Unsere Finanzen

Wir schätzen das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender sehr. Der transparente Umgang mit unseren Finanzen sowie unabhängige Prüfungen sind deshalb unerlässlich für uns. 

Für die Gesellschaft zu recherchieren bedeutet für uns, dass unsere Veröffentlichungen und Aktivitäten für alle und nicht nur für wenige verfügbar sind. Unsere journalistischen Arbeiten kommen ohne Werbeeinnahmen und beschränkende Paywalls oder Abo-Modelle aus, sondern werden durch ein Drei-Säulen-Modell finanziert: Spenden und Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern, Finanzierungen von Stiftungen und Institutionen, die unsere Vorhaben unterstützen, sowie Einnahmen aus eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten, beispielsweise aus Workshops oder Buchverkäufen.

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Ohne die Initialförderung durch die Brost-Stiftung wäre der Aufbau von CORRECTIV nicht möglich gewesen. Foto: Anneliese Brost (Ilja Höpping / WAZ FotoPool)

Unser Finanzierungsmodell ist eine Reaktion auf den enormen finanziellen Druck, dem der Journalismus ausgesetzt ist.

Schließlich verändern Digitalisierung und Globalisierung seit einigen Jahren das gesamte Wirtschaftsleben und auch die Medien in einer nie da gewesenen Geschwindigkeit und Wucht. Langjährige Geschäftsmodelle in Verlagen sind massiv unter Druck geraten. Wo mit Werbeanzeigen und hohen Printauflagen früher viel Geld verdient wurde, werden heute weltweit Zeitungen eingestellt und Redaktionen geschlossen, und Journalistinnen und Journalisten recherchieren mit deutlich reduzierten Ressourcen. Darunter leidet nicht zuletzt die Qualität. Dabei ist gerade in einer Zeit, in der sich unsere öffentlichen Debatten immer mehr auf digitalen Plattformen abspielen und durch populistische Stimmungsmache unter Druck stehen, der Journalismus als „vierte Gewalt“ für unsere Demokratie unabdingbar. Für Leserinnen und Leser wird es immer schwieriger, hochwertige Inhalte herauszufiltern und zwischen Fakten und Fakes zu unterscheiden.

Um den Herausforderungen zu begegnen, sind in den vergangenen Jahren neue Finanzierungsmodelle für Medien entstanden. Neben der Übertragung und Transformation der klassischen Modelle in die digitale Welt entwickeln sich noch stärker auf die Werbewirtschaft ausgerichtete Ansätze, in denen die Daten der Nutzer zur Ware werden. Mit Reichweite, egal, wie diese erzeugt wird, werden Gewinne erwirtschaftet. Andere Formate setzen auf die reine Leserfinanzierung – die exklusiven Inhalte werden nur von einem begrenzten Teil der Bevölkerung erworben. Insgesamt sind die Finanzierungsmodelle vielfältig, und noch immer wird viel experimentiert. Daneben gibt es noch eine Vielfalt an Modellen, die auf Meinungsmache, Desinformation oder Hass beruhen. Sie haben die allerdings wenig mit ernsthaftem Journalismus zu tun und lassen jegliche Transparenz vermissen.

Seit ein paar Jahren entwickeln sich außerdem journalistische Modelle, die nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern auf das Gemeinwohl ausgerichtet sind. Viele Medien und Organisationen aus diesem Bereich haben sich in Deutschland im Forum für gemeinnützigen Journalismus zusammengetan. CORRECTIV ist Teil dieses Forums und sieht sich als erstes gemeinnütziges Recherchezentrum in Deutschland dem Anliegen besonders verpflichtet.

