Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters

wie gut oder schlecht unser Nachwuchs ausgebildet wird, geht uns alle an. Denn nur, wer gut lesen, schreiben und rechnen kann, ein solides Allgemeinwissen hat und ein ausreichendes Verständnis von Naturwissenschaften, Geschichte, Politik und Kultur, kommt gut durchs Leben und kann zu Wohlstand und Demokratie beitragen. Ganz gleich, ob derjenige hier geboren wurde oder als Zuwanderer zu uns kam.

Als Reaktion darauf meldeten sich viele Mitarbeitende bei ihm. Unter anderem solche, die an der RWTH ihre Doktorarbeit schreiben und dafür öffentliche Fördergelder bekommen. Die jetzt veröffentlichte Geschichte „Dubiose Geschäfte an der Elite-Universität“ zeigt aber: Diese wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen einen großen Teil ihrer Arbeitskraft darauf verwenden, neue bezahlte Aufträge für diese Professoren-GmbHs heranzuschaffen. Ihre eigentliche Forschungsarbeit bleibt dabei oft auf der Strecke.

Was hinter der Recherche steht:
Das deutsche Bildungssystem krankt an vielen Ecken, nicht nur daran, was an den Hochschulen läuft. Schon in Kitas und Grundschulen werden Bildungschancen vertan. Wir leuchten deshalb in viele Winkel des Systems.

Angefangen bei den Kitas: Hier hat unser Team CORRECTIV.Lokal kürzlich einen Schwerpunkt gesetzt. Er legte offen, dass die Kitas im Land so systematisch überlastet sind, dass eine gute Förderung für viele Kinder unmöglich ist.

Weiter mit den Grundschulen: Unser Spotlight-Projekt „Gemeinsam aufgedeckt“ gemeinsam mit Ihnen ergab, dass die Bildungschancen für Kinder höchst ungleich sind. Mit einer Recherche zum sogenannten Startchancen-Programm der Bundesregierung zeigten wir kürzlich, dass Fördermittel, die ungleiche Bildungschancen beheben sollen, oft gar nicht dort ankommen, wo sie besonders gebraucht werden. Und mit dem Projekt „Achtung, Schulweg!“ machen wir kontinuierlich für verschiedene Städte sichtbar (hier zum Beispiel für meine Heimatstadt Köln), dass selbst schon der Hin- und Rückweg zur Schule für viele ein Problem darstellt.

Was wir außer Recherchen tun:
Bei CORRECTIV geht es uns nicht nur darum, Missstände offenzulegen. Sondern auch darum, Dinge besser zu machen. Zum Beispiel wollen wir die Medienkompetenz erhöhen, die für politische Meinungsbildung enorm wichtig ist.

Das ist der Grund, warum es zum Beispiel unsere Jugendredaktion Salon5 gibt. Die Idee ist, Journalismus gerade solchen Jugendlichen zugänglich zu machen, die sonst nie auf die Idee kämen, sich in einer Redaktion zu bewerben. Der Journalismus krankt nämlich daran, dass meistens nur junge Leute mit Hochschulabschluss sich das überhaupt zutrauen. Bei Salon5, das bisher Standorte in Bottrop, Greifswald und Hamburg hat und für das wir gerade neue Standorte aufbauen, kann man einfach reinschauen, mitmachen und sich ausprobieren.

Recherche: Haftbedingungen in der Schweiz
Repetitive Arbeiten, mangelnde Gesundheitsversorgung. Ein Jahr lang hat das Reflekt mit dem Recherchekollektiv WAV verfolgt, wie Schweizer Gefangene leben und wo der Strafvollzug seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.
reflekt.ch

In Alaska steht die eine Haarp-Anlage, um die sich seit Jahrzehnten Verschwörungstheorien ranken

So geht’s auch
Stressfreies Lernen in der Natur – das ist das Konzept der Freien Schule „Nimmersatt“ in Ettlingen bei Karlsruhe. Eltern haben sich dafür zusammengetan und das Projekt auf die Beine gestellt. Kritisiert wird aber der exklusive Zugang: swr.de

Fundstück
Jugendlichen eine Stimme geben – das ist das Ziel unserer Jugendredaktion Salon5. Sie vereint Medienpädagogik und Jugendjournalismus und ist damit ein wichtiger Baustein in der Bildungsarbeit. Ganz konkret können Jugendliche ihre Stimme beim Salon5-Jugendbuchpreis nutzen. Am 15.11. kürt die Jugendjury in Bottrop ihre Lieblingsbücher – und Sie sind herzlich eingeladen! Wer Teil der Jury ist und wie ihre Arbeit aussieht, sehen sie hier.


Zum letzten Tagespunkt im Plenarsaal kamen Vertreter aller Bundestagsfraktionen zusammen – so auch Alice Weidel. Wir wollten beobachten, wie Alice Weidel mit den Jugendlichen im „echten“ Leben umgeht – wo ihre AfD doch gerade die Interaktion mit der Jugend im digitalen Raum perfektioniert hat.

Um es hier einmal festzuhalten: Die jüngsten Wahlerfolge der AfD bei jungen Wählern allein mit Plattformen wie TikTok zu erklären, ist zu eindimensional. Trotzdem sind Inhalte keiner anderen Partei präsenter auf TikTok – unsere Recherche zeigt über welche Wege. TikTok trägt vermehrt zur politischen Orientierung Jugendlicher bei. Einer der reichweitenstärksten Politiker auf TikTok ist übrigens Ulrich Siegmund (AfD), Co-Fraktionsvorsitzender im Landtag Sachsen-Anhalt – und Teilnehmer am Geheimplan-Treffen in Potsdam.

Zurück in den Plenarsaal: Weidel begrüßte eine Handvoll Fans – einige sind bereits in der Kommunalpolitik für die AfD aktiv. Auf Instagram kursiert ein Video dreier Teilnehmer, in dem sie erklären, fünf AfDler hätten sich in diesem Projekt gegen 300 Teilnehmer der „Kartellparteien” gestellt – den Sprech ihrer politischen Vorbilder ahmen sie bereits nach.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Till Eckert, Bianca Poersch, Elena Schipfer, Finn Schöneck