„Demokratie leben!“

Warum die Berichte über angebliche Kürzungen bei CORRECTIV falsch sind

An diesem Wochenende gab Bundesfamilienministerin Karin Prien eine Umstrukturierung des Bundesförderprogramms „Demokratie leben!“ bekannt. Es geht um Beträge in Millionenhöhe. Für viele zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für eine demokratische Kultur in Deutschland einsetzen, kann dies ein harter Einschnitt sein.

Symbolbild Bundesministerium fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Symbolfoto Logo des Bundesministerium fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend (c) dpa picture alliance

Laut Medienberichten plant das Ministerium, zum Jahresende die Förderung von mehr als 200 Projekten zu beenden. Für das Programm sind im Bundeshaushalt 2026 insgesamt 191 Millionen Euro vorgesehen. Im Rahmen der aktuellen Berichterstattung verbreiten verschiedene Medien die Behauptung, CORRECTIV sei von Kürzungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) betroffen.

Diese Darstellung ist irreführend und falsch: Tatsächlich erhält CORRECTIV aus diesem Programm ausschließlich Mittel für ein einzelnes, zeitlich befristetes Projekt im Rahmen der Förderlinie Innovationsprojekte, welche unter die angekündigte Umstrukturierung fällt. Es handelt sich hierbei um „Brandherd Desinformation“, ein Medienkompetenzprojekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Jugendfeuerwehr. Die Laufzeit dieses Projekts war von Anfang an klar definiert und endet planmäßig zu Ende 2026.

Florence Wild, Chief Development Officer von CORRECTIV stellt klar: „Als Organisation sind wir von möglichen Änderungen des Programms „Demokratie leben!“ nicht betroffen. Einige Medienberichte legen nahe, dass gezielt der Eindruck erzeugt werden soll, CORRECTIV verliere aus politischen Gründen staatliche Förderung. Das ist unzutreffend.“

CORRECTIV finanziert sich in erster Linie durch die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern. Diese breite, unabhängige Basis macht unsere Arbeit resilient – auch gegenüber politischen Debatten und gezielten Falschdarstellungen.

Der von Ministerin Prien angekündigte stärkere Fokus auf Akteure wie Freiwillige Feuerwehren entspricht dem Ansatz, den wir bereits verfolgen. „Brandherd Desinformation“ wurde gemeinsam mit der Deutschen Jugendfeuerwehr und dem Deutschen Feuerwehrverband 2024 entwickelt und Anfang 2025 gestartet. Wir haben gemeinsam mit der Deutschen Jugendfeuerwehr Nachrichten- und Demokratiekompetenz für und mit einer neuen Zielgruppe entwickelt, erprobt und diskutiert – mit Jugendlichen, die sich ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren, in ihrem direkten Umfeld, in ihrer Freizeit und mit konkretem Bezug zur lokalen Demokratie. Genau so, wie es für Innovationsprojekte im Programm gedacht ist: etwas konzipieren und umsetzen, das es so noch nicht gibt, das aber das Potenzial hat, in bestehende Strukturen hineinzuwirken.

Familienministerin Karin Prien stellt sich im PUBLIX Berlin am 31. April in einer Sonderausgabe der Gesprächsreihe „Sind wir noch zu retten?” den Fragen von CORRECTIV-Chefredakteur Justus von Daniels und PUBLIX-Intendantin Maria Exner.