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Es ist der größte Steuerraub in der Geschichte Europas. Eine Bande von Bankern und Anwälten hat die Staatskassen von elf europäischen Ländern ausgeplündert. Wir fanden heraus: 55,2 Milliarden Euro sind weg. CORRECTIV hat ein Jahr lang recherchiert, zusammen mit 18 Medienpartnern aus zwölf Ländern. Wir haben 180.000 Seiten ausgewertet, mit Insidern gesprochen und uns im Finanzzentrum London als Milliardäre ausgeben.

London, 7. August 2018

Sie haben die Suite auf 18 Grad heruntergekühlt. Jede Schweißperle auf der Stirn wäre verräterisch. Sie dürfen nicht nervös wirken. Der Gast, den sie erwarten, hat nervös zu sein.

Der Blick vom 37. Stock des „Shard“ macht sie leicht schwindlig. Vor der bodentiefen Fensterfront tigern die beiden Männer auf und ab. Der eine plappert aufgekratzt in einem fort, der andere ist still, äußerlich entspannt. Die ganze Londoner City breitet sich unter ihnen aus: Die Themse, Canary Wharf, Tower Bridge, St. Paul’s Cathedral. In den Glastürmen des Finanzdistrikts spiegeln sich die Sonnenstrahlen. Die Menschen unten auf der Promenade, sie sind klein wie Ameisen.

Der Duft der Orchideen in der Porzellanvase liegt schwer in der Luft. Die Flasche Veuve Cliquot kühlt im Eiseimer auf dem Glastisch. Alles steht bereit. Fünf Kameras sind installiert. Eine in einer scheinbar achtlos auf dem Tisch abgelegten Windsor-Tüte. Eine zwischen den Buchdeckeln eines Thrillers im Regal. Sie alle richten sich auf einen noch leeren Sessel der Sitzgruppe.

Als das Telefon um 13.51 Uhr klingelt, neun Minuten zu früh, zucken sie kurz zusammen. Die Singapurerin im eng geschnittenen schwarzen Etui-Kleid hebt den Hörer ab und raunt ihnen zu: „Er ist da.“

Hinter den Kulissen der CumEx-Files

Zwei Reporter geben sich als Milliardäre auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten aus, um zu belegen: Der Steuerraubzug geht weiter. Im Making-Of zeigen wir, wie sie das Undercover-Treffen mit einem Investmentbanker planten, Journalisten aus zwölf Ländern zusammenbrachten und einen Insider vor die Kamera holten. Er führt tief ins Innere der Cum-Ex-Maschinerie. In Interviews teilen weitere Quellen und Experten ihre Perspektiven auf den Cum-Ex-Komplex.

Making of CumEx-Files

27 Min

Der Insider

72 Min

Der Whistleblower

4 Min

Der Alarmgeber

3 Min

Der Anwalt

3 Min

Der Politiker

4 Min

Veröffentlichungen

Das CumEx-Files Netzwerk

38 Reporter, 19 Newsrooms, 12 Länder. Gemeinsam durchwühlten sie 180.000 Seiten Dokumente. Hier erzählen Journalisten und Mitarbeiter, warum so eine länderübergreifende Recherche notwendig ist, wie sie in der Praxis funktioniert und was sie herausgefunden haben.

Trailer

1 Min

Die Technologie

2 Min

Die Motivation

2 Min

Die Kommunikation

3 Min

Die Kooperation

3 Min

Die Ergebnisse

2 Min

Der Film

Seit mehr als zwei Jahren recherchieren die Reporter von Panorama und CORRECTIV zum größten Steuerraub aller Zeiten. Der Film „Der Jahrhundertcoup” lief am 10. Oktober 2019 um 21:45 Uhr in der ARD.

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CumEx auf der Bühne

»Seriös, skandalös, performativ, zynisch, unterhaltsam und entlarvend.« Die Geschichte von Cum-Ex ist ein Drama in mehreren Akten – und idealer Stoff für ein Theaterstück. Der Regisseur Helge Schmidt bringt die Recherchen der Reporter auf die Bühne. Das Stück wurde mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet.

