In eigener Sache

CORRECTIV.Faktencheck startet Faktencheck-Chatbot

Ein effizientes Warnsystem für Desinformation auf Whatsapp: Über den neuen Chatbot von CORRECTIV.Faktencheck können Menschen nicht nur unkompliziert Hinweise einreichen, sondern erhalten auch automatisch bereits vorhandene Faktenchecks.

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Virale Kettenbriefe, Videos oder Sprachnachrichten – auf Whatsapp werden zahllose Falschinformationen verschickt. Der Messenger ist der beliebteste in Deutschland, 79 Prozent nutzen ihn laut einer repräsentativen Umfrage von Juni 2021. Die Kommunikation per Chat ist privat und bietet gerade deshalb ein ideales Einfallstor für Desinformation. Denn das Vertrauen in Aussagen von Freunden und Familienmitgliedern ist groß, viele Menschen schenken ihnen Glauben und leiten Informationen ungeprüft weiter – so können sich auf Whatsapp Falschinformationen unbemerkt sehr schnell verbreiten. 

Deshalb ist CORRECTIV.Faktencheck bereits seit Mai 2020 auf Whatsapp präsent und nimmt dort Hinweise von Menschen entgegen, die glauben, auf eine Falschinformation gestoßen zu sein. Mehr als 14.000 Whatsapp-Nachrichten haben uns seitdem erreicht. Vor allem während der Corona-Pandemie konnten wir dank der Hinweise helfen, viraler Desinformation mit Fakten zu begegnen. 

Dieser Service wird nun erweitert und effizienter: CORRECTIV startet einen innovativen Faktencheck-Chatbot 

Der Chatbot ist in Whatsapp integriert. Er ist eine künstliche Intelligenz, also eine Art Computerprogramm, das selbstständig bestimmte Fragen beantworten kann. Er kann nicht selbst Falschmeldungen erkennen oder nachrecherchieren  – das übernehmen weiterhin unsere Journalistinnen und Journalisten – aber er macht die Kommunikation mit der Redaktion effizienter. 

Es braucht tiefe Recherchen, um Klimawandel, Corona und unsere Spaltung anzugehen. Wo andere Medien an der Oberfläche berichten, gehen wir einen Schritt weiter. Gehen Sie mit.

Über ein Menü lassen sich verschiedene Funktionen abrufen: Menschen können weiterhin Hinweise auf mögliche Falschinformationen an die Redaktion schicken. Sie erhalten aber auch automatisch eine Antwort, wenn es zu ihrer Frage bereits einen passenden Faktencheck gibt. Zudem versendet der Chatbot auf Wunsch die neuesten Faktenchecks oder Artikel zu bestimmten Themen. Er greift dafür auf eine Datenbank mit mehr als 1.000 Artikeln von CORRECTIV.Faktencheck zu, die ständig mit aktuellen Recherchen erweitert wird. 

Und so geht’s: 

  • Chat auf Whatsapp beginnen, eine erste Nachricht schreiben – und schon meldet sich der Chatbot.

Hier finden Sie eine ausführlichere Beschreibung, wie der neue Chatbot funktioniert.

Falschmeldungen dort begegnen, wo sie sich verbreiten

Falschinformationen können sich auch deshalb so rasant verbreiten, weil es große Internetplattformen wie Facebook oder Youtube gibt. Eine Datenanalyse von CORRECTIV.Faktencheck zeigte im letzten Jahr, dass Menschen fragwürdige Informationen zum Coronavirus vor allem über Whatsapp verbreiteten. Die Konzerne tragen somit eine große Verantwortung in der Bewältigung von Desinformationskampagnen. 

Eine Antwort auf diese Herausforderung ist das neue Faktencheck-Programm von Whatsapp, das zu Facebook gehört. Whatsapp geht dafür Kooperationen mit unabhängig zertifizierten Faktencheck-Organisationen ein. Diese sind Teil des International Fact-Checking Network des renommierten Poynter Institutes. Weltweit sind Redaktionen wie AFP, Maldita oder Full Fact auf Whatsapp vertreten. Facebook arbeitet bereits seit 2016 mit Faktencheck-Organisationen zusammen, um die Verbreitung von Falschinformationen auf seiner Plattform einzudämmen (mehr dazu hier).

Der Whatsapp-Chatbot verbessert nun die Kommunikation zwischen Faktencheck-Organisationen und Leserinnen und Lesern. Er ermöglicht es noch mehr Menschen, potenzielle Falschmeldungen zur Überprüfung einzureichen und schnelle Antworten zu erhalten. 

Die Infrastruktur für unseren Chatbot stammt von der deutschen Firma Messengerpeople. Für die Pflege der Datenbank und die Bereitstellung der Recherchen erhält CORRECTIV eine Vergütung von Whatsapp. So kann die Faktencheck-Redaktion ihre Recherchen direkt dort zur Verfügung stellen, wo die Menschen den Desinformationen begegnen.