“ suggeriert, das Opfer sei Deutscher. 

Sprecher der Staatsanwaltschaft: Beteiligte sind Pakistaner

Richtig ist: Sowohl der 16-jährige Verletzte als auch zwei der mutmaßlichen Tatverdächtigen sind Pakistaner und Asylbewerber, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg, Timo Ide, gegenüber CORRECTIV am Telefon. 

Auch die Darstellung des Vorfalls im Truth24-Artikel weicht von den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ab. Demnach haben sich nicht zwei Gruppen von Flüchtlingen „zusammengerottet und Besucher terrorisiert“. Sondern der 16-Jährige schoss mit einer Schreckschusswaffe auf eine Gruppe von drei oder vier Personen. Diese stürzten sich daraufhin auf ihn. In dem „Gerangel“ habe der 16-Jährige eine große Schnittverletzung quer über den Hals erlitten, erklärt Ide. Bisher seien zwei Mitglieder der Gruppe identifiziert. 

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Der Verletzte sei inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen, und die beiden anderen Männer auf freiem Fuß, so Ide weiter. Es hätten keine Belege vorgelegen, dass sie den 16-Jährigen mit einem Messer verletzt hatten. Die Ermittlungen dauerten noch an. 

Zu dem Zeitpunkt, als der Artikel von Truth24 veröffentlicht wurde, waren viele dieser Informationen noch nicht bekannt. Der Artikel ist aber bis zur Veröffentlichung dieses Faktenchecks nicht korrigiert worden.  

Artikel verbreitet unbelegte Behauptungen zur Statistik von Messerattacken

Unbelegt ist zudem die in dem Artikel aufgestellte Behauptung, Messerattacken würden „statistisch – in Relation zum Bevölkerungsanteil – am häufigsten durch Moslems und Afrikaner begangen“. Eine bundesweite Statistik zu Messerattacken gibt es bisher nicht. Zudem wird die Religionszugehörigkeit von Tatverdächtigen in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst. 

Lediglich einige Bundesländer erfassen bereits Angriffe mit Messern. Sie liefern unterschiedliche Ergebnisse und lassen keine Rückschlüsse auf ganz Deutschland zu. So hat Baden-Württemberg in seinem Sicherheitsbericht (Seite 39) vermerkt, dass 2018 bei Gewaltkriminalität mit Messern 59,9 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer waren. Im Saarland dagegen hat ein Lagebild zu „Messervorfällen“ ergeben, dass bei 1.490 Fällen vom 1. Januar 2016 bis 30. April 2018 die Mehrheit der Tatverdächtigen Deutsche waren: 842 Personen oder 56,5 Prozent.

Diese Statistiken liefern also keinen Beleg für die Behauptung in dem Truth24-Artikel.  

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Überschrift und der erste Absatz des Textes geben den Sachverhalt verzerrt wieder und nennen falsche Nationalitäten der Tatverdächtigen. Die Behauptung zur Statistik von Messerangriffen ist unbelegt.

Bewertung: teilweise falsch

Mutmaßliche Sexualstraftat in Stralsund 2019: Nein, dieser Fahndungsaufruf ist nicht mehr aktuell

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Die Polizei ermitteln derzeit wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts in Stralsund gegen zwei Tatverdächtige. (Symbolbild: pixabay / CReichstein)

von Cristina Helberg

Mit einer Öffentlichkeitsfahndung suchte die Polizei einen Tatverdächtigen einer mutmaßlichen Sexualstraftat in Stralsund. Der Mann stellte sich am 12. Oktober der Polizei, die daraufhin die Fahndung beendete. Der Aufruf wird im Netz trotzdem weiter verbreitet.

Am 11. Oktober veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilung zu einer mutmaßlichen Sexualstraftat in Stralsund. „Die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ermitteln derzeit wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts zum Nachteil eines minderjährigen Mädchens in Stralsund gegen zwei syrische Tatverdächtige (32 und 16 Jahre alt)“, stand in der Mitteilung. Während der 16-jährige Tatverdächtige bereits dem Haftrichter vorgeführt werde, suche man noch nach dem 32-jährigen zweiten Tatverdächtigen. 

Einen Tag später meldete die Polizei dann, der 32-Jährige habe sich der Polizei gestellt. In der Pressemitteilung schrieb sie, wie in solchen Fällen üblich: „Die Medienvertreter werden gebeten, das Fahndungsfoto des Tatverdächtigen sowie dessen Namen aus ihren Online-Veröffentlichungen zu löschen.“

Im Netz ist der Fahndungsaufruf jedoch weiter zu finden. Auf der Webseite Polizei-News ist weiterhin ein am 11. Oktober veröffentlichter Artikel online, dessen Überschrift suggeriert, der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Auch die Initialen seines Namens werden weiterhin abgekürzt genannt. Erst am Ende des Textes steht: „Update: Minderjährige mutmasslich [sic] missbraucht –  Tatverdächtiger (Syrer, 32) stellt sich“ samt eines Links auf einen neuen Artikel, in dem es um den Fahndungsrückruf der Polizei geht. In der URL des Artikels ist außerdem weiterhin der vollständige Name des Tatverdächtigen zu lesen.

Ein Artikel der Webseite Polizei-News suggeriert durch die Überschrift, der Tatverdächtige werde noch gesucht. Das ist falsch. Erst ein Update unter dem Text stellt klar, dass der Tatverdächtige sich gestellt hat. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 3.200 Mal bei Facebook geteilt. 

Zuletzt teilte den Link am 14. Oktober die Facebook-Seite „Southern German Defence League“. Die Artikelvorschau zeigt das unverpixelte Bild des Tatverdächtigen und nennt den vollen Namen, obwohl die Fahndung zu diesem Zeitpunkt schon seit zwei Tagen offiziell von der Polizei beendet war. 

Facebook-Beitrag der Seite „Southern German Defence League“ vom 14. Oktober 2019. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Durch eine nicht aktualisierte Überschrift wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, der Tatverdächtige werde noch gesucht. Er hat sich aber am 12. Oktober der Polizei gestellt.

Bewertung: größtenteils falsch

Keine Belege für Gruppenvergewaltigung nach Oktoberfest 

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Polizisten beim Oktoberfest im Jahr 2017 (Symbolbild: Günter Schiffmann / AFP)

Die Seite Truth24 bezeichnet einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff in München als Gruppenvergewaltigung, obwohl dazu keine Hinweise vorliegen. Zudem stellt der Artikel falsche Behauptungen zur Statistik bei Vergewaltigungen auf. 

Die Webseite Truth24 behauptete am 2. Oktober: „Gruppenvergewaltigung nach Wiesn: Afrikanermob versucht US-Madel zu schänden“. Der Artikel wurde laut Daten von Facebook mehr als 1.700 Mal geteilt.  

