Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters

Diese für Audio optimierte Kompaktfassung des täglichen Spotlight-Newsletters ist von einer KI-Stimme eingelesen und von Redakteuren erstellt und geprüft.

Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser, 

Sie erinnern sich womöglich an die riesigen Diskussionen, die es letztes Jahr unter der alten Bundesregierung gab: Es sollte ein sogenanntes Klimageld geben – um Privatleute dafür zu entlasten, dass wegen des Klimawandels CO2 teurer werden muss. 

Unter der neuen Bundesregierung ist es still um das Thema geworden. Dabei ist der CO2-Aufpreis auf Heizen und Tanken Anfang des Jahres kräftig gestiegen. Unternimmt die Bundesregierung irgendwas zur Entlastung? Dieser Frage ist Klimareporterin Elena Kolb nachgegangen.

Außerdem im SPOTLIGHT: Der neue Cartoon zu den entführten Staatschefs – und unsere Jugendredaktion Salon5 hat sich bei Menschen aus Venezuela umgehört: Wie blicken sie darauf, dass Trump ihren Präsidenten einkassiert hat?

Und dann noch eine Leseempfehlung – die Nachricht haben wir gestern Abend veröffentlicht: Die Betreiberfirma von Nord Stream 2 geht jetzt rechtlich gegen EU-Sanktionen vor, die eine Wiederinbetriebnahme der Gas-Pipelines ausschließen sollen.

Haben Sie konkrete Hinweise auf Machtmissbrauch, Korruption oder andere Dinge im Land, die schieflaufen? Dann schreiben Sie mir: anette.dowideit@correctiv.org.

Thema des Tages: Klimageld – war da was?

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Neueste CORRECTIV-Recherchen: Nordstream 2 – Betreiber klagt gegen EU-Sanktionen

Cartoon-Arena: Staatschefs entführen – Teil 3 von 5

Faktencheck: Stromausfall in Berlin: Geflüchtete wurden nicht in Luxushotels untergebracht

Gute Sache(n): Schutz der Hochsee • Häkeln für mehr Unabhängigkeit • Stimmen aus Venezuela

CORRECTIV ganz persönlich: Ein Rückblick auf meine ersten Monate bei Salon5 in Dortmund

Grafik des Tages: Diskussion um Erbschaftssteuer – die Vermögensverteilung in Deutschland

Warum? Das hat unser Team CORRECTIV.Europe vor ein paar Monaten in diesem Text gezeigt: In Deutschland frieren Millionen von Menschen, weil sie es sich nicht leisten können, im Winter ausreichend zu heizen.

Die gestiegenen Heizkosten sind in manchen Ländern Europas für fast ein Drittel der Menschen ein handfestes Problem. Collage: Anwar/CORRECTIV.

Wie hat sich der CO2-Preis zuletzt entwickelt?
Zu Anfang des Jahres ist er kräftig gestiegen. Der Preis für eine Tonne CO2 stieg auf 55 bis 65 Euro. 2024 lag er bei 45 Euro pro Tonne, 2025 bei etwa 55 Euro.

Was das genau für Verbraucher heißt, lässt sich nicht so leicht beziffern. Experten vom Umweltbundesamt schätzen, dass Benzin nun pro Liter bis zu 2,8 Cent mehr kosten wird und Diesel 3,2 Cent. Der Preis von Heizöl könnte um bis zu 3,2 Cent pro Liter steigen, Erdgas um 0,2 Cent pro Kilowattstunde teurer werden.

Am meisten leiden darunter Menschen mit geringem Einkommen, weil die Kosten für sie im Verhältnis zu ihrem Einkommen am höchsten sind. 

Was tut die Bundesregierung dagegen?
Reporterin Kolb hat sich die Maßnahmen und Diskussionen der vergangenen Monate angeschaut. Ihre ausführliche Analyse können Sie hier nachlesen.

