Was sind Fake News?

Als Fake News gelten „falsche Nachrichten” oder „falsche Artikel”. Es handelt sich dabei nicht um Texte, die Fehler enthalten. Es geht auch nicht um Satire. Fake News – jene falschen Nachrichten, mit denen wir uns beschäftigen – werden vielmehr verfasst und verbreitet, um bewusst zu täuschen. Fake News imitieren die Form der Nachrichten, die man in etablierten Medien lesen kann, und verkleiden sich mit ihrem Stil und ihren Zeichen, um die Leichtgläubigkeit von manchen Lesern auszunutzen. Sie wollen den einzelnen und die Öffentlichkeit bewusst irreführen.

Die Ziele der Hersteller von Fake News können politisch sein, indem sie die Interessen von Bewegungen, Organisationen oder Parteien unterstützen, oder auch wirtschaftlich. Fake News werden also gezielt erfunden. Oft werden diese Texte auf Webseiten veröffentlicht, die denen von bekannten Medien ähneln, um die Internetnutzer zu täuschen.

Da der Begriff Fake News inzwischen stark politisiert ist und häufig falsch verwendet wird, verwenden wir ihn in unseren Faktenchecks nicht mehr. Stattdessen sprechen wir von Desinformation oder Falschinformation.

Wie wählt ihr eure Beiträge aus?

Viele der Beiträge, die wir prüfen, wählen wir anhand ihrer Relevanz aus. Wird ein Beitrag vielfach in sozialen Medien geteilt, verfügt aber über fragwürdige Inhalte, beginnen wir mit unserer Prüfung. Außerdem checken wir Artikel, die uns via Facebook oder über unser Formular gemeldet werden. Wenn wir feststellen, dass es sich um Satire handelt, prüfen wir in der Regel nicht.

Wie werden die Fakten überprüft?

Zunächst einmal schauen wir uns die Adresse des Absenders an. Wie lange gibt es die Seite bzw. den Account schon? Ist die URL echt? Welche Geschichte und wie viele Follower hat der Account? Auch die bisher veröffentlichten Beiträge schauen wir uns an. Was wird sonst auf der Website publiziert? Gibt es ein Impressum? Das alles gibt Hinweise darauf, wie glaub- oder vertrauenswürdig der Absender ist.

Wir überprüfen, ob der Beitrag überhaupt aktuell ist.

Wir überprüfen, ob Überschrift und Inhalt des Beitrags zusammenpassen. Dabei kontrollieren wir, ob in der Überschrift übertrieben wird oder eine These derart zugespitzt wird, dass sie mit den Fakten im Beitrag nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen ist.

Wir überprüfen Zahlen und Daten: Auf welche Quellen beruft sich der Beitrag? Werden sie korrekt zitiert? Stimmt der Kontext? Gegebenenfalls checken wir die Daten gegen, indem wir andere Quellen hinzuziehen oder Fachleute und Behörden kontaktieren.

Wir überprüfen Fotos und Videos.

Wir stellen uns zunächst folgende Fragen: Passt das Foto zum Inhalt? Wurde das Foto tatsächlich am angegeben Ort aufgenommen? Werbetafeln, Verkehrsschilder und Autokennzeichen geben möglicherweise Hinweise. Wir benutzen die gängigen Techniken und Tools, um Bilder und Videos zu überprüfen. Ähnlich gehen wir bei zweifelhaften Videos vor.

Wir dokumentieren unsere Quellen und unsere Arbeitsweise.

Wer arbeitet im Fact-Checking Team?

Tania Röttger leitet das Team von CORRECTIV.Faktencheck. Nach ihrem Studium in England arbeitete sie ein Jahr lang in London und half NGOs, mit Auskunftsrechten Informationen zu beschaffen. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 war sie Volontärin bei CORRECTIV, hospitierte beim Tagesspiegel und dem Center for Investigative Reporting.

Cristina Helberg wuchs auf zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, ging mit 18 auf Weltreise. Später studierte sie Lateinamerikanistik und Sozialwissenschaften in Köln und Havanna und absolvierte die Zeitenspiegel Reportageschule. Für ihre Abschlussarbeit recherchierte sie zu Leihmüttern in Georgien. Vor ihrem Einstieg bei CORRECTIV arbeitete sie als freie Journalistin in NRW – unter anderem für Spiegel, Süddeutsche, chrismon und RTL.

Wie kann ich einen Artikel zur Überprüfung einreichen?

Dir ist ein zweifelhafter Bericht aufgefallen? Dir kommt eine Geschichte unglaubwürdig vor? Du hast begründete Zweifel an einem Posting oder Tweet? Du fragst Dich, ob die Aussage oder Behauptung eines Politikers den Tatsachen entspricht? Dann schreib uns. Wir nehmen gerne Anregungen entgegen.

Betreibt CORRECTIV.Faktencheck Zensur?

Nein. Zensur geht von staatlichen Stellen aus. Wenn wir im Rahmen unserer Arbeit einen Artikel oder eine Information als ungenau oder falsch kennzeichnen, können diese nach wie vor gepostet werden. Wir prüfen Fakten, nicht deren Absender. Und, noch wichtiger: Wir prüfen Fakten und Tatsachenbehauptungen, aber keine Meinungen. Wir entscheiden auch nicht, was gepostet wird.

Warum arbeitet ihr mit Facebook zusammen?

Falschmeldungen verbreiten sich besonders stark auf den Sozialen Netzwerken. Um dem etwas entgegen zu setzen, arbeitet Facebook mit international anerkannten Faktencheckern zusammen. Durch die Kooperation werden unsere Faktenchecks denen angezeigt, die falsche Meldungen teilen wollen.

Löscht CORRECTIV.Faktencheck Inhalte auf Facebook?

Nein, wir verknüpfen nur Falschmeldungen mit Korrekturen. Wir sind der Meinung, dass  jeder Nutzer in der Lage sein soll, sich ein eigenes Bild zu machen: auf Basis von gesicherten Informationen und nicht auf Basis von Gerüchten, Halbwahrheiten oder Lügen.

Allerdings benutzt ein Algorithmus von Facebook unsere Bewertungen, um die öffentliche Verbreitung von falschen Nachrichten zu verringern.

Warum nehmt ihr Geld von Facebook?

Die Zusammenarbeit mit Facebook funktioniert gut. Facebook unterstützt unsere Arbeit in technischer Hinsicht und überlässt uns inhaltlich freie Hand. Deswegen spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, dass sich Facebook auch finanziell beteiligt. Wir arbeiten weiterhin unabhängig.

Welche politische Richtung verfolgt CORRECTIV.Faktencheck?

