Die Bundesregierung stuft die Belastung der Bevölkerung in Deutschland durch chemische Stoffe wie die Ewigkeitschemikalie PFAS, den krebserregenden Stoff PCB sowie Rückstände von Medikamenten und Pestiziden als „besorgniserregend“ ein. Diese könnten „Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben“, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage „Schadstoffbelastungen in Wasser und Umwelt – Risiken, Folgen und Handlungsmöglichkeiten“ der Grünen-Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Bundesumweltministerin Steffi Lemke, des Abgeordneten Karl Bär sowie weiterer Mitglieder der Grünen-Fraktion im Bundestag. Die Antwort liegt CORRECTIV exklusiv vor.
In ihrer Anfrage weisen die Abgeordneten darauf hin, dass die chemische Belastung der deutschen Gewässer seit Jahren nachgewiesen werde und damit die Umwelt und die menschliche Gesundheit massiv belastet würden. „Gerade vor diesem Hintergrund gewinnen ein konsequenter Gewässerschutz und die gezielte Entwicklung schadstoffarmer Technologien an Bedeutung“, so die Abgeordneten.
Chemische Stoffe: Überblick der Bundesregierung teilweise lückenhaft
Doch die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort vor allem auf die Verantwortung der Bundesländer. Besonders bei der Überwachung chemischer Stoffe zeigt sich, wie lückenhaft der Überblick der Bundesbehörden über die Belastung von Gewässern und Trinkwasser teilweise ist. Für das Grundwasser fehlen demnach weitgehend bundesweite Daten zur Belastung mit PFAS, PCB und Arzneimittelrückständen.
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Unbeantwortet lässt die Bundesregierung auch die Frage nach den möglichen Quellen von PFAS – wie Haushaltswaschmittel oder Industriechemikalien. „Eine abschließende Bewertung der Bedeutung einzelner PFAS-Quellen für die im Grundwasser und in Oberflächengewässern gemessenen Konzentrationen liegt derzeit nicht vor“, so die Regierung.
Grüne kritisieren Bundesregierung für mangelnden Gewässerschutz
Die Regierung lasse in ihrer Antwort „an vielen Stellen eine politische Verantwortungsübernahme für das zentrale Thema Wasserschutz und Prävention vermissen“, kritisieren die Grünen-Abgeordneten gegenüber CORRECTIV.
„Einerseits nennt die Regierung die Belastung der Menschen in Deutschland mit Ewigkeitschemikalien und Pestiziden ‚besorgniserregend‘. Andererseits behauptet sie, die aktuellen Regelungen zum Trinkwasserschutz wären ‚gut geeignet’“, so der Grünen-Politiker Karl Bär. „Das passt nicht zusammen“. Insbesondere „Pestizide und Kühlmittel, die zu Ewigkeitschemikalien zerfallen“, müssten schnell verboten werden, fordert Bär.
CORRECTIV hatte zuletzt über die chemische Verschmutzung von Gewässern berichtet und aufgedeckt, dass der Rhein mit tausenden chemischen Stoffen belastet ist, von denen nur ein Bruchteil reguliert und erforscht ist. Grundlage der Recherche waren Daten der Landesumweltämter aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Zusätzlich nahmen CORRECTIV, CORRECTIV.Schweiz und das niederländische Investigativmedium Pointer drei eigene Wasserproben am Rhein.
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
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