
Diese für Audio optimierte Kompaktfassung des täglichen Spotlight-Newsletters ist von einer KI-Stimme eingelesen und von Redakteuren erstellt und geprüft.
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist ein Mammutvorhaben: Ab diesem Sommer haben alle Erstklässler in Deutschland den Anspruch auf einen Ganztagsschulplatz. Unser Rechercheteam Bildung hat unter die Lupe genommen: Kann das deutsche Bildungssystem das wirklich stemmen? Darum geht es im Thema des Tages.
Außerdem im SPOTLIGHT: In der „Grafik des Tages“ zeigen wir, wie viel Gas die EU aus dem wichtigsten russischen Flüssiggasprojekt bezieht. Und wir thematisieren, wozu der aktuelle Kälteeinbruch in Deutschland führt.
Haben Sie konkrete Hinweise auf Missstände, die unser Team aufdecken könnte? Dann schreiben Sie mir gern: anette.dowideit@correctiv.org.
Thema des Tages: Das hohle Versprechen vom Ganztag
Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste
Faktencheck: Bild von Maduro zwischen Soldaten ist KI-generiert
Gute Sache(n): Wenn Heizen zu teuer ist • Unterstützung für Obdachlose • Glücklichsein lernen
CORRECTIV ganz persönlich: Umweltverbrechen – Recherche im Gerichtssaal
Grafik des Tages: Großteil des russischen LNG-Gases geht nach Europa
Es ist DAS große Thema in der deutschen Bildungspolitik in diesem Jahr – und es klingt erstmal wie ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit im Land: Ab dem 1. August haben alle neuen Erstklässler einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz. Bis zum Jahr 2029/30 wird dieser Anspruch dann sukzessive für alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse ausgeweitet.
Ein gutes halbes Jahr vor dem Start hat das Bundesfamilienministerium kürzlich mitgeteilt: Der Ausbau der Strukturen, die dafür geschaffen werden müssen, gehe „dynamisch voran“. Das klingt doch gut. Oder? Unsere Bildungsreporterin Alexandra Ringendahl ist in das Thema eingetaucht – und hat herausgefunden: Es wird ziemlich holprig.
Was die Recherche zeigt:
Vor allem in westdeutschen Flächenländern fehlen sehr viele Plätze. Die Betreiber von Ganztagsangeboten fürchten, kein Personal für die neuen Aufgaben zu finden.
Einige Eltern bangen sogar um bereits bestehende Ganztagsangebote. Und in Nordrhein-Westfalen fühlen sich Städte mit der Aufgabe allein gelassen und sind gegen das Land vor Gericht gezogen. Die Beteiligten schieben einander die Verantwortung zu – das gemeinsame Ziel guter Bildung gerät dabei unter die Räder.
Zu unserem ausführlichen Text geht es hier.

Weshalb das Vorhaben zu so großen Problemen führt:
Dass es diesen Rechtsanspruch geben wird, hat die Bundesregierung beschlossen. Ausgestaltet wird er durch die Bundesländer – bezahlen müssen ihn aber die Kommunen.
Diese aber sind ja ohnehin notorisch klamm, und deshalb wissen viele nicht, wie sie das Ganze bezahlen sollen.
Das wiederum führt dazu:
Einige Städte und Gemeinden wehren sich nun rechtlich: Kurz vor Weihnachten sind acht Kommunen aus NRW gemeinsam gegen die Landesregierung vor Gericht gezogen. Sie wollen erreichen, dass sie nicht komplett auf den Kosten sitzen bleiben.
Woran es sonst noch hakt:
Abgesehen von den Kosten für all die neuen Betreuerinnen und Betreuer gibt es in vielen Fällen auch gar nicht ausreichend Platz für die vielen Schülerinnen und Schüler, die demnächst in den Schulen Mittagessen bekommen und nachmittags dort lernen sollen.
Das zeigt das Beispiel einer Schule im Kölner Stadtteil Chorweiler, einem Brennpunkt-Stadtteil. Dort erzählte der Schulleiter unserer Reporterin: Schon seit 16 Jahren werde für die Schule eine Mensa geplant, und immer noch warte die Schule auf diese Kantine. Das führe dazu, dass die Kinder, die jetzt schon einen Platz in der Ganztagsbetreuung haben, in der Küche und in ganz anderen Räumen Mittagessen müssen. Wenn demnächst deutlich mehr Schüler versorgt werden müssten, würde das natürlich alles nochmal viel komplizierter.
Wie es mit der Bildungsgerechtigkeit im Land insgesamt aussieht:
Dieser Frage gehen wir von CORRECTIV schon länger nach. In einer Recherche im vergangenen Jahr zeigten wir zum Beispiel: Das sogenannte Startchancen-Programm, mit dem bundesweit für mehr Bildungsgerechtigkeit gesorgt werden soll, ist ein ziemlicher Rohrkrepierer.

Und das Problem beginnt nicht erst mit dem Schuleintritt. Schon die Versorgung mit Kita-Plätzen ist ein Problem. Das haben wir mit diesem großen Rechercheprojekt gezeigt.