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Das CumEx-Files Team

Oliver Schröm

CORRECTIV, Chefredakteur

Chefredakteur von CORRECTIV und einer der Initiatoren der CumEx Files. Oliver ist Autor von zehn Enthüllungsbüchern, darunter Bestseller über Geheimdienst-, Politik- und Medizinskandale. 2010 gründete er das Investigativ-Team des stern und leitete es bis zu seinem Wechsel zum ARD-Magazin Panorama. Im stern berichtete er 2014 erstmals über Cum-Ex-Geschäfte deutscher Anleger und Banken. Bei Panorama enthüllte er mit Kollegen, welches Ausmaß die Cum-Ex-Deals in Deutschland angenommen hatten. Seine vielfach ausgezeichneten Recherchen und wachsende Dokumentensammlung bildeten die Grundlage für die Cumex Files.

christian-salewski

Christian Salewski

Panorama/NDR, Reporter

Panorama-Reporter vor und hinter der Kamera, freier ZEIT-Autor und – nach zwei Jahren auf der Spur der Steuerräuber – einer der Ideengeber und Koordinatoren der CumEx-Files. Christian hat Politik studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert, in Israel und als Arthur F. Burns Fellow bei ProPublica in New York gearbeitet sowie das Recherche-Startup Follow the Money gegründet. Seine Recherchen und Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet. Einer der Cum-Ex-Hauptbeschuldigten bezeichnete ihn als deutschen Michael Moore. Christian bedankt sich für das Kompliment.

Olaya Argüeso

El Confidencial, Datenjournalistin

Datenjournalistin und Expertin für Wirtschafts- und Finanzthemen, seit Oktober 2018 bei CORRECTIV. Arbeitete für den wichtigsten Radiosender Spaniens, Cadena SER, hat eine geisteswissenschaftliche Ausbildung, begeistert sich aber inzwischen fürs Programmieren. Bei ihren Recherchen verbindet sie Computersprache mit klassischen Recherche-Fertigkeiten – und will mit dieser Kombination investigativen Journalismus auf die nächste Stufe bringen. Bei ihren Besuchen in Berlin blieb trotzdem Zeit für Nicht-Journalistisches: Zur Entspannung besucht sie gern den Flohmarkt am Bodemuseum.

Frederik Richter

CORRECTIV, Stellvertretender Chefredakteur

Stellvertretender Chefredakteur von CORRECTIV. Für Frederik muss eine gute Recherche Grenzen überschreiten. Zwischen Ländern, aber vor allem auch die zwischen Politik und Wirtschaft. Ihn treibt die Frage um, wie deutsche und europäische Konzerne weltweit durch Korruption die Demokratie untergraben. Vor seinem Einstieg bei CORRECTIV 2015 hat Frederik zehn Jahre im Nahen Osten und Südostasien als freier Journalist und Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters gearbeitet. In Bahrain deckte er einen Bankenskandal auf und berichtete über den arabischen Frühling.

Manuel Daubenberger

Panorama/ARD, Reporter

Studierte Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Sinologie und volontierte beim Norddeutschen Rundfunk. Seit 2014 arbeitet er als freier Reporter unter anderem für die ARD-Sendungen Panorama, für extra 3 und Die Zeit. Gemeinsam mit Co-Autoren wurde er unter anderem mit dem Helmut Schmidt Journalistenpreis, dem Georg von Holtzbrinck Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seit Beginn der Cum-Ex-Recherchen musste er so viele Akten lesen, dass er abends kein Buch in die Hand nehmen konnte.

Anne Michel

Le Monde, Reporterin

Investigativ-Journalistin bei Le Monde. Seit vielen Jahren Chronistin der Finanzbranche und ihrer Auswüchse, die im Jahr 2008 ihren Höhepunkt fanden. War Teil der Panama Papers, der Paradise Papers und des Daphne Projekts des Netzwerk Forbidden Stories, das sich dafür einsetzt, die Arbeit getöteter oder bedrohter Journalisten fortzuführen. Mag Wirtschafts- und Finanzthemen, besonders wenn es um Steueroasen und Offshore-Geheimnisse geht. Die Recherche an den CumEx Files erinnert Anne an einen Detektivthriller – inklusive verbrecherischer Geschäfte und korrupter Banker.

