Faktencheck

Bludenz: Nein, Geimpfte werden nicht als Ungeimpfte gezählt

In einem Facebook-Beitrag heißt es, im Krankenhaus Bludenz in Österreich würden geimpfte Personen mit schweren Covid-19-Verläufen auf Intensivstationen „umgestellt auf ungeimpft“. Suggeriert wird damit, der Impfstatus werde manipuliert. Das Krankenhaus dementiert.

von Till Eckert

Coronavirus - Covid-Station Universitätsklinikum Leipzig
Auf der Covid-Station, einem Bereich der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig, versorgen Ärzte und Schwestern Patienten. Auf der Intensivstation wächst seit Tagen die Zahl der Corona-Erkrankten mit schweren Verläufen, darunter immer mehr jüngere Patenten zwischen 30 und 60 Jahren. (Symbolbild: Walttraud Grubitzsch / DPA / Picture Alliance)
Behauptung
Im Krankenhaus Bludenz würden geimpfte Personen mit Covid-Erkrankung auf Intensivstationen „umgestellt auf ungeimpft“.
Bewertung
Falsch. Das Krankenhaus dementiert – der Impfstatus von Patientinnen und Patienten würde zu keinem Zeitpunkt geändert.

„Im Krankenhaus Bludenz werden vollständig Geimpfte, die wegen schwerem Verlauf auf der Intensivstation sind, umgestellt auf Ungeimpft“, wird in einem Facebook-Beitrag vom 6. November behauptet. Suggeriert wird, dass so offizielle Zahlen zum Impfstatus von Menschen auf Intensivstationen manipuliert würden, um den Eindruck zu erwecken, es seien nur Ungeimpfte auf den Intensivstationen. Der Beitrag wurde bisher mehr als 4.400 Mal geteilt (Stand: 12. November). 

Die Behauptung ist falsch. Wir haben dazu beim Landeskrankenhaus Bludenz in Österreich angefragt. 

Der Facebook-Beitrag mit der falschen Behauptung, im Krankenhaus Bludenz würde der Impfstatus von Patientinnen und Patienten manipuliert. (Quelle: Facebook / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Das Krankenhaus Bludenz nennt die Behauptung eine „Fake News“

Sprecherin Andrea Marosi-Kuster schrieb uns per E-Mail: „Diese Falschmeldung in den sozialen Medien, die Bezug auf das Landeskrankenhaus Bludenz nimmt, hat uns die vergangenen Tage auf Trab gehalten.“ Bei der Behauptung, dass der Impfstatus der Corona-Intensivpatientinnen und -patienten im Krankenhaus manipuliert würde, handele es sich „ganz klar um ‘Fake News’“.

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„Der Impfstatus der Corona-Patient:innen, die in den Spitälern aufgenommen werden, wird zu keinem Zeitpunkt abgeändert. Die Informationseingabe über den Impfstatus der einzelnen Patient:innen erfolgt von zentraler Stelle und kann von Mitarbeitenden der einzelnen Spitäler nicht verändert werden“, erklärt Marosi-Kuser. Die Information über den Impfstatus stamme laut der Sprecherin aus dem sogenannten zentralen Impfregister im Österreich. Das Krankenhaus habe „rechtliche Schritte“ vorbereitet, um gegen die „Falschmeldung“ vorzugehen.

Der Blog Mimikama hat ebenfalls einen Faktencheck zum Thema verfasst und kommt zum selben Ergebnis: Die Behauptung ist falsch. 

Redigatur: Matthias Bau, Tania Röttger

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