Es ist die Aufgabe des Journalismus Transparenz zu schaffen und Missstände in unserer Gesellschaft aufzudecken. Gleichzeitig muss der Anspruch an Transparenz auch für die gelten, die diese Missstände aufdecken – ob Journalistinnen, Blogger oder Influencer. So wird die Unabhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Interessen gewährleistet. Für uns ist das ein Selbstverständnis. Daher veröffentlichen wir eingehende Zuwendungen und Förderungen über 1000 Euro. Die Spenden von Privatpersonen werden als Gesamtsumme ausgewiesen. Zudem veröffentlichen wir für jeden frei zugänglich die jährliche Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Ebenso lassen wir unsere Finanzen jedes Jahr von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überprüfen. Unseren Unterstützerinnen und Unterstützern stellen wir zusätzlich jedes Quartal einen Bericht zu unseren Recherchen und Projekten sowie zu den Einnahmen und Ausgaben zur Verfügung.

Die Veröffentlichung der Jahresberichte erfolgt im Herbst des Folgejahres.

Zuwendungen (Stand September 2020)
Spenden von Unterstützerinnen und Unterstützern: 544.495,70 €
Luminate – Omidyar Network Foundation: 455.977,57 €
Schöpflin Stiftung: 255.394,00 €
Staatskanzlei des Landes NRW (Jugendredaktion): 120.000,00 €
Rudolf Augstein Stiftung: 70.000,00 €
Stichting Adessium: 70.000,00 €
RAG-Stiftung: 60.000,00 €
Google Germany GmbH: 60.000,00 €
Bundeszentrale für politische Bildung (Reporterfabrik): 50.000,00 €
Stiftung Mercator GmbH: 49.000,00 €
Open Society Foundations: 45.879,98 €
Deutsche Telekom: 20.000,00 €
Regionalverband Ruhr: 20.000,00 €
Stiftung Talentmetropole: 5.000,00 €
Hans-Böckler Stiftung: 5.000,00 €
Stift. Schreibwerkstatt f. demokr. Journalismus gGmbH: 5.000,00 €
GuD Geotechnik und Dynamik Consult GmbH: 2.000,00 €
Das Gruene Emissionshaus GmbH: 1.500,00 €

#ÖZGÜRÜZ Zuwendungen
Spenden von Unterstützerinnen und Unterstützern 40.666,00 €
Hamburger Stiftung für Kultur und Wissenschaft 32.000,00 €
Institut für Auslandsbeziehungen 30.179,26 €

Sonstiges
Sonderförderung des Auswärtiges Amtes für das Projekt „Salon Türkiye“ − 44.000 Euro.

Für das Jahr 2019 finden Sie hier die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung aus dem Jahresabschluss. Ebenso den Bestätigungsvermerk zur Prüfung der Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer und die Auflistung der erhaltenen Förderungen und Zuwendungen.

Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zuwendungen
Spenden von Unterstützerinnen und Unterstützern: 599.546,33 €
Schöpflin Stiftung: 253.550,00 €
Stiftung Mercator GmbH (für 2019 und 2020): 205.000,00 €
Deutsche Telekom (Sponsoring Reporterfabrik): 110.000,00 €
Rudolf Augstein Stiftung: 105.000,00 €
Stichting Adessium: 85.000,00 €
Open Society Stiftung: 58.693,73 €
Hamburger Stiftung für Kultur und Wissenschaft: 48.000,00 €
Reporter ohne Grenzen e.V.: 26.300,00 €
Gemeinnützige Hertie Stiftung: 25.000,00 €
Brost-Stiftung: 24.000,00 €
Institut für Auslandsbeziehungen e.V.: 15.374,00 €
GLS Treuhand: 10.500,00 €
Körber Stiftung: 10.000,00 €
ZIVIZ gGmbH: 10.000,00 €
Dräger-Stiftung: 5.000,00 €
LIO Design GmbH: 2.000,00 €
Europäisches Zentrum f. Presse und Medien: 1.500,00 €

Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zuwendungen
Omidyar Network Foundation: 640.051,24 Euro
Brost-Stiftung: 300.000 Euro
Schöpflin Stiftung: 255.000 Euro
DNI: 230.000 Euro
Deutsche Telekom: 90.000 Euro
Open Society Foundations: 85.676,95 Euro
Adessium: 70.000 Euro
Robert Bosch Stiftung: 45.233 Euro
Rudolf Augstein Stiftung: 35.000 Euro
LfM Stiftung für Lokaljournalismus NRW: 33.750 Euro
Hamburger Stiftung für Kultur und Wissenschaft: 44.000 Euro
Hansestadt Hamburg: 29.950 Euro
Fleiss und Mut: 25.000 Euro
Bundeszentrale für politische Bildung: 74.140 Euro
Private Spender: 19.000 Euro
Mercator Stiftung: 15.000 Euro
Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit: 10.000 Euro
Apothekerstiftung Westfalen-Lippe: 7.500 Euro
ZDF: 6.000 Euro
Google Lab Fellowship: 5.500 Euro
Bank für Kirche und Caritas eG: 5.000 Euro
Infonetwork: 10.000 Euro
Otto-Brenner-Stiftung: 1.800 Euro
Reporter ohne Grenzen: 1.500 Euro
Erste Abwicklungsanstalt: 1.000 Euro
Becco Giallo: 1.000 Euro

Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zuwendungen
Brost-Stiftung: 450.000 Euro
DNI: 270.000 Euro
Open Society Foundation: 132.138,62 Euro
Schöpflin Stiftung: 120.000 Euro
Cassiopeia Foundation: 100.000 Euro
Facebook: 105.000 Euro
Hamburger Stiftung für Kultur und Wissenschaft: 98.000 Euro
Bundeszentrale Politische Bildung: 89.460 Euro
Rudolf Augstein Stiftung: 54.111,13 Euro
Telekom: 45.000 Euro
First Draft (Eyewitness Media): 40.940 Euro
Adessium: 38.000 Euro
LfM Stiftung für Lokaljournalismus NRW: 34.400 Euro
Infonetwork: 24.672 Euro
AOK Baden-Württemberg: 23.364,49 Euro
Stiftung Mercator: 18.691,59 Euro
Freedom House: 17.322,70 Euro
Google News Fellowship: 6400 Euro
NDR: 6.400 Euro
Telekom-Stiftung: 5.000 Euro
Privater Spender: 4.400 Euro
Journalismfund.eu: 1.667 Euro
European Journalism Center: 1.401,87 Euro
Dr. Stephan Geue: 1009,07 Euro
DJV: 1.000 Euro

Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zuwendungen
Brost-Stiftung 925.000 Euro
Stichting Adessium 114.000 Euro
Schöpflin Stiftung 103.900 Euro
Rudolf Augstein Stiftung 60.000 Euro
Stiftung Vielfalt und Partizipation gGmbH/Vor Ort NRW LfM-Stiftung für Lokaljournalismus 51.900 Euro
Open Society Foundations 26.884 Euro
Deutsche Bank AG 25.000 Euro
GLS Treuhand e.V. 23.500 Euro
Bundeszentrale für politische Bildung 19.350 Euro
RTL Television GmbH 12.014 Euro
Journalismfund.eu 10.000 Euro
Google Germany GmbH 9.758 Euro
Zweites Deutsches Fernsehen 5.000 Euro
Verband der PSD Banken e.V. 5.000 Euro
Deutsche Gesellschaft für Informationsfreiheit e.V. 4.760 Euro
Pro Rauchfrei e.V. 4.250 Euro
Konrad Adenauer Stiftung 6.000 Euro
Rotary Hilfe e.V. 3.000 Euro
Bastian Schlange 3.000 Euro
Stiftung Erneuerbare Freiheit 3.000 Euro
Heinrich Böll Stiftung Nordrhein-Westfalen 2.571 Euro
Zeitenspiegel Reportagen Reinhardt & Partner 2.000 Euro
Gruner + Jahr GmbH & Co KG 1.785 Euro
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius 1.500 Euro
Helmut Adam 1.000 Euro

Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zuwendungen
Brost-Stiftung 1.447.090 Euro
Schöpflin Stiftung 106.100 Euro
Stichting Adessium 75.000 Euro
Rudolf Augstein Stiftung 35.000 Euro
Bundeszentrale für politische Bildung 26.344 Euro
GLS Treuhand e.V. 20.000 Euro
Investigate e.V. 15.000 Euro
Heinrich-Böll-Stifung 12.000 Euro
Bernhard Jungblut 7.902 Euro
Persgroep Nederland BV 5.000 Euro
Deutsche Bank AG 2.500 Euro
freeeye.tv GmbH 1.785 Euro

Im Juli 2014 nahm CORRECTIV seine Arbeit auf. Ohne die Initialförderung durch die Brost-Stiftung wäre der Aufbau von CORRECTIV nicht möglich gewesen. Die Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern wiederum trugen von Beginn an entscheidend zur langfristigen Planbarkeit bei.

Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zuwendungen
Brost-Stiftung 675.000 Euro

Ein ausgewogener Mix aus den drei Säulen vermeidet Abhängigkeiten. In Verbindung mit der transparenten Offenlegung sowie einem umfangreichen Redaktionsstatut wird gleichzeitig eine größtmögliche Unabhängigkeit garantiert. Für investigative Recherchen sollen immer ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, sodass wir gegen Einnahmeschwankungen sowie Angriffe von außen abgesichert sind. Niemals soll eine wichtige Recherche gefährdet sein. Niemand hat Einfluss auf unsere inhaltliche Arbeit, außer den Bürgerinnen und Bürgern, die wir bitten, sich an unserer Arbeit zu beteiligen, ob durch Hinweise, Ideen oder Mitarbeit. 

Die Arbeit der Geschäftsführung wird von einem dreiköpfigen Aufsichtsrat beaufsichtigt, der mehrmals im Jahr tagt und die Aufstellung der Jahrespläne und die Einhaltung von Satzungszweck, Beschlüssen und gesetzlichen Grundlagen fortlaufend überprüft. Im Zuge dessen machen wir auch die Gehälter unseres Führungsteams öffentlich.

2019
David Schraven, Geschäftsführer: 89.000 €
Oliver Schröm, Chefredakteur: 83.340 € *
Simon Kretschmer, Geschäftsführer: 120.000 €

2018
David Schraven, Geschäftsführer: 89.000 €
Oliver Schröm, Chefredakteur: 92.000 € *
Simon Kretschmer, Geschäftsführer: 80.000 € *

2017
David Schraven, Geschäftsführer: 95.197 €
Markus Grill, Chefredakteur: 157.500 €

2016
Christian Humborg, Geschäftsführer: 64.540 € *
David Schraven, Geschäftsführer: 97.835 €
Markus Grill, Chefredakteur: 137.793 €

2015
Christian Humborg, Geschäftsführer: 88.200 €
David Schraven, Geschäftsführer: 111.038 €
Markus Grill, Chefredakteur: 87.500 € *

2014
Christian Humborg, Geschäftsführer: 14.167 € *
David Schraven, Geschäftsführer: 36.338 € *

* nicht das gesamte Jahr für CORRECTIV tätig gewesen

Diese Transparenz hilft, unsere Arbeit für die Öffentlichkeit sowie Spenderinnen und Spender nachvollziehbar zu machen. Neben der umfangreichen Offenlegung unserer Finanzen und der freiwilligen Überprüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer, sind wir deshalb auch Unterzeichner der Selbstverpflichtung zur Transparenz der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Manchmal führt der offene Umgang mit unserer Finanzierung dazu, dass Zahlen bewusst fehlinterpretiert werden, um CORRECTIV in ein schlechtes Licht zu stellen – meist von Seiten, die selbst keine Transparenz zeigen oder denen wir zu unbequem wurden. Allerdings glauben wir, dass es sich lohnt und sogar wünschenswert für die Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft ist, mehr Transparenz zu zeigen.

Weitere Fragen zu unserer Finanzierung beantworten wir in unseren FAQ. Sollten Fragen offen bleiben, schreiben Sie uns, wir antworten gerne.