Der CO₂-Preis steigt, um klimaschädliche Energien zu verteuern. Dadurch wird zum Beispiel Tanken teurer. Ohne sozialen Ausgleich leiden darunter vor allem Menschen mit geringem Einkommen. (Foto: Sebastian Kahnert/Picture Alliance/dpa)

Ein Beispiel für das Vorgehen der Bundesregierung:
Die Bundesregierung wollte eigentlich – wie alle anderen EU-Länder auch – schon bis Mitte vergangenen Jahres ihren Plan für den Klima-Sozialfonds vorlegen. Jeder Mitgliedstaat sollte darin darlegen, wie die schwächsten Haushalte unterstützt werden könnten.

Doch das zuständige Bundesumweltministerium ließ die Frist verstreichen – und hat den Plan bis heute nicht nachgereicht. Auf Nachfrage von CORRECTIV erklärte das Ministerium, das Konzept sei „noch in Arbeit“.

Außenminister Wadephul kritisiert Vorgehen des iranischen Regimes gegen Demonstranten  
Bundesaußenminister Johann Wadephul schließt sich der Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an den iranischen Machthabern an: „Wenn ein Regime nur noch mit Waffengewalt Demonstrationen niederschießen kann, dann sieht man, dass dieses Regime am Ende ist.“ Zudem kündigte er Maßnahmen gegen das Regime an.  
tagesschau.de

Bundesregierung will Pflegekräfte aus Indien anwerben 
Bundeskanzler Merz soll während seiner Indienreise eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, die vorsieht, Pflegekräfte aus Indien anzuwerben. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte das Vorhaben, da bereits in der Vergangenheit staatliche Bemühungen, ausländische Pflegefachkräfte anzuwerben, misslungen seien.
deutschlandfunk.de

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Auf einem Feldbett liegen persönliche Gegenstände von Betroffenen während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins in einer Notunterkunft im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf.
Eine Notunterkunft im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf – Zehntausende Menschen im Südwesten Berlins hatten im Januar 2026 tagelang keinen Strom. (Foto: Carsten Koall / DPA / Picture Alliance)

So geht’s auch
Häkeln als politisch-emanzipatorischer Akt? Im Osten der Türkei gibt es ein solches Projekt. In einer Umgebung, in der Frauen berufliche Perspektiven und somit auch die Unabhängigkeit vom Ehemann verwehrt werden, treffen sich die Frauen um Designerin Gamze Ateş zum Häkeln. Aus dem konservativen Ort Elâzığ verkaufen sie die selbstgemachte Sommer- und Bademode an Frauen und Stars auf der ganzen Welt. 
dw.com 

Fundstück
„Am 3. Januar habe ich Freiheit gespürt“, sagt Christel über den Tag der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Sie selbst hat Familie in Venezuela, lebt aber im Ausland. Unsere Jugendredaktion Salon5 widmet den Stimmen von Venezolanerinnen und Venezolanern einen Instagrampost. Dabei wird deutlich, dass sie trotz widersprüchlicher Gefühle große Hoffnungen für ihr Land in sich tragen. 
instagram.com


Doch hier wachsen junge Menschen heran, die etwas zu sagen haben. Zur Eröffnungsfeier im April füllte sich die Redaktion mit Menschen, Livemusik, Reden und köstlichem Essen. Salon5 zog mit Leben und quirligem Geist in die leeren Räume ein. Draußen herrschte reges Treiben, denn unsere Redaktionsräume fallen auf. 

In den ersten Wochen spähen Kinder neugierig herein. Die Nachbarschaft läuft an unserer Fensterfront vorbei, manche bleiben stehen, andere treten ein und fragen nach dem ehemaligen Laden. Wir plaudern darüber, wo es die besten Tomaten im Viertel gibt.

Solche Gespräche mögen nebensächlich wirken, doch sie sind wichtig, um sich gegenseitig vertraut zu machen. Wir sind in ein bestehendes System eingetreten, ein Experimentierfeld, das bei manchen Irritationen auslöst. Unsere Räume, Expertise und beiläufigen Gespräche nutzen wir, um in der Nordstadt einen Beitrag zu leisten und von den Bewohnern zu lernen.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Samira Joy Frauwallner, Sebastian Haupt, Ulrich Kraetzer, Lea Messerschmidt und Jule Scharun.