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Bewertung: richtig

Missbrauch in einer Dating-App gestanden? Ja, die Polizei Detmold fahndet mit Fotos nach einem jungen Mann

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Auf Facebook verbreitet sich ein Fahndungsaufruf der Polizei. Er ist echt. (Bild: Ivo Mayr/CORRECTIV)

von Cristina Helberg

Im Netz teilen viele Nutzer einen Fahndungsaufruf samt Fotos eines jungen Mannes. Manche Nutzer vermuten eine Falschmeldung. Doch die Meldung stammt tatsächlich von der Polizei und ist noch aktuell.

Am 9. Oktober veröffentlichte die Polizei Detmold eine Öffentlichkeitsfahndung samt Fotos. Gesucht wird seitdem „nach einem möglichen Tatverdächtigen wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern“. 

Der Unbekannte habe im August auf einer Dating-App einem anderen Nutzer geschrieben, er habe seinen jüngeren Bruder missbraucht, so die Polizei. Die in seinem Dating-App-Profil genutzten Bilder veröffentlichte die Polizei für die Fahndung. Auf Nachfrage von CORRECTIV bestätigte die Polizei Detmold am Nachmittag des 15. Oktober, die Fahndung sei weiterhin aktuell. 

Das hatten Facebook-Nutzer zuvor angezweifelt und einen Artikel über die Öffentlichkeitsfahndung von der Webseite Owl24 mit dem Fahndungsaufruf bei Facebook gemeldet. Der Beitrag wurde mehr als 6.500 Mal bei Facebook geteilt. 

Der Fahndungsaufruf der Polizei vom 9. Oktober 2019. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Unsere Bewertung:
Richtig. Ja, die Polizei fahndet seit dem 9. Oktober mit Fotos eines Nutzerprofils nach einem Unbekannten, der in einer Dating App einen Missbrauch gestanden haben soll.

Bewertung: teilweise falsch

Hessen: „Truth24“ bezeichnet drei Tatverdächtige ohne Belege als „Syrer-Gang“

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In Neu-Anspach in Hessen wurde am 1. November ein Mann von mehreren Männern verletzt. (Foto: Symbolbild / lapping / pixabay)

von Cristina Helberg

In einem Artikel von Truth24 wird behauptet, eine „Syrer-Gang“ habe einen Mann in Neu-Anspach in Hessen verletzt. Richtig ist: Ein Syrer und ein Afghane werden verdächtigt, einen Mann verletzt zu haben. Ein dritter möglicher Mittäter ist bisher unbekannt.

Die Webseite Truth24 veröffentlichte am 2. November einen Artikel mit der Überschrift „Syrer-Gang schießt und sticht Mann in Neu-Anspach mit Messer krankenhausreif“. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 400 Mal auf Facebook geteilt. 

Bis auf die Überschrift, den Teaser und die Zwischenüberschrift ist der Text fast exakt aus einer Pressemitteilung der Polizei Bad Homburg vom 1. November übernommen worden. Die Polizeimeldung ist auch verlinkt. Daraus geht hervor, dass ein Mann am 1. November am Bahnhof in Neu-Anspach in Hessen mit einem Messer schwer verletzt wurde. „Aus bislang ungeklärter Ursache“ hätten ihn mehrere Männer angegriffen. Ein Tatverdächtiger mit syrischer Staatsbürgerschaft sei festgenommen worden. 

Truth24 ändert Pressemitteilung der Polizei

An zwei Stellen hat Truth24 jedoch Änderungen an dem Text der Polizei vorgenommen. Aus „durch mehrere Männer angegriffen“ macht Truth24 „durch eine Männerhorde angegriffen“. Und aus „den weiteren Tatbeteiligten“ werden die „weiteren Tatbeteiligten, die der Gang des Syrers angehören“. 

Außerdem suggeriert die Überschrift von Truth24, die Tatverdächtigen hätten auf das Opfer geschossen. Auf Nachfrage von CORRECTIV schreibt die Polizei Bad Homburg per E-Mail: „Wie in der ersten Pressemeldung berichtet, wurde mit der Waffe nach bisherigen Erkenntnissen in die Luft geschossen.“ Womit geschossen wurde, sei unklar.

Am 5. November, also nachdem der Artikel auf Truth24 erschienen war, veröffentlichte die Polizei Bad Homburg gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft eine weitere Pressemitteilung zu dem Fall und berichtete von der Verhaftung eines zweiten Tatverdächtigen. „Der 22 Jahre alte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit steht im Verdacht, gemeinsam mit einem bereits am Freitagmorgen festgenommenen 23-Jährigen sowie einem weiteren, noch unbekannten Mann den 25-Jährigen am Bahnhof angegriffen und schwer verletzt zu haben“, steht in der Mitteilung. 

Die Nationalität der Tatverdächtigen war – bis auf den 23-jährigen Syrer – zum Zeitpunkt, als Truth24 den Artikel veröffentlichte, unbekannt. Für eine „Syrer-Gang“ gab es also keine Belege. Truth24 nahm zudem die neuen Informationen der Polizei und Staatsanwaltschaft nicht nachträglich in den Artikel auf. 

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Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Polizei berichtete nicht von einer „Gang“ oder „Horde“. Richtig ist: Ein Syrer und ein Afghane werden verdächtigt, einen Mann mit einem Messer verletzt zu haben. Ein dritter mutmaßlicher Täter ist unbekannt.

Bewertung: teilweise falsch

Die Polizei Magdeburg sucht einen Unbekannten – die Seite „Truth24“ erfindet daraus eine Suche nach einem Asylbewerber

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Die Polizei Magdeburg sucht nach einer sexuellen Belästigung am 2. Oktober nach einem Unbekannten (Symbolfoto: Techline / pixabay).

von Cristina Helberg

In einem Artikel von Truth24 wird behauptet, ein „Armutsasylant“ habe in Magdeburg eine Frau vergewaltigen wollen. Richtig ist: Die Polizei sucht nach einem unbekannten Mann, der eine Frau sexuell belästigt haben soll und der vom Opfer mit „südländischer Phänotypus“ beschrieben wurde. Die Zuschreibung eines Asylstatus ist spekulativ und von Truth24 frei erfunden.