Wir sind überparteilich in unserer Haltung und fair in unserer Beurteilung. Wir haben uns beim Fakten-Checken zur Neutralität verpflichtet. Wir arbeiten nach den Kriterien des internationalen Code of Principles des us-amerikanischen Poynter Instituts, einer unabhängigen, gemeinnützigen Akademie für Journalisten. Der Code wurden inzwischen weltweit von Faktencheck-Teams unterzeichnet. Wer aktuell dazu zählt, kann man hier einsehen.

Was ist, wenn ich einen Fehler bei Euch entdeckt habe?

Wir korrigieren klar und offen, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Fehlermeldungen nehmen wir entgegen per Mail an den faktencheck (at) correctiv.org.

Wie bewertet CORRECTIV.Faktencheck?

Wir bewerten mit einer Skala von sieben Punkten. Sie reicht von „richtig“ über „derzeit nicht überprüfbar“ bis zu „völlig falsch“. Eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier.

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Satire sollte in unseren Augen auf Anhieb erkennbar sein. (Foto: Gerd Altmann auf Pixabay)
Wie wir arbeiten

Unsere Satire-Richtlinie: Was wir als Satire bewerten – und was als Falschmeldung

Nicht immer wird Satire auch als solche verstanden. Wenn viele Menschen sie für wahr halten, ist das für uns ein Indiz, dass bewusst Aufregung geschürt oder desinformiert werden soll. Hier erklären wir, ab wann wir „Satire“ als Falschmeldung bewerten.

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Bei unserer Arbeit als Faktenchecker wollen wir die Inhalte, die wir prüfen, fair und ausgewogen bewerten. Deshalb arbeiten wir mit einer Skala, die von „unbelegt“ – wenn wir keine Belege für die zentrale Behauptung finden – bis zu „völlig falsch“ beziehungsweise „frei erfunde“n reicht. Diese Bewertung vergeben wir, wenn die zentrale Behauptung einer Meldung oder eines Bildes frei erfunden ist. 

Immer wieder diskutieren wir intern bei Satire: Wir sind auf einen Text oder ein Bild aufmerksam geworden, weil Menschen ihn anzweifeln. Nach einigen Klicks durch die Webseite oder anderen Recherche stellen wir fest: Der Beitrag soll eigentlich Satire sein. Sollen wir das überhaupt prüfen? Denn zentrales Stilmittel der Satire ist per Definition Übertreibung bis hin zu ausgedachten Behauptungen (also „völlig falsch“). In der Regel überprüften wir Satire daher nicht, weil das den Rezipienten normalerweise klar sein dürfte. Doch derzeit bemerken wir vermehrt, dass Menschen Artikel von selbsternannten „Satire“-Medien für wahr halten und manche Autoren falsche Behauptungen gezielt unter dem Deckmantel der „Satire“ verbreiten.

Deshalb haben wir entschieden, uns durch eine Satire-Richtlinie Vorgaben zu geben, wie wir künftig mit dieser Problematik umgehen wollen. Dafür nehmen wir uns die Satire Policy unserer Faktencheck-Kollegen von Lead Stories zum Vorbild.

Warum ist das wichtig?

Wie Lead Stories arbeiten auch wir bei CORRECTIV mit Facebook zusammen. Wenn unsere Redaktionen eine Nachricht als „falsch” einstufen und dies bei der Plattform melden, wird laut Facebook die Reichweite der betroffenen Beiträge verringert und die Seiten verlieren bei wiederholten Falschmeldungen die Möglichkeit, ihre Beiträge zu monetarisieren oder Anzeigen zu schalten. Bei der Einstufung „Satire” passiert das nicht. 

Auch wenn beide Arten von Beiträgen im eigentlichen Sinne „falsch“ sind, macht es demnach einen gewaltigen Unterschied, ob wir als „Satire“ oder „falsch“ bewerten. Wenn wir feststellen, dass Webseiten oder Accounts ihre Beiträge unter dem Deckmantel „Satire“ veröffentlichen, das aber nicht allen Nutzern auf Anhieb klar ist, wollen wir das entsprechend kenntlich machen.

Was ist für uns Satire – und was nicht?

Der Duden beschreibt Satire wie folgt:

Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt

Das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache, das von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben wird, beschreibt Satire so

Form des Komischen in der Kunst, besonders in der Literatur, die mit dem Anliegen, Bestehendes zu verändern, durch Ausdrucksmittel des schärfsten Spottes und enthüllender Polemik charakteristische Widersprüche in Individuum und Gesellschaft aufdeckt und der Lächerlichkeit preisgibt

Wenn wir einen gemeinsamen Nenner herausfiltern wollten, wäre das in unseren Augen: Satire ist lustig oder spöttisch, arbeitet mit Mitteln wie Ironie oder Übertreibung und soll Menschen, Politik/Gesellschaft oder Ideen kritisieren/lächerlich machen/verspotten/bloßstellen oder auf komische Weise Missstände anprangern.

Satire ist für uns folglich, wenn ein Beitrag:

  1. Lustig ist,
  2. einen erkennbaren Missstand, Menschen, Politik/Gesellschaft oder Ideen kritisiert/lächerlich macht/verspottet/bloßstellt/anprangert und
  3. direkt oder ohne große Mühe als Witz oder Satire-Beitrag erkennbar ist.

Keine Satire ist für uns, wenn ein Beitrag:

  • Personen beleidigt, ihnen falsche Aussagen zuschreibt oder sie in ein falsches Licht rückt,
  • keinen Missstand anprangert oder Kritik äußert,
  • keine satirische Botschaft oder Kontext liefert,
  • nicht, nur schwer oder erst durch eigene Recherche als Satire erkennbar ist.

Treffen einer oder mehrere der letztgenannten Punkte zu, werten wir den Beitrag als Falschmeldung. Wichtig dabei: Ein Satire-Disclaimer, der schwer sichtbar oder erst durch Scrollen oder Klicken auf Links zu einer anderen Seite sichtbar wird, ist für uns kein Grund, von dieser Wertung abzurücken. Im Gegenteil: Wenn es Menschen zu schwer gemacht wird, einen satirischen Beitrag als solchen zu erkennen, weil er nicht offensichtlich ironisch oder spöttisch ist, so dass die Satire auf der Hand liegt, ist das für uns eher ein Zeichen dafür, dass dies mit Vorsatz geschehen könnte.

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Der CORRECTIV- Buchladen in Essen beherbergt in den kommenden zwei Wochen unsere Faktencheck-Redaktion. (Foto: CORRECTIV)
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CORRECTIV.Faktencheck startet eine offene Redaktion zur EU-Wahl

In den zwei Wochen vor der EU-Wahl wollen wir verstärkt Gerüchte und Behauptungen prüfen – vor allem solche, die die EU betreffen.

