Gesellschaft

Manipuliertes Foto von Greta Thunberg wird zehntausendfach geteilt

Nach wie vor versuchen Menschen im Netz, mit Behauptungen über die Klimaaktivistin Greta Thunberg Stimmung zu machen. Aktuell wird ein offensichtlich gefälschtes Bild der 16-Jährigen verbreitet.

von Till Eckert

Greta Thunberg
Links die Fälschung, rechts das Original vom 14. Mai 2019. (Screenshots / Collage / Bearbeitung: CORRECTIV)
Bewertung
Völlig falsch. Das Bild wurde manipuliert, der Text auf dem Plakat ist eine Fälschung.

„Ich verdiene mich an Eurer Blödheit dumm & dämlich“, steht auf einem angeblichen Plakat, das Greta Thunberg auf einem Foto hochhält. Eine Facebook-Nutzerin hatte das Bild am 11. August hochgeladen, bisher wurde es mehr als 11.000 Mal geteilt. Einige Nutzer reagierten mit wütenden Smileys. 

Der Facebook-Beitrag mit dem gefälschten Bild. (Screenshot: CORRECTIV)

Es handelt sich um eine simple Fälschung – es sind mehrere solcher Bilder im Umlauf

Eine Bilderrückwärtssuche zeigt: Das Plakat, das Thunberg hochhält, wurde manipuliert und ein anderer Text eingefügt. Das Original ist ein Foto, das Thunberg selbst am 14. Mai auf Twitter hochlud. Im Original steht auf dem Plakat: „Let Russia Strike For Climate #FridaysForFuture“. 

Der Tweet von Greta Thunberg vom 14. Mai 2019 mit dem Originalfoto. (Screenshot: CORRECTIV)

Das ist kein neues Phänomen: Eine Google-Bilderrückwärtssuche zeigt, dass die Aufschrift auf dem Plakat im gleichen Foto seit Mai schon häufiger verändert wurde, um die 16-Jährige zu diffamieren, so zum Beispiel hier und hier.

Weitere Bilder, auf denen Greta Thunberg anhand des manipulierten Plakats diffamiert werden soll. (Screenshots: CORRECTIV)

Über Thunberg und die Fridays-For-Future-Bewegung kursieren mehrere falsche Behauptungen und Gerüchte

Greta Thunberg und die Fridays-For-Future-Bewegung sind häufiger Ziel von Falschmeldungen und manipulierten Bildern. Über Thunberg kursiert beispielsweise seit vergangenem Jahr das Gerücht, sie werde wahlweise durch Parteien, Unternehmen oder ihre Eltern instrumentalisiert – CORRECTIV konnte dafür allerdings keine Belege finden

Wir haben außerdem bereits gefälschte Bilder im Fridays-For-Future-Kontext ausfindig gemacht und in Faktenchecks falsifiziert. So wurde etwa anhand eines alten Fotos aus Zürich behauptet, die Bewegung habe nach einer Freitagsdemo in Köln eine große Menge Plastikmüll hinterlassen. In einem anderen Fall wurde – ähnlich wie im aktuellen Facebook-Beitrag – ein Plakat manipuliert: Darauf hieß es fälschlicherweise, in den Herbstferien fänden keine Fridays-For-Future-Demonstrationen statt. 

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