Die Webseite Truth24 veröffentlichte am 2. Oktober einen Artikel mit der Überschrift: „Ins Gebüsch gezogen: Armutsasylant will Frau in Magdeburg vergewaltigen“. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 1.200 Mal geteilt, unter anderem von der NPD Magdeburg. Weiter steht im Text: „Der Sozialmigrant attackierte eine junge Frau am frühen Morgen, die Polizei nennt es aber nur verniedlichend ‘sexuelle Belästigung’.“ 

Auf diesen Absatz folgt eine im Wortlaut kopierte Pressemitteilung der Polizei vom 2. Oktober, zu einer sexuellen Belästigung im Bereich der Listemannstraße in Magdeburg. Ein Unbekannter habe eine Frau in ein Gebüsch gezogen und sie sexuell belästigt. Ihr sei jedoch die Flucht gelungen. Dann folgt eine grobe Beschreibung des Täters: „160 – 165 cm groß, ca. 30 Jahre alt, zierliche, dünne Gestalt, südländischer Phänotypus, war bekleidet mit einer schwarzen Mütze mit einem Weihnachtsmuster; einem schwarzen Kapuzenpullover sowie einer schwarzen Jacke; einer graubraunen Hose und schwarzen Turnschuhen.“ 

Auf Nachfrage von CORRECTIV stellte die Polizei Magdeburg am 6. November per E-Mail klar: „Derzeitig wurde noch kein Tatverdächtiger ermittelt“. Zu der Beschreibung von Truth24 schreibt die Polizei: „Laut den Angaben der Geschädigten handelt es sich bei dem Täter um eine Person mit südländischem Phänotypus. Da der Täter noch unbekannt ist, kann auch nichts zu seinem sozialen Stand gesagt werden. Des Weiteren würde die Polizei solche Begriffe wie ‘Armutsasylant’ oder ‘Sozialmigrant’ nicht verwenden.“ 

Antwort der Polizei Magdeburg auf eine Presseanfrage von CORRECTIV (Screenshot: CORRECTIV).

In der Meldung von Truth24 wird der Polizei auch vorgeworfen, den Vorfall durch die Beschreibung „sexuelle Belästigung“ zu „verniedlichen“. Dazu schreibt die Polizei Magdeburg auf Nachfrage: „Die Betitelung einer Polizeimeldung richtet sich nach der Tathandlung, für welche wiederum im Strafgesetzbuch eine bestimmte Begrifflichkeit festgelegt wurde.“

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Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Identität des gesuchten Mannes ist unbekannt.

Bewertung: unbelegt

Nein, es gibt keine Hinweise auf einen angeblichen Haftbefehl für „Soros und Rothschild“

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George Soros bei der Verleihung des Schumpeter-Preis am 21. Juni 2019 in Wien. (Foto: Georg Hochmuth/APA/AFP)

von Cristina Helberg

Eine Webseite behauptet, Russland habe einen internationalen Haftbefehl „für Rothschild und Soros“ herausgegeben. Beide würden von Interpol gesucht. Für die Behauptungen gibt es keine Hinweise oder Belege.

Die Webseite DDB Netzwerk veröffentlichte am 4. Januar 2018 einen Artikel mit der Überschrift: „Russland gibt internationalen Haftbefehl für Rothschild und Soros heraus“. Der Beitrag wurde laut Facebook bisher mehr als 5.580 Mal geteilt. Im Oktober 2019 verbreiteten verschiedene Facebook-Gruppen den Link wieder, zum Beispiel hier und hier

Weiter behauptet die Seite DDB Netzwerk: „Sowohl der IWF (Internationaler Währungsfonds) als auch die Europäische Union haben eine ‘Rote Nachricht’ von Interpol herausgegeben, nicht nur gegen die sofortige Festnahme von Soros, sondern auch gegen Bush, Clinton und Marc Rich und seine Firma in der Schweiz.“ Marc Rich war ein weltweit bekannter Rohstoffhändler und Gründer von Glencore. Er starb allerdings bereits im Juni 2013.

Wir haben die Behauptungen geprüft. 

Der Beitrag selbst nennt außer dem Verweis auf eine angebliche „Rote Nachricht“ von Interpol keine Belege für die Behauptungen. 

Eine sogenannte Red Notice dient laut Interpol der „Suche nach dem Aufenthaltsort und der Verhaftung von gesuchten Personen, die zur Strafverfolgung oder zur Verbüßung einer Strafe gesucht werden“. Diese Fahndungen sind laut Interpol nur teilweise öffentlich einsehbar. „Die Mehrheit der Red Notices ist nur für die Polizei bestimmt und kann daher nicht eingesehen werden. Interpol nimmt nur unter besonderen Umständen und mit Zustimmung des betreffenden Mitgliedsstaates Stellung zu bestimmten Fällen oder Personen“, schreibt Interpol auf seiner Webseite. 

Information zu Red Notices auf der Webseite von Interpol (Screenshot: CORRECTIV)

Die öffentlich einsehbaren Red Notices von Interpol haben wir am 29. Oktober durchsucht und keinen Treffer für die Namen „Soros“, „Rothschild“, „Clinton“ und „Rich“ gefunden. Die Suche nach dem Namen „Bush“ ergibt drei Treffer, weil die Silbe „bush“ in den Namen von drei gesuchten Russen vorkommt.

Die Suchergebnisse am 29. Oktober für den Namen „Soros“ in der öffentlichen Red Notice Datenbank von Interpol. (Screenshot der Interpol Webseite: CORRECTIV)
Die Suchergebnisse am 29. Oktober für den Namen „Bush“ in der öffentlichen Red Notice Datenbank von Interpol. (Screenshot der Interpol Webseite: CORRECTIV)

Eine Presseanfrage von CORRECTIV zu den Behauptungen von DDB Netzwerk beantwortete Interpol nicht. 

Behauptung zu Haftbefehl gegen Soros kursierte schon 2016 

Die Nachricht von einem angeblichen von Russland initiierten internationalen Haftbefehl für George Soros wird im Netz spätestens seit November 2016 verbreitet, darüber berichteten damals die US-amerikanischen Faktenchecker von Snopes und stuften die Berichte als Falschmeldungen ein. Im Rahmen ihrer Recherche überprüften sie ebenfalls die öffentliche Red Notice Liste von Interpol, Soros stand demnach nicht auf dieser Liste.

Dagegen, dass George Soros aktuell auf der Liste von Interpol steht, sprechen auch seine unbehelligten Reisen. So nahm er beispielsweise am 21. Juni 2019 in Wien den Schumpeter-Preis entgegen. 

[Transparenzhinweis: CORRECTIV hat in den Jahren 2016, 2017 und 2018 Geld von der von George Soros gegründeten Open Society Foundation erhalten. Alle Zuwendungen über 1.000 Euro legt CORRECTIV offen]

Unsere Bewertung:
Unbelegt. Es gibt keine Belege dafür, dass „Soros“, „Rothschild“, „Clinton“, „Rich“ oder „Bush“ per Red Notice von Interpol gesucht werden. Im Gegenteil, verschiedene Tatsachen sprechen dagegen. Marc Rich starb außerdem bereits 2013.

