Faktencheck

Ja, ein Hund in Hongkong wurde positiv auf das Coronavirus getestet

Mehrere Artikel behaupten, ein Hund habe sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Tatsächlich ist in Hongkong laut Behörden ein Hund positiv auf die Viruskrankheit getestet worden. Er zeige bisher aber keine Symptome.

von Lea Weinmann

Hongkong
In Hongkong wurde ein Hund schwach positiv auf das Coronavirus getestet. Er zeigt laut Behördenangaben bisher aber keine Symptome. (Symbolbild: Pixabay/MarciMarc105)
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Größtenteils richtig. Ein Hund in Hongkong wurde laut Behördenangaben „schwach positiv“ auf das Coronavirus getestet. Das Tier zeige aber keine Symptome.

Auf mehreren Webseiten wurde am 28. Februar behauptet, der erste Hund habe sich mit dem neuen Coronavirus infiziert – unter anderem Wamiz und News.de veröffentlichten dazu Artikel. Der Text von Wamiz wurde laut Daten von Facebook mehr als 1.300 Mal geteilt. 

Tatsächlich meldeten Behörden in Hongkong vergangene Woche, dass ein Hund „schwach positiv“ auf Covid-19 getestet worden sei. Das Tier zeige jedoch bisher keine Symptome.

Nach aktuellen Angaben haben sich bisher weltweit mehr als 93.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 4. März). Mehr als die Hälfte ist bereits wieder geheilt.

Hund in Hongkong wurde „schwach positiv“ auf das Coronavirus getestet

Das Landwirtschaftsministerium in Hongkong informierte am 28. Februar auf seiner Webseite, der Hund gehöre einem an Covid-19 erkrankten Patienten. Demnach holten Mitarbeiter des Ministeriums den Hund am 26. Februar aus einer Wohnung in Tai Hang (ein Gebiet in Hongkong). Das Tier zeige derzeit keine „relevanten Symptome“. Es wurde nach Angaben des Ministeriums unter Quarantäne gestellt.

Auszug aus der Pressemitteilung aus Hongkong zum Coronavirus-Fall eines Hundes
Auszug aus der Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums in Hongkong vom 28. Februar. (Quelle: Landwirtschaftsministerium Hongkong, Screenshot: CORRECTIV)

Wie die Behörde weiter mitteilt, lägen ihr derzeit „keine Hinweise vor, dass Haustiere mit Covid-19 infiziert werden oder sie eine Infektionsquelle für den Menschen darstellen können“. Dennoch rät das Ministerium in Hongkong „dringend“ dazu, Haustiere von Coronavirus-Patienten für 14 Tage unter Quarantäne zu stellen und sie tierärztlich überwachen zu lassen.

Deutsche Institute und WHO haben bisher „keine Hinweise“ auf Ansteckungsgefahr durch Haustiere 

In Deutschland haben die Behörden bisher keine Informationen aus China oder anderen vom Coronavirus betroffenen Ländern, „die auf eine besondere Rolle von Haus- und Nutztieren schließen ließen“. Das schreibt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in einer Mitteilung vom 28. Februar. Ebenso gebe es keine Hinweise, dass Hunde und Katzen mögliche Überträger des Virus darstellen könnten.

Auch die WHO teilt auf ihrer Webseite (Frage „Can I catch Covid-19 from my pet?“) mit: Man habe bisher keine Belege für eine Ansteckungsgefahr durch Haustiere.

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Gesundheitsbehörden raten zu gründlichem Händewaschen

Das Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt Haustierbesitzern in Deutschland „zunächst keine weiteren zwingenden Maßnahmen wie die Absonderung/Trennung oder Quarantäne“ der Tiere. Generell rät das Institut jedoch dazu, beim Kontakt mit Tieren die grundlegenden Hygieneprinzipien – wie beispielsweise gründliches Händewaschen mit Seife – zu beachten.