Im Text wird aus einer Meldung der Polizei München vom 2. Oktober zitiert. Darin heißt es, am 29. September sei eine 30-jährige Amerikanerin nach dem Besuch des Oktoberfestes in München Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden. Die Schilderung der Tat stammt von einem Zeugen, der die Polizei verständigte – das Opfer selbst habe später angegeben, sich an nichts erinnern zu können. Die Frau sei offenbar betrunken gewesen und von drei Männern hinter eine Hecke gedrängt worden. Die Tatverdächtigen seien wegen der „unklaren Sachlage“ am Folgetag entlassen worden, die Amerikanerin sei bereits wieder nach Hause geflogen. 

Auf Nachfrage teilte die zuständige Staatsanwaltschaft München uns mit, es gebe in diesem Fall „keine Hinweise für eine erfolgte oder versuchte Vergewaltigung oder Gruppenvergewaltigung“. Auch der Zeuge habe eine solche nicht beobachtet. Die Tatverdächtigen seien nicht in Haft. „Die betroffene US-Amerikanerin konnte sich schon vor Ort nicht an den Vorfall erinnern, wollte sich nicht medizinisch untersuchen lassen und ist wieder in die USA zurückgekehrt.“

Die E-Mail der Pressesprecherin der Münchener Staatsanwaltschaft. (Screenshot: CORRECTIV)

Es gibt also keinen Beleg für eine Gruppenvergewaltigung oder versuchte Gruppenvergewaltigung. 

Kriminalstatistik liefert keine Grundlage für Behauptungen

Zudem behauptet der Truth24-Artikel: „Überfalls [sic!] und Gruppenvergewaltigung werden hauptsächlich durch „Moslems und Afrikaner“ begangen, das ist statistisch belegt. Deutsche sind nur selten Täter.“ 

Diese statistischen Belege gibt es nicht. 

Die Religionszugehörigkeit wird bei Tatverdächtigen nicht erfasst, nur die Nationalität. Zu Gruppenvergewaltigungen gibt es eine Studie des Bundeskriminalamtes, die 2019 veröffentlicht wurde. Als Grundlage dienen die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017. Diese weist 380 Fälle von Gruppenvergewaltigungen aus, davon waren 63 versuchte Fälle. Insgesamt seien 467 Tatverdächtige ermittelt worden. Manche Tatverdächtige waren an mehreren Taten beteiligt und wurden nur einmal gezählt. 54,8 Prozent seien keine deutschen Staatsbürger. 

Die Aussage, Deutschen begingen solche Taten „selten“ ist also falsch – sie stellen etwas weniger als die Hälfte aller Tatverdächtigen. 

Das BKA schreibt allerdings in seiner Studie, Ausländer seien gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung bei Gruppenvergewaltigungen überrepräsentiert. Das könne verschiedene Gründe haben: „So ist der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden an den in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländern höher als in der deutschen Bevölkerung. Das gleiche gilt für den Anteil derer, die prekären wirtschaftlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Beides führt herkunftsunabhängig zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, straffällig zu werden […]“.  

Nein, Gruppenvergewaltigungen werden nicht „hauptsächlich durch Moslems und Afrikaner“ begangen

Über die genaue Nationalität gibt die Tatverdächtigen-Tabelle der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 (Excel-Tabelle 62) Aufschluss. Demnach waren unter den 467 Tatverdächtigen bei den Straftaten „Vergewaltigung überfallartig durch Gruppen“ (Schlüssel 111200) und „Vergewaltigung durch Gruppen“ (Schlüssel 111300) folgende Nationalitäten am häufigsten vertreten, das heißt mit mehr als fünf Personen:

  • Deutsche: 211 Personen
  • Afghanistan: 33 Personen
  • Türkei: 22 Personen
  • Eritrea: 18 Personen
  • Syrien: 18 Personen
  • Polen: 12 Personen
  • Kosovo: 12 Personen
  • Iran: 12 Personen
  • Sudan: 11 Personen
  • Rumänien: 10 Personen
  • Bulgarien: 8 Personen
  • Libanon: 7 Personen
  • Marokko: 7 Personen
  • Irak: 6 Personen
  • Russland: 6 Personen

Hier zeigt sich, dass auch die Aussage, es seien hauptsächlich Afrikaner, die Gruppenvergewaltigungen begehen, falsch ist. 

Truth24 schreibt außerdem von „Überfalls-Vergewaltigungen“. Diese Kategorie gibt es in der PKS nicht, allerdings gibt es „überfallartige Vergewaltigungen“ durch Einzeltäter (Schlüssel 111100). Hier weist die Statistik für 2017 587 Tatverdächtige aus – davon waren 322 Deutsche, also rund 54,9 Prozent. 

Neuere Zahlen gibt es nicht. Seit 2018 werden Gruppenvergewaltigungen nicht mehr gesondert erfasst, weil die Schlüssel nach der Änderung des Sexualstrafrechts angepasst wurden, schreibt uns eine Sprecherin des BKA auf Nachfrage per E-Mail. 

Die E-Mail der Sprecherin des Bundeskriminalamtes. (Screenshot: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Es gibt keinen Beleg für eine Gruppenvergewaltigung. Die Behauptung, dass hauptsächlich Muslime und Afrikaner solche Straftaten begehen, ist zudem statistisch falsch.

Bewertung: richtig

Missbrauch in einer Dating-App gestanden? Ja, die Polizei Detmold fahndet mit Fotos nach einem jungen Mann

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Auf Facebook verbreitet sich ein Fahndungsaufruf der Polizei. Er ist echt. (Bild: Ivo Mayr/CORRECTIV)

von Cristina Helberg

Im Netz teilen viele Nutzer einen Fahndungsaufruf samt Fotos eines jungen Mannes. Manche Nutzer vermuten eine Falschmeldung. Doch die Meldung stammt tatsächlich von der Polizei und ist noch aktuell.

Am 9. Oktober veröffentlichte die Polizei Detmold eine Öffentlichkeitsfahndung samt Fotos. Gesucht wird seitdem „nach einem möglichen Tatverdächtigen wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern“. 

Der Unbekannte habe im August auf einer Dating-App einem anderen Nutzer geschrieben, er habe seinen jüngeren Bruder missbraucht, so die Polizei. Die in seinem Dating-App-Profil genutzten Bilder veröffentlichte die Polizei für die Fahndung. Auf Nachfrage von CORRECTIV bestätigte die Polizei Detmold am Nachmittag des 15. Oktober, die Fahndung sei weiterhin aktuell. 

