„Ich verdiene mich an Eurer Blödheit dumm & dämlich“, steht auf einem angeblichen Plakat, das Greta Thunberg auf einem Foto hochhält. Eine Facebook-Nutzerin hatte das Bild am 11. August hochgeladen, bisher wurde es mehr als 11.000 Mal geteilt. Einige Nutzer reagierten mit wütenden Smileys.

Es handelt sich um eine simple Fälschung – es sind mehrere solcher Bilder im Umlauf
Eine Bilderrückwärtssuche zeigt: Das Plakat, das Thunberg hochhält, wurde manipuliert und ein anderer Text eingefügt. Das Original ist ein Foto, das Thunberg selbst am 14. Mai auf Twitter hochlud. Im Original steht auf dem Plakat: „Let Russia Strike For Climate #FridaysForFuture“.

Das ist kein neues Phänomen: Eine Google-Bilderrückwärtssuche zeigt, dass die Aufschrift auf dem Plakat im gleichen Foto seit Mai schon häufiger verändert wurde, um die 16-Jährige zu diffamieren, so zum Beispiel hier und hier.
Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit.
Nachrichten und Recherchen sind unerlässlich, damit Sie sich eine Meinung bilden können. Aber die derzeitigen Bedrohungen der freien Presse und der Medienlandschaft sind alarmierend.
Wir fordern die Bundesregierung auf, Pressefreiheit und die Medienvielfalt in Deutschland umfangreich zu schützen. Machen Sie mit.

Über Thunberg und die Fridays-For-Future-Bewegung kursieren mehrere falsche Behauptungen und Gerüchte
Greta Thunberg und die Fridays-For-Future-Bewegung sind häufiger Ziel von Falschmeldungen und manipulierten Bildern. Über Thunberg kursiert beispielsweise seit vergangenem Jahr das Gerücht, sie werde wahlweise durch Parteien, Unternehmen oder ihre Eltern instrumentalisiert – CORRECTIV konnte dafür allerdings keine Belege finden.
Wir haben außerdem bereits gefälschte Bilder im Fridays-For-Future-Kontext ausfindig gemacht und in Faktenchecks falsifiziert. So wurde etwa anhand eines alten Fotos aus Zürich behauptet, die Bewegung habe nach einer Freitagsdemo in Köln eine große Menge Plastikmüll hinterlassen. In einem anderen Fall wurde – ähnlich wie im aktuellen Facebook-Beitrag – ein Plakat manipuliert: Darauf hieß es fälschlicherweise, in den Herbstferien fänden keine Fridays-For-Future-Demonstrationen statt.
Kein Bock mehr? Lass uns machen. Nachrichten können gerade das Gefühl vermitteln, dass ohnehin nichts mehr zu ändern ist. Doch Aufgeben hilft denen, die davon profitieren, wenn niemand mehr hinschaut, nachfragt oder widerspricht.
Wir bei CORRECTIV glauben an etwas anderes: Veränderung durch Aufklärung.
Deshalb recherchieren wir. Wir decken Missstände auf, prüfen Behauptungen, machen Netzwerke sichtbar und veröffentlichen, was andere lieber verborgen halten würden. Nicht, weil eine einzelne Recherche die Welt rettet. Sondern weil Veränderung damit beginnt, dass Menschen wissen, was passiert.
Weil aus Wissen Handlung entstehen kann.
CORRECTIV gehört weder Investoren noch Konzernen. Wir arbeiten gemeinwohlorientiert und finanzieren unsere Recherchen durch Spenden. Recherchen wie diese hier gibt es nur durch Menschen, die unabhängigen Journalismus möglich machen.
Wenn Sie nach diesem Artikel denken: Davon brauchen wir mehr – dann helfen Sie uns.
Ihre Spende ermöglicht unseren Journalistinnen und Journalisten, weiter zu recherchieren, nachzufragen und dranzubleiben – auch wenn eine Recherche Monate dauert, mächtige Interessen berührt oder unbequem wird.
Wir können nicht vorhersagen, was als Nächstes passiert. Aber wir können dafür sorgen, dass Menschen informiert sind, wenn es darauf ankommt.
Lassen Sie uns machen. Gemeinsam.

CORRECTIV im Postfach
Lesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser können. Täglich im CORRECTIV Spotlight.
Mit der Anmeldung willigen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung ein.