Bewertung: richtig

Angebliche Rauchmelder-Prüfungen: In Niedersachsen versuchen Kriminelle, durch Täuschung in Wohnungen einzudringen

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Das LKA in Niedersachsen verzeichnet im laufenden Jahr 2019 Fälle „im unteren dreistelligen Bereich“, bei denen Täter eine offizielle Funktion oder andere Befugnisse vortäuschen, um in Wohnungen von Opfern zu gelangen. (Symbolbild: fsHH / Pixabay)

von Till Eckert

In Niedersachsen wird derzeit ein alter Kettenbrief geteilt, der vor Verbrechern warnt. Sie sollen vortäuschen, Rauchmelder zu prüfen, um in Wohnungen zu gelangen. Laut LKA gibt es diese Fälle tatsächlich, auch aktuell.

Ein Facebook-Nutzer, der laut seinem Profil offenbar im Raum Lüneburg in Niedersachsen wohnt, veröffentlichte am 18. Oktober einen Beitrag, in dem vor Verbrecherbanden gewarnt wird: Kriminelle würden sich „von Haus zu Haus vorarbeiten“ und prüfen wollen, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder vorhanden seien. 

Der Beitrag wurde bisher mehr als 1.100 Mal geteilt. Wir haben beim Landeskriminalamt (LKA) in Niedersachsen nachgefragt.

Dieser Beitrag wurde von einem Nutzer im Raum Lüneburg in Niedersachsen veröffentlicht. Das LKA bestätigt die Darstellung. (Screenshot: CORRECTIV)

LKA: Ja, solche Fälle gibt es in Niedersachsen

Auf CORRECTIV-Nachfrage bestätigte eine Sprecherin die Darstellung per E-Mail: „Das von Ihnen beschriebene Phänomen ist dem LKA Niedersachsen bekannt. Bis dato wurden im laufenden Jahr Fälle im unteren dreistelligen Bereich registriert, bei denen Täterinnen und Täter eher eine offizielle Funktion oder sonst eine Befugnis zum Betreten der Wohnung vortäuschten –  beispielsweise als Handwerker von den Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken –, um in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen. Vereinzelt wurden dabei auch Rauchmelder-Prüfungen im Namen der Feuerwehr vorgeschoben.“

Die Antwort-E-Mail des LKA Niedersachsen. (Screenshot: CORRECTIV) 

Auf telefonische Nachfrage bestätigt das LKA gegenüber CORRECTIV, dass aktuell durchaus gewarnt werden könne und solche Fälle auch aktuell beobachtet würden. Die Sprecherin rät Betroffenen, in solchen Fällen „grundsätzlich aufmerksam“ zu sein und im Zweifel die örtliche Polizeidienststelle zu kontaktieren.  

Gilt nicht für jedes Bundesland – im Zweifel bei örtlicher Polizei nachfragen

Laut eines Artikels der österreichischen Faktenchecker von Mimikama kursiert die Meldung im selben Wortlaut schon seit 2016 in Sozialen Netzwerken und Messengern wie Whatsapp. Damals wurde sie im Ostalbkreis in Baden-Württemberg geteilt, die Polizeidirektion Aalen widersprach aber in einer Pressemitteilung, schrieb zu diesem Zeitpunkt von einer „Falschmeldung“. 

Im CORRECTIV.Faktencheck-Team sehen wir häufiger falsche Meldungen, die seit Jahren auf Sozialen Netzwerken kursieren und immer wieder aufgewärmt werden, zum Beispiel zu angeblichen Kindesentführungen oder angeblich als Brausepulver getarntem Crystal Meth an Schulen.

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Im Fall der Warnung vor falschen Rauchmelder-Überprüfungen handelt es sich ebenfalls um einen Kettenbrief, der schon seit Jahren kursiert – in diesem Fall trifft er zu. CORRECTIV kann das aktuell aber lediglich in Niedersachsen verifizieren. Das Bundeskriminalamt, das für bundesweite Ermittlungen zuständig ist, schrieb auf Anfrage per E-Mail, dass dazu „keine Erkenntnisse“ vorlägen. 

Wird die Meldung also in anderen Bundesländern geteilt, muss sie gesondert überprüft werden. Bei Zweifeln darüber, ob Kriminelle aktuell auch in anderen Orten so vorgehen, sollte bei der örtlichen Polizei nachgefragt werden.

Unsere Bewertung:
Richtig. In Niedersachsen versuchen Kriminelle durch angebliche Rauchmelder-Prüfungen Zugang zur Wohnung zu erhalten.

Bewertung: falsch

Nein, es gibt keine Hinweise auf Crystal Meth, das als „Brausepulver“ an Schulen kursiert

Brausepulver (1)
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Laut dem Bundeskriminalamt handelt es sich bei dieser auf Facebook verbreiteten Warnung „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um ein Fake“. (Screenshot: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

Auf Facebook wird seit 2016 eine Warnung vor einer angeblich neuen Droge verbreitet. Dabei handele es sich um Crystal Meth mit „verschiedenen Geschmacksrichtungen“ wie Erdbeere und Wassermelone, das aussehe wie ein „Brausepulver“. Dem BKA ist kein solcher Fall bekannt.

Eine Facebook-Nutzerin veröffentlichte am 17. Februar 2016 ein Foto eines ausgedruckten Warnhinweises. Darauf steht „Achtung, schützt unsere Schüler“, samt dem Hinweis, es gebe eine neue Droge auf dem Markt: „Cristal Meth“ [sic!] mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, das aussehe wie „Brausepulver“. Weiter steht auf dem Zettel: „Diese Droge macht nach der ersten Einnahme sofort abhängig und kann tödlich sein.“ Der Beitrag wurde bisher mehr als 66.800 Mal auf Facebook geteilt. In den letzten Tagen teilten Nutzer den Beitrag wieder vermehrt. Wir haben die Behauptungen geprüft.

Der Facebook-Beitrag aus dem Jahr 2016. (Screenshot und Schwärzung am 21. Oktober 2019: CORRECTIV)
In den letzten Tagen teilen Nutzer wieder den Facebook-Beitrag von 2016. (Screenshot und Schwärzung am 21. Oktober 2019: CORRECTIV)

Dem Bundeskriminalamt zufolge ist der Beitrag „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ ein Fake 

Auf Nachfrage von CORRECTIV schreibt das Bundeskriminalamt zu der Warnung per E-Mail: „Die angeführte Warnmeldung ist hier bereits mehrfach bekannt geworden (identische Abbildung) und war Gegenstand polizeilicher Anfragen von diversen Landespolizeibehörden (auf Grund Mitteilung besorgter Eltern etc.).“ Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts habe es aber keine Sicherstellungen von brauseartigem Crystal Meth mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in der entsprechenden Verpackungsart gegeben. 

