Wie wir arbeiten

Häufig gestellte Fragen

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Was sind „Fake News“?

Als „Fake News“ gelten „falsche Nachrichten” oder „falsche Artikel”. Es handelt sich dabei nicht um Texte, die Fehler enthalten. Es geht auch nicht um Satire. Fake News – jene falschen Nachrichten, mit denen wir uns beschäftigen – werden vielmehr verfasst und verbreitet, um bewusst zu täuschen. „Fake News“ imitieren die Form der Nachrichten, die man in etablierten Medien lesen kann, und verkleiden sich mit ihrem Stil und ihren Zeichen, um die Leichtgläubigkeit von manchen Lesern auszunutzen. Sie wollen den einzelnen und die Öffentlichkeit bewusst irreführen.

Die Ziele der Hersteller von „Fake News“ können politisch sein, indem sie die Interessen von Bewegungen, Organisationen oder Parteien unterstützen, oder auch wirtschaftlich. „Fake News“ werden also gezielt erfunden. Oft werden diese Texte auf Webseiten veröffentlicht, die denen von bekannten Medien ähneln, um die Internetnutzer zu täuschen.

Wichtig: Da der Begriff „Fake News“ inzwischen stark politisiert ist und häufig falsch verwendet wird, verwenden wir ihn in unseren Faktenchecks nicht mehr. Stattdessen sprechen wir von Misinformation (Falschinformation), wenn eine Information falsch ist oder von Desinformation, wenn eine falsche Information gezielt verbreitet wird.

Können Beiträge zur Überprüfung eingereicht werden?

Ja. Wir ermuntern unsere Leserinnen und Leser, uns Behauptungen, Aussagen oder Gerüchte zum Faktenchecken zuzusenden. Das geht per E-Mail an faktencheck@correctiv.org, online in unserem CrowdNewsroom oder per Whatsapp (Download der Kontaktdaten hier). Wir gehen eingereichten Zuschriften und Hinweisen nach.

Wie wählt ihr eure Beiträge aus?

Wir bewerten von uns entdeckte oder eingereichte Beiträge nach ihrer inhaltlichen Relevanz (wie wichtig ist die mögliche Falschbehauptung), nach ihrer Reichweite (wieviele Menschen werden durch die mögliche Falschbehauptung erreicht) und ihrer Interaktivität (wie viele Menschen reagieren auf die mögliche Falschbehauptung). Diese Bewertung nehmen wir intern im Rahmen unserer redaktionellen Unabhängigkeit vor. Wenn wir feststellen, dass es sich um Satire handelt, prüfen wir in der Regel nicht – es sei denn, es handelt sich laut unserer Satire-Richtlinie um eine Falschmeldung.

Wie werden die Fakten überprüft?

Zunächst einmal schauen wir uns die Adresse des Absenders an. Wie lange gibt es die Seite bzw. den Account schon? Ist die URL echt? Welche Geschichte und wie viele Follower hat der Account? Auch die bisher veröffentlichten Beiträge schauen wir uns an. Was wird sonst auf der Website publiziert? Gibt es ein Impressum? Das alles gibt Hinweise darauf, wie glaub- oder vertrauenswürdig der Absender ist.

Wir überprüfen, ob der Beitrag überhaupt aktuell ist.

Wir überprüfen, ob Überschrift und Inhalt des Beitrags zusammenpassen. Dabei kontrollieren wir, ob in der Überschrift übertrieben wird oder eine These derart zugespitzt wird, dass sie mit den Fakten im Beitrag nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen ist.

Wir überprüfen Zahlen und Daten: Auf welche Quellen beruft sich der Beitrag? Werden sie korrekt zitiert? Stimmt der Kontext? Gegebenenfalls checken wir die Daten gegen, indem wir andere Quellen hinzuziehen oder Fachleute und Behörden kontaktieren.

Wir überprüfen Fotos und Videos.

Wir stellen uns zunächst folgende Fragen: Passt das Foto zum Inhalt? Wurde das Foto tatsächlich am angegeben Ort aufgenommen? Werbetafeln, Verkehrsschilder und Autokennzeichen geben möglicherweise Hinweise. Wir benutzen die gängigen Techniken und Tools, um Bilder und Videos zu überprüfen. Ähnlich gehen wir bei zweifelhaften Videos vor.

Wir dokumentieren unsere Quellen und unsere Arbeitsweise.