Tom Koerkemeier

Reuters, Reporter

Seit 2010 bei Reuters. Berichtete über Finanzmärkte in Frankfurt und die EU in Brüssel und ist nun in Berlin stationiert, um Deutschlands Finanzpolitik zu verfolgen. Gewann zusammen mit Kollegen den Deutschen Journalistenpreis. Liebt Tauchgänge und Schweizer Literatur.

Sylke Gruhnwald

Republik, Mitglied der Chefredaktion

Mitglied der Chefredaktion von Die Republik in der Schweiz. Mit ihrem Netz aus Informanten von Russland bis ins südliche Afrika und ihrer Kenntnis von Gesetzeslücken könnte sie auch ein Verbrechersyndikat aufbauen. Wuchs in München auf, studierte in Wien Betriebswirtschaft und Mandarin und blieb im Studentenjob beim Economist hängen. 2012 kam sie zur Neuen Zürcher Zeitung und baute dort das Datenteam auf. 2014 wechselte sie zum Schweizer Fernsehen, 2016 zum Beobachter. Für die Cum-Ex-Recherche musste sie sich erstmals seit Jahrzehnten mit Steuerrecht beschäftigen. Das war ihre letzte Prüfung im BWL-Studium.

Stefan Melichar

Addendum, Reporter

Ist Investigativ-Journalist bei der österreichischen Plattform Addendum. Er berichtet vor allem über Wirtschaftskriminalität und Korruption. Seit einigen Jahren wirkt er regelmäßig an internationalen Kooperationen wie Offshore-Leaks, Swiss-Leaks oder Panama Papers mit. Ist Fan von Inspektor Columbo – und von seiner speziellen Art, die entscheidenden Fragen zu stellen.

Felix Rohrbeck

ZEIT, Reporter

Redakteur im Wirtschaftsressort der ZEIT. Er arbeitet gerne investigativ und crossmedial. Vorher war er Volontär beim Norddeutschen Rundfunk, Redakteur bei den Gruner & Jahr Wirtschaftsmedien und Mitgründer des journalistischen Start-ups Follow the Money. Besonders belustigt hat ihn bei der Cum-Ex-Recherche, dass die Steuerräuber gerne über den bei Teenagern beliebten Messenger-Dienst Snapchat kommunizierten. Der Grund: Die Nachrichten werden automatisch nach ein paar Sekunden gelöscht.

John O'Donnell

Reuters, Reporter

Ist Europa-Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters mit Sitz in Frankfurt. Davor lebte er fünf Jahre lang in Brüssel und konnte aus nächster Nähe beobachten, wie die Eurokrise begann. Er berichtete unter anderem über Finanzkriminalität und enthüllte russische Geldwäsche in Russland. Zuvor arbeitete John für die Sunday Times in London. Schätzt die Zusammenarbeit mit Journalisten aus ganz Europa – denen es gelang, einen Betrug zu erklären, von dem viele Banker hofften, dass er unbemerkt blieb.

Jeremie Baruch

Le Monde, Reporter

Arbeitet seit 2003 für Le Monde und beschäftigt sich seit vier Jahren mit Steueroasen und Finanzfragen. Ironischerweise geht ihm sein Bankberater seitdem aus dem Weg. Zwischen seinen Recherchen bereitet er als Infografiker Tabellen auf und verwandelt Zahlen in leicht verständliche Bilder.

Lars Bové

De Tijd, Reporter

Journalist und Koordinator für investigative Recherche der belgischen Zeitung De Tijd. Schreibt vor allem über Kriminalität, Justiz, Sicherheits- und Finanzthemen. Als Reporter hat er Skandale aufgedeckt, die die belgische Regierung zum Rücktritt zwangen. Lars begann seine Arbeit beim belgischen Magazin Humo. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem für seinen Beitrag zu den Luxemburg Leaks. Außerdem schrieb er einen Bestseller über den belgischen Geheimdienst.

