Schenk mir dein Herz!
Rund 8.000 Menschen im Land warten auf eine Organspende. Doch das Angebot ist viel zu klein – auch, weil die Politik geplante Reformen noch nicht durchgebracht hat.

Liebe Leserinnen und Leser,
ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Ich persönlich kann mir keinen Grund vorstellen, warum nicht ein anderer Mensch mein Herz oder meine Nieren bekommen sollte, falls ich zum Beispiel in einem Unfall sterben sollte.
Um diesen Willen ganz klar auszudrücken, habe ich mir vor zwei Jahren zusätzlich zum Spenderausweis ein Organspende-Tattoo auf den Unterarm stechen lassen.
Mit einem solchen Tattoo sollen Ärztinnen im Krankenhaus zweifelsfrei erkennen können, dass eine eingelieferte Person, die schon hirntot ist, es wirklich ernst meinte – für den Fall, dass Angehörige versuchen, ihr Veto gegen eine Organentnahme einzulegen.
In Deutschland leben nämlich mehr als 8.000 Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Es gibt eigentlich recht einfache politische Lösungsideen, um den Mangel zu lindern – doch sie haken. Warum, steht im Thema des Tages.
Nun zum Thema für die Cartoon-Arena nächste Woche. Sie haben abgestimmt und sich für dieses Thema entschieden: Die EU macht den Weg für Abschiebezentren in Drittstaaten frei. Das dürfte wieder mal spannend werden.
Ich hoffe, Sie sind gut in die Woche gestartet! Schreiben Sie mir gern Ihre Gedanken zur Organspende: anette.dowideit@correctiv.org.
Thema des Tages: Schenk mir dein Herz!
Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste
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Faktencheck: Pfizer-Dokument belegt keine 80 Prozent Fehlgeburten bei geimpften Schwangeren
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Der Grund, weshalb so viele Menschen in Deutschland teils Jahre auf ein Spenderorgan warten müssen, ist eigentlich ein bürokratischer: Man muss aktiv zustimmen und etwas Zeit aufwenden, um zur potenziellen Spenderin oder zum Spender zu werden.
Die Bereitschaft wäre bei den meisten Leuten eigentlich da. 85 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland befürworten Organspende, geht aus einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor. Aber: Lediglich 45 Prozent der Befragten haben diese Entscheidung auch entsprechend dokumentiert.
Was also tun, und woran hakt es dabei? Meine Kollegin Karolin Arnold hat den aktuellen Stand der Debatte in diesem heute veröffentlichten Text aufgeschrieben.

Das Wichtigste:
2020 gab es schon mal einen politischen Vorstoß: Damals sollte eine sogenannte Widerspruchslösung eingeführt werden. Das heißt: Jeder, der nicht aktiv widerspricht, kommt dann erstmal automatisch als möglicher Spender infrage. So wird es zum Beispiel in Spanien schon seit 1979 gehandhabt – und dort gibt es deutlich mehr potenzielle Spender pro Einwohner.
Vor sechs Jahren stimmte der Deutsche Bundestag aber nicht zu – und seitdem lag das Thema mehr oder weniger auf Eis.
Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß …
… und zwar parteiübergreifend von CDU, SPD, Grünen und Linken. Sie wollen es noch einmal mit der Widerspruchslösung probieren.
Die Befürworter in der Politik – und auch von Patientenverbänden – erklären das derzeitige Problem damit: Viele Menschen seien einfach nicht bereit, sich mit ihrem eigenen Tod zu beschäftigen. Sie würden ihn lieber verdrängen, und sich infolgedessen auch nicht damit auseinandersetzen wollen, was im Falle eines Falles mit ihren Organen geschehen solle. Der Chef der Deutschen Stiftung Organtransplantation sagte uns: Eine Widerspruchslösung würde dazu führen, dass sich die Menschen im Land dann mit dem Thema auseinandersetzen MÜSSTEN. Und was im besten Fall zu mehr spendenbereiten Leuten führt.
Woran es hakt?
Es gibt offenbar viele, die damit hadern: zum Beispiel aus religiösen Gründen oder weil sie es übertriebenen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte empfinden, wenn man aktiv widersprechen muss.
Es gibt seit ein paar Jahren eine Art Zwischenlösung:
Und zwar das sogenannte Organspende-Register. Dort kann man sich (zusätzlich zum Organspende-Ausweis oder zu seiner Patientenverfügung) eintragen und seinen Willen ganz klar festhalten: Welche Organe sollen im Todesfall NICHT entnommen werden? Oder: Soll generell nichts entnommen werden? Dieses Register dient auch wiederum dazu, dass bei Ärzten im Krankenhaus keine Missverständnisse aufkommen.
Allerdings haben sich dort erst rund eine halbe Million Menschen eingetragen. Käme es demnächst doch zur gesetzlichen Widerspruchslösung, würde dieses Register aber stark an Bedeutung gewinnen: Es wäre dann DER maßgebliche Ort für die Willensdokumentation.
Übrigens …
… sind jene, die in Deutschland zur Organspende bereit sind, deutlich häufiger Frauen.
Berlin und Paris stoppen Kampfjet-Projekt FCAS
Bundeszanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich darauf verständigt, das gemeinsame Kampfflugzeug-Projekt FCAS zu beenden. Der Jet sollte im Jahr 2040 den Eurofighter ablösen. Bei der Entwicklung des gemeinsamen Kampfjets konnten sich der französische Dassault-Konzern und der deutsch-französische Luftfahrtkonzern Airbus laut Medienberichten nicht auf die Arbeitsanteile und die Patentrechte für Neuentwicklungen einigen.
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Deutschland verstößt gegen EU-Recht mit Lohntransparenzregelung
Von heute an verstößt Deutschland gegen EU-Recht, weil es die neuen Vorgaben zur Lohntransparenz nicht rechtzeitig umgesetzt hat. Brüssel droht nun mit einem Verfahren. Das Familienministerium will das deutsche Recht in den kommenden Monaten bis Anfang 2027 anpassen. Die Änderungen sollen den Gender-Pay-Gap verringern. Beschäftigte sollen künftig erfahren, wie hoch das durchschnittliche Entgelt für vergleichbare Tätigkeiten ist – aufgeschlüsselt nach Geschlecht.
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Nach ersten Hochrechnungen hat der prowestliche Regierungschef Nikol Paschinjan die Parlamentswahlen in Armenien gewonnen. 57 Prozent stimmten für seine Partei „Zivilvertrag“. Die prorussische Partei „Starkes Armenien“ wurde mit 21 Prozent stärkste Oppositionskraft. Paschinjan regiert seit 2018 und strebt seitdem einen EU-Beitritt an. Der Krieg mit Aserbaidschan 2023, bei dem Russland untätig blieb und sein Image als Schutzmacht einbüßte, bestärkte diesen Kurs.
tagesspiegel.de

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Die Mission: Eine Einladung zu einem geheimen Treffen mit bedrohlichen Absichten landet in der Redaktion. Eine Journalistin fällt plötzlich aus. Jetzt liegt es an den Spielern. Sie müssen Hinweisen folgen, Fakten verknüpfen und möglichst schnell herausfinden, wer hinter dem Treffen steckt – bevor es zu spät ist. Sie arbeiten wie Investigativ-Journalisten. Sie brauchen Teamgeist, Geschick und einen klaren Kopf. Können sie am Ende die Chefredaktion von ihrer Recherche überzeugen?
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