Kurz vor Kinostart des Bully-Herbig-Films „Das Kanu des Manitu“ geht in Sozialen Netzwerken ein Bild um, das einige Gemüter erhitzt. Es heißt, „FilmPalast24“ habe den Film aus dem Programm genommen. „Er ist eine kulturelle Aneignung und nicht mehr zeitgemäß. […] Unser Haus versteht sich als sicherer Raum, in dem weder Humor von 2001 noch unbeaufsichtigte Pointen geduldet werden.“
Dass „Filmpalast24“ erfunden ist und dahinter wohl Satire steckt, entgeht jedoch etlichen Nutzerinnen und Nutzern.

Profile rudern zurück und sprechen von Satire
Verbreitet wurde die angebliche Meldung erstmals von einem X-Profil, das zunächst nicht auf die satirische Absicht hingewiesen hat. Ein anderes X-Profil lieferte noch einen erfundenen Medienbericht, ebenfalls ohne Satire-Hinweis. Kurz darauf stellten beide auf X richtig: Die Meldung ist erfunden.
In unserer Satire-Richtlinie können Sie nachlesen, warum ungekennzeichnete Satire problematisch ist. Der Fall von „Das Kanu des Manitu“ zeigt, wie schnell Falschbehauptungen verfangen: Der erste X-Beitrag mit der Falschmeldung erhielt mehr als 212.000 Ansichten, die Richtigstellung wurde aber nur knapp 700 Mal gesehen. Indes verbreiteten Nutzerinnen und Nutzer die Falschmeldung auf Facebook, Instagram, Telegram und Tiktok weiter.
Angebliches Kino namens Filmpalast24 gibt es nicht
Dass es die Kinokette „Filmpalast24“ nicht gibt, zeigt eine Google-Suche. Die Suche nach dem Begriff führt stattdessen zu Medienberichten von etwa Giga oder AFP, die sich der erfundenen Meldung widmen.
Wir haben beim Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) nachgefragt, ob dort Kinos bekannt sind, die den Film aus dem Programm genommen haben. Der HDF ist einer der größten Branchenverbände von Kino-Betreibern in Deutschland. Jonas von Fehrn-Stender, zweiter stellvertretender Vorstand, antwortete: „Unseres Wissens nach wurde der Film in keinem Kino, das geplant hatte, den Film zu zeigen, wieder aus dem Programm genommen.“ Er schreibt auch: Eine Kinokette namens Filmpalast24 gebe es in Deutschland nicht.
Der Film spielt, wie auch sein sehr erfolgreicher Vorgänger „Der Schuh des Manitu“ von 2001, in einer fiktionalisierten Version des wilden Westens. Zu den Helden gehören ein homosexueller Protagonist und ein „Apache“, den der deutsche Michael Bully Herbig spielt. Laut Herbig wurde der Film als rassistisch und homophob kritisiert. Welt schrieb bereits vor dem Filmstart, dass der Film eine neue Debatte um kulturelle Aneignung anfeuern könnte.
Herbig erklärte in einem Interview mit dem Spiegel, dass der Film einfach witzig sein soll und keine Rücksicht auf etwaige „woke“ Bedenken gelegt worden sei. „Wir nehmen die Debatte wahr, aber wir kapitulieren nicht vor ihr. […] Wir fühlten uns von der Auseinandersetzung zur kulturellen Aneignung inspiriert.“
Redigatur: Sarah Thust, Gabriele Scherndl
Korrektur, 18. August 2025: Wir haben nach einem Leserhinweis ein unvollständiges Zitat korrigiert.
Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.
Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!
Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.
Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.

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