Niels Fastrup

Danmarks Radio(DR), Reporter

Studierte Philosophie an der Universität Kopenhagen und wurde dann Investigativ-Journalist. Seit 2013 arbeitet er beim dänischen öffentlich-rechtlichen Sender DR. Sein Fokus liegt darauf, Skandale im organisierten Verbrechen, den politischen Eliten, großen Firmen und im Finanzsektor aufzudecken. Am Thema Cum Ex arbeitet er seit 2015. Damals sagte sein Boss ihm: Finde heraus, wer Dänemark um 1,7 Milliarden Euro beklaut hat!

Ruth Fend

CORRECTIV, Stellv. Chefredakteurin

Bis zu ihrem Start als Stellvertretende Chefredakteurin von CORRECTIV im September 2018 hat Ruth sich erfolgreich von Datensticks ferngehalten. Im Kommentar-Team der Financial Times Deutschland erklärte sie die Welt, danach berichtete sie drei Jahre lang aus Peking. Als Redaktionsleiterin von Business Punk und als Chefredakteurin von NEON und Nido war es ihr Ziel, Geschichten so aufzubereiten, dass man sich ihnen nicht entziehen kann. Selbst, wenn sie so sperrige Namen wie Cum Ex und Cum Cum tragen und 55.000 Anschläge lang sind.

John Hansen

Politiken, Reporter

Investigativ-Redakteur bei Politiken, Dänemarks größter Tageszeitung. Zuvor Journalist bei Jyllands-Posten. Ist Mitglied des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), war Teil der SwissLeaks, des Panama-Papers- und des Paradise-Papers-Teams. Mitglied und Mitbegründer der European Investigative Collaboration (EIC).

Knut Kainz Rognerud

SVT, Reporter

Investigativ-Reporter beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Schwedens und einer der profiliertesten Autoren und Wirtschaftsjournalisten des Landes. Zuvor war er Investigativjournalist bei Schwedens größter Tageszeitung Dagens Nyheter. 2004 gewann Knut die Goldene Schaufel, Schwedens wichtigste Auszeichnung für investigative Recherche. Eine Dokumentation war außerdem für die Goldene Nymphe, einen internationalen Filmpreis in Monte Carlo, nominiert.

Jennifer Lange

NDR Info, Reporterin

Wirtschaftsjournalistin beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Sie arbeitet fürs ARD-Fernsehen und NDR-Info. Ergibt sich spontan eine spannende Situation, dreht sie auch mal mit dem Smartphone. Sie spricht genauso schnell wie „Karla Kolumna – die rasende Reporterin“, ist ständig unterwegs und gibt nicht so schnell auf, wenn eine Recherche sie erstmal gepackt hat. Für die CumEx-Files machte sie die vielen Interviews für den Podcast hörbar und gab den Szenen Leben in Form von Geräuschen, Tönen und Musik.

Tanja Nyrup Madsen

Danmarks Radio(DR), Reporterin

Arbeitet seit 20 Jahren als Print-, Radio- und TV-Journalistin. Gründete das preisgekrönte Radio-Investigativ-Magazin P1Dokumentar des dänischen Rundfunks und war Vizepräsidentin des dänischen Verband für Investigativjournalismus. Aktuell ist sie leitende Redakteurin von P1Morgen, dem Morgenprogramm des dänischen Radios. Hat eine Schwäche für eingängige Rhythmen: Seit 1990 hat sie das Jazz Festival in Kopenhagen nur ein einziges Mal verpasst.

Anne-Lise Bouyer

CORRECTIV, Leiterin des Tech-Teams

Leiterin des Tech-Teams von CORRECTIV. Anne-Lise koordinierte die Entstehungder verschlüsselten Datenbank für die Cum-Ex-Files, in der das internationale Reporterteam sicher kommunizieren konnte. Für Correctiv managte sie außerdem den CrowdNewsroom. Nach ihrem Informatik-Studium co-gründete sie 2012 die Agentur Journalism++ und konzipierte neue, auf Datenjournalismus basierte Erzählformen. Anne-Lise koordinierte das mit dem European Press Prize und dem Data Journalism Award ausgezeichnete Projekt Migrants’ Files, bei dem Journalisten aus 15 Ländern recherchierten, welche finanziellen und menschlichen Kosten die europäische Flüchtlingspolitik hat.

