In eigener Sache

CORRECTIV intensiviert Zusammenarbeit mit ukrainischen Medien

Seit 2024 arbeitet CORRECTIV mit und für eine unabhängige Medienlandschaft in der Ukraine. Was als Studie zum ukrainischen Lokaljournalismus begann, ist mittlerweile zu zwei Partnerschaften herangewachsen, die unabhängige Medien und investigative Journalistinnen und Journalisten im Land unterstützen. Beide Projekte sind Teil von CORRECTIV.Europe.

KCH_8362
Gemeinsam für unabhängigen Journalismus: CORRECTIV.Europe stärkt den Austausch mit ukrainischen Medienschaffenden und unterstützt lokale Redaktionen.

Unabhängiger Journalismus spielt eine zentrale Rolle in der Ukraine. Lokale und regionale Medien informieren die Bevölkerung, machen Machtstrukturen transparent und sorgen unter außergewöhnlichen Bedingungen für verlässliche Informationen. Der Krieg, sinkende Einnahmen und ein zunehmend schwieriges Informationsumfeld setzen unabhängige Medien jedoch immer stärker unter Druck.

Eine Studie von CORRECTIV.Europe aus dem Jahr 2024 hat gezeigt, wie sich unabhängige Medien langfristig stärken lassen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Ansatz, der die jeweilige Community vor Ort stark einbindet. Gemeinsam mit dem Lviv Media Forum setzen wir diese Empfehlungen nun im „Community Engagement Hub“ um: Das Projekt entwickelt community-orientierte Lösungen und unterstützt Medien dabei, ihre Angebote weiterzuentwickeln und neue Einnahmequellen zu erschließen. Fünf unabhängige ukrainische Lokalredaktionen erhalten Mentoring und Fördermittel von bis zu 10.000 Euro. Damit können sie neue Formate erproben und nachhaltige Finanzierungsmodelle entwickeln.

Gleichzeitig spielt investigativer Journalismus in Kriegszeiten – und mit Blick auf den Wiederaufbau – eine besonders große Rolle. Gemeinsam mit der Media Development Foundation hat CORRECTIV.Europe deshalb das „Media Innovation Lab“ entwickelt. Das Trainings- und Austauschprogramm stärkt die Recherchekompetenzen ukrainischer Investigativjournalisten und -journalistinnen  fördert den Austausch zwischen Redaktionen. Ukrainische Medienschaffende verbringen drei Wochen in der CORRECTIV-Redaktion in Berlin. Im Gegenzug reisen Reporterinnen und Reporter von CORRECTIV.Europe nach Kyjiw, um vor Ort Einblicke in relevante Recherchethemen zu gewinnen und langfristige Kontakte zur ukrainischen Medienlandschaft aufzubauen.

Alle ukrainischen Teilnehmenden werden zudem Mitglieder des CORRECTIV.Europe-Netzwerks. Das Netzwerk bietet Journalistinnen und Journalisten, die lokal arbeiten, europaweit einen Raum, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam länderübergreifende Recherchen zu entwickeln. Beiden Projekten liegt dieselbe Idee zugrunde: Unabhängiger Journalismus wird widerstandsfähiger, wenn Medienschaffende und Medienorganisationen zusammenarbeiten. Der Austausch zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kontexten eröffnet neue Perspektiven auf die Berichterstattung und schafft ein tieferes Verständnis für Europa.

Beide Initiativen werden vom Auswärtigen Amt unter dem Programm zur Östlichen Partnerschaft gefördert.