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Heute starten wir unsere offene Faktencheck-Redaktion in Essen. Dafür wird unser Team unterstützt von Mitgliedern unserer Leser-Faktencheck-Redaktion „CheckJetzt“.

Gemeinsam sind wir in unserer Redaktion erreichbar für Fragen von Allen, die sich für unsere Arbeit interessieren.

In den vergangenen Wochen haben wir bereits vermehrt Falschmeldungen über die anstehende Wahl bemerkt: verfälschte Wahlplakate, erfundene Politiker-Zitate oder verzerrte EU-Vorhaben. Wir erwarten, dass diese Entwicklung in den kommenden zwei Wochen weiter zunimmt.

Wer Fragen zur EU hat, unsicher ist, ob eine Behauptung stimmt oder nicht, kann uns gerne Fragen schicken, an faktencheck@correctiv.org. Außerdem starten wir eine Facebook-Gruppe, wo wir über unsere Faktenchecks und Desinformation sprechen, und auch Hinweise zu potentiellen Falschmeldungen entgegen nehmen.

Des weiteren werden wir unsere Kooperation mit anderen Faktencheck-Organisationen aus europäischen Ländern im Rahmen von FactCheckEU fortsetzen.

Wer vorbeikommen und sich über unsere Arbeit informieren möchte, kann das vom 13. bis 26. Mai tun im CORRECTIV Buchladen, Akazienallee 10, 45127 Essen.

Veranstaltung

Am 23 . Mai, um 19 Uhr, laden wir zu einer Veranstaltung zum Thema: Desinformation und Fakes vor der EU-Wahl – Ein Abend mit dem CORRECTIV.Faktencheck-Team

Das CORRECTIV.Faktencheck-Team gibt einen Einblick, welche Falschmeldungen aktuell in Sozialen Netzwerken kursieren und wie damit versucht wird, Wähler zu beeinflussen. Was kann jeder von uns dagegen tun und warum bildet CORRECTIV im Community-Projekt Checkjetzt neuerdings Bürger zu Faktencheckern aus? Ein Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde. Eintritt frei, wir bitten um Anmeldung.

Medienanfragen bitte per Email an faktencheck@correctiv.org

Wie wir arbeiten

Diese Tipps helfen, Falschmeldungen zu erkennen

Wie kann man Falschmeldungen und „Fake News“ entlarven? Bei CORRECTIV.Faktencheck recherchieren wir täglich, wie viel Wahrheit in unterschiedlichsten Arten von Behauptungen steckt. Doch auch wer nicht die Zeit hat, Inhalte ausführlich zu verifizieren, kann ein paar Dinge beachten, um nicht versehentlich Falschmeldungen zu teilen.

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Wer verbreitet eine zweifelhafte Meldung?

Frage Dich, wer die Meldung verbreitet. Lässt sich herausfinden, wer hinter einer Facebook-Seite oder einem Twitter-Account steht? Ist die Webseite bekannt? Hat sie ein Impressum in dem die Verantwortlichen und Adressen aufgelistet sind?

Manchmal steht im „Über uns“-Bereich einer Webseite, dass diese Satire verbreitet, oder frei erfundene Geschichten. Daher lohnt es sich, bei unbekannten Webseiten, genauer nachzuschauen.

Doch auch Freunde oder Verwandte können Dir Falschmeldungen schicken, zum Beispiel über WhatsApp und Co. Meist glaubt man diesen eher, als anderen Meldungen im Internet, weil man seinen Bekannten einen Vertrauensvorschuss gewährt. Ist eine Mitteilung neu, aufregend, verstörend oder scheint unglaublich, kann man seine Bekannten nach einer Quelle fragen oder selbst recherchieren. Oft genügt schon eine kurze Google-Suche, um Klarheit zu schaffen.

Was steht im Text?

Falschmeldungen können auf gefälschten Webseiten versteckt sein, die in der Vorschau aussehen, als wären sie echt. Zum Beispiel gibt es Webseiten, auf denen man sich selbst „Nachrichten“ ausdenken kann.

Titel von Geschichten sind zudem oft zugespitzt, manchmal sogar schlicht falsch. Dann steht im Text etwas anderes, als der Titel vermuten lässt. Viele Leute teilen Artikel, ohne sie vorher zu lesen, einfach weil der Titel etwas verspricht.  

Ein Blick in den Text kann außerdem verschiedene Hinweise geben, ob es sich möglicherweise um Desinformation handelt. Enthält der Text Rechtschreibfehler? Hat die Seite ein chaotisches Layout? Stellt er Behauptungen auf, ohne Quellen dafür zu nennen? Entwirft der Text ein vollkommen schlüssiges Bild oder liefert allzu einfache Erklärungen für komplizierte Geschehnisse? Ist die Sprache nüchtern oder reißerisch und unseriös?

Natürlich bedeutet keiner dieser Aspekte, dass ein Text automatisch falsch oder erfunden ist. Allerdings können sie Hinweise sein, weiter zu recherchieren, bevor man eine Meldung glaubt.

Lässt sich die Geschichte verifizieren?

Nennt ein Bericht oder ein Beitrag die Quellen, aus denen die Informationen stammen? Gibt es Links zu Quellen, mit denen Du die Geschichte selbst nachprüfen kannst?

Wenn nicht, kann man selbst nach Quellen suchen. Wichtige Meldungen werden meistens von vielen Medien gleichzeitig veröffentlicht. Faktencheck-Organisationen wie CORRECTIV.Faktencheck veröffentlichen Artikel zu aktuellen Gerüchten. Bei Großereignissen und Notfällen, richte Dich nach offiziellen Meldungen von Behörden.

Da Bilder leicht verfälscht werden können, sei es durch Photoshop oder eine falsche Bildunterschrift, sollte man auch Bilder überprüfen. Das geht leicht mit der Bilder-Rückwärtssuche. Dafür lädt man ein Bild oder die URL eines Bildes bei Suchmaschinen wie Google, Yandex oder Bing hoch und bekommst als Ergebnis angezeigt, wo die Bilder zuvor erschienen sind. So kann man schnell herausfinden, ob ein Foto im falschen Kontext geteilt wird, oder manipuliert wurde.

Die Rückwärts-Bildersuche bei Google.

Eine Art von Falschmeldungen, die wir häufig sehen, sind erfundene Politiker-Zitate. Sie lassen sich leicht verifizieren, indem man das angebliche Zitat in eine Suchmaschine eingibt. Wenn Zitate ohne Quellenangabe, Ort und Datum verbreitet werden, lohnt es sich, das zu überprüfen.

