Wohnungsmarkt

Koalitionsverhandlungen: Der Immobilienmarkt braucht mehr Transparenz

Beim Thema Immobilien sind sich die geplanten Ampel-Koalitionäre offenbar schon weitgehend einig. Unter anderem wollen sie mehr Transparenz herstellen, wer die wahren Eigentümer hinter Immobilien sind. Die drei Parteien wollen „die Verschleierung von wahren Eigentümern von Immobilien in Deutschland” beenden.

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Bei CORRECTIV haben wir mit unseren Bürgerrecherchen zu „Wem gehört die Stadt“ genau diesen Ansatz über Jahre verfolgt und aus Mangel an Transparenz selbst mehr Wissen über den Markt geschaffen.

Als Fazit unseres ersten Projektes „Wem gehört Hamburg“ 2018 hatten wir die damaligen Ideen für mehr Transparenz aufgeschrieben, unter anderem ging es darum, die Grundbücher mit dem Transparenzregister zu verknüpfen, um dubiose Firmengeflechte zu enttarnen.

Die drei Parteien wollen das nun umsetzen und die „wirtschaftlich Berechtigten“ einer Immobilie „in allen vorgeschriebenen Fällen“ im Transparenzregister eintragen lassen. In unseren Recherchen haben wir immer wieder Firmengeflechte enttarnt, bei denen vor allem Steuern verschoben wurden und deren Eigentümer weitgehend anonym bleiben. Genauso leicht kann so auch Schwarzgeld in den Immobilienmarkt fließen.

Es braucht tiefe Recherchen, um Klimawandel, Corona und unsere Spaltung anzugehen. Wo andere Medien an der Oberfläche berichten, gehen wir einen Schritt weiter. Gehen Sie mit.

Zusammen mit dem Tagesspiegel berichteten wir 2019 über das Geflecht einer Milliardärsfamilie, die über dutzende Firmen ihr Eigentum in Berlin verschleiert. Mit dem Saarländischen Rundfunk zeigten wir 2020 eine ähnliche Struktur eines Eigentümers mit Immobilien im Saarland auf.

Es wird darauf ankommen, wie konkret die Pläne der möglichen Ampel-Regierung aussehen werden. Im Transparenzregister, in dem die wahren wirtschaftlichen Berechtigten einer Firma sichtbar sein sollen, gibt es immer noch zu viele Lücken, sodass viele Firmen ihre Einträge bisher verhindern.