VW will Personalvorständin bei Bosch abwerben
Der Autobauer will zehntausende Stellen streichen und Werke schließen. Umsetzen soll den Umbau eine neue Personalvorständin, die VW von Bosch holen will.
Der Autobauer Volkswagen ist nach über einem Jahr Suche nach einem Personalchef fündig geworden. Favorit für den Posten sei Erika Rasch, die beim Autozulieferer Bosch das Personalressort verantwortet, erfuhr CORRECTIV von drei mit den Vorgängen vertrauten Personen. Eine finale Entscheidung steht jedoch noch aus.
Der Vorstandsbereich ist seit dem Rückzug von Gunnar Kilian im Juli vergangenen Jahres unbesetzt. Mehrere Anläufe für die Ernennung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers blieben erfolglos, da sich die Vertreter der Aktionäre und des Betriebsrats nicht einigen konnten. Für Erika Rasch spreche, dass sie Erfahrung im Automobilsektor habe und in der Branche hoch geachtet sei, sagte eine beteiligte Person. Bosch ist einer der weltweit größten Autozulieferer.
Konzern steht vor größtem Umbau der Geschichte
Dass der Vorstandsbereich seit über einem Jahr unbesetzt geblieben ist, werten viele Beschäftigte im VW-Konzern als schlechtes Zeichen. Mit Blick auf weitere Einschnitte bei der Belegschaft müsse VW im Bereich „Personal“ handlungsfähig sein, sagte eine hochrangige Quelle.
In der vergangenen Woche hatte der Aufsichtsrat über ein neues Sparpaket beraten. Der Vorstand um VW-Chef Oliver Blume will bis zum Jahr 2030 zusätzlich zu dem bereits beschlossenen Abbau von 50.000 Jobs weitere 55.000 bis 70.000 Arbeitsplätze streichen, wie CORRECTIV aus dem Aufsichtsrat erfahren hatte. Zudem sollen die vier Werke Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau geschlossen werden. An den Standorten arbeiten weitere 40.000 Menschen.
Auf der Sitzung sollte ursprünglich auch die Berufung von Rasch beschlossen werden. Kurzfristig sei die Personalie aber von der Tagesordnung genommen worden, da die Stimmung wegen des Sparpakets aufgebracht gewesen sei, berichteten die involvierten Personen. Die Bosch-Managerin gelte unverändert als gute Lösung.
Volkswagen und Bosch lehnten auf Anfrage einen Kommentar dazu ab.
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