Das hatten Facebook-Nutzer zuvor angezweifelt und einen Artikel über die Öffentlichkeitsfahndung von der Webseite Owl24 mit dem Fahndungsaufruf bei Facebook gemeldet. Der Beitrag wurde mehr als 6.500 Mal bei Facebook geteilt. 

Der Fahndungsaufruf der Polizei vom 9. Oktober 2019. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Unsere Bewertung:
Richtig. Ja, die Polizei fahndet seit dem 9. Oktober mit Fotos eines Nutzerprofils nach einem Unbekannten, der in einer Dating App einen Missbrauch gestanden haben soll.

Bewertung: falsch

Nein, Sicherheitsbehörden erwarten keine „Terrorwelle in ganz Deutschland“

GERMANY-DEFENCE-EXERCISE
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GERMANY-DEFENCE-EXERCISE
Soldaten bei einer Bundeswehrübung im Oktober 2017. Vom 17. bis 19. Oktober 2019 soll in Stetten am Kalten Markt ebenfalls eine Übung der Polizei und Bundeswehr stattfinden. (Symbolfoto: Patrik Stollarz / AFP)

von Till Eckert

Aufgrund einer großen Polizei- und Bundeswehrübung diese Woche wird in einem Youtube-Video behauptet, Sicherheitsbehörden rechneten mit einer „landesweiten Terrorwelle“. Das stimmt nicht, wie das baden-württembergische Innenministerium uns mitteilt.

Am 9. April kündigte das Staatsministerium Baden-Württemberg auf seiner Webseite mehrere bevorstehende Katastrophenschutz-Übungen an, darunter auch eine Anti-Terror-Übung mit dem Titel „Terrorismus-Abwehr Exercise BWTEX 2019“ vom 17. bis zum 19. Oktober 2019.

Mehrere Medien berichteten ebenfalls über die bevorstehende gemeinsame Anti-Terror-Übung von Polizei und Bundeswehr. In einem Youtube-Video des Kanals „News 23“ vom 14. Oktober wird ebenfalls darüber berichtet, bebildert mit mit verschiedenen Videos von vergangenen Polizei- und Bundeswehrübungen und Einsätzen. Außerdem wird ein angeblicher „Hintergrund“ angegeben: „Sicherheitsbehörden rechnen mit Terrorwelle in ganz Deutschland“, heißt es im Titel.

Im Video selbst wird behauptet, die baden-württembergische Terrorabwehr erwarte eine „landesweite Terrorwelle“. Es endet mit dem Satz „Offensichtlich rechnen die Sicherheitsbehörden mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Deutschland“. Für die Behauptung werden keine Belege genannt.

Das Youtube-Video mit der falschen Behauptung zu einer angeblich erwarteten „Terrorwelle“. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Video wurde bisher mehr als 12.000 Mal aufgerufen. Ein Facebook-Beitrag mit dem Video von „News 23“ auf der gleichnamigen Facebook-Seite wurde bisher mehr als 800 Mal geteilt. Wir haben dazu beim baden-württembergischen Innenministerium nachgefragt.

Innenministerium: „Wir erwarten keine Terrorwelle“

Sprecher Renato Gigliotti antwortete per E-Mail: „Wir erwarten keine Terrorwelle, dazu gibt es derzeit keinerlei Hinweise.“ 

Außerdem schickte uns Gigliotti Hintergrundinformationen zu der anstehenden Übung, die vom 17. bis 19. September auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz in der Gemeinde Stetten am Kalten Markt stattfinden solle. Mit rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei „diese Vollübung in der Art die größte und komplexeste in der Geschichte Baden-Württembergs“.

Aus der Antwort-E-Mail des baden-württembergischen Innenministeriums zu der geplanten Übung. (Screenshot: CORRECTIV)

Am Telefon sagte Sprecher Gigliotti CORRECTIV zusätzlich, der Grund für die Übung seien Vorschriften, nach denen die Polizei und Bundeswehr regelmäßig üben müssten: „Solche Übungen gibt es auch zu Cyberabwehr, zu Katastrophenschutz und eben auch zu Terrorabwehr.“ Die geplante Übung sei die Folge einer Übung von 2017, bei der Polizei und Bundeswehr erstmals gemeinsam das Vorgehen bei terroristischen Anschlägen geübt hatten. „Es handelt sich um einen ganz normalen Umstand, dass in der Form geübt wird“, sagt Gigliotti.

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Falsch. Die geplante Anti-Terror-Übung gibt es. Sicherheitsbehörden erwarten aber keine „Terrorwelle in ganz Deutschland“.

Bewertung: völlig falsch

Nein, in Weilheim wurden keine Koran-CDs mit Chemikalien gefunden

Collage Brief
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Collage Brief
Die Falschmeldung über angeblich gefährliche Briefsendungen mit Koran-CDs kursiert seit mehreren Jahren. Sie ist frei erfunden. (Screenshot und Bearbeitung: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

Seit Jahren teilen Menschen eine Falschmeldung über Briefe mit Weihnachts-CDs, die mit giftigen Chemikalien präpariert seien. Aktuell kursiert sie wieder auf Facebook.

Ein Facebook-Beitrag vom 7. Oktober schürt im Netz Angst vor einer chemischen Substanz in Briefsendungen. Eine Nutzerin veröffentlichte ein Foto eines Briefs, der angeblich eine CD enthalte, samt der Warnung: „Die CD ist mit chemischer Substanz bearbeitet, die die Attemwege [sic!] lähmen. […] In Weilheim sind betroffene schon im Krankenhaus.“ Die CD enthalte Lieder und Aussagen aus dem Koran. Der Beitrag wurde mehr als 280 Mal geteilt. 

Wir haben die Behauptung überprüft. 

Facebook-Beitrag vom 7. Oktober mit falschen Behauptungen. (Screenshot: CORRECTIV)

Auf eine Presseanfrage von CORRECTIV antwortete die zuständige Polizeibehörde für Weilheim, Oberbayern Süd: „Bei dieser Meldung handelt es sich mit eindeutiger Sicherheit um eine Falschmeldung. In Weilheim und dem restlichen Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gab es keinerlei dieser Vorfälle.“ Zudem kursierte die Meldung laut Polizei schon 2016 und 2017 im Netz und über Whatsapp. 

Die Antwort des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf eine Presseanfrage von CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Medien wiesen bereits 2016 auf die Falschmeldung hin 

Auf dem verbreiteten Foto des Briefumschlags ist das Logo der Stiftung „Menschen für Menschen“ zu erkennen. Die Stiftung wies schon im Dezember 2016 auf ihrer Webseite auf die Falschmeldung hin. Bei dem Foto handelte es sich demnach offenbar um einen echten Brief der Stiftung, mit dem im November 2016 eine CD mit Weihnachtsmusik verschickt wurde.

