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Diese Tipps helfen, Falschmeldungen zu erkennen

Wie kann man Falschmeldungen und „Fake News“ entlarven? Bei CORRECTIV.Faktencheck recherchieren wir täglich, wie viel Wahrheit in unterschiedlichsten Arten von Behauptungen steckt. Doch auch wer nicht die Zeit hat, Inhalte ausführlich zu verifizieren, kann ein paar Dinge beachten, um nicht versehentlich Falschmeldungen zu teilen.

tipps

Wer verbreitet eine zweifelhafte Meldung?

Frage Dich, wer die Meldung verbreitet. Lässt sich herausfinden, wer hinter einer Facebook-Seite oder einem Twitter-Account steht? Ist die Webseite bekannt? Hat sie ein Impressum in dem die Verantwortlichen und Adressen aufgelistet sind?

Manchmal steht im „Über uns“-Bereich einer Webseite, dass diese Satire verbreitet, oder frei erfundene Geschichten. Daher lohnt es sich, bei unbekannten Webseiten, genauer nachzuschauen.

Doch auch Freunde oder Verwandte können Dir Falschmeldungen schicken, zum Beispiel über WhatsApp und Co. Meist glaubt man diesen eher, als anderen Meldungen im Internet, weil man seinen Bekannten einen Vertrauensvorschuss gewährt. Ist eine Mitteilung neu, aufregend, verstörend oder scheint unglaublich, kann man seine Bekannten nach einer Quelle fragen oder selbst recherchieren. Oft genügt schon eine kurze Google-Suche, um Klarheit zu schaffen.

Was steht im Text?

Falschmeldungen können auf gefälschten Webseiten versteckt sein, die in der Vorschau aussehen, als wären sie echt. Zum Beispiel gibt es Webseiten, auf denen man sich selbst „Nachrichten“ ausdenken kann.

Titel von Geschichten sind zudem oft zugespitzt, manchmal sogar schlicht falsch. Dann steht im Text etwas anderes, als der Titel vermuten lässt. Viele Leute teilen Artikel, ohne sie vorher zu lesen, einfach weil der Titel etwas verspricht.  

Ein Blick in den Text kann außerdem verschiedene Hinweise geben, ob es sich möglicherweise um Desinformation handelt. Enthält der Text Rechtschreibfehler? Hat die Seite ein chaotisches Layout? Stellt er Behauptungen auf, ohne Quellen dafür zu nennen? Entwirft der Text ein vollkommen schlüssiges Bild oder liefert allzu einfache Erklärungen für komplizierte Geschehnisse? Ist die Sprache nüchtern oder reißerisch und unseriös?

Natürlich bedeutet keiner dieser Aspekte, dass ein Text automatisch falsch oder erfunden ist. Allerdings können sie Hinweise sein, weiter zu recherchieren, bevor man eine Meldung glaubt.

Lässt sich die Geschichte verifizieren?

Nennt ein Bericht oder ein Beitrag die Quellen, aus denen die Informationen stammen? Gibt es Links zu Quellen, mit denen Du die Geschichte selbst nachprüfen kannst?

Wenn nicht, kann man selbst nach Quellen suchen. Wichtige Meldungen werden meistens von vielen Medien gleichzeitig veröffentlicht. Faktencheck-Organisationen wie CORRECTIV.Faktencheck veröffentlichen Artikel zu aktuellen Gerüchten. Bei Großereignissen und Notfällen, richte Dich nach offiziellen Meldungen von Behörden.

Da Bilder leicht verfälscht werden können, sei es durch Photoshop oder eine falsche Bildunterschrift, sollte man auch Bilder überprüfen. Das geht leicht mit der Bilder-Rückwärtssuche. Dafür lädt man ein Bild oder die URL eines Bildes bei Suchmaschinen wie Google, Yandex oder Bing hoch und bekommst als Ergebnis angezeigt, wo die Bilder zuvor erschienen sind. So kann man schnell herausfinden, ob ein Foto im falschen Kontext geteilt wird, oder manipuliert wurde.

Die Rückwärts-Bildersuche bei Google.

Eine Art von Falschmeldungen, die wir häufig sehen, sind erfundene Politiker-Zitate. Sie lassen sich leicht verifizieren, indem man das angebliche Zitat in eine Suchmaschine eingibt. Wenn Zitate ohne Quellenangabe, Ort und Datum verbreitet werden, lohnt es sich, das zu überprüfen.

Achte auf Deine Gefühle

Falschmeldungen wollen oft Gefühle wie Wut oder Angst hervorrufen, weil dadurch mehr Menschen mit der Meldung interagieren – auf sie klicken, kommentieren oder teilen. Klicks bedeuten oft Geld, und sind daher eine der Motivationen dafür, Falschmeldungen zu verbreiten.

Wer starke Gefühlsreaktionen auf eine Meldung bei sich beobachtet, kann die aufgezählten Schritte durchgehen, um sicherzugehen, Falschmeldungen als solche zu erkennen.

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