Auch 2014 bleibt die Null stehen: Im deutschen Fußball wurde noch nie ein Doper durch eine Trainingskontrolle überführt. Im vergangenen Jahr analysierten die Kontrolleure 656 Trainingstests. Kein einziger war positiv. Das steht im gestern veröffentlichten Jahresbericht der NADA.

Die ineffektiven Trainingskontrollen werden schon seit Jahren von Dopingexperten kritisiert. Der Wissenschaftler Perikles Simon spricht von vier Mal effektiveren Kontrollen im Wettkampf als im Training. Der neue Jahresbericht der NADA bestätigt die Ergebnisse für den gesamten Sport. Nur im Eishockey, Eisschnelllauf und Volleyball flog im Jahr 2014 jeweils ein Sportler auf. Eine Erfolgsquote von 0,035 Prozent, wie sich aus dem Jahresbericht mit 8.652 Trainingskontrollen ausrechnen lässt (>> PDF Jahresbericht).

Die Null-Prozent Quote im Fußball ist dabei besonders beeindruckend. Noch nie ist ein deutscher Fußballer im Training positiv getestet worden.

Dennoch ist klar, dass im Fußball gedopt wird. Das zeigt nicht nur die regelmäßige Berichterstattung, das zeigen auch die Jahresberichte der NADA. Dort finden sich auch im Jahr 2014 ein paar konkrete Fälle. Durch die Kontrollen im Wettkampf wurden drei Fußballer erwischt. Hier noch einmal in der Übersicht:

April
Mickael Poté (Dynamo Dresden)
Substanz: Salbutamol
Sperre: Verwarnung

September
Joseph Mensah (FC Schweinfurt)
Substanz: Ampethamine
Sperre: 2 Jahre

Dezember
Cebio Soukou (Sportfreunde Lotte)
Substanz: Methylhexanamin
Sperre: 5 Monate

Darüberhinaus gab es zwei weitere positiven Proben, die aber nicht als Dopingverstoß geahndet wurden. Im Mittelpunkt stand jeweils eine Infusion. Wir wissen nicht, welche Substanzen die Fußballer sich verabreicht haben. Da eine der beiden Kontrollen im Training stattfand, kann es sein, dass die Substanz nur im Wettkampf verboten gewesen ist. Wir haben bei der NADA und dem DFB nachgefragt. Sobald wir eine Antwort erhalten, werden wir den Artikel aktualisieren.

Die NADA hat uns heute morgen zu den zwei Fällen geantwortet. Wir zitieren hier die komplette Antwort der NADA zu den beiden nicht geahndeten Fällen. In beiden Fällen habe die NADA entschieden, da es sich hier nicht um mögliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen gehandelt haben soll und kein Ergebnismanagementverfahren begonnen.

Fall 1

Bei dem ersten Fall handelte es sich um einen Anfangsverdacht eines versuchten Gebrauchs einer verbotenen Methode (Infusion). Dies resultierte aus den Angaben auf dem Dopingkontrollformal bei einer Trainingskontrolle. Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass es sich um eine zulässige Behandlung handelte und somit kein Tatbestand und auch kein Dopingverstoß vorlag. Es handelte sich um einen Fall im Frauenfußball.

Fall 2

Im zweiten Fall handelte es sich um einen Regionalliga Fußballer. Hier lagen Anhaltspunkte außerhalb einer Kontrolle vor. Wir haben eine Mitteilung erhalten, dass möglicherweise Infusionen gegeben worden sind. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine zulässige Injektion handelte, so dass auch hier kein Tatbestand und somit kein Dopingverstoß vorlag.

Mit der Saison 2014/2015 wurden erstmals Blutkontrollen im Wettkampf eingeführt. Uns gegenüber kündigte der DFB letztes Jahr „rund 140-150 Wettkampfblutkontrollen“ an. Die Zahlen aus dem Jahresbericht der NADA, die sich nur auf die Hälfte der Saison beziehen, liegen leicht unter der Quote. Es gab 64 Blutkontrollen nach einem Fußballspiel.