Hybride Kriegsführung

Sprengstoffdrohne in Leipzig: Alles deutet nach Moskau

Im Bundesinnenministerium gilt nach CORRECTIV-Informationen mittlerweile Russland als Drahtzieher hinter der Drohnenattacke am Leipziger Flughafen. Eine öffentliche Zuschreibung will man jedoch noch nicht riskieren.

von Till Eckert

Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle
Ukrainische Frachtmaschinen vom Typ Antonow AN-124 parken am Flughafen Leipzig/Halle. (Foto: picture alliance/dpa / Hendrik Schmidt)

Im Bundesinnenministerium wird von Russland als Drahtzieher hinter dem versuchten Anschlag am Leipziger Flughafen ausgegangen. Nach CORRECTIV-Informationen gibt es dafür intern mittlerweile „mehrere Ansatzpunkte“. Eine öffentliche Aussage dazu bleibt jedoch bisher aus, weil noch keine eindeutige Beweislage vorliegt. 

Vergangene Woche war nahe ukrainischer Antonov-Flugzeugen eine Drohne aufgefunden worden, die offenbar mit Sprengstoff bestückt war. Laut Recherchen der Tagesschau habe es sich dabei um die Stoffe PETN und Semtex gehandelt, welche in der Regel im Militärbereich verwendet werden. Ermittler hatten am Tatort kürzlich DNA-Spuren sichergestellt.

Die Bundesregierung hält sich mit einer Zuweisung zu Tätern weiter zurück, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach zunächst von „fremden Mächten“. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich bisher nicht zum Vorfall. Vergangene Woche hatten US-Geheimdienste die Tat Moskau zugeschrieben. Die russische Botschaft hat eine Verantwortung von sich gewiesen.

Nach CORRECTIV-Informationen herrscht in der deutschen Regierung eine „große Vorsicht“ vor einer klaren Zuordnung. Würde Russland als Täter bekannt und so genannt werden, wäre eine neue Bedrohungsstufe erreicht – die eine entsprechende Reaktion nach sich ziehen könnte. 

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Der Vorgang in Leipzig deute auf „höchst professionelle Arbeit“ hin, sagte Dobrindt vergangene Woche. Die Drohne sei wohl so konstruiert worden, dass sie die Sicherheitssysteme des Flughafens umgehen konnte. 

Redaktion und Faktencheck: Martin Murphy