„Bei der Warnmeldung dürfte es sich daher mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um ein Fake handeln, eine behördliche oder gar polizeiliche Warnmeldung in dieser Art und Form hat es gem. BKA nicht gegeben“, heißt es weiter in der E-Mail an CORRECTIV. 

Auszug aus der E-Mail-Antwort des Bundeskriminalamtes auf eine Presseanfrage von CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Bundeskriminalamt habe seit mehreren Jahren mit der vermeintlichen Drogenwarnung zu tun. Höhepunkt der Verbreitung sei das Jahr 2016 gewesen. Das passt auch zu dem Datum des Facebook-Beitrags. Ihren Ursprung hätten solche Meldungen vermutlich in den USA, wo ähnliche Versionen seit 2006 aufgetaucht seien, erklärt die Behörde in ihrer E-Mail weiter 

Medien berichteten landesweit über gefälschten Warnhinweis 

Zahlreiche deutsche Medien haben in den vergangenen Jahren über die Falschmeldung berichtet. Unter anderem 2015 die Rheinische Post und im Jahr 2016 die Neue Westfälische, das Hamburger Abendblatt, die Mitteldeutsche Zeitung und die Thüringische Landeszeitung.  

Das Bundeskriminalamt weist in der E-Mail grundsätzlich darauf hin, dass „Neue Psychoaktive Stoffe (NPS/bekannt auch als sog. ‘Legal Highs’) tatsächlich in ähnlichen Tütchen wie für Brausepulver verkauft werden.“ Diese Stoffe würden ähnlich wie Crystal Meth synthetisch hergestellt und im Internet offiziell als Badezusatz oder Badesalze angeboten. Der Gebrauch könne zu Kreislaufversagen, Ohnmacht, Psychosen, Wahnvorstellungen bis hin zu drohendem Nierenversagen führen, auch Todesfälle seien in diesem Kontext beim BKA bekannt.

„Eine weitere Gefahr liegt in der Verharmlosung der meist bunt und flippig präsentierten Produkte, die von Händlern als angeblich legal angepriesen werden. […] Der Umgang mit solchen Produkten ist jedoch nach dem Betäubungsmittelgesetz strafbar, sofern sie Betäubungsmittel enthalten“, schreibt das BKA auf seiner Webseite.

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Unsere Bewertung:
Falsch. Dem Bundeskriminalamt ist kein Fall bekannt, der zu diesem Warnhinweis passt. Allerdings warnt das BKA vor „Legal Highs“, die in ähnlichen Tütchen zum Beispiel als Badesalz verkauft würden und zum Tod führen könnten.

Bewertung: falsch

Die Polizei Berlin fahndet nach einem Unbekannten – die Seite „Truth24“ macht aus ihm einen muslimischen Asylbewerber

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Mit Aufnahmen von einer Überwachungskamera sucht die Polizei Berlin einen mutmaßlichen Sexualstraftäter. (Quelle: Polizei Berlin / Collage und Schwärzung: CORRECTIV)

von Alice Echtermann

In einem Artikel von Truth24 wird behauptet, die Polizei habe ein halbes Jahr eine Vergewaltigung durch einen muslimischen Asylbewerber vertuscht. Das ist falsch. Über den Täter ist nichts bekannt – und gesucht wird er wegen sexueller Nötigung. Die Polizei begründet, weshalb sie mit dem Fall spät an die Öffentlichkeit ging. 

Die Polizei Berlin fahndet seit dem 17. September nach einem Mann, der am 24. Februar eine Frau in einem Hausflur angegriffen und sexuell genötigt haben soll. Die Webseite Truth24 behauptet in einem Artikel vom 18. September, die Polizei habe die Tat ein halbes Jahr lang „vertuscht“. Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 3.200 Mal auf Facebook geteilt. 

Der Text enthält falsche und unbelegte Behauptungen. 

Der Beitrag der Facebook-Seite von Truth24, „Wahrheitspresse“. (Screenshot am 18. Oktober und Schwärzung: CORRECTIV)

Die Fahndung ist noch aktuell. Der Grund, weshalb sie erst Monate nach dem mutmaßlichen Vorfall veröffentlicht wurde, ist laut Polizeisprecher Martin Halweg, dass eine Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos oder Videos „das letzte Mittel“ sei. Dafür brauche die Polizei einen richterlichen Beschluss, sagt er uns am Telefon. Sie werde erst eingesetzt, wenn die anderen Ermittlungen nicht zum Erfolg führten. In einem Artikel der WAZ wird erklärt, dass es so explizit in der Strafprozessordnung steht.

Zu dem Fall sei zudem im Februar keine Polizeimeldung geschrieben worden, weil dies bei Sexualdelikten nicht üblich sei. Es gehe dabei um den Schutz der Betroffenen, die durch öffentliche Berichterstattung nicht noch einmal traumatisiert werden sollten, erklärt Halweg.

Keine Belege, dass der Täter Ausländer oder Muslim ist 

Dass der Mann die Frau „brutal vergewaltigt“ habe, wie im Truth24-Artikel steht, ist unbelegt. Laut dem Fahndungsaufruf wird der Mann wegen sexueller Nötigung gesucht – für eine schwerere Straftat gebe es bisher keine Hinweise, sagt Halweg. 

Truth24 behauptet zudem, die Polizei suche nach einem „tatverdächtigen Armutsasylanten“ und der Gesuchte sei Muslim. Die einzige Grundlage dafür ist offenbar ein von Truth24 interpretiertes „arabisch-orientalisches Aussehen“ des Mannes. Es gibt keine Belege für die Behauptungen. 

Die Identität des Mannes ist unbekannt, also auch seine Religion, Nationalität oder sein Aufenthaltsstatus. Die Öffentlichkeitsfahndung enthält nichts außer Aufnahmen einer Überwachungskamera in einem U-Bahnhof und einer groben Beschreibung des Tatverdächtigen. Auch der Polizei liege über die Täterbeschreibung hinaus nichts über diese Person vor, so Halweg. 

Personenbeschreibung der Polizei in der Öffentlichkeitsfahndung (Screenshot am 18. Oktober: CORRECTIV)

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Falsch. Die Identität des gesuchten Mannes ist unbekannt und es wird ihm keine Vergewaltigung vorgeworfen, sondern sexuelle Nötigung. Es gibt keine Hinweise, dass die Polizei die Tat vertuscht hat. 