Achte auf Deine Gefühle

Falschmeldungen wollen oft Gefühle wie Wut oder Angst hervorrufen, weil dadurch mehr Menschen mit der Meldung interagieren – auf sie klicken, kommentieren oder teilen. Klicks bedeuten oft Geld, und sind daher eine der Motivationen dafür, Falschmeldungen zu verbreiten.

Wer starke Gefühlsreaktionen auf eine Meldung bei sich beobachtet, kann die aufgezählten Schritte durchgehen, um sicherzugehen, Falschmeldungen als solche zu erkennen.

© Ivo Mayr

Wie wir arbeiten

Die Community von CORRECTIV.Faktencheck hat mit der Arbeit begonnen

Im Februar hat CORRECTIV.Faktencheck den Start des Community-Projekts CheckJetzt bekannt gegeben. Nun erscheinen die ersten Faktenchecks auf einem eigenen Blog.

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Zu Beginn des Jahres haben wir Interessierte eingeladen, Teil unserer Faktencheck-Crowd-Redaktion zu werden. Mehrere hundert Menschen haben sich auf unseren Aufruf gemeldet und im ersten Schritt der Ausbildung in der Reporterfabrik, unserer Online-Journalistenschule für Jede(n), die Faktencheck Tutorials absolviert.

Der zweite Teil der Ausbildung zum Faktenchecker war ein Präsenz-Workshop am 27. Februar 2019 in unseren Redaktionsräumen in Essen und Berlin. Jeweils 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben Probe-Faktenchecks recherchiert und in Praxisübungen unsere tägliche Arbeit kennengelernt.

Für die Arbeit in der Faktencheck Community hat CORRECTIV ein eigenes Faktencheck-Tool CheckJetzt entwickelt. Dort sehen die Community-Faktenchecker, welche Beiträge zu überprüfen sind und wählen aus, welche sie untersuchen möchten. Später geben sie ihre Rechercheergebnisse strukturiert ein. Die eingereichten Faktenchecks werden aktuell noch von den Mitarbeitern der CORRECTIV.Faktencheck-Redaktion verifiziert. Nach längerer Schulung sollen in Zukunft die Community-Faktenchecker selbst diese Arbeit übernehmen.

Wichtig für die Faktencheck-Community ist auch der Austausch untereinander. Im Messenger „Slack“ tauschen wir Recherchetipps aus und diskutieren Bewertungen. Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, dass Diskussionen auf Fakten basieren. Weil im Netz unzählige falsche und halbfalsche Meldungen kursieren, wollen wir mehr Menschen dafür sensibilisieren und mehr Faktenchecks veröffentlichen.

Die Faktenchecks erscheinen auf einem eigenen Blog: correctiv.org/checkjetzt

CORRECTIV ist spendenfinanziert

CORRECTIV.Faktencheck ist eine eigene Redaktion innerhalb des Recherchezentrums CORRECTIV. Wir arbeiten gezielt gegen Desinformation im Internet, recherchieren langfristig zu Missständen in der Gesellschaft, initiieren Bildungsprogramme und führen Klagen für Bürger- und Presserechte. Dieser Faktencheck wurde mit Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern realisiert. Fördern auch Sie unsere Arbeit!

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Faktencheck FAQ | Unsere Standards | Unsere Bewertungsskala | Unsere Methode

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FactCheckEU zählt 19 Medien-Partner aus 13 europäischen Ländern in zehn Sprachen.
Wie wir arbeiten

CORRECTIV.Faktencheck startet Fact-Checking-Projekt mit 19 europäischen Redaktionen

Falschmeldungen kennen keine Grenzen, insbesondere in Europa. Deshalb arbeitet CORRECTIV.Faktencheck seit langem erfolgreich mit Faktencheckern aus anderen Ländern zusammen. Im Vorfeld der Europawahl im Mai 2019 beteiligt sich CORRECTIV.Faktencheck ab heute als deutscher Partner am europäischen Fact-Checking-Projekt des International Fact-Checking Network (IFCN).

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FactCheckEU ist ein Gemeinschaftsprojekt von 19 europäischen Fact-Check-Einrichtungen zur Bekämpfung von Desinformationen und Hoaxes. Auf der Webseite factcheckeu.info werden die Recherchen aller europäischen Partner veröffentlicht. Unsere Arbeit ist in zehn verschiedenen Sprachen verfügbar, und alles, was wir veröffentlichen, wird ins Englische übersetzt, um eine breite europäische Öffentlichkeit zu erreichen.

FactCheckEU wird auch die Richtigkeit von Informationen über die EU prüfen, sowie Hoaxes aufdecken, die im Zusammenhang mit den Wahlen und Erklärungen von europäischen Politikern stehen. Leser haben außerdem die Möglichkeit direkt Fragen zu stellen, beruhend auf dem Frage & Antwort-Projekt „CheckNews“ der französischen Faktenchecker von Libération. Außerdem verpflichtet sich FactCheckEU, die inneren Prozesse von Desinformationen in der Europäischen Union zu beleuchten. Wie verbreitet sich eine falsche Information von einem Land in ein anderes? Wer produziert die Falschmeldungen?

19 Redaktionen in 13 Ländern

FactCheckEU zählt 19 Medien-Partner aus 13 europäischen Ländern in zehn Sprachen: CORRECTIV.Faktencheck (Deutschland), 20 Minutes (Frankreich), AFP Factuel (Frankreich), CheckNews von Libération (Frankreich), Les Décodeurs du Monde (Frankreich), Ellinika Hoaxes (Griechenland), FactCheckNI (Nordirland), Faktograf.hr (Kroatien), France 24 Les Observateurs (Frankreich), TheJournal.ie (Irland), lavoce.info (Italien), Lead Stories (Belgien), Maldita.es (Spanien), Newtral (Spanien), Observador (Portugal), Pagella Politica (Italien), Patikrinta 15min (Litauen), TjekDet (Dänemark) und Viralgranskaren (Schweden).

Sie alle haben den Grundsätze-Kodex des International Fact-Checking Network unterzeichnet. Als vom IFCN geprüfter Unterzeichner haben sie sich alle zur Einhaltung von zwölf verschiedenen Kriterien in Bezug auf Transparenz, Ethik, Methodik und Unparteilichkeit verpflichtet. FactCheckEU ist völlig unabhängig von EU-Institutionen und anderen staatlichen Akteuren. Die Plattform wurde von Libération und Datagif und mithilfe einer Innovationsförderung des International Fact-Checking Networks des Poynter Institute aufgebaut. Unterstützung erhielt es auch von der Google News Initiative, einem langjährigen Partner des IFCN, und von der Open Society Initiative for Europe.

