CORRECTIV.Ruhr

Unterrichtsausfall – der Check: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Zum ersten Mal in Deutschland soll für eine Stadt der gesamte Unterrichtsausfall an allen Schulen erfasst werden. Das geht nur, wenn alle, die Einblicke in den Dortmunder Schulalltag haben, mithelfen. Aber wie soll das genau funktionieren? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum großen Schulprojekt von Correctiv.Ruhr und den Ruhr Nachrichten.

von Bastian Schlange

Wir stellen Dortmunds Schulen auf den Prüfstand.© Correctiv.Ruhr

Zuallererst: Was wollen wir konkret erreichen?

„Wie viel Unterricht fällt wirklich aus?“ Obwohl diese Frage über dem ganzen Projekt steht, teilt sie sich in viele kleine Unterpunkte: Wann fällt Unterricht aus? Welche Fächer fallen aus? Wie findet Vertretungsunterricht statt? Wird das geplante Fach unterrichtet oder der Fernseher mit Videorekorder in den Klassenraum geschoben? Welche Schulform hat den größten Unterrichtsausfall? Wo kann er am besten kompensiert werden? Auf solche Fragen wollen wir gemeinsam mit Ihnen Antworten finden.

Ein Beispiel, wie detailliert wir die Ausfälle erfassen wollen: „In der Klasse 8b der Mustermann-Schule fiel am Montag die dritte Stunde Mathe krankheitsbedingt aus. Stattdessen konnten die Schüler Hausaufgaben erledigen.“

Wenn Eltern, Lehrer und Schüler über einen Zeitraum von einem Monat für die jeweiligen Schulen, für die Stufen und Klassen diese Angaben eintragen, bekommen wir einen Überblick zur Gesamtsituation an Dortmunder Schulen.

Daraus lässt sich nicht nur auf den Unterrichtsausfall oder die Qualität der Ersatzstunden schließen sondern auch auf die personellen Strukturen der verschiedenen Schulformen, die Arbeitsbelastungen der Lehrerschaft. Kann ausgefallener Unterricht an Gesamtschulen eher vertreten werden als an Gymnasien? Fallen häufiger Haupt- als Nebenfächer aus? Ist krankheitsbedingter Unterrichtsausfall an Hauptschulen besonders hoch? – nur ein paar Beispiele. Mit einer umfassenden Datengrundlage lässt sich die Ist-Situation analysieren. Und nur so lässt sich unser Schulsystem verbessern.

Wer kann sich beteiligen?

Jeder, der Einblick hat, wann wo welche Unterrichtsstunden ausfallen, also Lehrer, Eltern, Schüler, Schulsozialarbeiter, Integrationshelfer…

Wo kann ich den Stundenausfall eintragen?

Die ausgefallenen Stunden werden online auf der Seite www.unterrichtsausfall-check.de in eine Datenbank eingetragen.

Muss ich mich registrieren?

Ja, eine einmalige Anmeldung ist notwendig. Benötigt wird lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse.

Wie werden meine Daten verwendet? Können andere sehen, was ich eintrage?

Die anderen Teilnehmer können die gemeldeten Stunden sehen – um einen Überblick zu haben, welche ausgefallenen Stunden an ihrer Schule schon gemeldet wurden. Außerdem können die Einträge so auch von den Teilnehmern korrigiert oder bestätigt werden. Das alles wird transparent nachvollziehbar sein. Welche Person eine Stunde gemeldet hat, ist jedoch nicht sichtbar. Diese Daten sind nur den betreuenden Redakteuren zugänglich, um Rückfragen an Einzelpersonen stellen zu können und um Missbrauch vorzubeugen.

Ab wann ist eine Registrierung möglich?

Ab 23. Februar 2017.

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Unterrichtsausfall — check logo

Der Check zum Unterrichtsausfall in Dortmund ist eine Kooperation der Ruhr Nachrichten und Correctiv.Ruhr.

Correctiv.Ruhr

Welche Schulen und Klassen werden erfasst?

Alle Jahrgänge an allen Schulformen außer Berufskollegs und Förderschulen.

In welcher Zeit wird der Unterrichtsausfall erfasst?

Vom 1. bis 31. März, täglich.

Wie lange habe ich Zeit, ausgefallene Stunden einzutragen?

Über den gesamten Zeitraum können rückwirkend Stunden eingetragen werden.

Wie genau werden die Stunden erfasst? Was ist mit Vertretungsstunden, Selbstlernstunden etc.?

Es sollen alle Stunden erfasst werden, die nicht planmäßig stattgefunden haben. Unter „nicht planmäßig“ verstehen wir alles, was vom Stundenplan abweicht. Demnach werden auch Vertretungsstunden erfasst – mit dem Vermerk, ob fachtreu oder fachfremd gearbeitet wurde, oder ob eine „Selbstlernstunde“ stattgefunden hat oder was sonst in der Zeit getan wurde. Auch Randstunden, die komplett ausfallen (z.B. Schüler können früher nach Hause gehen / müssen erst zur 2. Stunde kommen), fallen darunter. Diese Informationen sind für die Redaktionen extrem wichtig, um das Thema „Unterrichtsausfall“ differenziert beleuchten zu können. Wir wollen nicht nur die ausgefallenen Stunden zählen, sondern die konkreten Bedingungen analysieren.

Sollen auch Gründe für den Unterrichtsausfall angegeben werden?

Wenn bekannt, kann auch das optional angegeben werden. Die Gründe, wie Krankheit, Lehrerausflug oder Sonstiges, werden aber nicht öffentlich einsehbar sein. Sie helfen jedoch der Redaktion, die gesammelten Daten besser beurteilen zu können.

Wie stellen Sie sicher, dass die eingetragenen Daten richtig sind?

Innerhalb der Community wird die Möglichkeit für Mitglieder bestehen, die Angaben zu bestätigen oder zu korrigieren. Außerdem  schicken wir allen Schulen nach der Dateneingabe die ausgefallenen Stunden zu und geben ihnen die Möglichkeit, auf fehlerhafte Einträge hinzuweisen.

Unser Zeitplan:

  • Öffentlicher Auftakt  ist am 23. Februar (Donnerstag), 19 Uhr im Lensing-Carrée Conference Center, Silberstraße 21. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig. Dort wird genau erklärt, wie die Erfassung funktioniert.
  • Wir begleiten das Projekt mit einer fortlaufenden Berichterstattung zu aktuellen Schul-Themen und Zwischenberichten zur Datensammlung.
  • Anmeldung für den Newsletter sofort, ab 23. Februar für die Datenbank unter www.unterrichtsausfall-check.de

Der „Unterrichtsausfall-Check“ ist ein Projekt der Ruhr Nachrichten mit dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv.