Militär

Militärkonvoi in Hamburg war Teil der Übung „Red Storm Charlie“

In mehreren Tiktok-Videos fragen sich Nutzerinnen und Nutzer, was ein Militärkonvoi in der Hamburger Innenstadt zu bedeuten hat. Zu sehen ist die Übung „Red Storm Charlie“.

von Gabriele Scherndl

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In der Nacht auf den 25. September fuhren zahlreiche Militärfahrzeuge durch Hamburg – Videos davon gingen auf Tiktok viral (Quelle: Marcus Brandt / DPA / Picture Alliance)

„Was ist los, Hamburg“, heißt es zu einem Tikok-Video vom 25. September. Ein Militärlaster nach dem anderen fährt darin über eine Kreuzung, daneben ein Blaulichtfahrzeug. Mehr als 800.000 Mal wurde das Video angesehen. Es kursiert auch in anderen Beiträgen, in einem heißt es, die Aufnahme habe mit dem Angriffskrieg Russlands zu tun.

Tatsächlich zeigen die Aufnahmen eine Militärübung, bei der verschiedene Szenarien geprobt wurden.

web.archive.org/Behauptung1
web.archive.org/Behauptung2


Video zeigt Militärübung „Red Storm Charlie“ 

Das Video lässt sich mit Google Maps lokalisieren. Es entstand im Nordosten von Hamburg. Das passt zu einer Militärübung, über die Ende September berichtet wurde. Sie hieß „Red Storm Charlie“ und fand vom 24. bis zum 26. September in Hamburg statt. Auf Anfrage bestätigt auch ein Pressesprecher der Bundeswehr in Hamburg, dass das Video die Übung zeigt. 

Mehrere Screenshots aus dem Video und von Google Maps zeigen Übereinstimmungen.
Das Video (Bilder links) wurde im Nordosten Hamburgs aufgenommen, wie der Vergleich mit Google-Maps-Aufnahmen (Bilder rechts) zeigt. Erkennbar ist das an einer Bäckereifiliale (oben) und mehreren Straßenschildern (unten). (Quellen: Tiktok / yimmy496, Google Maps; Screenshots und Collage: CORRECTIV.Faktencheck)

google.com/maps
nrd.de 
bundeswehr.de/uebung 


Unterschiedliche Szenarien geprobt

Laut Bundeswehr wurden dabei verschiedene Szenarien geprobt, etwa ein Chemieunfall, eine Schienensabotage und ein Verwundetentransport. In der Nacht auf den 25. September probte man eine zivil-militärische Kolonne: „Beim angenommenen Szenario ging es darum, dass wegen Spannungen an der Ostflanke der Nato ein Land um Konsultationen nach Artikel 4 Nato-Vertrag gebeten hatte und die Nato dann zur vorbeugenden Abschreckung Truppen an die Ostflanke entsendet“, schreibt der Bundeswehrsprecher.


Übung kein Einzelfall

Derartige Übungen finden häufiger statt, die aktuelle knüpft an „Red Storm Alpha“ im Jahr 2024 und „Red Storm Bravo“ im Jahr 2025 an und wurde vor Monaten angekündigt. Auch vor Russlands Großangriff auf die Ukraine 2022 führten die Nato oder die deutsche Bundeswehr solche Manöver durch. In Sozialen Netzwerken sorgt das regelmäßig für Verunsicherung, teilweise werden auch Falschbehauptungen dazu gestreut. 

correctiv.org/Faktencheck1
correctiv.org/Faktencheck2 
correctiv.org/Faktencheck3 


Diesen Faktencheck haben Mitglieder der Faktenforum-Community recherchiert. Redigatur: Steffen Kutzner, Matthias Bau