CORRECTIV ist spendenfinanziert

CORRECTIV.Faktencheck ist eine eigene Redaktion innerhalb des Recherchezentrums CORRECTIV. Wir arbeiten gezielt gegen Desinformation im Internet, recherchieren langfristig zu Missständen in der Gesellschaft, initiieren Bildungsprogramme und führen Klagen für Bürger- und Presserechte. Dieser Faktencheck wurde mit Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern realisiert. Fördern auch Sie unsere Arbeit!

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Facebook hat ein Desinformations-Problem. Wir versuchen mit der Kooperation, Falschmeldungen direkt auf der Plattform zu bekämpfen. (Foto von MANDEL NGAN / AFP)
Wie wir arbeiten

Stellungnahme zum Guardian-Artikel über die Faktencheck-Kooperation mit Facebook

Ein Artikel im Guardian behandelt die Kooperation zwischen Facebook und Faktencheckern, die auf Facebook gezielt Desinformation bekämpfen. Aus unserer Sicht stellt der Artikel verschiedene Abläufe verzerrt dar. Wir wurden wiederholt darauf angesprochen und möchten deshalb auf die Vorwürfe aus unserer Sicht eingehen. Wir finden die Kooperation mit Facebook wichtig im Kampf gegen Falschinformationen. Wir glauben, wir müssen mit allen Hinweisen und Vorbehalten transparent umgehen.

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Im Guardian-Artikel vom 13. Dezember behauptet eine Einzelperson, Facebook habe eine Faktencheck-Organisation dazu gedrängt, eine bestimmte Meldung zu prüfen – weil sie Werbekunden von Facebook betroffen habe.

So etwas kam bei uns noch nie vor. Es liegt auch der Basis unserer Kooperation fern. Wir entscheiden selbstständig über die Themen und Sachverhalte, die wir prüfen. Es würde gegen die Prinzipien unserer Arbeit verstoßen, uns von irgendjemandem vorschreiben zu lassen, welche Themen wir bearbeiten sollen.

Auch andere Faktencheck-Organisationen haben diesem Punkt widersprochen. Auch sie wurden nie aufgefordert, irgendeinen speziellen Vorgang zu prüfen. Facebook selbst hat ein Statement zu dem Artikel veröffentlicht.

Tatsächlich hat das Facebook-Team, das an dem Projekt arbeitet, im vergangenen Jahr viele Forderungen von internationalen Faktencheckern umgesetzt. So haben sie zum Beispiel die Bewertungs-Optionen angepasst und verbessert. Dass es jetzt Ratings wie Satire oder Falsche Überschrift gibt, liegt am Feedback das unsere Organisationen gegenüber Facebook gemacht haben. Wie die Kooperation mit Facebook genau abläuft, steht hier.

Weiterhin Kritik an Facebook

Auch wenn Facebook auf viele Forderungen der Faktenchecker eingeht, um die Arbeit besser zu machen, so ist die Kooperation mit Facebook nicht perfekt. Wir möchten noch mehr über die Wirkung unserer Faktenchecks erfahren und kritisieren, dass wir zu wenig Daten von Facebook über die Effektivität unserer Arbeit erhalten. Wir wollen zum Beispiel wissen: Wie viele Menschen klicken auf unsere Faktenchecks? Oder teilen Inhalte wegen dem Hinweis auf den Faktencheck doch nicht? Doch auch hier gibt es erfreulicherweise Bewegung: Facebook hat bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass wir solche Daten bis Ende des Jahres erhalten sollen.

Eine detaillierte, gut recherchierte Übersicht der Kritikpunkte – wie auch der guten Seiten der Kooperation – hat das International Fact Checking Network gerade veröffentlicht. Dafür haben sie mit 19 Organisationen gesprochen, die aktuell mit Facebook kooperieren.

Wie finden die Kooperation mit Facebook wichtig. Fake News und gezielte Desinformation auf Facebook sind ein Problem für unsere Gesellschaft. Wir glauben, es ist sinnvoll, dem Problem an dem Ort entgegenzutreten, an dem es entsteht. Und dies funktioniert in Kooperation mit Facebook besser und effektiver als ohne. Nur über die Kooperation sind wir in die Lage, Faktenchecks dort sichtbar zu machen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. In den Echokammern der sozialen Medien.

Wie wir arbeiten

Über die Kooperation zwischen CORRECTIV.Faktencheck und Facebook

In unseren FAQ haben wir schon einige Details über die Facebook-Kooperation veröffentlicht. Hier ist eine detailliertere Übersicht.

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Wo das Problem herkommt

Es ist eine Art Dilemma: Facebook ist einer der Gründe, warum Desinformation zu einem größeren Problem für unsere Gesellschaft geworden ist. Soziale Medien arbeiten mit Algorithmen, die Echokammern verstärken, dadurch können einseitige oder falsche Informationen ein verzerrtes Weltbild kreieren. Die Menschen sehen Meldungen, die ihrem Weltbild entsprechen, gegenteiliges dringt dort nur schwer oder gar nicht herein. Lügen können so zu gefühlten Wahrheiten werden, weil die gleichen Falschinformationen im gesamten Umfeld von vielen „Facebook-Freunden“ wiederholt werden.

Facebook hat sich 2016 ein Projekt überlegt, wie das Unternehmen auf dieses Problem reagieren kann. Auslöser für die Überlegungen war die teils massive Kritik an der Verbreitung von Falschmeldungen, aber wohl auch die Angst vor einer Regulierung durch staatliche Organe. Facebook möchte im Rahmen dieses Projektes Fakten auf seiner Plattform prüfen lassen, die ständig weiterverbreitet werden. Für dieses so genannte Factchecking setzt Facebook aber keine eigenen Angestellten ein. Facebook sieht sich nämlich nicht als Anbieter von Nachrichten, der Fakten verifizieren muss, bevor sie veröffentlicht werden, sondern nur als Betreiber einer Plattform für den Austausch von Informationen.

Ein internationales Netzwerk von Faktencheck-Organisationen

Aus diesem Grund ist Facebook Kooperationen mit unabhängigen Faktencheck-Organisationen eingegangen, die vom ebenfalls unabhängigen International Fact Checking Network (IFCN) verifiziert wurden. Das IFCN ist an das Poynter-Institut in Florida angegliedert. Es handelt sich um eine sehr renommierte Organisation, die weltweit führend ist in der Forschung zu Desinformation.