Zwischenzeitlich kursierten laut Medienberichten auch Warnungen vor dem Brief für die baden-württembergische Stadt Weinheim und den Rhein-Neckar-Kreis. Die zuständigen Polizeibehörden haben 2016 sowohl für Weilheim als auch für Weinheim in Facebook-Beiträgen auf die Falschmeldung aufmerksam gemacht.  

Facebook-Beitrag der Polizei Oberbayern Süd von 2016. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Foto mit den falschen Behauptungen war außerdem Thema mehrerer richtigstellender Medienberichte. Im November 2016 berichtete die Hessische Niedersächsische Allgemeine Zeitung, im Dezember 2016 die Schleswig-Holsteinische Zeitung und der Merkur und im Oktober 2017 das Schwäbische Tagblatt. Auch die österreichischen Faktenchecker von Mimikama veröffentlichten im Dezember 2016 und Dezember 2018 je einen Artikel zum Thema. 

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Unsere Bewertung:
Völlig falsch. Die Meldung von CD-Briefsendungen mit chemischen Substanzen in Weilheim ist frei erfunden.

Bewertung: teilweise falsch

Staatsanwaltschaft: Sexueller Übergriff in Bayern im September 2019 war keine „versuchte Vergewaltigung“

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Die Bundespolizei nahm bei München einen Mann wegen eines sexuellen Übergriffs auf eine Jugendliche fest. (Symbolfoto: Lukas Becker / Pixabay)

von Alice Echtermann

Die Seite Truth24 verbreitet eine Meldung über einen sexuellen Übergriff auf eine junge Rollstuhlfahrerin, der sich im September in Bayern ereignete. In der Überschrift des Artikels wird fälschlicherweise von einer versuchten Vergewaltigung berichtet. 

Die Überschrift des Artikels, den die Webseite Truth24 am 22. September veröffentlichte, lautet: „München: Senegalese versucht behinderte Rollstuhfahrerin (17) zu vergewaltigen“. Dies suggeriert etwas ganz anderes, als im Text zu lesen ist: Darin heißt es, ein Mann aus dem Senegal habe eine junge Frau im Rollstuhl sexuell bedrängt und angefasst, bis er durch zwei Zeuginnen vertrieben wurde. Der Artikel wurde auf Facebook laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 5.300 Mal geteilt.

Den Vorfall gab es, es handelte sich jedoch nicht um eine versuchte Vergewaltigung, wie die zuständige Staatsanwaltschaft bestätigte. 

Truth24 verlinkt unten im Text auf eine Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion München vom 22. September. Darin steht: „Am Samstagmittag (21. September) soll ein alkoholisierter 26-Jähriger am S-Bahnhaltepunkt Ismaning sowie ein weiteres Mal am Bahnsteig in Englschalking eine 17-jährige, behinderte Rollstuhlfahrerin sexuell belästigt haben.“ Er habe sie gegen ihren Willen angefasst. Es habe sich um einen Senegalesen gehandelt, der seit 2015 in Deutschland sei und eine gültige Aufenthaltserlaubnis besitze. 

In Englschalking sei der Mann durch zwei Zeuginnen vertrieben worden. Er sei kurz darauf festgenommen worden. In der Pressemitteilung der Bundespolizei steht außerdem: „Über die Staatsanwaltschaft München I wurde eine Blutentnahme des 26-Jährigen sowie vom Amtsgericht München die Vorführung vor dem Haftrichter wegen sexueller Belästigung gemäß § 184i StGB angeordnet.“ 

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Der Text von Truth24 übernimmt die Schilderung des Bundespolizei fast wörtlich, setzt jedoch als Überschrift „versuchte Vergewaltigung“ darüber.

Die Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion München. (Screenshot: CORRECTIV)

Staatsanwältin: Es war keine versuchte Vergewaltigung

CORRECTIV hat bei der Staatsanwaltschaft München I nachgefragt, wie der Vorfall rechtlich einzuordnen ist. Oberstaatsanwältin Anne Leiding teilte uns per E-Mail mit: „Die Bezeichnung des mutmaßlichen Tathergangs auf www.truth24.net als versuchte Vergewaltigung ist falsch. Die Meldung der Bundespolizei vom 21.09.19 schildert einen Vorfall, der nach vorläufiger rechtlicher Prüfung als sexueller Übergriff einzuordnen ist.“ 

Die E-Mail der Sprecherin der Staatsanwaltschaft München. (Screenshot: CORRECTIV)

Leiding erklärt: Ein sexueller Übergriff liege vor, wenn jemand an einer Person gegen ihren Willen eine sexuelle Handlung vornehme, sie zum Beispiel an der Brust anfasse. „Eine solche Handlung wird mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren verfolgt.“ Eine Vergewaltigung sei dagegen ein besonder schwerer sexueller Übergriff und „mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter 2 Jahren (bis zu 15 Jahren) strafbar“. Als Vergewaltigung bezeichne man Geschlechtsverkehr gegen den Willen des Opfers oder das Eindringen in den Körper des Opfers. Von versuchter Vergewaltigung spreche man, wenn zu einer solchen Tat „unmittelbar angesetzt wird“. 

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Überschrift stellt die Tat falsch dar und führt in die Irre. 

Bewertung: falsch

Nein, mit diesem silbernen Auto wurde nicht versucht, Kinder in Herne zu entführen

Kindesentführer Herne
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Kindesentführer Herne
Oft warnen besorgte Eltern in Sozialen Netzwerken vor Unbekannten, die Kinder aus Autos ansprechen. In einem Fall in Herne wird dieses Foto geteilt - doch es handelt sich um eine Falschmeldung. (Screenshot und Bearbeitung: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

Auf Facebook wird ein Foto eines Autos geteilt, mit dem angeblich jemand in Herne unterwegs sei und versuche, Kinder zu entführen. Die Polizei Bochum stellt jedoch klar: Es gab keine Entführung oder versuchte Entführung von Kindern.

Ein Facebook-Nutzer veröffentlichte am 20. September ein Foto eines Autos, auf dem steht: „Bitte teilen Leute der ist in Herne Wanne und so unterwegs und versucht Kinder zu entführen“. Es wurde mehr als 200 Mal geteilt. Das Kennzeichen ist geschwärzt – der Nutzer schreibt in den Kommentaren, das habe er wegen des Datenschutzes gemacht, und falls die Vorwürfe doch nicht stimmen sollten. 

In diesem Facebook-Beitrag zu dem Thema ist das Kennzeichen des Autos geschwärzt. (Screenshot und Schwärzung der Namen: CORRECTIV)

Zwei Tage später lud eine andere Nutzerin jedoch dasselbe Foto erneut bei Facebook hoch und schrieb ein Kennzeichen dazu. Diese Version wurde wesentlich häufiger geteilt – bisher mehr als 1.400 Mal. Die Frau schreibt zu dem Bild: „Der erste Beitrag wurde ohne Kennzeichen gepostet, wahrscheinlich wegen Datenschutz. Aber wer schützt unsere Kinder“. 