Bewertung: teilweise falsch

Marburg: „Truth24“ verbreitet falsche Behauptungen zu Angriff auf der Kirmes

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Auf der Kirmes in Marburg kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der ein Jugendlicher schwer verletzt wurde. (Symbolfoto: Michael Gaida / Pixabay)

von Alice Echtermann

Nach einem gewaltsamen Zwischenfall auf der Kirmes in Marburg verbreitet die Seite Truth24 falsche Spekulationen zur Nationalität der Tatverdächtigen. Richtig ist: Ein 16-Jähriger schoss mit einer Schreckschusspistole auf eine Gruppe und wurde daraufhin mit einem Messer verletzt. 

„Kirmes Marburg: Asylantenhorden beschießen sich – Bub (16) Kehle aufgeschlitzt“ – so lautet die Überschrift eines Artikels von Truth24, den die Seite am 12. Oktober veröffentlichte. Darin wird behauptet: „Mehrere afrikanische und arabische Armutsflüchtlinge rotteten sich auf der Marburger Stadtkirmes zusammen, terroriesierten [sic!] die Besucher, schossen um sich und schnitten einem Buben die Kehle durch. Der liegt nun schwer verletzt in der Klinik.“ Auch für den Facebook-Beitrag der Seite „Wahrheitspresse“ von Truth24 wurde dieser Text als Beschreibung eingefügt. 

Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle auf Facebook insgesamt mehr als 4.100 Mal geteilt – allein der Beitrag bei „Wahrheitspresse“ rund 2.000 Mal. Der Text bezieht sich auf eine Polizeimeldung vom 11. Oktober, enthält aber falsche Behauptungen. 

Der Facebook-Beitrag vom 13. Oktober. (Screenshot am 17. Oktober: CORRECTIV)

Die Polizei berichtete, auf der Kirmes in Marburg seien am Freitag, 11. Oktober, Schüsse aus einer Gaspistole abgefeuert worden. Es habe eine Auseinandersetzung zwischen „zwei Gruppen von Flüchtlingen“ gegeben. Ein Beteiligter habe eine „offensichtliche Schnitt- oder Stichverletzung“ erlitten und sei ins Krankenhaus gebracht worden. Die Verletzung sei „nach jetzigem Wissen nicht lebensgefährlich“. Die Lage sei noch unübersichtlich, zwei mutmaßliche Beteiligte sowie zwei Zeugen seien von der Polizei mitgenommen wurden. Die Ermittlungen dauerten an.

All dies steht zwar auch im Artikel von Truth24, die Tatsache, dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelte, wird jedoch erst weit unten im Text erwähnt – und die Überschrift suggeriert, es sei eine echte Waffe gewesen. 

Die Berichte der Polizei lieferten am 11. und 12. Oktober außerdem keine Hinweise, dass es sich um afrikanische oder arabische Flüchtlinge handele. Dies ist also eine Spekulation von Truth24. Zudem wird in dem Truth24-Text durch den Satz „Deutsche werden immer wieder Mordopfer“ suggeriert, das Opfer sei Deutscher. 

Sprecher der Staatsanwaltschaft: Beteiligte sind Pakistaner

Richtig ist: Sowohl der 16-jährige Verletzte als auch zwei der mutmaßlichen Tatverdächtigen sind Pakistaner und Asylbewerber, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg, Timo Ide, gegenüber CORRECTIV am Telefon. 

Auch die Darstellung des Vorfalls im Truth24-Artikel weicht von den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ab. Demnach haben sich nicht zwei Gruppen von Flüchtlingen „zusammengerottet und Besucher terrorisiert“. Sondern der 16-Jährige schoss mit einer Schreckschusswaffe auf eine Gruppe von drei oder vier Personen. Diese stürzten sich daraufhin auf ihn. In dem „Gerangel“ habe der 16-Jährige eine große Schnittverletzung quer über den Hals erlitten, erklärt Ide. Bisher seien zwei Mitglieder der Gruppe identifiziert. 

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Der Verletzte sei inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen, und die beiden anderen Männer auf freiem Fuß, so Ide weiter. Es hätten keine Belege vorgelegen, dass sie den 16-Jährigen mit einem Messer verletzt hatten. Die Ermittlungen dauerten noch an. 

Zu dem Zeitpunkt, als der Artikel von Truth24 veröffentlicht wurde, waren viele dieser Informationen noch nicht bekannt. Der Artikel ist aber bis zur Veröffentlichung dieses Faktenchecks nicht korrigiert worden.  

Artikel verbreitet unbelegte Behauptungen zur Statistik von Messerattacken

Unbelegt ist zudem die in dem Artikel aufgestellte Behauptung, Messerattacken würden „statistisch – in Relation zum Bevölkerungsanteil – am häufigsten durch Moslems und Afrikaner begangen“. Eine bundesweite Statistik zu Messerattacken gibt es bisher nicht. Zudem wird die Religionszugehörigkeit von Tatverdächtigen in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst. 

Lediglich einige Bundesländer erfassen bereits Angriffe mit Messern. Sie liefern unterschiedliche Ergebnisse und lassen keine Rückschlüsse auf ganz Deutschland zu. So hat Baden-Württemberg in seinem Sicherheitsbericht (Seite 39) vermerkt, dass 2018 bei Gewaltkriminalität mit Messern 59,9 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer waren. Im Saarland dagegen hat ein Lagebild zu „Messervorfällen“ ergeben, dass bei 1.490 Fällen vom 1. Januar 2016 bis 30. April 2018 die Mehrheit der Tatverdächtigen Deutsche waren: 842 Personen oder 56,5 Prozent.

Diese Statistiken liefern also keinen Beleg für die Behauptung in dem Truth24-Artikel.  

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Überschrift und der erste Absatz des Textes geben den Sachverhalt verzerrt wieder und nennen falsche Nationalitäten der Tatverdächtigen. Die Behauptung zur Statistik von Messerangriffen ist unbelegt.

Bewertung: teilweise falsch

Mutmaßliche Sexualstraftat in Stralsund 2019: Nein, dieser Fahndungsaufruf ist nicht mehr aktuell

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Die Polizei ermitteln derzeit wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts in Stralsund gegen zwei Tatverdächtige. (Symbolbild: pixabay / CReichstein)

von Cristina Helberg

Mit einer Öffentlichkeitsfahndung suchte die Polizei einen Tatverdächtigen einer mutmaßlichen Sexualstraftat in Stralsund. Der Mann stellte sich am 12. Oktober der Polizei, die daraufhin die Fahndung beendete. Der Aufruf wird im Netz trotzdem weiter verbreitet.