Jede Faktencheck-Organisationen muss bestimmte Kriterien erfüllen, um vom IFCN anerkannt zu werden. Die Organisationen müssen unter anderem nachweisen, dass sie unparteiisch arbeiten, ihre Quellen offen legen und dass ihre Finanzierung transparent ist. Zu den verifizierten Partnern des IFCN gehören inzwischen 71 Organisationen aus vielen Ländern der Welt, darunter die Faktenchecker der französischen Nachrichtenagentur AFP oder der Washington Post, sowie die Organisationen Full Fact aus Großbritannien oder Rappler aus den Philippinen. In Deutschland sind CORRECTIV.Faktencheck und dpa Faktencheck vom IFCN anerkannt. Unsere Prinzipien, nach denen wir arbeiten, haben wir hier veröffentlicht.

Facebook arbeitet weltweit mit mehr als 50 Partnern in mehr als 30 Ländern zusammen. In Deutschland kooperiert Facebook neben CORRECTIV.Faktencheck seit Anfang 2019 mit der dpa.

Kooperation mit Facebook – wie funktioniert das?

Im Rahmen unserer Kooperation mit Facebook bekommen wir Zugang zu einer internen Facebook-Liste, in die ein Algorithmus Inhalte einfügt, die potentiell falsch sind – das sind Videos, Bilder oder Links zu Artikeln. Sie kommen in die Liste, weil Nutzer sie als Falschmeldungen gemeldet haben. Auch andere Signale gehen an den Algorithmus: Vielleicht wenn jemand „Das sind Fake News“ kommentiert oder wenn etwas sehr schnell und viel geteilt wird. Wir wissen bislang noch nicht genau, warum eine bestimmte Meldung in der Liste landet. Die Liste gibt aber einen deutlichen Hinweis auf die am weitesten verbreiteten Falschmeldungen auf Facebook.

Neben der Liste, die Facebook uns zur Verfügung stellt, setzen wir weitere Monitoring-Tools ein, um potentielle Falschmeldungen unter anderem auf Facebook und anderen sozialen Medien zu finden. Diese Meldungen, die wir anderswo finden, können wir ebenfalls in die Liste einfügen.

Niemand schreibt uns vor, was wir prüfen. Wir suchen die Inhalte, die wir prüfen, eigenständig aus.

Im nächsten Schritt können wir die Inhalte auf der Liste dann mit unseren Faktenchecks verknüpfen und so dafür sorgen, dass Desinformationen oder Falschmeldungen auf Facebook zusammen mit Faktenchecks gesehen werden. Dies ist der einzige Weg, Fake News dort zu begegnen, wo sie wirken: in den Newsfeeds der Nutzer.

Verknüpfung von Faktenchecks mit den falschen Inhalten

Haben wir einen Faktencheck-Artikel auf unserer Website veröffentlicht, können wir ihn mit der falschen Behauptung verknüpfen, die auf Facebook veröffentlicht wurde. Wir haben dabei verschiedene Rating-Optionen: „Wahr“, „Gemischt“, „Falsch“. Aber auch „Meinung“ (die sich nicht für Faktenchecks eignet), „Satire“ oder „Falsche Überschrift“.

Facebook ist als Kooperationspartner für die Folgen der Verknüpfungen verantwortlich. Facebook-Posts von Politikern oder Parteien können nicht mit unseren Faktenchecks verknüpft werden. Dies begründet Facebook hier so: „Es würde es ganz neue Probleme verursachen, die politische Redefreiheit einzuschränken: Dann wären Bürger wesentlich schlechter darüber informiert, was ihre gewählten Vertreter eigentlich sagen. Zugleich müssten Politiker weniger konsequent Verantwortung für ihre Aussagen übernehmen.“ 

Denn das Verknüpfen hat mehrere Folgen:

1. Laut Facebook wird die Reichweite der Meldungen verringert, die wir als falsch oder halb-falsch eingeschätzt haben. Das bedeutet, sie erscheinen weiter unten im Newsfeed.

Wir haben bisher keine Daten dazu, wie und ob das funktioniert. Facebook behauptet, dass sich die Reichweite um 80 Prozent verringert. Wir konnten bisher aber nicht anhand von Daten nachvollziehen, ob das stimmt. Wir führen unsere eigene Liste um zu beobachten, wie sich die Shares des geprüften Inhalts entwickeln. Dabei sehen wir, dass die Zahl in einigen Fällen nach unserem Faktencheck sinkt, in anderen stagniert, in manchen aber auch weiter steigt. Aber auch diese Aussagen sind nicht valide und abgesichert. Wir können auch nicht sagen, wie sich die Entwicklung der Shares auf die gesamte Reichweite der überprüften Inhalte auswirkt. Um hier verlässliche Aussagen zu treffen, sind wir auf Angaben von Facebook angewiesen.

2. Wer die falschen Inhalte sieht, bekommt darunter auch unseren Faktencheck angezeigt. Wir versuchen mit unseren Titeln direkt die falsche Behauptung zu widerlegen. Der Nutzer sieht also in seiner Timeline, dass er etwas wahrscheinlich unwahres liest.

Screenshot: So wird ein Faktencheck von uns auf Facebook angezeigt.

3. Wer den falschen Inhalt teilen will, bekommt ein Fenster angezeigt, in dem auf unseren Faktencheck hingewiesen wird.

Screenshot: Fenster, das Nutzer angezeigt bekommen, mit Link zu unserem Faktencheck.

4. Die Leute, die den falschen Inhalt geteilt haben, bekommen eine Benachrichtigung, dass es eine andere Einschätzung zum Thema gibt, mit Link zu unserem Faktencheck.

5. Facebook-Seiten, die wiederholt falsche Inhalte veröffentlichen, können laut Facebook die Möglichkeit verlieren, auf der Plattform Werbung zu schalten oder darüber Geld zu verdienen. Auch könne die Reichweite ihrer Beiträge eingeschränkt werden. 

Wie finden die Kooperation mit Facebook wichtig. Fake News und gezielte Desinformation auf Facebook sind ein großes Problem für unsere Gesellschaft. Wir glauben, es ist sinnvoll, dem Problem an dem Ort entgegenzutreten, an dem es entsteht. Und dies funktioniert in Kooperation mit Facebook besser und effektiver als wenn es die Kooperation nicht gäbe. Nur über die Kooperation sind wir in die Lage, Faktenchecks dort sichtbar zu machen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. In den Echokammern der sozialen Medien.