CORRECTIV hat recherchiert, ob die Behauptungen über das Foto stimmen.

Der zweite Facebook-Beitrag mit dem Foto des Autos enthält auch ein Kennzeichen. (Screenshot und Schwärzung am 25. September: CORRECTIV)

Volker Schütte, Sprecher der zuständigen Polizei Bochum, teilte CORRECTIV mit, der Polizei sei das Foto bekannt, der Fall sei bereits geprüft worden. Es habe in den vergangenen Wochen in Herne keine Kindesentführung oder versuchte Kindesentführung gegeben. Das abgebildete Auto habe zwar einen lokalen Bezug zu Herne, aber keine Verbindung zu einem solchen Fall, sagte Schütte am Telefon.  

Die E-Mail des Pressesprechers der Polizei Bochum. (Screenshot: CORRECTIV)

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Unsere Bewertung:
Falsch. Laut Polizei hat das Auto auf dem Foto keine Verbindung zu einer versuchten Kindesentführung. 

Bewertung: falsch

„Philosphia Perennis“ veröffentlicht irreführende Liste von Fällen, bei denen angeblich Ausländer Personen vor Züge stießen

Titelbild
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Titelbild
Der Artikel von „Philosophia Perennis” mit der angeblichen „Liste ausländischer Gleisschubser“. (Screenshot: CORRECTIV)

von Philip Steeg

In einem Beitrag von „Philosophia Perennis“ werden 21 Fälle aufgelistet, in denen Menschen vor Züge oder auf Gleise gestoßen wurden. Dazu wird behauptet, dass es sich um eine Liste „ausländischer Gleisschubser“ handele. Das ist jedoch falsch. 

In dem Artikel von Philosophia Perennis vom 30. Juli 2019 werden Fälle aufgeführt, in denen angeblich Ausländer andere Menschen vor Züge stießen. Der Text wurde mittlerweile laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 1.100 Mal geteilt. Er wurde von der Website Haolam wortgleich übernommen, auch hier wurde er bisher mehr als 1.100 Mal auf Facebook geteilt.

Bei dem Artikel wurden offenbar unter anderem Teile einer Liste übernommen, die in einem Facebook-Beitrag aufgestellt wurde. Zu diesem Beitrag hat CORRECTIV bereits einen Faktencheck veröffentlicht. 

Wir haben zum einen recherchiert, ob es die von Philosophia Perennis genannten Fälle überhaupt gab, und zum anderen überprüft, ob die Aussage, es handele sich bei den mutmaßlichen Tätern ausschließlich um Ausländer, so stimmt. 

Ob die beteiligten Personen einen Migrationshintergrund haben, wird von der Polizei nicht erfasst. Menschen mit deutschem Pass sind Deutsche und werden auch in der polizeilichen Kriminalstatistik so aufgeführt. In der PKS 2018 steht (Seite 8): „Die PKS differenziert zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen. Kriterium ist die Staatsangehörigkeit, dabei wird ein eventueller Migrationshintergrund nicht berücksichtigt.“

Alle 21 Fälle im Detail

1. Angeblicher Fall in Hamburg im August 2012 

Zitat: Hamburg-Veddel: Mann von Südländer in Gleisbett geschubst (08.08.2012)“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat wie im PP-Beitrag beschrieben statt. Zudem teilte die Pressestelle mit, dass der Täter türkischer Staatsangehöriger sei. 

Fazit: Die Tat fand so statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

2. Angeblicher Fall in Siegburg im August 2013 

Zitat: Siegburg: Türkisch-russische Gruppe trat 18-Jährigen ins Gleisbett (26.08.2013)“ 

Faktencheck: Zu diesem Fall gibt es eine Pressemitteilung der Stadt Siegburg. Demnach fand die Tat wie angegeben statt. Sie geschah allerdings in der Nacht vom 23. zum 24. August 2013. Der Staatsanwaltschaft Bonn liegen zu dem Vorfall keine Daten mehr vor, wie sie CORRECTIV telefonisch mitteilte. Daten der Staatsanwaltschaft, die nicht mit Kapitalverbrechen in Verbindung gebracht werden, werden nach fünf Jahren gelöscht. Auch die Bundespolizei kann nach Aussage eines Sprechers dazu keine Auskunft mehr geben, da „entsprechende Unterlagen grundsätzlich nach fünf Jahren gelöscht“ würden. 

Wie aus der Pressemitteilung der Stadt Siegburg hervorgeht, gaben die Opfer an, dass es sich bei den Tätern um russisch- und türkischstämmige Jugendliche gehandelt habe. Da es zu dem Fall keine Pressemeldung der Polizei gibt, kann die Nationalität der Täter nicht endgültig belegt werden. 

Fazit: Die Tat fand so statt, die Nationalität der mutmaßlichen Täter ist nicht mehr feststellbar. 

Die Stadt Siegen berichtete auf ihrer Webseite über den Fall. (Screenshot: CORRECTIV)

3. Angeblicher Fall in Berlin im Januar 2017 

Zitat: Am 13.1.17 schubsen Migranten einen 28-jährigen in Berlin ins Gleisbett.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat am 14. Januar 2017 wie beschrieben statt. Allerdings teilte die Pressestelle mit, dass die Täter deutsche Staatsbürger waren. 

Fazit: Die Tat fand so statt, die Täter sind jedoch deutsche Staatsbürger.

4. Angeblicher Fall in Hamburg im Januar 2017 

Zitat: Am 18.1.17 stößt ein polizeibekannter 16-jähriger Marokkaner in Hamburg, S-Bahnstation Reeperbahn eine Frau ins Gleisbett.“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hamburg auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat am 18. Januar 2017 wie beschrieben statt. Außerdem teilte die Pressestelle mit, dass der Täter marokkanischer Staatsbürger war.

Fazit: Die Tat fand statt, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger.

5. Angeblicher Fall in Wuppertal im April 2018

Zitat: „13.4.2018 Wuppertal: Ein Mann entreißt der Mutter das Kind – und springt vor den Zug.

Faktencheck: Wie aus der Pressemitteilung der Polizei Wuppertal hervorgeht, fand die Tat am 12. April 2018 wie beschrieben statt. Die Pressestelle bestätigte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail, dass der Täter indischer Staatsbürger sei, der in Gelsenkirchen lebte. In der Mitteilung heißt es außerdem, Hinweise dafür, dass es sich um eine religiös oder politisch motivierte Straftat handelt, lägen nicht vor. 

