In eigener Sache

Campfire Festival für die Gesellschaft

Ein Rückblick

von David Schraven

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Das Campfire Festival begann vor vier Jahren mit einem Traum. Wir wollten den Journalismus aus den Büros und Konferenzsälen auf die Straße zu den Menschen bringen und uns im direkten Kontakt mit unseren Leserinnen und Lesern austauschen. Wie genau wir das machen wollten, wussten wir nicht. Wir kannten nur ungefähr die Richtung, in die es gehen sollte. 

Die Auftaktveranstaltung zu unserem Campfire Festival war 2015 in der Zeche Zollverein unter dem Titel „Mut wagen“. Wir Journalisten, wollten ein Zeichen für die Zukunft unserer Branche setzen. Wollten den Mut haben Neues im Journalismus wagen. 

Diese Idee nahmen wir mit. Die Veranstaltung 2015 verlief noch sehr frontal, mit einer großen Bühne an einem interessanten Ort, vor der sich das Publikum sammelte. 2017 wollten wir aber etwas grundlegend ändern. Wir wollten den Austausch fördern und zogen für vier Tage auf eine Wiese an der Uni Dortmund. Zum ersten Mal errichteten wir dort unser Zeltdorf.

Auch wenn es in Dortmund fürchterlich stürmte und regnete, konnten wir sehen, dass die Idee der offenen Zelte funktionierte. Die Menschen bummelten von Veranstaltung zu Veranstaltung. Ließen sich treiben, hörten rein, mischten mit. 

2018 zogen wir mit dem Campfire Festival noch einmal um: In Düsseldorf errichteten gemeinsam mit der Rheinischen Post (RP), sipgate und unseren Zelt-Partnern unser Zeltdorf vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen. Wir wollten aus der Peripherie zurück ins Zentrum. Das Campfire lebt seitdem in Düsseldorf auf.

Unsere Idee von einem Ort des offenen Austauschs wird hier Realität. In diesem Jahr erlebten wir zwei volle, sonnige Tage mit über 10.000 Menschen und vielen verschiedenen Veranstaltungsformaten, wie Workshops, Vorträge, Lesungen, Performances und Diskussionsrunden. Auch hunderte Schüler fanden sich im Landtag und auf dem Festivalgelände zu gesellschaftlich relevanten Workshops zusammen. Unter anderem fanden eine Live-Podcast und ein Theaterstück im RP-Zirkuszelt statt, auf der CORRECTIV-Bühne kamen Experten und Politiker mit dem Publikum ins Gespräch. Mit 240 Programmpunkten haben unsere vielen Zelt-Partner ein vielfältiges Programm ermöglicht und unser Publikum in kleine und große Diskurse mit einbezogen.

Das Festival ist offen für Jede und Jeden: Wir konnten verschiedene Generationen einbeziehen und unterschiedliche Kulturen verbinden. Neben Medienmachern waren politisch Interessierte, aber auch politisch zurückhaltende Menschen da. Mit Allen konnten wir über die Grundlagen unseres Zusammenlebens in einer demokratischen Gesellschaft sprechen – für eine bessere, lebenswerte Zukunft.

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Es gab sehr viele Highlights auf dem Festival: Wir haben uns riesig über die Debatte auf der offenen CORRECTIV-Bühne zwischen den Fridays for Future Aktivisten und den Oberbürgermeistern von Warschau, Glasgow und Düsseldorf gefreut. Hier wurde über das geredet, was die Städte direkt umsetzen können, um etwas gegen die Klimakrise zu tun – ganz praktisch und  jenseits von ideologischen Gräben. Can Dündar und seine Frau Dilek haben über ihre Flucht aus der Türkei gesprochen und erzählt, wie sie ihre Kraft gegen einen übermächtigen Gegner aufbrachten.

Vom Festivalgelände wurde live durch das Hochschulradio 97.1 FM der Uni Düsseldorf berichtet. Die Open Society Foundations und die Schöpflin Stiftung organisierten ein volles Programm rund um die Frage, wie sich die Gesellschaft konstruktiv verbessern lässt. 

Wir sind sehr froh über das Campfire 2019 und freuen uns über unsere vielen verschiedenen Partner, dass sie diesen Weg mit uns gegangen sind. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei allen Sponsoren und Programmpartnern, die das Festival in dieser Form ermöglichen. 

Es geht uns als Journalisten auf dem Campfire Festival um eine offene Gesellschaft. Es geht uns nicht darum, nur öffentlich zu sagen, was schlecht läuft, sondern darum, gemeinsam mit möglichst vielen Menschen an Lösungen zu arbeiten. Wir wollen dabei Probleme aufzeigen und Lösungen anbieten. Wir treten als Reporter zurück und sehen uns als Ermöglicher von Debatten – indem wir Bürgerinnen und Bürger, Betroffene, Experten und Politiker einbeziehen. Wir erleben das Campfire Festival neugierig als Inspirationsquelle für Alle. Wir merken, wie ein Ort entsteht, auf dem Vorbilder gezeigt werden. Auf dem nicht das Gestern, sondern das Morgen im Zentrum steht.

Es ist immer noch ein Anfang. Aber wir glauben ein Guter. Wir freuen uns auf das nächste Jahr: Mit Ihnen.

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