Am 11. Oktober veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilung zu einer mutmaßlichen Sexualstraftat in Stralsund. „Die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ermitteln derzeit wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts zum Nachteil eines minderjährigen Mädchens in Stralsund gegen zwei syrische Tatverdächtige (32 und 16 Jahre alt)“, stand in der Mitteilung. Während der 16-jährige Tatverdächtige bereits dem Haftrichter vorgeführt werde, suche man noch nach dem 32-jährigen zweiten Tatverdächtigen. 

Einen Tag später meldete die Polizei dann, der 32-Jährige habe sich der Polizei gestellt. In der Pressemitteilung schrieb sie, wie in solchen Fällen üblich: „Die Medienvertreter werden gebeten, das Fahndungsfoto des Tatverdächtigen sowie dessen Namen aus ihren Online-Veröffentlichungen zu löschen.“

Im Netz ist der Fahndungsaufruf jedoch weiter zu finden. Auf der Webseite Polizei-News ist weiterhin ein am 11. Oktober veröffentlichter Artikel online, dessen Überschrift suggeriert, der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Auch die Initialen seines Namens werden weiterhin abgekürzt genannt. Erst am Ende des Textes steht: „Update: Minderjährige mutmasslich [sic] missbraucht –  Tatverdächtiger (Syrer, 32) stellt sich“ samt eines Links auf einen neuen Artikel, in dem es um den Fahndungsrückruf der Polizei geht. In der URL des Artikels ist außerdem weiterhin der vollständige Name des Tatverdächtigen zu lesen.

Ein Artikel der Webseite Polizei-News suggeriert durch die Überschrift, der Tatverdächtige werde noch gesucht. Das ist falsch. Erst ein Update unter dem Text stellt klar, dass der Tatverdächtige sich gestellt hat. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)

Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 3.200 Mal bei Facebook geteilt. 

Zuletzt teilte den Link am 14. Oktober die Facebook-Seite „Southern German Defence League“. Die Artikelvorschau zeigt das unverpixelte Bild des Tatverdächtigen und nennt den vollen Namen, obwohl die Fahndung zu diesem Zeitpunkt schon seit zwei Tagen offiziell von der Polizei beendet war. 

Facebook-Beitrag der Seite „Southern German Defence League“ vom 14. Oktober 2019. (Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Durch eine nicht aktualisierte Überschrift wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, der Tatverdächtige werde noch gesucht. Er hat sich aber am 12. Oktober der Polizei gestellt.

Bewertung: größtenteils falsch

Keine Belege für Gruppenvergewaltigung nach Oktoberfest 

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Polizisten beim Oktoberfest im Jahr 2017 (Symbolbild: Günter Schiffmann / AFP)

Die Seite Truth24 bezeichnet einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff in München als Gruppenvergewaltigung, obwohl dazu keine Hinweise vorliegen. Zudem stellt der Artikel falsche Behauptungen zur Statistik bei Vergewaltigungen auf. 

Die Webseite Truth24 behauptete am 2. Oktober: „Gruppenvergewaltigung nach Wiesn: Afrikanermob versucht US-Madel zu schänden“. Der Artikel wurde laut Daten von Facebook mehr als 1.700 Mal geteilt.  

Im Text wird aus einer Meldung der Polizei München vom 2. Oktober zitiert. Darin heißt es, am 29. September sei eine 30-jährige Amerikanerin nach dem Besuch des Oktoberfestes in München Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden. Die Schilderung der Tat stammt von einem Zeugen, der die Polizei verständigte – das Opfer selbst habe später angegeben, sich an nichts erinnern zu können. Die Frau sei offenbar betrunken gewesen und von drei Männern hinter eine Hecke gedrängt worden. Die Tatverdächtigen seien wegen der „unklaren Sachlage“ am Folgetag entlassen worden, die Amerikanerin sei bereits wieder nach Hause geflogen. 

Auf Nachfrage teilte die zuständige Staatsanwaltschaft München uns mit, es gebe in diesem Fall „keine Hinweise für eine erfolgte oder versuchte Vergewaltigung oder Gruppenvergewaltigung“. Auch der Zeuge habe eine solche nicht beobachtet. Die Tatverdächtigen seien nicht in Haft. „Die betroffene US-Amerikanerin konnte sich schon vor Ort nicht an den Vorfall erinnern, wollte sich nicht medizinisch untersuchen lassen und ist wieder in die USA zurückgekehrt.“

Die E-Mail der Pressesprecherin der Münchener Staatsanwaltschaft. (Screenshot: CORRECTIV)

Es gibt also keinen Beleg für eine Gruppenvergewaltigung oder versuchte Gruppenvergewaltigung. 

Kriminalstatistik liefert keine Grundlage für Behauptungen

Zudem behauptet der Truth24-Artikel: „Überfalls [sic!] und Gruppenvergewaltigung werden hauptsächlich durch „Moslems und Afrikaner“ begangen, das ist statistisch belegt. Deutsche sind nur selten Täter.“ 

Diese statistischen Belege gibt es nicht. 

Die Religionszugehörigkeit wird bei Tatverdächtigen nicht erfasst, nur die Nationalität. Zu Gruppenvergewaltigungen gibt es eine Studie des Bundeskriminalamtes, die 2019 veröffentlicht wurde. Als Grundlage dienen die Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017. Diese weist 380 Fälle von Gruppenvergewaltigungen aus, davon waren 63 versuchte Fälle. Insgesamt seien 467 Tatverdächtige ermittelt worden. Manche Tatverdächtige waren an mehreren Taten beteiligt und wurden nur einmal gezählt. 54,8 Prozent seien keine deutschen Staatsbürger. 

Die Aussage, Deutschen begingen solche Taten „selten“ ist also falsch – sie stellen etwas weniger als die Hälfte aller Tatverdächtigen. 

Das BKA schreibt allerdings in seiner Studie, Ausländer seien gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung bei Gruppenvergewaltigungen überrepräsentiert. Das könne verschiedene Gründe haben: „So ist der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden an den in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländern höher als in der deutschen Bevölkerung. Das gleiche gilt für den Anteil derer, die prekären wirtschaftlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Beides führt herkunftsunabhängig zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, straffällig zu werden […]“.  

Nein, Gruppenvergewaltigungen werden nicht „hauptsächlich durch Moslems und Afrikaner“ begangen

Über die genaue Nationalität gibt die Tatverdächtigen-Tabelle der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 (Excel-Tabelle 62) Aufschluss. Demnach waren unter den 467 Tatverdächtigen bei den Straftaten „Vergewaltigung überfallartig durch Gruppen“ (Schlüssel 111200) und „Vergewaltigung durch Gruppen“ (Schlüssel 111300) folgende Nationalitäten am häufigsten vertreten, das heißt mit mehr als fünf Personen:

  • Deutsche: 211 Personen
  • Afghanistan: 33 Personen
  • Türkei: 22 Personen
  • Eritrea: 18 Personen
  • Syrien: 18 Personen
  • Polen: 12 Personen
  • Kosovo: 12 Personen
  • Iran: 12 Personen
  • Sudan: 11 Personen
  • Rumänien: 10 Personen
  • Bulgarien: 8 Personen
  • Libanon: 7 Personen
  • Marokko: 7 Personen
  • Irak: 6 Personen
  • Russland: 6 Personen

Hier zeigt sich, dass auch die Aussage, es seien hauptsächlich Afrikaner, die Gruppenvergewaltigungen begehen, falsch ist. 