Wer arbeitet im Fact-Checking Team?

Tania Röttger leitet das Team von CORRECTIV.Faktencheck. Nach ihrem Studium in England arbeitete sie ein Jahr lang in London und half NGOs, mit Auskunftsrechten Informationen zu beschaffen. Von Januar 2016 bis Dezember 2017 war sie Volontärin bei CORRECTIV, hospitierte beim Tagesspiegel und dem Center for Investigative Reporting.

Till Eckert recherchiert seit seinem Volontariat 2014 in Aalen zu Rechtsextremismus, Machtmissbrauch und Desinformation. Für ze.tt und Zeit Online widerlegte er 2018 die Behauptung des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, ein Video der Ausschreitungen in Chemnitz sei nicht authentisch. Seit März 2019 spürt er Falschmeldungen und Gerüchten im CORRECTIV.Faktencheck-Team nach.

Alice Echtermann absolvierte ihr Volontariat beim Weser-Kurier in Bremen. Später, als Onlineredakteurin, recherchierte sie, wie Facebook instrumentalisiert wird, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Für eine Reportage über ihren Heimat-Stadtteil in Bremen wurde sie 2019 mit dem Dritten Preis des Ralf-Dahrendorf-Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet. Seit Mai 2019 ist sie im Faktencheck-Team.

Bianca Hoffmann glaubt, dass gut gemachter Lokaljournalismus immer gebraucht wird. Als Überzeugungstäterin hat sie zuletzt ein regionales Nachrichtenportal im Ruhrgebiet mit aufgebaut und geleitet. Davor hat sie in und um Magdeburg bei einer Tageszeitung volontiert. Und weil nicht nur im Lokalen viel geredet wird, sorgt sie jetzt als Redakteurin bei CORRECTIV.Faktencheck für Tatsachen.

Matthias Bau hat in Duisburg-Essen Philosophie und Germanistik studiert. Neben dem Studium arbeitete er als freier Mitarbeiter für die Borbecker Nachrichten und berichtete vor allem über soziale Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Bei CORRECTIV machte er Anfang 2020 ein Praktikum in der Klimaredaktion, moderierte Veranstaltungen und recherchierte zur Verkehrswende in NRW. Seit April 2020 arbeitet er im Faktencheck-Team.

Kathrin Wesolowski studierte Journalistik in Dortmund und Monterrey, Mexiko, und volontierte beim Hessischen Rundfunk. Sie recherchierte unter anderem zu Kinderarbeit in Myanmar, Rassismus in Mexiko und dem Holocaust in Polen. Als freie Journalistin arbeitete sie bereits für Medien wie den WDR, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung oder den dpa-Themendienst. Seit Mai 2020 ist sie Teil des CORRECTIV.Faktencheck-Teams.

Uschi Jonas hat als Redakteurin und Reporterin bei der deutschen Ausgabe der HuffPost und bei FOCUS Online vor allem zu Klima, Umweltschutz und Nachhaltigkeit recherchiert und geschrieben sowie seit 2018 konstruktiven, lösungsorientierten Journalismus für breite Themenfelder vorangetrieben. Seit ihrem Masterabschluss in Sozialwissenschaften 2015 hat sie im Rahmen ihres Volontariats und anschließend bei ihrer Arbeit als Online-Redakteurin viele Seiten des Online-Journalismus kennengelernt. Seit Juni 2020 ist sie Teil des CORRECTIV.Faktencheck-Teams.

Sarah Thust hat Journalistik und Psychologie an der Universität Leipzig studiert. Danach arbeitete sie drei Jahre als freie Reporterin in Kambodscha, für Auftraggeber wie die Nachrichtenagentur DPA oder die englischsprachige Tageszeitung Phnom Penh Post. Ende 2013 ist sie nach Deutschland zurückgekehrt. Sie spezialisierte sich als freie Journalistin auf Faktenchecks und die arabischen Länder, unter anderem für T-Online und die DPA. Seit Juli 2020 arbeitet sie für CORRECTIV.Faktencheck.

Betreibt CORRECTIV.Faktencheck Zensur?

Nein. Zensur geht von staatlichen Stellen aus. Wenn wir im Rahmen unserer Arbeit einen Artikel oder eine Information als ungenau oder falsch kennzeichnen, können diese nach wie vor gepostet werden. Wir prüfen Fakten, nicht deren Absender. Und, noch wichtiger: Wir prüfen Fakten und Tatsachenbehauptungen, aber keine Meinungen. Wir entscheiden auch nicht, was gepostet wird.