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Wuppertal veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

6. Angeblicher Fall in Nürnberg im Januar 2019 

Zitat: „26.1./27.1.2019 Türke und Grieche stoßen drei 16-jährige Deutsche auf Gleis – zwei tot.“ 

Faktencheck: In dem Artikel von Philosophia Perennis ist kein Tatort angegeben. Da der Fall auch in einem anderen Faktencheck recherchiert wurde, war er CORRECTIV bereits bekannt. Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth auf Anfrage per E-Mail mitteilte, gab es am 27. Januar 2019 in Nürnberg eine Tat, die zu der Beschreibung passt. Zur Staatsangehörigkeit der Täter schreibt die Pressestelle: „Beide Angeschuldigten haben die deutsche Staatsangehörigkeit und sind in der Region geboren. Beide haben Migrationshintergrund, einer einen griechischen, der andere einen türkischen. Sie besitzen jeweils auch die zweite Staatsangehörigkeit.“

Fazit: Den Fall gab es, beide Täter sind Deutsche, haben allerdings die doppelte Staatsbürgerschaft. 

7. Angeblicher Fall in Dortmund im Juli 2019 

Zitat: 17.7.19 Dortmund 12- und 13-Jährige stoßen Jungen ins Gleisbett und quälen ihn.

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Dortmund teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 10. Juli 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Einer der Täter sei spanischer, der andere deutscher Staatsbürger. Zu der Tat hat die Polizei Dortmund eine Pressemitteilung herausgegeben. 

Fazit: Die Tat gab es, einer der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Dortmund veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

8. Angeblicher Fall in Voerde im Juli 2019 

Zitat: 20.7.19 28-jähriger Serbe stößt 34-jährige Mutter vor den einfahrenden Zug – tot.

Faktencheck: In dem Artikel von Philosophia Perennis gibt es keine Ortsangabe. Da der Fall aber auch in einem anderen Faktencheck recherchiert wurde, war er CORRECTIV bereits bekannt. Auf Anfrage teilte die Pressestelle der Polizei Duisburg per E-Mail mit, dass es am 20. Juli 2019 eine Tat in Voerde gab, die zu der Beschreibung passt. Der Täter sei serbischer Staatsbürger. Zu dem Vorfall veröffentlichte die Polizei Duisburg eine Pressemitteilung und eine nachfolgende Ergänzung, in der steht, dass ein Haftbefehl wegen Mordes gegen den Beschuldigten erlassen worden sei. Er und das Opfer hätten sich zuvor nicht gekannt, es habe auch keinen Streit gegeben.

Fazit: Den Fall gab es, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

Die Polizei Duisburg veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

9. Angeblicher Fall in Dresden im März 2017 

Zitat: Zwei polizeibekannte Asylbewerber aus Marokko und Libyen stießen deutschen Familienvater ins Gleisbett und verhinderten seine Rettungsversuche – Vollbremsung des Lokführers verhindert Tragödie.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Dresden per E-Mail mit, dass die Tat so geschehen sei. Die Täter seien marokkanische und libysche Staatsbürger. 

Fazit: Die Tat fand statt, die Täter sind nicht deutsche Staatsbürger.

10. Angeblicher Fall in Köln im Juli 2017

Zitat: „‘26-Jähriger ohne festen Wohnsitz’ stieß 18-jährige Touristin völlig unvermittelt gegen eine einfahrende Straßenbahn, Opfer wurde leicht verletzt!

Faktencheck: Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Köln teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 24. Juli 2017 stattgefunden habe. Der Täter sei deutscher Staatsangehöriger. Medienberichte, zum Beispiel von der Rheinischen Post, liefern auch keine Anhaltspunkte für einen möglichen Migrationshintergrunds. 

Fazit: Die Tat fand so statt. Der Täter ist deutscher Staatsbürger. 

11. Angeblicher Fall in Gerlingen im Oktober 2017

Zitat: „21-jähriger Algerier […] schlug und trat mit seiner Bekannten einen jungen Gerlinger bewegungsunfähig, um ihn dann ins Gleisbett der Stadtbahn zu stoßen […].“ 

Faktencheck: Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg per E-Mail auf Anfrage von CORRECTIV mitteilte, fand die Tat am 6. Oktober 2017 statt. Laut Pressestelle war „ein Zug […] zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe“. Der Täter sei algerischer Staatsbürger, die Mittäterin sei deutsche Staatsangehörige. 

Fazit: Die Tat fand statt. Einer der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. Die zweite Täterin ist deutsche Staatsbürgerin.

12. Angeblicher Fall in Berlin-Charlottenburg im November 2017  

Zitat: 28-jähriger Iraner trat 20-jährige Frau mit Anlauf vor die einfahrende U-Bahn, Opfer wurde überrollt und verstarb noch am Unfallort.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat zwar so statt. Allerdings weicht das angegebene Datum erheblich vom tatsächlichen Zeitpunkt der Tat ab. Sie fand nicht wie behauptet im November 2017, sondern am 19. Januar 2016 statt. Außerdem teilte die Pressesprecherin mit, dass der Täter iranischer Staatsbürger sei. Laut Medienberichten wurde er in Hamburg geboren. 

Fazit: Es gab einen entsprechenden Fall, allerdings an einem anderen Datum. Der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

13. Angeblicher Fall am Centralbahnplatz in Basel (Schweiz) im November 2018 

Zitat: Flüchtiger dunkelhäutiger Täter stieß 73-Jährigen vor die Straßenbahn.

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Staatsanwaltschaft Basel per E-Mail mit, dass es am 6. November 2018 einen Vorfall am Centralbahnplatz gegeben habe, bei dem ein älterer Mann gegen eine Straßenbahn fiel. Der Pressesprecher berichtete jedoch auf weitere Nachfrage, „dass bisherige Ermittlungen davon aus[gehen], dass keine Mutwilligkeit hinsichtlich des Stoßens vor die Tram vorliegt, sondern es sich offensichtlich um eine Rempelei gehandelt hat“. Der mutmaßliche Täter wurde nicht ermittelt. 

Fazit: Die Polizei geht von einer Rempelei aus, der nicht die Absicht zugrunde lag, den Mann vor die Straßenbahn zu stoßen. Die Nationalität des mutmaßlichen Täters ist nicht bekannt. 

Die Staatsanwaltschaft Basel geht bei diesem Fall nicht von Mutwilligkeit aus (Screenshot: CORRECTIV)

14. Angeblicher Fall in Nürnberg im Februar 2019 

Zitat: Von den drei deutschen Jugendlichen, die ins Gleisbett der S-Bahn von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gestossen wurden, sind zwei dabei getötet worden!“ 

Faktencheck: Dieser Fall befindet sich zweimal in der Liste von Philosophia Perennis. Die Beschreibung passt zu dem Fall, der unter Punkt sechs bereits überprüft wurde. Dieser trug sich Ende Januar 2019 in Nürnberg zu. In diesem Fall haben beide Täter die doppelte Staatsbürgerschaft. 

