„Die Deutsche Bundesbank verklagt Peter Maffay wegen seiner Äußerungen im Live-TV“, schreibt die Tagesschau angeblich in einem Artikel. Im fraglichen Text geht es um eine Bitcoin-Software zum Geldverdienen. Maffay habe in einer Live-Sendung bei Markus Lanz gesagt: „Alles, was Sie tun müssen, ist, sich über diesen Link zu registrieren und eine Einzahlung von mindestens 250 Euro vorzunehmen.“ Der angebliche Artikel verbreitet sich über mehrere Werbeanzeigen auf Facebook und erreichte dort laut der Werbebibliothek des Meta-Konzerns etwa 80.000 Accounts.
Doch der Artikel in Tagesschau-Optik ist gefälscht, Peter Maffay warb bei Markus Lanz nicht für eine Bitcoin-Software.

Indizien dafür, dass es sich um eine Fälschung handelt, gibt es mehrere: Die angebliche Tagesschau-Seite hat kein klickbares Impressum und vermeintliche Links funktionieren nicht. Die URL lautet nicht „tagesschau.de“, sondern ist eine völlig andere.
Der Musiker war zwar bei Lanz mehrfach zu Gast, etwa 2020, aber es finden sich keinerlei Hinweise darauf, dass er diese Äußerungen je getätigt hat. Eine Google-Suche nach den Begriffen „Peter Maffay Bitcoin Lanz“ liefert keine relevanten Treffer, ebenso wenig wie der Titel des angeblichen Interviews.
Tagesschau-Artikel und Peter Maffays Bitcoin-Werbung sind erfunden
Klickt man auf den Link, der angeblich zu der Bitcoin-Software führt, erscheint ein Feld, in dem man sich registrieren soll. Dazu heißt es: „Verändere dein Leben heute.“ Abgefragt werden Name und E-Mail-Adresse, doch wofür oder bei wem man sich registriert, ist nicht ersichtlich. Das zeigt, dass es sich um kein seriöses Angebot handelt.

Musiker Peter Maffay warnt auf Facebook vor gefälschten Nachrichten
Auf Facebook veröffentlichte Maffay am 22. März 2024 ein Statement, in dem er darauf hinweist, dass sich in letzter Zeit häufiger Fake-Accounts Nachrichten „in finanzieller Form“ im Namen Maffays verbreiten würden. „Bitte fallt nicht darauf herein“, sagt der Musiker.
Hinter dem gefälschten Tagesschau-Artikel steckt eine Betrugsmasche, die seit einigen Monaten immer wieder mit verschiedenen Prominenten und Politikerinnen kursiert. Betroffen waren unter anderem Til Schweiger, Annalena Baerbock oder Alice Weidel. Das Medienmagazin Zapp berichtet darüber ausführlich.
Transparenzhinweis: CORRECTIV ist seit 2017 in einer Kooperation mit dem Facebook-Konzern Meta, um Desinformation auf dem Sozialen Netzwerk zu bekämpfen. Mehr Informationen zu der Kooperation erhalten Sie hier.
Redigatur: Kimberly Nicolaus, Matthias Bau
Welche Recherche sollen wir im kommenden Jahr nicht machen?
Vier Wochen unserer aktuellen Spendenaktion sind vorbei. Im vergangenen Jahr haben uns innerhalb der ersten vier Wochen bereits 8.000 Menschen unterstützt. In diesem Jahr sind es bisher leider erst um die 6.900. Um unser Ziel zu erreichen fehlen uns noch knapp 800.000 Euro.
Wir sind sehr dankbar für jede Spende. Gleichzeitig bedeutet das aber: Wenn uns diese Einnahmen fehlen, wird das unsere Arbeit im kommenden Jahr einschränken. Dann müssen wir entscheiden, welche Recherchen wir finanzieren können und welche wir auslassen müssen.
Eine gesellschaftlich relevante Recherche sollte nicht daran scheitern, dass sie aufwendiger wird als zunächst erwartet. Hinter journalistischer Unabhängigkeit stehen am Ende ziemlich konkrete Zahlen. Planen können wir dabei nur mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht. Und im Moment reicht das, was während dieser Spendenaktion zusammenkommt, noch nicht.
Diese Spendenaktion ist für unsere Arbeit im kommenden Jahr sehr wichtig. Das heißt: Wirklich jeder Betrag, ob 5, 10, 15 Euro, hilft uns für unsere weitere Arbeit. Wenn Sie können: Bitte unterstützen Sie heute unsere Aktion.
CORRECTIV im Postfach
Lesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser können. Täglich im CORRECTIV Spotlight.
Mit der Anmeldung willigen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung ein.