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VW prüft Verkauf von Beteiligung an Bayern München und VfB Stuttgart
Der Autobauer will sein Engagement im Sport verringern – und seine Werbebudgets dahingehend überprüfen. Auch die Beteiligung an zwei Bundesligisten steht auf dem Prüfstand.
Der Autohersteller Volkswagen bereitet die Veräußerung von Beteiligungen an zwei Bundesligisten vor. Auf dem Prüfstand stehen die Anteile am FC Bayern München und am VfB Stuttgart, die der Konzern über seine Töchter Audi und Porsche hält, erfuhr CORRECTIV aus Konzernkreisen. Die Verkäufe sind Teil eines milliardenschweren Sparpakets, dem weitere Arbeitsplätze und vier weitere Autowerke in Deutschland zum Opfern fallen sollen.
Der VW-Konzern ist einer der größten Sponsoren im Fußball. Neben den Bayern und dem VfB ist die Gesellschaft noch am VfL Wolfsburg sowie am Drittligisten FC Ingolstadt 04 beteiligt. An diesen Engagements wolle der Konzern festhalten, da sie auch gesellschaftlich relevant seien, hieß es in den Kreisen. In Wolfsburg ist das Stammwerk der Kernmarke VW, Ingolstadt beherbergt den Sitz der Premiumtochter Audi.
Audi und Porsche als Sponsoren
Entschieden sind die Anteilsverkäufe bisher nicht. VW will nun prüfen, ob bei einem Ausstieg die Werbewirkung der jeweiligen Engagements beeinträchtigt werden würde, hieß es in den Kreisen. Audi ist ein wichtiger Sponsor für den Club aus München und die Schwestermarke Porsche für den VfB Stuttgart. Nachteile fürchten zumindest andere Werbepartner nicht. So ist die Deutsche Telekom Trikot-Sponsor des FC Bayern, ohne dass der Konzern an dem Club beteiligt ist.
Im Jahr 2009 hatte Audi angekündigt, für 90 Millionen Euro eine Beteiligung von 8,3 Prozent am FC Bayern erwerben zu wollen. Beteiligt sind auch die Allianz und Adidas, die ebenfalls je 8,3 Prozent kontrollieren. Der Sportwagenhersteller Porsche war erst im Jahr 2023 beim VfB Stuttgart mit 10,4 Prozent eingestiegen, die Kosten dafür lagen laut den Kreisen bei rund 45 Millionen Euro. Jetzt dürfte ein Exit anstehen, wie es in den Kreisen hieß.
Fußball hat in dem Unternehmen traditionell einen hohen Stellenwert. Treiber war vor allem der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn, dem das Engagement bei den Bayern besonders am Herzen lag. In Summe fließen jährlich über 100 Millionen Euro an Werbegeldern in den Fußball. Neben den Vereinen sponsert VW auch die Fußball-Nationalmannschaft.
Auch bei den Werbebudgets könnte es Einschnitte geben. So wird laut den Kreisen darüber nachgedacht, dass die Porsche-Beratungstochter MHP künftig nicht mehr Namensgeber für das VfB-Stadion in Stuttgart sein wird.

Absehbar ist, dass der VfL Wolfsburg nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga weniger Geld erhalten wird, wie es im Umfeld des Vorstands hieß. Fallen lassen will VW die Werkself nicht.
VW äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem geplanten Verkauf von Beteiligungen.
Aufsichtsrat berät am 9.7. über Sparpaket
Die finanziellen Folgen aus einem möglichen Anteilsverkauf an den beiden Bundesligisten sind dem Vernehmen nach überschaubar, zumindest in Relation zum gesamten Sparpaket. Der Konzern will seine Kosten um mehrere Milliarden Euro senken. Neben Einsparungen beim Einkauf sowie geringeren Investitionen ist ein Stellenabbau geplant. Insgesamt geht es um über 100.000 Arbeitsplätze sowie eine Schließung der Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
Am 9. Juli will der Aufsichtsrat über die Sparpläne des Vorstands beraten. Sollte das Paket abgelehnt werden, könnte der Vorstand um VW-Chef Oliver Blume eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, wie CORRECTIV erfahren hatte. Ohne Einschnitte erwartet das Management ab dem Jahr 2030 einen Absturz in die Verlustzone, die Zukunft des VW-Konzerns wäre damit gefährdet.
Redaktion & Faktencheck: Anette Dowideit
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