Fazit: Dieser Fall ist zweifach in der Auflistung. Den Fall gab es, die Täter haben die doppelte Staatsbürgerschaft. 

15. Angeblicher Fall in Leipzig im März 2019 

Zitat: 62-jährige von Unbekannten aus der Straßenbahn geschubst, Opfer schwer verletzt!“ 

Faktencheck: Auf Anfrage von CORRECTIV teilte die Pressestelle der Polizei Leipzig mit, dass die Tat am 26. März 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Laut Pressesprecher liegen „zum Tatverdächtigen […] keinerlei Erkenntnisse/Beschreibungen vor“.

Fazit: Die Tat fand statt, aber zum Täter gibt es bisher keine Erkenntnisse.

16. Angeblicher Fall in Blaubeuren im April 2019 

Zitat: „Zwei männliche Personen schwarzafrikanischem Typus ohne Fahrschein schubsten Bahnmitarbeiterin nach einem schon im Zug vorausgehenden Gerangel bei einem Halt in das Gleisbett und flüchteten.

Faktencheck: Die Pressestelle der Bundespolizei Stuttgart teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 4. März 2019 wie beschrieben stattgefunden habe. Zudem teilte die Pressesprecherin mit, dass „durch die Bundespolizei letztlich zwei tatverdächtige Personen ermittelt werden [konnten]. Das Ermittlungsverfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen.“ Daher können „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine darüber hinausgehenden Auskünfte“ erteilt werden. Zu der Tat veröffentlichte die Bundespolizei Stuttgart eine Pressemitteilung. Darin steht, die beiden Männer seien schwarz gewesen, aber es wird keine Nationalität angegeben.

Fazit: Den Fall gab es, die Nationalität der mutmaßlichen Täter ist bisher nicht bekannt. 

Die Bundespolizei veröffentlichte eine Pressemitteilung. (Screenshot: CORRECTIV)

17. Angeblicher Fall in Berlin im Mai 2019 

Zitat: „Täter Gruppe junger Männer flüchtig: 25-Jähriger vor Straßenbahn gestoßen und schwer verletzt.

Faktencheck: Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Berlin teilt CORRECTIV auf Anfrage per E-Mail mit, dass ihr dieser angebliche Fall nicht bekannt sei. Allerdings gebe es eine zu der Beschreibung passende Tat am 22. Oktober 2017 in Berlin-Marzahn. Bei dieser Tat seien die Täter deutsche Staatsbürger gewesen.

Fazit: Für diesen Vorfall gibt es in der angegebenen Zeit keine Belege. Womöglich ist ein Fall gemeint, der im Oktober 2017 stattfand. Bei diesem waren die Täter allerdings deutsche Staatsbürger. 

18. Angeblicher Fall in Wien (Österreich) im Mai 2019

Zitat: Ein 20-jähriger Iraker stieß den ihm unbekannten 36-jährigen Mann unmittelbar vor den einfahrenden Zug.

Faktencheck: Wie die Pressestelle der Polizei Wien auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mitteilte, fand die Tat am 8. Mai 2019 wie beschrieben statt. Außerdem bestätigte die Pressestelle Medienberichte, nach denen es sich um einen irakischen Staatsangehörigen gehandelt habe. 

Fazit: Der Fall hat sich so zugetragen, der Täter ist irakischer Staatsbürger. 

Die Pressemitteilung der Polizei Wien. (Screenshot: CORRECTIV)

19. Angeblicher Fall in Köln-Ehrenfeld im Juni 2019 

Zitat: „18-jähriger Täter stieß einen 42-Jährigen, der am Bahnsteig wartete, so heftig, dass dieser ins Gleisbett stürzte.

Faktencheck: Die Pressestelle der Kölner Polizei teilt CORRECTIV auf Anfrage per E-Mail mit, dass ihnen der angebliche Fall mit diesen Zeitangaben nicht bekannt sei. Allerdings habe es eine Tat, die mit der Beschreibung übereinstimmt, im Juni 2018 in Köln-Ehrenfeld gegeben. Bei dieser Tat sei der Täter deutscher Staatsbürger gewesen. 

Fazit: Diesen Fall gab es in der angegebenen Zeit nicht. Womöglich ist hier ein Fall gemeint, der im Juni 2019 stattfand. Bei diesem war der Täter allerdings deutscher Staatsbürger. 

20. Angeblicher Fall in Voerde im Juli 2019 

Zitat: Ein der Polizei und Justiz bestens bekannter 28-jähriger Kosovare, dessen Gemeingefährlichkeit seit langem bekannt war, schubste eine 34-jährige Mutter direkt vor einen einfahrenden Zug! Opfer verstarb sofort an der Unfallstelle.

Faktencheck: Dieser Fall befindet sich zweimal in der Liste. Unter Punkt acht wurde die Tat bereits überprüft. Der Täter ist kein Kosovare, sondern serbischer Staatsbürger. 

Fazit: Dieser Fall ist doppelt in der Auflistung. Den Fall gab es, der Täter ist kein deutscher Staatsbürger. 

21. Angeblicher Fall in Essen im Juli 2019

Zitat: 20-Jähriger wurde brutal in die U-Bahngleise gestoßen, Opfer leicht verletzt, gegen Jugendliche mit laut Bildern Migrationshintergrund wird ermittelt.“ 

Faktencheck: Die Pressestelle der Polizei Essen teilte auf Anfrage von CORRECTIV per E-Mail mit, dass die Tat am 22. Juni 2019 wie beschrieben stattfand. Die Täter wurden nach einer Fahndung mit Fotos identifiziert, zu der Nationalität macht die Polizei zum aktuellen Zeitpunkt aber keine Angaben. Zu der Tat veröffentlichte die Polizei Essen eine Pressemitteilung. Demnach gab es „mindestens sieben“ Tatverdächtige, dem Vorfall sei ein Streit zwischen zwei Gruppen Jugendlicher vorausgegangen. Es sei unklar, ob der 20-Jährige auf der Flucht ins Gleisbett gestoßen wurde oder selbst sprang.

Fazit: Die Tat fand statt, über die Nationalität der Täter gibt die Polizei jedoch derzeit keine Auskunft. 

Die Polizei Essen veröffentlichte eine Pressemitteilung (Screenshot: CORRECTIV)

Die Behauptung, die Täter seien ausschließlich Ausländer, ist falsch

Es stimmt nicht, dass bei den hier aufgelisteten 21 Fällen von 2012 bis 2019, in denen Menschen vor Züge gestoßen wurden, ausschließlich Ausländer als Täter beteiligt waren. In etwa der Hälfte der Fälle sind die Täter entweder unbekannt oder deutsche Staatsbürger.

