Salon5, die Jugendredaktion von CORRECTIV, begleitete in den vergangenen Wochen zahlreiche Erstwählende mit Schulworkshops zum Thema Desinformation, um sie auf die kommenden Landtagswahlen in Mecklenburg Vorpommern vorzubereiten. Als Abschluss der Workshop-Offensive gab es am Donnerstag, dem 17.09. von 12:30 Uhr bis 15:00 Uhr eine Diskussionsveranstaltung mit Erstwählenden im Kulturzentrum STRAZE in Greifswald.
Erstwählende sind über die sozialen Netzwerke besonders anfällig für Desinformation und Manipulation. Salon5 hat deshalb, finanziert von der Peter-Möhrle-Stiftung, eine starke Aufklärungsoffensive mit praxisnahen Beispielen und Workshops durchgeführt, die direkt an die Lebens- und Nutzungsrealität von Jugendlichen angepasst sind. Dort lernten die Teilnehmenden, wie sie Falschbehauptungen erkennen, Quellen prüfen und sich faktenbasiert eine Meinung bilden können.
Bei der Abschlussveranstaltung erreichte die Offensive gegen Desinformation von Salon5 ihren Höhepunkt. Im Mittelpunkt stand zunächst der Alltag der Jugendlichen selbst: Im Format „Make it real“ diskutierten sie anhand von Memes, was sie direkt betrifft, was sie stört und was sie verändern würden. Im Zentrum standen dabei zwei Themen: Konzerte und der öffentliche Personennahverkehr. Kritisiert wurde vor allem, dass Konzerte oft schlecht erreichbar sind und der ÖPNV – besonders in ländlichen Gegenden – nur selten fährt. Greifswald-spezifisch wurde zudem bemängelt, dass Jugendkultur in der Stadt kaum sichtbar sei: Viele Jugendliche erfahren von Events oft erst im Nachhinein. Ein weiteres zentrales Thema war die Hitze in den Klassenzimmern – im vergangenen Sommer wurden dort Temperaturen von 39 Grad gemessen, ohne dass Schule oder Politik bislang eine Lösung gefunden hätten.
Im Anschluss diskutierten die Jugendlichen in einem „1, 2 oder 3″-Spiel in Kleingruppen die Positionen der Parteien zu den Themen Kultur, Bildung und ÖPNV und setzten sich dabei intensiv mit den Wahlprogrammen und deren Auswirkungen auf ihren Alltag auseinander.
Die Grundlage für diese fundierte Diskussion legten die vorangegangene Faktencheck-Workshops, an denen auch diese Klasse teilgenommen hatte: Dort lernten die Jugendlichen, Fakten von Meinungen zu unterscheiden, Falschinformationen zu erkennen und seriöse Quellen zu identifizieren. Diese Vorbereitung ermöglichte eine Diskussionskultur, in der sich die Jugendlichen selbstbestimmt mit den Parteiprogrammen auseinandersetzen konnten.