Truth24 schreibt außerdem von „Überfalls-Vergewaltigungen“. Diese Kategorie gibt es in der PKS nicht, allerdings gibt es „überfallartige Vergewaltigungen“ durch Einzeltäter (Schlüssel 111100). Hier weist die Statistik für 2017 587 Tatverdächtige aus – davon waren 322 Deutsche, also rund 54,9 Prozent. 

Neuere Zahlen gibt es nicht. Seit 2018 werden Gruppenvergewaltigungen nicht mehr gesondert erfasst, weil die Schlüssel nach der Änderung des Sexualstrafrechts angepasst wurden, schreibt uns eine Sprecherin des BKA auf Nachfrage per E-Mail. 

Die E-Mail der Sprecherin des Bundeskriminalamtes. (Screenshot: CORRECTIV)
Unsere Bewertung:
Größtenteils falsch. Es gibt keinen Beleg für eine Gruppenvergewaltigung. Die Behauptung, dass hauptsächlich Muslime und Afrikaner solche Straftaten begehen, ist zudem statistisch falsch.

Bewertung: falsch

Nein, Sicherheitsbehörden erwarten keine „Terrorwelle in ganz Deutschland“

GERMANY-DEFENCE-EXERCISE
weiterlesen 4 Minuten
GERMANY-DEFENCE-EXERCISE
Soldaten bei einer Bundeswehrübung im Oktober 2017. Vom 17. bis 19. Oktober 2019 soll in Stetten am Kalten Markt ebenfalls eine Übung der Polizei und Bundeswehr stattfinden. (Symbolfoto: Patrik Stollarz / AFP)

von Till Eckert

Aufgrund einer großen Polizei- und Bundeswehrübung diese Woche wird in einem Youtube-Video behauptet, Sicherheitsbehörden rechneten mit einer „landesweiten Terrorwelle“. Das stimmt nicht, wie das baden-württembergische Innenministerium uns mitteilt.

Am 9. April kündigte das Staatsministerium Baden-Württemberg auf seiner Webseite mehrere bevorstehende Katastrophenschutz-Übungen an, darunter auch eine Anti-Terror-Übung mit dem Titel „Terrorismus-Abwehr Exercise BWTEX 2019“ vom 17. bis zum 19. Oktober 2019.

Mehrere Medien berichteten ebenfalls über die bevorstehende gemeinsame Anti-Terror-Übung von Polizei und Bundeswehr. In einem Youtube-Video des Kanals „News 23“ vom 14. Oktober wird ebenfalls darüber berichtet, bebildert mit mit verschiedenen Videos von vergangenen Polizei- und Bundeswehrübungen und Einsätzen. Außerdem wird ein angeblicher „Hintergrund“ angegeben: „Sicherheitsbehörden rechnen mit Terrorwelle in ganz Deutschland“, heißt es im Titel.

Im Video selbst wird behauptet, die baden-württembergische Terrorabwehr erwarte eine „landesweite Terrorwelle“. Es endet mit dem Satz „Offensichtlich rechnen die Sicherheitsbehörden mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Deutschland“. Für die Behauptung werden keine Belege genannt.

Das Youtube-Video mit der falschen Behauptung zu einer angeblich erwarteten „Terrorwelle“. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Video wurde bisher mehr als 12.000 Mal aufgerufen. Ein Facebook-Beitrag mit dem Video von „News 23“ auf der gleichnamigen Facebook-Seite wurde bisher mehr als 800 Mal geteilt. Wir haben dazu beim baden-württembergischen Innenministerium nachgefragt.

Innenministerium: „Wir erwarten keine Terrorwelle“

Sprecher Renato Gigliotti antwortete per E-Mail: „Wir erwarten keine Terrorwelle, dazu gibt es derzeit keinerlei Hinweise.“ 

Außerdem schickte uns Gigliotti Hintergrundinformationen zu der anstehenden Übung, die vom 17. bis 19. September auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz in der Gemeinde Stetten am Kalten Markt stattfinden solle. Mit rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei „diese Vollübung in der Art die größte und komplexeste in der Geschichte Baden-Württembergs“.

Aus der Antwort-E-Mail des baden-württembergischen Innenministeriums zu der geplanten Übung. (Screenshot: CORRECTIV)

Am Telefon sagte Sprecher Gigliotti CORRECTIV zusätzlich, der Grund für die Übung seien Vorschriften, nach denen die Polizei und Bundeswehr regelmäßig üben müssten: „Solche Übungen gibt es auch zu Cyberabwehr, zu Katastrophenschutz und eben auch zu Terrorabwehr.“ Die geplante Übung sei die Folge einer Übung von 2017, bei der Polizei und Bundeswehr erstmals gemeinsam das Vorgehen bei terroristischen Anschlägen geübt hatten. „Es handelt sich um einen ganz normalen Umstand, dass in der Form geübt wird“, sagt Gigliotti.

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Unsere Bewertung:
Falsch. Die geplante Anti-Terror-Übung gibt es. Sicherheitsbehörden erwarten aber keine „Terrorwelle in ganz Deutschland“.

Bewertung: völlig falsch

Nein, in Weilheim wurden keine Koran-CDs mit Chemikalien gefunden

Collage Brief
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Collage Brief
Die Falschmeldung über angeblich gefährliche Briefsendungen mit Koran-CDs kursiert seit mehreren Jahren. Sie ist frei erfunden. (Screenshot und Bearbeitung: CORRECTIV)

von Cristina Helberg

Seit Jahren teilen Menschen eine Falschmeldung über Briefe mit Weihnachts-CDs, die mit giftigen Chemikalien präpariert seien. Aktuell kursiert sie wieder auf Facebook.

Ein Facebook-Beitrag vom 7. Oktober schürt im Netz Angst vor einer chemischen Substanz in Briefsendungen. Eine Nutzerin veröffentlichte ein Foto eines Briefs, der angeblich eine CD enthalte, samt der Warnung: „Die CD ist mit chemischer Substanz bearbeitet, die die Attemwege [sic!] lähmen. […] In Weilheim sind betroffene schon im Krankenhaus.“ Die CD enthalte Lieder und Aussagen aus dem Koran. Der Beitrag wurde mehr als 280 Mal geteilt. 