Hinweis 1: Wir haben den Artikel am 16. Mai 2019 aktualisiert. Wir haben Screenshots eingefügt, die die aktuellen Hinweise von Facebook bei Falschmeldungen anzeigen und bei Punkt 5 hinzugefügt, dass Facebook-Seiten auch an Reichweite verlieren können, wenn sie wiederholt Falschmeldungen veröffentlicht haben.

Hinweis 2: Am 5. Dezember 2019 haben wir einen Absatz hinzugefügt, um darauf hinzuweisen, dass Facebook die Facebook-Beiträge von  Politikern und Parteien aus dem 3rd-Party-Fact-Checking-Programm ausklammert. Wir haben außerdem die Angaben und Zahlen zu anderen Faktencheck-Partnern aktualisiert.

Vorbemerkung:

CORRECTIV.Faktencheck ist überparteilich in seiner Haltung und fair in der Beurteilung. Wir ordnen Aussagen in ihren Kontext ein und überprüfen, welche Informationen der betreffenden Person zu diesem Zeitpunkt zugänglich waren.CORRECTIV.Faktencheck bekennt sich zu den Prinzipien des internationalen Fact-Checking-Netzwerks.

Gemeinsame Prinzipien des Internationalen Fact-Checking-Netzwerks (IFCN)

1. Verpflichtung zur Überparteilichkeit und Fairness

Wir überprüfen Aussagen, indem wir stets dieselben Kriterien anlegen. Wir gehen beim Fact-Checking nicht einseitig vor. Wir verpflichten uns zur Neutralität. Wir arbeiten stets nach dem gleichen Prinzip, und unsere Bewertungen basieren auf recherchierten, belegten Tatsachen. Wir beurteilen die Aussagen, die wir untersuchen, nicht politisch.

2. Verpflichtung zur Offenlegung unserer Quellen

Wir ermöglichen unseren Lesern, unsere Ergebnisse kritisch zu überprüfen. Unsere Arbeit ist dokumentiert. Wir legen alle Quellen detailliert dar, damit unsere Vorgehensweise nachvollziehbar ist und jeder so zu einer eigenen Beurteilung der Sachlage kommen kann. In Fällen, in denen Informationen von einer schützenswerten Quelle stammen, stellen wir so viele Informationen wie möglich zur Verfügung.

3. Verpflichtung zur Offenlegung unserer Unterstützer und unserer Organisation

Wir verpflichten uns, alle Spenden zu veröffentlichen, die wir im Rahmen unserer Arbeit erhalten. Wir erläutern unsere Organisationsstruktur. Wir stellen sicher, dass unsere Leser mit uns kommunizieren können.

4. Verpflichtung zur Transparenz der Arbeitsweise

Wir erklären, wie wir die zu prüfenden Aussagen auswählen, nachrecherchieren, richtigstellen oder in ihrer Belegbarkeit bestätigen. Wir ermuntern unsere Leser, uns Aussagen zum Fakten-Checken zuzusenden.

5. Verpflichtung zur offenen und ehrlichen Korrektur

Wir veröffentlichen unsere Korrekturregeln. Wir berichtigen unsere Fehler eindeutig und transparent entlang dieser Richtlinie. Wir stellen sicher, dass die Leser immer die aktuelle Fassung einsehen können.


Dieser Code of Principles wurde erstmals vom us-amerikanischen Poynter Institut im September 2016 veröffentlicht. Das Poynter Institut ist eine unabhängige, gemeinnützige Akademie für Journalisten. Der Code wurden inzwischen weltweit von Faktencheck-Teams unterzeichnet, wer aktuell dazu zählt, können Sie hier einsehen.

CORRECTIV.Faktencheck ist darüber hinaus an das Redaktionsstatut von CORRECTIV gebunden.

Wie wir arbeiten

Unsere Bewertungsskala

Wir haben eine Skala von sieben Punkten, sie reicht von „richtig“ über „derzeit nicht überprüfbar“ bis zu „frei erfunden“:

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Wie bewertet CORRECTIV.Faktencheck?

Diese Aussage ist wahr

Richtig

Die Behauptungen oder Aussagen sind richtig.

Wahrheitsgehalt unklar

Unbelegt

Die Behauptungen oder Aussagen sind noch unklar oder nicht belegbar. Mögliche Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Pinocchio 1

Größtenteils richtig

Es gibt Flüchtigkeitsfehler, aber die Grundthese beziehungsweise der Tenor sind korrekt.

Eventuell falsche Zahlen oder Daten haben keinen Einfluss auf die Argumentation.

Pinocchio 2

Teilweise falsch

Es handelt sich um eine pauschalisierende Aussage, sie berücksichtigt nicht die Details.

Es handelt sich um einen sogenannten „Clickbait” – einen Köder: Die Überschrift suggeriert etwas anderes, als im Artikel zu lesen ist.

Der Kontext fehlt. Es wird etwas ausgelassen oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Relation ist nicht stimmig, etwas wird bewusst übertrieben, um die These zu stärken.

Die Bebilderung ist irreführend und/oder erweckt einen falschen Eindruck.

Die Hälfte der Tatsachenbehauptungen sind falsch.

Pinocchio 3

Größtenteils falsch

Fakten, die sich auf offizielle Statistiken beziehen, sind möglicherweise zwar richtig, wollen aber absichtlich in eine bestimmte Richtung lenken.

Die Mehrheit der Behauptungen sind falsch.

Pinocchio 4

Falsch

Der Titel enthält eine Falschmeldung.

Kausalitäten und Zusammenhänge sind grob falsch.

Der Text will gezielt desinformieren und Zwietracht und Hass säen.

Es gibt einen starken möglichen Eigennutzen des Absenders oder Verursachers, und zwar aus ökonomischer oder politischer Sicht.

Pinocchio 5

Frei erfunden

Zitate, Behauptungen, Geschehnisse sind erfunden.

Wie wir arbeiten

Unser Team

Hier stellen wir unser Faktencheck-Team vor

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Tania Röttger leitet das Team von CORRECTIV.Faktencheck. Nach ihrem Studium in England arbeitete sie ein Jahr lang in London und half NGOs, mit Auskunftsrechten Informationen zu beschaffen. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 war sie Volontärin bei CORRECTIV, hospitierte beim Tagesspiegel und dem Center for Investigative Reporting.

Cristina Helberg wuchs auf zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, ging mit 18 auf Weltreise. Später studierte sie Lateinamerikanistik und Sozialwissenschaften in Köln und Havanna und absolvierte die Zeitenspiegel Reportageschule. Für ihre Abschlussarbeit recherchierte sie zu Leihmüttern in Georgien. Vor ihrem Einstieg bei CORRECTIV arbeitete sie als freie Journalistin in NRW – unter anderem für Spiegel, Süddeutsche, chrismon und RTL.