Wenn Sie Hinweise zu weiteren Recherchen zum Bildungssystem haben, schreiben Sie unseren Reporterinnen: alexandra.ringendahl@correctiv.org oder miriam.lenz@correctiv.org.
US-Einwanderungsbehörde (ICE): Frau in Minneapolis erschossen
Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde erschoss in Minneapolis eine US-Amerikanerin in ihrem Auto. US-Präsident Donald Trump spricht von Notwehr, daran gibt es jedoch Zweifel. Der Bürgermeister von Minneapolis reagierte auf den Vorfall mit einer Nachricht an die US-Einwanderungsbehörde: „Verpisst euch aus Minneapolis“.
spiegel.de
CO2 Ausstoß in Deutschland gesunken – dennoch deutlich langsamer als zuvor
Die Treibhausgasemissionen sind im letzten Jahr erneut gesunken, aber nicht so stark wie in den vorherigen Jahren. Das belegt eine Studie der Lobby-Gruppe Agora Energiewende. Der Hauptgrund soll allerdings die schlappe Wirtschaft in Deutschland 2025 sein, nicht so sehr politische Anstrengungen. Die Lobby-Gruppe fordert nun schnelleres Handeln von der Bundesregierung, um die Klimaziele 2030 zu erreichen.
tagesschau.de
Haseloff will Amt als Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt vorzeitig abgeben
Wenige Monate vor der Landtagswahl möchte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff laut Medienberichten sein Amt abgeben. Nachfolger soll Sven Schulze werden, der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im September.
welt.de

Nach der Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro verbreitete sich eine gefälschte Aufnahme davon. Auch ein Politiker der AfD und eine Politikerin des BSW teilten sie.
correctiv.org
Endlich verständlich
Eine Recherche von CORRECTIV.Europe aus dem letzten Jahr zeigt, dass sich etwa 47 Millionen Menschen in Europa nicht leisten können zu heizen. Gleichzeitig bergen kalte Wohnungen die Gefahr, Krankheiten, wie zum Beispiel Herzinfarkte, auszulösen.
Übrigens: Generelle Tipps zum Energiesparen gibt die Verbraucherzentrale. Zum Beispiel sollten die Heizkörper so frei wie möglich sein und statt auf Kipp zu lüften, sollte lieber mehrmals täglich stoßgelüftet werden.
correctiv.org / verbraucherzentrale.de
So geht’s auch
In den Wintermonaten bringen Kältebusse obdachlosen Menschen warmes Essen, Schlafsäcke oder fahren sie in Notunterkünfte. Auch, wenn ihre Arbeit – wie zum Beispiel durch die jüngsten Brandanschläge in Berlin – behindert wird, ist die Solidarität aus der Zivilgesellschaft groß. Auf Personen in Not zuzugehen und in Absprache mit ihnen einen Kältebus zu rufen, kann Leben retten.
taz.de
Fundstück
Dass Glücklichsein von äußeren Faktoren abhängt, ist klar, aber dass wir mit kleinen Tricks selbst auch Einfluss auf unser Glücksgefühl haben, wissen viele nicht. Unsere Jugendredaktion Salon5 gibt Tipps: Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen und Komplimente zu machen, steigert das eigene Glück. Gleichzeitig hilft es zu reflektieren, was einen gut fühlen lässt, um dann idealerweise mehr Zeit mit diesen Menschen oder Hobbys zu verbringen.
instagram.com
Seit rund zehn Jahren recherchiere ich zu Umweltverbrechen. Ich klettere über illegale Müllberge, nehme Proben von Wasser und Boden, um sie auf Schadstoffe analysieren zu lassen. Ich spreche mit Insidern, vertiefe mich in amtliche Unterlagen und durchforste Wirtschaftsdatenbanken. Am Dienstag besuchte ich das Amtsgericht in Krefeld (NRW), um einen Strafprozess zu verfolgen. Das Beobachten von Gerichtsverhandlungen – auch das gehört zu meinen Recherchen.
Im Krefelder Verfahren ging es um die illegale Entsorgung von giftigen Feuerlöschmitteln. Nicht der erste Fall dieser Art. Im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen ist wegen eines ähnlichen Vergehens das Trinkwasser von rund 100.000 Menschen mit PFAS-Chemikalien belastet. Ein ungesühntes Umweltverbrechen. Dieses Mal wurden zwei der insgesamt drei Angeklagten zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Fast schon spannender als das Urteil fand ich manche Aussagen im Zeugenstand. Sie lieferten neue Hinweise für weitere Recherchen. So hat der Mitarbeiter einer Brandschutz-Firma, die die Angeklagten mit der Entsorgung von Löschmitteln beauftragt hatte, nach eigenen Angaben keine Kenntnisse davon, was damit passiert ist. Er sei einfach davon ausgegangen, dass alles seine Ordnung hat. Ein Nachweis, dass die gefährlichen Abfälle tatsächlich umweltgerecht entsorgt wurden, ist ihm aber nie vorgelegt worden, wie er einräumen musste. Er hatte auch nicht darauf bestanden. Nach dem Motto: Hauptsache, der Dreck ist weg.
Offenbar war er nicht der einzige Zeuge aus dem Brandschutz, der sich im Laufe der mehrtägigen Verhandlung so oder so ähnlich geäußert haben muss. „Diese Branche hat viel mit Unwissenheit und Gleichgültigkeit zu tun“, fasste ein Verteidiger ihr Gebaren zusammen. Dazu muss man wissen: Die Europäische Union verbietet zwar schrittweise den Einsatz von PFAS in Feuerlöschern. Das heißt aber auch, dass die belasteten Altbestände entsorgt werden müssen. Wie fatal die Folgen illegaler Entsorgung sein können, haben wir am Beispiel des Trinkwassers im Kreis Viersen gezeigt.
correctiv.org

Bis 2027 will die EU kein russisches Erdgas mehr importieren. Doch von diesem Ziel ist sie noch weit entfernt, wie eine Analyse der Umweltschutzorganisation „Urgewald“ demonstriert. Demnach fließen über drei Viertel des wichtigsten russischen LNG-Gas-Projektes „Jamal“ nach Europa. Tendenz sogar leicht zunehmend im Vergleich zum letzten Jahr.
srf.ch
An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Maximilian Billhardt, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Ulrich Kraetzer, Lea Messerschmidt und Jule Scharun.
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