Marta Orosz

CORRECTIV, Reporterin

Mit ihren Recherchen über sexuelle Belästigung beim WDR hat Marta für Aufruhr gesorgt und die flächendeckende Aufarbeitung in Gang gesetzt. Am liebsten recherchiert sie zu Handels- und Wirtschaftsthemen. Auch die Methoden der Populisten und die Verbreitung ihrer Politik behält sie europaweit im Auge. Bevor sie zu CORRECTIV kam, arbeitete Marta als freie Deutschland-Korrespondentin für den ungarischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 2017 kündigte sie, weil die Regierung unter Orban kritische Journalisten wie Feinde behandelt.

Karsten Polke-Majewski

ZEIT ONLINE, Leitung Investigativ/Daten

Leitet das Team Investigativ/Daten von ZEIT ONLINE. Zuvor war er fünfeinhalb Jahre lang stellvertretender Chefredakteur, davor Wirtschaftsredakteur. Wandert gerne quer durchs Gelände, weil das so ähnlich wie recherchieren ist: Der Pfad wird schmaler, irgendwann steht man mitten im Gestrüpp. Aber am Ende öffnen sich die besten Ausblicke.

Alexandra Rojkov

Freie Journalistin, Redakteurin

Hat in sechs Ländern gelebt und vier Studiengänge abgebrochen. Besuchte die Henri-Nannen-Schule und schreibt heute für Medien wie DIE ZEIT, GEO und das SZ-Magazin. Ihre Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem CNN Journalist Award für Auslandsberichterstattung. Das Forbes Magazine wählte sie 2016 zu den 30 besten europäischen Journalisten unter 30 Jahren. Wanderte für Recherchen durch die jordanische Wüste, tauchte in zugefrorenen Seen und trank 80-prozentigen Schnaps. Nichts davon war so schwierig, wie hunderte Seiten der CumEx-Files auszuwerten.

Giulio Rubino

CORRECTIV, Reporter

Investigativ-Reporter und einer der Gründer des Italienischen Zentrums für Investigativen Journalismus IRPI. Seit 2015 arbeitet er mit CORRECTIV zusammen, unter anderem an einer Recherche über Schmuggler im Mittelmeer der Präsenz der italienischen Mafia in Afrika. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Best International Organised Crime Report Award ausgezeichnet und war für den Data Journalism Award nominiert. Seine Gesprächspartner hatten vor dieser Recherche noch nie von Cum-Ex gehört, und dachten, Giulio spreche plötzlich Latein.

Thomas G. Svaneborg

Danmarks Radio(DR), Reporter

Reporter für DR Nyheder, den dänischen Hörfunk. Er recherchiert seit 20 Jahren zum Finanzsektor und hat zwei Bücher über die Finanzkrise geschrieben. Er erkennt eine gute Geschichte daran, dass er den ganzen Tag im Pyjama vor den Akten sitzt – bis seine Kinder am späten Nachmittag nach Hause kommen.

Tom Sims

Reuters, Reporter

Tom ist Reuters-Reporter mit Sitz in Frankfurt. Zuvor arbeitete er für die New York Times und das Wall Street Journal und lebte als Korrespondent 8 Jahre lang in Hong Kong. Dafür musste er Mandarin lernen – ein Klacks im Vergleich zur Entschlüsselung der CumEx Files.

Eric Smit

Follow the Money, Chefredakteur

Mitbegründer und Chefredakteur von Follow the Money, einer niederländischen Plattform für investigativen Journalismus. In seinem ersten Leben lief er für Geld Squash-Bällen hinterher, gewann jedoch nie einen großen Titel. Er hat mehrere Bestseller geschrieben und wurde 2017 als Hollands Journalist des Jahres ausgezeichnet. Er ist Vater von eineiigen Zwillingstöchtern, die ihn am liebsten mögen, wenn er den Sänger einer Rock-Band imitiert.

