In eigener Sache

Jugendredaktion Salon5: „So etwas verlernt man nicht“

Salon5 wirkt über die Jugendredaktion hinaus. Die Evaluation zeigt: Wer hier Journalismus selbst macht, gewinnt Selbstvertrauen, lernt Quellen kritisch zu hinterfragen und nimmt diese Fähigkeiten mit ins Leben und gibt sie an andere weiter.

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Seit Jahren begleiten wir in unserer Jugendredaktion Jugendliche dabei, das journalistische Handwerk zu erlernen und sich in einer komplexen Medienwelt sicherer zu bewegen. Doch eine Frage hat uns zunehmend beschäftigt: Was bleibt, wenn die aktive Zeit bei Salon5 vorbei ist?

Um das herauszufinden, haben wir eine unabhängige Evaluation in Auftrag gegeben mit Blick auf unser Team, ehemalige Teilnehmende und aktuelle Jugendreporter und Jugendreporterinnen. 

Am auffälligsten: gestärktes Selbstbewusstsein, das alle befragten Alumni unaufgefordert als zentralen Effekt nennen. Möglich wird das durch eine Feedbackkultur auf Augenhöhe, die sich bewusst von schulischen Bewertungslogiken unterscheidet. Besonders nachhaltig wirkt der kritische Umgang mit Quellen: 84 % der Alumni geben an, dieses Handwerkszeug bis heute aktiv zu nutzen. „So etwas verlernt man nicht“, sagt eine von ihnen.

Die Wirkung verankert sich tief. Das hat auch mit dem richtigen Zeitpunkt der Teilnahme in der Jugendredaktion zu tun: Der Einstieg zwischen 13 und 15 Jahren trifft eine Lebensphase, in der sich Haltungen besonders nachhaltig einprägen. Eine Ehemalige beschreibt es so: „Das war der Ort, an dem ich erwachsen geworden bin und an dem ich gelernt habe, eine starke, laute, junge Frau zu sein und zu wissen, wo mein Platz ist. Und zwar da, wo ich sein möchte – egal wo.“

Besonders schön zu beobachten ist wie sich die Wirkung auch über die teilnehmenden Jugendlichen hinaus weiter entfaltet. Viele Alumni geben die erlernte Feedbackkultur aktiv an jüngere Jugendreporter und Jugendreporterinnen oder ihr eigenes Umfeld weiter. Es entsteht ein Kreislauf, der die Jugendredaktion Salon5 und ihre Werte über Generationen hinweg lebendig hält.

Acht von 25 befragten Alumni sind tatsächlich journalistisch tätig geworden. Aber auch darüber hinaus bleiben Fähigkeiten zu Recherche, Interviewführung und kritisches Denken bei fast allen bestehen. Der Beweis, dass Salon5 nicht nur auf einen Beruf vorbereitet, sondern auf ein selbstbestimmtes Leben.

Genau das ist unser Anspruch: dort zu wirken, wo es für Jugendliche wenige Angebote gibt, sie dort abzuholen, wo sie stehen, und ihnen zu zeigen, dass sie ein wichtiger, gleichwertiger Teil unserer Gesellschaft sind.

Salon5 ist und bleibt ein Ort, an dem junge Menschen Journalismus und Medien selbst machen können. In Form von Podcasts, Instagram-Beiträgen, TikTok- und Youtube-Videos können sie sich mit Themen beschäftigen, die sie interessieren und bewegen. Inzwischen sind wir an fünf Standorten vertreten: Bottrop, Dortmund, Hamburg, Greifswald und Chemnitz.