Neuer SPD-Landesvorsitzender soll also Mike Groschek werden, der nicht Mike heißt, sondern Mike ist. Und damit, mit seinem Schnäuzer und dem Ruhrdeutsch passt er wie „Arsch auf Eimer“ zur SPD in NRW, aus der nach der verlorenen Landtagswahl eine Ruhrgebietspartei geworden ist. Ob sie will oder nicht.
Mehr als jeder zweite Abgeordnete im Landtag kommt aus der Region, also wird auch die Fraktion so oder so von einem „Ruhri“ geführt. Neue Generalsekretärin in Nordrhein-Westfalen wird mit der scheidenden Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zwar eine Frau aus Münster. Doch sie lebte lange in Hattingen, hat in Bochum studiert.
Weil der bisherige Bauminister Groschek nicht für das Landesparlament kandidiert hatte, wäre der einstige Wohnungswirtschaftler wohl aus der Politik gegangen. So kann er bleiben, seine Erfahrung wird gebraucht. Und seine Punch-Lines.
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Immer ein kerniges Zitat
Ob in der Regierung oder in der Opposition, als Parteisekretär war Groschek immer einer, der auch nachts um halb vier ein kerniges Zitat gegen FDP oder CDU auf Lager hatte. Als SPD-Chef darf er seine politische Rauflust jetzt wieder mehr ausleben.
Die SPD setzt auf Erfahrung und auf Erfahrungen. Nicht nur in der Personalfrage. Auch 2005, nach dem epochalen Wahlsieg von Schwarz-Gelb, konzentrierte sich die Partei auf das Ruhrgebiet und die Machtbasis in den Revierkommunen. Am Ende schrumpfte der Vorsprung der CDU ein. Die SPD bekam eine neue Chance zur Macht, die Hannelore Kraft zusammen mit den Grünen in einer Minderheitsregierung nutzte.
Mike Groschek wird sich jetzt an zwei Aufgaben versuchen: Im Verein mit Martin Schulz einen halbwegs ordentlichen Bundestagswahlkampf hinzulegen. Und dann die knappe Landtagsmehrheit von CDU und der hagestolzen FDP angreifen, deren Hauptfigur ja nur auf der Durchreise ist.
Groscheks wichtigste Aufgabe aber ist es, an die Arbeit des Bauministeriums anzuknüpfen. An den Umbau von schwachen Stadtteilen, die Stärkung von solidarischer Infrastruktur, die soziale Stadt. Das muss auch Linie der NRW-SPD sein: Den Enttäuschten gerade im Ruhrgebiet, in der Emscherzone wieder etwas anzubieten. Mit einer Politik, die auch Menschen erreicht, die nicht mehr wählen, die resigniert haben. Und die Bürgersinn und Solidarität denen entgegensetzt, die ihr Heil in der Unterstützung einer völkisch gesinnten, ausgrenzenden Rechtspartei suchen.
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