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Autor Bild Justus von Daniels

Sehr schnell kam damals die politische Kernfrage auf, ob es ein Verbotsverfahren gegen die AfD geben solle. In der Partei bekannten sich mehrere Abgeordnete zur „Remigration“, „millionenfache Remigration“ wurde ganz bewusst als Reaktion auf die Potsdam-Recherche von einigen gefordert. Die Debatte über ein Verbotsverfahren zog sich daraufhin durch die Parteien, fand jedoch bisher keine Mehrheit.

Neue Dynamik für Verbotsverfahren?
Mehrere Gerichte haben seitdem sehr klar formuliert, dass das Konzept der „Remigration“ verfassungsfeindlich ist. In diesem Jahr könnte nun eine neue Dynamik entstehen, schreiben Lena Koepsell (die wir herzlich im Team als neue Kollegin begrüßen!) und meine Kollegen Marcus Bensmann sowie Jean Peters in diesem aktuellen Artikel. Auch, weil ein Urteil zur Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ zu erwarten ist.

Sehnsucht nach dem Autoritären
Die Partei lässt zurzeit aber auch eine andere extreme Maske fallen: AfD-Politiker feiern öffentlich Donald Trumps Politik der Gewalt ab. Meine Kollegin Isabel Knippel hat Äußerungen von prominenten AfDlern und aus dem Umfeld ausgewertet, die in Reaktion auf Trumps Schlag gegen Venezuela erschienen. Da geht es um „Großmächte“ oder die notwendige „Aufteilung der Welt“. Völkerrecht sei etwas für Schwache. Und wie bei Martin Sellner und seinem „Remigrationskonzept“ ploppt ein Name auf, der selbst im MAGA-Lager in den USA zitiert wird: Carl Schmitt, Vordenker des Nationalsozialismus. Er teilt die Politik in Freund und Feind auf – und sieht den Krieg als legitimes Mittel des Stärkeren. In Bewunderung der derzeitigen US-Politik bezieht sich etwa der derzeitige AfD-Spitzenkandidat für die Wahl in Baden-Württemberg, Markus Frohnmeier, auf Schmitt. 

Krude Ideen, die niemand braucht
Als ich Jura studierte, gab es Lesekreise an der Universität, die Schmitt mit einem akademischen Grusel lasen: einerseits fasziniert von seiner Analyse; andererseits wussten sie genau, dass er der Wegbereiter autoritären Denkens war und Parlamente verachtete (hier eine lesenswerte Einordnung im Deutschlandfunk). 

Jetzt taucht Schmitt auch im Umfeld von Donald Trump auf. Trumps enger Berater Steven Miller denkt in denselben Kategorien. Seine Weltsicht spiegelt sich in den jüngsten Äußerungen Trumps zu Venezuela, Grönland und dem Ausstieg aus diversen internationalen Abkommen. Kämen wir alle nicht besser ohne diese kruden Ideen aus? 

Nun, zwei Jahre nach der Potsdam-Recherche hat sich die Radikalisierung der AfD verfestigt. Damals, vielleicht erinnern Sie sich, distanzierte sich die französische Rechtspopulistin Marine LePen öffentlich von der AfD, solange dort von „Remigration“ die Rede sei. Derzeit schwingt die Partei außenpolitisch mit Putin und mit Trump, je nach Lage. Innenpolitisch lässt sie gerade mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt erkennen, dass sie bei der „Remigration“ bleibt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Ein ganz anderes Thema, das uns seit Monaten beschäftigt, betrifft unsere Gesundheit. Meine Kollegin Annika Joeres gibt Ihnen am Ende dieses SPOTLIGHT schonmal vorab einen Blick hinter die Kulissen, warum uns das Wasser im Rhein so interessiert – und wie Sie es betreffen könnte. 

Ihnen wünsche ich ein erholsames Wochenende (möglichst im Warmen), natürlich mit unseren Empfehlungen und unseren eigenen Recherchen der Woche! 

Herzlich,

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An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Finn Schöneck.