Zwei der Fälle waren doppelt in der Liste enthalten. Bei zwei anderen Fällen wurde ein völlig falsches Datum angegeben. In drei Fällen wurden die Täter noch nicht ermittelt, zu ihnen kann also keinerlei Angabe gemacht werden. In zwei Fällen macht die Polizei aufgrund der andauernden Ermittlungen keine Angabe zur Nationalität. 

Bei sieben weiteren Fällen wurden als mutmaßliche Täter deutsche Staatsbürger ermittelt. Darunter sind ein Fall, in dem die zwei Beschuldigten die doppelte Staatsbürgerschaft hatten, und zwei weitere, bei denen sowohl deutsche als auch nichtdeutsche Täter beteiligt waren. 

Auflistung ist bei weitem nicht vollständig

Die Auflistung ist zudem nicht vollständig – wie Philosophia Perennis auch selbst schreibt. Wie oft jemand vor einen Zug gestoßen wird, wird nicht statistisch erfasst, wie mehrere Pressesprecher der Polizei und Staatsanwaltschaften CORRECTIV bestätigten. Eine Suche im Presseportal, in dem Pressemitteilungen der Polizei in ganz Deutschland zu finden sind, vom 1. Januar 2017 bis 11. September 2019 mit den Begriffen „Zug“ und „gestoßen“, förderte allein sieben Treffer zutage, die nicht in der Auflistung vorkommen. Auf Nachfrage von CORRECTIV teilten die zuständigen Behörden per E-Mail mit, dass bei sechs dieser Fälle die Täter Deutsche seien. Bei einem Fall konnte der Täter nicht ermittelt werden. 

Im Juli 2019 schubste ein deutscher Mann in Seelze seine Ex-Freundin nach einem Streit ins Gleis. Im April 2019 schubste in Zweibrücken eine 18-jährige Deutsche ihre 19-jährige Begleiterin nach einem Streit ins Gleisbett. Im Juli 2017 wurde ein 26-jähriger Deutscher von vier Deutschen ins Gleisbett vor einen stehenden Zug gestoßen. Und im Juni 2017 stieß ein polizeibekannter, betrunkener Essener einen 28-Jährigen gegen eine fahrende S-Bahn. Außerdem gab es weitere Fälle in Köln und Eutingen, in denen die Täter laut Polizei ebenfalls deutsche Staatsbürger waren. Bei einem weiteren Fall in Buchloe konnte der Täter nicht ermittelt werden.

Auch dies sind nur Beispiele und keine vollständige Darstellung aller Fälle in Deutschland. Es ist also nicht möglich, einen Zusammenhang herzustellen zwischen Menschen, die andere vor Züge stoßen, und ihrer Nationalität.

Unsere Bewertung:
Falsch. Die 21 aufgezählten Fälle waren nur 19 Fälle, da zwei doppelt aufgelistet wurden. Bei etwa der Hälfte waren die Täter entweder unbekannt oder deutsche Staatsbürger. Die Behauptung, dass ausschließlich Ausländer an den Delikten beteiligt seien, stimmt nicht. 

Bewertung: falsch

Der Fahrer, der in Berlin mit einem SUV in eine Menschengruppe raste, ist Deutscher

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Vier Menschen starben in Berlin, als ein SUV auf einen Gehweg raste. Die Polizei spricht bisher von einem Verkehrsunfall, ermittelt aber noch die Ursache. (Symbolfoto: Golda Falk / Pixabay)

von Alice Echtermann

Nach einem Verkehrsunfall in Berlin, bei dem ein Porsche Macan – ein SUV – in eine Gruppe Menschen fuhr, kursiert auf Facebook das Gerücht, der Fahrer sei Marokkaner. Das ist falsch. 

Am 6. September raste nach Angaben der Polizei in Berlin-Mitte ein Porsche Macan – ein sogenannter SUV (Geländewagen) – in eine Gruppe Menschen. Vier Personen starben, fünf weitere wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich an der Kreuzung Invalidenstraße Ecke Ackerstraße. Die Polizei spricht bisher stets von einem „schweren Verkehrsunfall“. 

Nun behaupten Nutzer auf Facebook, der Fahrer sei Marokkaner gewesen. In einem der Beiträge, der am 12. September veröffentlicht und mehr als 450 Mal geteilt wurde, steht: „Der SUV Fahrer, der in Berlin in eine Menschenmenge fuhr und dabei 4 Menschen tötete ist ein Marokkaner! Warum verschweigen die Medien das?“ Es handelt sich offenbar um eine Kopie eines Beitrags vom 10. September (mehr als 500 Mal geteilt), der wortgleich von mehreren Nutzern übernommen wurde.

Die Behauptung, der Fahrer sei Marokkaner, ist falsch. 

Ein Facebook-Beitrag mit der Behauptung vom 10. September 2019. (Screenshot am 17. September: CORRECTIV)
Ein weiteres Beispiel für einen Beitrag mit identischem Text. (Screenshot am 17. September: CORRECTIV)

Wie ein Pressesprecher der Polizei Berlin, Stefan Petersen, CORRECTIV am Telefon mitteilte, hat der 42-jährige Fahrer die deutsche Staatsbürgerschaft. Auch sei er nicht marokkanischer Herkunft. Auch der Deutschen Presse-Agentur gab die Polizei diese Information. In Medienberichten wird der Name des Fahrers mit „Michael M.“ angegeben. 

Es wird geprüft, ob der Fahrer gesundheitliche Probleme hatte

Der Unfallhergang ist laut Polizei noch immer unklar. Am 9. September bat sie die Öffentlichkeit um Hinweise und ging nach eigenen Angaben unter anderem der Möglichkeit nach, dass ein medizinischer Notfall zu dem Unfall geführt hat.

Am 16. September teilte dann die Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Twitter mit, die Wohnung des Fahrers sei am Freitag, dem 13. September, durchsucht worden. Es seien Beweismittel sichergestellt worden, deren Untersuchung zeigen solle, „ob sich die Hinweise auf eine unfallursächliche, akute gesundheitliche Notlage konkretisieren lassen“. Einem Bericht des RBB vom 16. September zufolge hat der Anwalt des Fahrers bei der Staatsanwaltschaft eine schriftliche Stellungnahme abgegeben, nach der eine „akute gesundheitliche Problematik“ die Ursache des Unfalls gewesen sein könnte. Medien berichten über Hinweise, dass der Fahrer möglicherweise einen epileptischen Anfall hatte. 

Unsere Bewertung:
Falsch. Der Fahrer des SUV war laut Polizei Berlin Deutscher und ist nicht marokkanischer Herkunft.