Wir haben die Behauptung überprüft. 

Facebook-Beitrag vom 7. Oktober mit falschen Behauptungen. (Screenshot: CORRECTIV)

Auf eine Presseanfrage von CORRECTIV antwortete die zuständige Polizeibehörde für Weilheim, Oberbayern Süd: „Bei dieser Meldung handelt es sich mit eindeutiger Sicherheit um eine Falschmeldung. In Weilheim und dem restlichen Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gab es keinerlei dieser Vorfälle.“ Zudem kursierte die Meldung laut Polizei schon 2016 und 2017 im Netz und über Whatsapp. 

Die Antwort des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf eine Presseanfrage von CORRECTIV. (Screenshot: CORRECTIV)

Medien wiesen bereits 2016 auf die Falschmeldung hin 

Auf dem verbreiteten Foto des Briefumschlags ist das Logo der Stiftung „Menschen für Menschen“ zu erkennen. Die Stiftung wies schon im Dezember 2016 auf ihrer Webseite auf die Falschmeldung hin. Bei dem Foto handelte es sich demnach offenbar um einen echten Brief der Stiftung, mit dem im November 2016 eine CD mit Weihnachtsmusik verschickt wurde.

Zwischenzeitlich kursierten laut Medienberichten auch Warnungen vor dem Brief für die baden-württembergische Stadt Weinheim und den Rhein-Neckar-Kreis. Die zuständigen Polizeibehörden haben 2016 sowohl für Weilheim als auch für Weinheim in Facebook-Beiträgen auf die Falschmeldung aufmerksam gemacht.  

Facebook-Beitrag der Polizei Oberbayern Süd von 2016. (Screenshot: CORRECTIV)

Das Foto mit den falschen Behauptungen war außerdem Thema mehrerer richtigstellender Medienberichte. Im November 2016 berichtete die Hessische Niedersächsische Allgemeine Zeitung, im Dezember 2016 die Schleswig-Holsteinische Zeitung und der Merkur und im Oktober 2017 das Schwäbische Tagblatt. Auch die österreichischen Faktenchecker von Mimikama veröffentlichten im Dezember 2016 und Dezember 2018 je einen Artikel zum Thema. 

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Unsere Bewertung:
Völlig falsch. Die Meldung von CD-Briefsendungen mit chemischen Substanzen in Weilheim ist frei erfunden.

Bewertung: teilweise falsch

Staatsanwaltschaft: Sexueller Übergriff in Bayern im September 2019 war keine „versuchte Vergewaltigung“

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Die Bundespolizei nahm bei München einen Mann wegen eines sexuellen Übergriffs auf eine Jugendliche fest. (Symbolfoto: Lukas Becker / Pixabay)

von Alice Echtermann

Die Seite Truth24 verbreitet eine Meldung über einen sexuellen Übergriff auf eine junge Rollstuhlfahrerin, der sich im September in Bayern ereignete. In der Überschrift des Artikels wird fälschlicherweise von einer versuchten Vergewaltigung berichtet. 

Die Überschrift des Artikels, den die Webseite Truth24 am 22. September veröffentlichte, lautet: „München: Senegalese versucht behinderte Rollstuhfahrerin (17) zu vergewaltigen“. Dies suggeriert etwas ganz anderes, als im Text zu lesen ist: Darin heißt es, ein Mann aus dem Senegal habe eine junge Frau im Rollstuhl sexuell bedrängt und angefasst, bis er durch zwei Zeuginnen vertrieben wurde. Der Artikel wurde auf Facebook laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 5.300 Mal geteilt.

Den Vorfall gab es, es handelte sich jedoch nicht um eine versuchte Vergewaltigung, wie die zuständige Staatsanwaltschaft bestätigte. 

Truth24 verlinkt unten im Text auf eine Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion München vom 22. September. Darin steht: „Am Samstagmittag (21. September) soll ein alkoholisierter 26-Jähriger am S-Bahnhaltepunkt Ismaning sowie ein weiteres Mal am Bahnsteig in Englschalking eine 17-jährige, behinderte Rollstuhlfahrerin sexuell belästigt haben.“ Er habe sie gegen ihren Willen angefasst. Es habe sich um einen Senegalesen gehandelt, der seit 2015 in Deutschland sei und eine gültige Aufenthaltserlaubnis besitze. 

In Englschalking sei der Mann durch zwei Zeuginnen vertrieben worden. Er sei kurz darauf festgenommen worden. In der Pressemitteilung der Bundespolizei steht außerdem: „Über die Staatsanwaltschaft München I wurde eine Blutentnahme des 26-Jährigen sowie vom Amtsgericht München die Vorführung vor dem Haftrichter wegen sexueller Belästigung gemäß § 184i StGB angeordnet.“ 

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Der Text von Truth24 übernimmt die Schilderung des Bundespolizei fast wörtlich, setzt jedoch als Überschrift „versuchte Vergewaltigung“ darüber.

Die Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion München. (Screenshot: CORRECTIV)

Staatsanwältin: Es war keine versuchte Vergewaltigung

CORRECTIV hat bei der Staatsanwaltschaft München I nachgefragt, wie der Vorfall rechtlich einzuordnen ist. Oberstaatsanwältin Anne Leiding teilte uns per E-Mail mit: „Die Bezeichnung des mutmaßlichen Tathergangs auf www.truth24.net als versuchte Vergewaltigung ist falsch. Die Meldung der Bundespolizei vom 21.09.19 schildert einen Vorfall, der nach vorläufiger rechtlicher Prüfung als sexueller Übergriff einzuordnen ist.“ 

Die E-Mail der Sprecherin der Staatsanwaltschaft München. (Screenshot: CORRECTIV)

Leiding erklärt: Ein sexueller Übergriff liege vor, wenn jemand an einer Person gegen ihren Willen eine sexuelle Handlung vornehme, sie zum Beispiel an der Brust anfasse. „Eine solche Handlung wird mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren verfolgt.“ Eine Vergewaltigung sei dagegen ein besonder schwerer sexueller Übergriff und „mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter 2 Jahren (bis zu 15 Jahren) strafbar“. Als Vergewaltigung bezeichne man Geschlechtsverkehr gegen den Willen des Opfers oder das Eindringen in den Körper des Opfers. Von versuchter Vergewaltigung spreche man, wenn zu einer solchen Tat „unmittelbar angesetzt wird“. 

Unsere Bewertung:
Teilweise falsch. Die Überschrift stellt die Tat falsch dar und führt in die Irre.