Warum arbeitet ihr mit Facebook zusammen?

Falschmeldungen verbreiten sich besonders stark auf den Sozialen Netzwerken. Um dem etwas entgegen zu setzen, arbeitet Facebook mit international anerkannten Faktencheckern zusammen. Durch die Kooperation werden unsere Faktenchecks denen angezeigt, die falsche Meldungen teilen wollen. Mehr darüber lest ihr hier.

Löscht CORRECTIV.Faktencheck Inhalte auf Facebook?

Nein, wir verknüpfen nur Falschmeldungen mit Korrekturen. Wir sind der Meinung, dass  jeder Nutzer in der Lage sein soll, sich ein eigenes Bild zu machen: auf Basis von gesicherten Informationen und nicht auf Basis von Gerüchten, Halbwahrheiten oder Lügen.

Allerdings benutzt ein Algorithmus von Facebook unsere Bewertungen, um die öffentliche Verbreitung von falschen Nachrichten zu verringern.

Wie bewertet CORRECTIV.Faktencheck?

Wir bewerten mit einer Skala von sieben Punkten. Sie reicht von „richtig“ über „unbelegt“ bis zu „völlig falsch“. Eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier.

Warum nehmt ihr Geld von Facebook?

Die Zusammenarbeit mit Facebook funktioniert gut. Uns ist wichtig, dass wir unabhängig und wirkungsvoll für die Gesellschaft arbeiten können. Facebook unterstützt unsere Arbeit in technischer Hinsicht, nimmt jedoch keinen Einfuss. Das ist für uns die Grundlagen einer Zusammenarbeit.  Da Facebook von unseren Recherchen profitiert, ist es selbstverständlich, dass unsere Arbeit auch finanziell vergütet wird.

Welche politische Richtung verfolgt CORRECTIV.Faktencheck?

Wir sind unparteiisch in unserer Haltung und fair in unserer Beurteilung. Wir haben uns beim Fakten-Checken zur Neutralität verpflichtet. Wir arbeiten nach den Kriterien des internationalen Code of Principles des us-amerikanischen Poynter Instituts, einer unabhängigen, gemeinnützigen Akademie für Journalisten. Der Code wurden inzwischen weltweit von Faktencheck-Teams unterzeichnet. Wer aktuell dazu zählt, kann man hier einsehen.

Was ist, wenn ich einen Fehler bei Euch entdeckt habe?

Wir freuen uns über Hinweise, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Hierzu haben wir folgende Korrekturregeln festgelegt:

  • Wir ermutigen Menschen, uns über Mail an faktencheck@correctiv.org auf mögliche Fehler in unseren Texten oder Teilen von ihnen hinzuweisen – wir gehen konkreten Hinweisen auf faktische Fehler nach und überprüfen unsere Texte auf Korrektheit. Dabei wenden wir das Vier-Augen-Prinzip an.
  • Wenn unsere Texte oder Teile von ihnen trotz aller Sorgfalt und Vorsicht fehlerhaft sein sollten, dann räumen wir dies öffentlich und selbstkritisch ein und korrigieren die Fehler.
  • Wir geben bei einer Fehlerkorrektur in einem Update zum korrigierten Text bekannt, dass und wann der Text geändert wurde – und geben an, was im Detail geändert wurde. Wir ändern in der Folge gegebenenfalls unsere Bewertung des Faktenchecks. Wir machen auch das transparent.
  • Wenn unsere Texte oder Teile von ihnen – anders als in einem Hinweis von einem Leser behauptet – keine faktischen Fehler enthalten, korrigieren wir die entsprechenden Texte nicht und machen auch nicht transparent, dass Leser behauptet haben, dass in den Texten Fehler sein sollten.
  • Wir informieren Leser über Korrekturen auf ihre Hinweise hin, ebenso wie wir sie darüber hinweisen, wenn wir entgegen ihrer Hinweise keine Fehler in unseren Stücke oder Teile von ihnen entdecken konnten. Von dieser Regel weichen wir nur ab, wenn die entsprechenden Leserzuschriften beleidigende Inhalte aufwiesen oder alleine aus Polemiken oder Generalkritik bestehen.