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Sicherheit und Verteidigung

Bis Ende 2027: Bundeswehr-Beschaffungsamt soll massiv umgebaut werden

Kampfdrohnen, Jets, Panzer, KI-Systeme: Alle zentralen Rüstungsprojekte laufen über das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz. Die Behörde wird gerade grundlegend umgebaut. Nach CORRECTIV-Informationen sollen die Maßnahmen Ende 2027 abgeschlossen sein.

von Till Eckert

Boris Pistorius
Verteidigungsminister Boris Pistorious bei einem Besuch des Beschaffungsamts der Bundeswehr (BAAINBw) im Februar 2026. (Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt)

Das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz soll bis Ende 2027 grundlegend umgebaut werden. Dieses bisher nur intern kommunizierte Zieldatum nannte Nadja Ohl, Oberregierungsrätin im Amt, am vergangenen Donnerstag bei einer Präsentation vor Unternehmern. Die Behörde soll gestrafft werden, damit Beschaffungsprojekte künftig einfacher durchgeführt werden können. 

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte die Umstrukturierung bereits im Mai 2026 an. Der „Faktor Zeit“ sei wichtig: Aufgrund der Bedrohung aus Russland soll das Land schnell aufgerüstet werden. Bis wann die Maßnahmen beim Beschaffungsamt abgeschlossen sein sollen, war bislang nicht bekannt.

Jetzt gibt es neue Details zu dem massiven Umbauprogramm: Die bisherigen zwölf Abteilungen sollen laut Beamtin Ohl so zusammengefasst werden, dass sie die vier Teilstreitkräfte der Truppe spiegeln: Heer, Luftwaffe, Marine, Cyber-Kräfte.

Die fast 13.000 Mitarbeitenden des Beschaffungsamtes sind auf elf Standorte in Deutschland verteilt. Sie sollen die Bundeswehr mit Waffen- und IT-Systemen, Panzern, Flugzeugen und Schiffen sowie Uniformen ausstatten. 

Zwischen 2023 und 2025 wickelte das Beschaffungsamt Projekte für rund 189 Milliarden Euro ab: unter anderem für Kampfjets, Luftverteidigungssysteme, die Digitalisierung des Heeres oder KI-Projekte. Erst kürzlich kaufte das Amt neue Kampfdrohnen dreier Hersteller ein – für die Truppe sind die Geräte technisches Neuland.

Wochenlanger Stau beim Innovationszentrum 

Eine gesonderte Rolle beim Beschaffungsamt soll das Ende 2025 gegründete Innovationszentrum der Bundeswehr einnehmen. Die Beamten dort sollen hauptsächlich nach neuen Technologien Ausschau halten und sich mit Rüstungs-Start-ups austauschen. 

Der Andrang junger Unternehmen ist jedoch offenbar so groß, dass die Behörde kaum hinterherkommt: Laut Ohl habe sich ein Rückstau von mehreren Wochen gebildet, bis sich die Beamten auf Anfragen zurückmelden können.

Sie arbeiten beim Beschaffungsamt oder dem Planungsamt der Bundeswehr oder haben anderweitige Erkenntnisse zu diesem Thema? Melden Sie sich vertraulich und sicher via Signal bei unserem Reporter: tilleckert.90

Ein Beschaffungsvorgang bei der Truppe verläuft in der Regel so: Die Bundeswehr meldet Bedarf an, dann erarbeiten Teams im Planungsamt Vorschläge. Das Beschaffungsamt kümmert sich im Anschluss um ein Vergabeverfahren, bei dem sich Unternehmen um den Auftrag bewerben können.

Wurde ein Auftragnehmer gefunden, muss in der Regel der Haushaltsausschuss im Bundestag den Plänen zustimmen. Erst dann kann das System in die Truppe übernommen werden.

Redaktion: Lena Köpsell, Martin Murphy
Faktencheck: Lena Köpsell