Hannu Sokala

YLE, Reporter

Investigativ-Reporter bei YLE, Finnlands öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Interessiert sich vor allem dafür, wie Geld spricht und läuft. Recherchierte also zu Steuerhinterziehung, Zinsmanipulation, Sparpolitik, Geldpolitik – und Gewalt unter Eis-Hockey-Spielern. Seine beiden Huskies helfen ihm dabei, einen klaren Kopf zu behalten: Wenn sie seinen Schlitten in den verschneiten Wald ziehen, sind alle Finanzskandale vergessen.

Maxime Vaudano

Le Monde, Reporter

Maxime Vaudano Ist Reporter für die französische Zeitung Le Monde. Er verliebte sich in Steuervermeidung und schmutziges Geld, als er 2016 an den Panama Papers arbeitete. Besitzt trotzdem noch keine Briefkastenfirma. Er tröstet sich mit Massen von Daten und rotem Pfeffer.

Simon Wörpel

CORRECTIV, Datenjournalist

Datenjournalist bei CORRECTIV. Gräbt in Datensätzen und Dokumenten nach Geschichten. Außerdem entwickelt er technische Tools, die den investigativen Journalismus unterstützen. Vor CORRECTIV studierte er in Köln Journalismus, Volkswirtschaftslehre und Politik und arbeitete als freier Journalist und Web-Entwickler. Findet selbst in der drögesten Tabelle die spannendste Geschichte – oder eine neue musikalische Idee für seinen Kontrabass und Synthesizer.

Ola Westerberg

TT News Agency, Reporter

Preisgekrönter Investigativ-Journalist für die schwedische Nachrichtenagentur TT. Als ehemaliger Auslandsredakteur arbeitet er oft international und wirkte an zahlreichen länderübergreifenden Kooperationen mit. Olas Schwerpunkte sind unter anderem Menschenrechte, Verbrechen, Terrorismus und Sicherheitspolitik. Er war Teil des Rechercheteams für die Paradise Papers. Gemeinsam mit Kollegen enthüllte er die korrupten Praktiken schwedischer Firmen bei Geschäften in der ehemaligen Sowjetunion.

Benjamin Schubert

CORRECTIV, Head of Design

17 years ago, he installed a cracked version of Photoshop 7 on his Windows computer, and designed his first website. Today, he works as a media and communication designer at CORRECTIV. As such, he is responsible for the visual appearance of the Website. Before, he worked in a publishing company and in market research, did digital marketing and founded a coworking space for artists in Berlin. Because of a lack of time he had to watch the video material for the cum ex files in double speed – a working method he considers keeping.

Ivo Mayr

CORRECTIV, Fotograf

Wenn CORRECTIV mit einem Whistleblower beim Maskenbildner ist, um ihn vor einem TV-Interview unkenntlich zu machen, dann hält Ivo das für die Nachwelt auf der Kamera fest. Eine willkommene Abwechslung für jemanden, der unterhalb von Schloss Neuschwanstein zur Schule ging und es bei jedem Heimatbesuch aufs Neue fotografiert, zusammen mit Horden an Japanern. Ivo hat Fotografie in Dortmund studiert und in diversen Magazinen veröffentlicht. Seine Arbeiten wurden national und international ausgezeichnet und ausgestellt. Neben seiner Arbeit für CORRECTIV arbeitet er zusammen mit Architektur-Studenten der RWTH Aachen an der visuellen Umsetzung ihrer Projekte und als freier Fotograf.

Jonathan Sachse

CORRECTIV, Reporter

Reporter bei CORRECTIV, versinkt gerne tief in Finanzberichte. So deckte er, mithilfe hunderter Bürger, die finanzielle Lage von mehr als 400 regionalen Kreditinstituten in Deutschland auf. Für diese Bürgerrecherche gewann CORRECTIV 2016 den Reporterpreis in der Kategorie Innovation. Jonathan ist seit der Gründung der Organisation dabei und baute den CrowdNewsroom mit auf. Zuvor arbeitete er als freier Journalist, unter anderem für ZEIT ONLINE und Spiegel Online, den WDR und Deutschlandfunk.