Till Eckert recherchiert seit seinem Volontariat 2014 in Aalen zu Rechtsextremismus, Machtmissbrauch und Desinformation. Für ze.tt und Zeit Online widerlegte er 2018 die Behauptung des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, ein Video der Ausschreitungen in Chemnitz sei nicht authentisch. Seit März 2019 spürt er Falschmeldungen und Gerüchten im CORRECTIV.Faktencheck-Team nach.

Alice Echtermann wurde Journalistin, weil sie alles genau wissen möchte. Deshalb prüft sie nun für den Correctiv-Faktencheck täglich Meldungen im Netz auf ihre Richtigkeit. Schon bevor alle über Desinformation in den sozialen Medien sprachen, sah Alice Echtermann diese Netzwerke als Segen, aber auch mögliche Gefahr für die Demokratie an. Während ihres Volontariates beim Weser-Kurier in Bremen schrieb sie über Filterblasen-Effekte und Algorithmen. Später, als Onlineredakteurin, recherchierte sie, wie Facebook instrumentalisiert wird, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Hüdaverdi Güngör hat schon undercover recherchiert, bevor er die Journalistenlaufbahn einschlug. Als 20-Jähriger drehte er in Eigenregie den Dokumentarfilm „Obdachlos – 4 Tage ein Penner“. Dafür lebte er im Selbstversuch in den Straßen von Köln. Für CORRECTIV reiste Hüdaverdi durch Deutschland und unterhielt sich mit Türkischstämmigen über ihre Probleme und die Versäumnisse der Integration. Daraus entstand die Web- und Workshopserie „Auf eine Shisha mit…“. Zudem beaufsichtigt und leitet er die Technik für die Livestreams und Studios in Essen und Berlin.

Wenn wir einen Artikel überprüfen, stellen wir viele Fragen. Dazu können gehören:

Verfasser

Wer hat die Nachricht verfasst, ist der genaue Verfasser verifizierbar?
Woher stammt diese Nachricht (URL/Impressum)?
Wer wird im Impressum genannt, falls vorhanden?
Handelt es sich um einen satirischen Beitrag?

Format

Bild/Video?
Was wird genau abgebildet, was ist erkennbar, was ist nicht erkennbar?
Welches Bild wird genutzt? Wie alt ist das Bild? Passt es zum Beitrag?
Ist die Originalaussage/das Bild/das Video in weiteren Quellen nachweisbar?

Zeit

Wann hat sich etwas abgespielt? Wann soll die Aussage getroffen worden sein (und seit wann steht die Nachricht online)?
Welche Informationen waren zu dem Zeitpunkt bekannt? Welchen Zeitrahmen umfasst die Aussage, ist dieser klar definiert?

Kontext

In welchem Kontext steht eine Aussage oder ein Bericht? Wo wurde die Aussage getroffen?

Wer ist von einer These oder Aussage betroffen, wer ist gemeint?

Wen (Einzelperson) oder welchen Personenkreis betrifft die Aussage?
Gibt es für den betreffenden Personenkreis oder die angesprochenen Faktoren (etwa Inklusion, Krankheit, Herkunft) amtliche Definitionen? Wie wird der Begriff ggf. dazu in der Umgangssprache verwendet? Welches Amt kann zu dem Personenkreis vertrauenswürdige Informationen geben?
Wenn ein Ort mit einbezogen wird, existiert dieser, wo liegt der Ort, etc. ?

Zahlen, Daten, Fakten

Was sind genau die zu belegenden Fakten? Wie werden sie belegt? In welchem Zusammenhang stehen die Fakten einer Nachricht, wird etwa in der Aussage eine klare Kausalität zwischen Fakten hergestellt? Stimmen die genannten Zahlen?

Quellen

Existieren die genannten Quellen? Wo sitzen diese Quellen? Wie viele Quellen oder Augenzeugen werden genannt? Sind die Aussagen von unabhängiger Seite und/oder Behörden bestätigt?

CORRECTIV.Faktencheck ist eine eigene Redaktion innerhalb des Recherchezentrums CORRECTIV und arbeitet gezielt gegen Desinformation im Internet.

Wahrheit, so könnte man angesichts vieler politischer Debatten meinen, ist eine Glaubensfrage. Das stimmt nicht. Es gibt objektive, nachvollziehbare und messbare Unterschiede zwischen Informationen, ihren Quellen und ihren Absichten. Wir beobachten Kräfte in unserer Gesellschaft, die nicht informieren, sondern gezielt desinformieren. Denen nicht einfach nur hin und wieder Fehler unterlaufen, sondern die Ereignisse schlicht erfinden, um politische oder wirtschaftliche Ziele zu verfolgen.

Wir verwenden bei CORRECTIV.Faktencheck bewusst nicht den Begriff „Fake News“, da er selbst längst zu einem politischen Instrument geworden und zudem diffus und damit irreführend ist. Populistische Politiker benutzen ihn zum Beispiel, um Medien zu diskreditieren, deren Inhalte ihnen nicht passen.

Unser Ziel sind aufgeklärte Bürger, die sich auf Basis von verlässlichen Informationen eine politische Meinung bilden und so am politischen Diskurs teilnehmen können.

Wie wir arbeiten

Wir arbeiten unabhängig, überparteilich, transparent und überprüfbar. Das Instrument von CORRECTIV.Faktencheck ist der transparente Rechercheprozess. Wir suchen aus eigenem Antrieb nach irreführenden Informationen in den sozialen Medien und greifen Hinweise von Lesern auf. Dabei orientieren wir uns an ihrer Relevanz für gesellschaftliche Debatten. Dann machen wir uns auf die Suche nach Belegen: Dokumente, Angaben von Augenzeugen, Betroffenen und Behörden sowie Einordnungen von Wissenschaftlern.  

Den Rechercheweg dokumentieren wir in unseren Artikeln und legen unsere Quellen offen.

Damit unsere Faktenchecks besser gefunden werden können, haben wir die sogenannte Claim Review integriert: ein System, mit dem die großen Suchmaschinen wie Google Faktenchecks als solche in den Suchergebnissen hervorheben.

Wir sind Teil des Faktencheck-Projekts von Facebook. Das heißt zum einen, dass uns die Plattform automatisch verdächtige Artikel schickt, die wir dann für eine Überprüfung in Betracht ziehen.

Unsere Faktenchecks verlinken wir mit den von uns überprüften Originalartikeln. Für diese Arbeit vergütet Facebook uns. In der Konsequenz verringert ein Algorithmus von Facebook gegebenenfalls die Reichweite dieser Artikel in den Newsfeeds der Nutzer.