Bisher ist solche Transparenz undenkbar in Deutschland. Aber hoffentlich nicht mehr lange.
Erstmals hat CORRECTIV die Daten aller Anwendungsbeobachtungen der Jahre 2009 bis 2014 in einer Datenbank zusammengeführt. Diese Anwendungsbeobachtungen haben seit langem einen schlechten Ruf. Unter dem Deckmäntelchen wissenschaftlicher Studien dienen sie dazu, Ärzten Geld zu bezahlen, wenn diese ein bestimmtes Präparat bevorzugen.
In unserer Datenbank kann ab sofort jeder den Namen seines Medikaments eingeben. Und sehen, wie viele Patientinnen und Patienten dieses Präparat im Zusammenhang einer Anwendungsbeobachtung erhalten sollten, wie viele Ärzte mitmachen und wie viel Geld jeder Arzt pro Patient bekommen sollte.
Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit.
Nachrichten und Recherchen sind unerlässlich, damit Sie sich eine Meinung bilden können. Aber die derzeitigen Bedrohungen der freien Presse und der Medienlandschaft sind alarmierend.
Wir fordern die Bundesregierung auf, Pressefreiheit und die Medienvielfalt in Deutschland umfangreich zu schützen. Machen Sie mit.
Diese Daten hat uns die Kassenärztliche Bundesvereinigung gegeben.
Was sie uns verweigert hat, sind die Namen der Ärzte.
Wir akzeptieren das nicht. Wir werden um die Herausgabe der Namen kämpfen. Nicht, weil wir den Ärzten ihren Nebenverdienst nicht gönnen würden. Sondern weil für Patientinnen und Patienten diese Transparenz wichtig ist: Bekommen Sie ein bestimmtes Medikament aus medizinischen Gründen? Oder weil Ihr Arzt Geld vom Hersteller erhält, wenn er dieses Präparat verordnet?
Sie können unseren Kampf für Ihr Recht auf Information unterstützen, indem Sie Mitglied im Recherchezentrum Correctiv werden.
Herzliche Grüße!
Markus Grill
Chefredakteur CORRECTIV
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.