Justus von Daniels

CORRECTIV, Reporter

Reporter und Leiter des Netzwerks für Lokaljournalismus, CORRECTIV.Lokal. Als er sich bei den Verhandlungen für das TTIP-Abkommen vor die Tür setzte, wurde er erst vom Sicherheitsdienst des Gebäudes verwiesen. Dann sprachen die Verhandler mit ihm. Auch zum Journalismus kam Justus über Umwege. Für seine Promotion über jüdisches Recht erhielt er den Humboldt-Preis, es folgten zwei Jahre als Postdoc in Princeton und New York, bevor er für Die Zeit und den Tagesspiegel arbeitete. Für die CumEx-Files-Recherche half es, dass er ausgebildeter Volljurist ist. Für manche Dokumente muss man sich begeistern können.

Mads Ellesøe

DR, Redakteur

Leitet die Abteilung für internationale Dokumentationen beim dänischen öffentlichen Rundfunk. Seine in aller Welt gedrehten Dokumentationen werden in mehr als 20 Ländern ausgestrahlt. Seit einer Recherche in Marokko darf er nicht mehr ins Land einreisen: Weil seine Berichterstattung zu kritisch war, wurde er vom marokkanischen Geheimdienst festgesetzt.

Siem Eikelenboom

Follow the Money, Reporter

Investigativ-Reporter bei Follow the Money, einer niederländischen Plattform für Investigativ-Journalismus. Begann seine Karriere bei einer Lokalzeitung, arbeitete danach zwölf Jahre für niederländische Nachrichtensendungen und zehn Jahre für eine Finanzzeitung. War Teil des Panama-Papers-Teams und gewann damit mehrere Preise, unter anderem den Pulitzer Preis und den Citi Journalistic Excellence Award. Las für die CumEx-Files bis spät in die Nacht Akten und verstand wieder einmal, worum es im Journalismus wirklich geht: Darum, die Wahrheit zwischen den Zeilen zu finden.

Willem Konrad

Panorama/ARD, Filmemacher

Willem ist Autor und Filmemacher beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Er studierte Medien- und Sportwissenschaft in Bochum und Madrid. Zu seiner Arbeit gehört die Konzeption, Realisation und Postproduktion von Dokumentationen, Reportagen und neu entwickelten TV-Formaten. Arbeitet seit 2011 innerhalb der ARD/NDR für diverse Formate und Redaktionen wie Panorama, Panorama – die Reporter, die BOX und Sportschau. 2017 gab es den Deutschen Fernsehpreis für die ARD-Dokumentation „PanamaPapers – im Schattenreich der Offshorefirmen“.

Anna Miller

Republik, Freie Journalistin

Freischaffende Journalistin und Autorin mit Fokus auf Reportagen und Portraits im Bereich Gesellschaft. Arbeitet unter anderem für das SZ-Magazin, DIE ZEIT, die Neue Zürcher Zeitung und Republik. Mag lange Recherche-Gespräche und Aktenberge aus Papier – da ist sie nostalgisch.

Veröffentlicht am 18.10.2018. Update und Redesign am 02.07.2021

Projektmanagement: Anne-Lise Bouyer (Technik), Frederik Richter, Christian Salewski, Oliver Schröm (Leitung)
Recherche: Manuel Daubenberger, Karsten Polke-Majewski, Felix Rohrbeck, Christian Salewski, Oliver Schröm
Text: Ruth Fend
Gestaltung/Konzept: Benjamin Schubert
Videos: Benjamin Schubert, Marta Orosz
Fotos: Ivo Mayr, Willem Konrad, Greg Tockner
Umsetzung: Simon Wörpel, Steffen Kühne, Lisa Quatmann (Mitarbeit), Benjamin Schubert (Redesign)
Redaktion: Frederik Richter
Mitarbeit: Alexandra Rojkov (Text), Justus von Daniels, Madison Lang (Übersetzung)
Social Media: Luise Lange, Jonathan Sachse