In einem Twitter-Beitrag behauptet ein Nutzer, einem Klimaaktivisten müsse laut Ärzten wahrscheinlich die Hand amputiert werden, nachdem er sich an einer Straße festgeklebt hatte und sich der Asphalt angeblich nicht mehr lösen ließe. Dazu werden zwei Fotos als Beleg gezeigt. Der Mann auf dem Bild ist tatsächlich Klimaaktivist und wurde mit Bauwerkzeug von einer Brücke gelöst, aber die Behauptung, seine Hand müsse amputiert werden, ist frei erfunden.
Eine Google-Suche führt zu mehreren Medienberichten über einen Klimaaktivisten der Letzten Generation, der mitsamt Asphalt von der Straße gelöst werden musste. Er hat laut den Berichten seine Hand am 9. Dezember auf die Alicenbrücke in Mainz geklebt.

Die Letzte Generation ist ein Bündnis von Klimaaktivistinnen und -aktivisten, die nach eigenen Angaben durch zivilen Widerstand „den Kollaps unserer Gesellschaft“ aufhalten will. Sie führen häufig Klebeaktionen und Straßenblockaden durch.
Aktivist war nicht in ärztlicher Behandlung: Amputation stand nie zur Debatte
Wir haben bei der Pressestelle der Letzten Generation nachgefragt, ob man uns bestätigen kann, was auf Twitter behauptet wird. Dort schrieb man per E-Mail, dass die Fotos echt seien. Sie zeigten Raúl S., der sich mit einer Mischung aus Sekundenkleber und Sand festgeklebt habe und mit einem Presslufthammer befreit worden sei. Seine Hand sei aber nicht verletzt und „musste selbstverständlich nicht amputiert werden“. Für diesen Bericht haben wir den Namen des Mannes abgekürzt.
Wir haben per Videoanruf mit dem Aktivisten gesprochen. Er erklärte, dass er an dem Tag zwar mit Sanitätern vor Ort gesprochen habe, die ihn ins Krankenhaus bringen wollten. Dies habe er jedoch abgelehnt. Er habe Erfahrung mit dem spezifischen Kleber-Gemisch und wisse, dass man es mit Öl und Wasser binnen einer halben Stunde rückstandslos entfernen könne.
Laut eigener Angabe war der Mann danach auch nicht in ärztlicher Behandlung. Die Behauptung, seine Hand müsse laut Ärzten wahrscheinlich amputiert werden, ist folglich erfunden.
Redigatur: Kimberly Nicolaus, Gabriele Scherndl
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
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