Teaser Bild des CORRECTIV Spotlight Newsletters
Autor Bild Anette Dowideit

Liebe Leserinnen und Leser,

die letzte Woche vor der Bundestagswahl ist angebrochen. Gestern konnte man bei RTL den Kandidatinnen und Kandidaten von CDU, SPD, Grünen und AfD dabei zuhören, wie sie sich ausführlich über Migration und Russland auseinandersetzten – und kaum über andere Themen, die viele Menschen im Land bewegen.

Diese Informationslücke füllen wir von CORRECTIV: Wir hatten im Januar gemeinsam mit Ihnen, den Leserinnen und Lesern des SPOTLIGHT, eine Liste erarbeitet. Darauf stehen jene Fragen, die Ihnen am meisten unter den Nägeln brennen. Im Thema des Tages lesen Sie heute, was die Kandidatinnen und Kandidaten darauf geantwortet haben.

Wir wollen Ihnen noch besser zuhören – und das, was Sie bewegt, bei uns zum Thema machen. Um das zu tun, haben wir jetzt eine neue Kollegin im SPOTLIGHT-Team: Jule Scharun. Sie ist ab sofort für den Dialog mit Ihnen verantwortlich. Zum Start fragt sie Sie heute: Wovon genau machen Sie abhängig, wem Sie am Sonntag Ihre Stimme geben? Hintergrund ist, dass laut ARD-Umfrage fast jeder und jede Dritte seine oder ihre Wahlentscheidung noch nicht abschließend getroffen hat.

Wenn Ihnen zum Beispiel das Klima das wichtigste Thema ist, empfehle ich Ihnen die Kurzvideos, die unsere Klimaredaktion momentan veröffentlicht: Im aktuellen geht es darum: Welche Parteien wollen das Aus von Verbrenner-Motoren in Autos – und welche nicht?

Thema des Tages: SPOTLIGHT fragt, Parteien antworten

Der Tag auf einen Blick: Das Wichtigste

Bundestagswahl-Spezial: Was tun die Parteien gegen Diskriminierung?

Faktencheck: Ehemaliges NS-Gebäude „Kehlsteinhaus“ gehört nicht Selenskyj, sondern dem Freistaat Bayern

Gute Sache(n): Wahlkampf der Kleinparteien • Billard statt Handy • Übernachten zwischen Eisblöcken

CORRECTIV-Werkbank: Gedanken nach der Münchner Sicherheitskonferenz

Grafik des Tages: So viel weniger verdienen Frauen in Deutschland

Das hat in diesem Wahlkampf bislang so mittelgut geklappt – Sie haben es ja mitbekommen: DAS bestimmende Wahlkampfthema war, auch wegen der Anschläge der letzten Wochen, die Migration. Dabei gehört gerade dieses Thema nicht zu jenen, die Ihnen als eines der Wichtigsten erscheinen. 

Rund 2.600 von Ihnen haben mit abgestimmt. Die drei wichtigsten Themen waren der Klimawandel, die Lebenshaltungskosten und die Stärkung der Demokratie. 

Was wir mit Ihren Fragen gemacht haben:
Unser Reporter Robin Albers hat sie den Parteien geschickt. Er hat explizit darum gebeten, dass keine allgemeine Partei-Antwort oder ein Verweis auf das Wahlprogramm als Antwort kommt – sondern individuelle Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten. 

Er hat dann immer wieder nachgehakt und hat die Deadline für die Antworten mehrmals nach hinten verschoben, damit wir möglichst viele Antworten bekommen.

Wer geantwortet hat – und wer nicht:
Antworten haben wir schlussendlich von SPD, Linke, Grünen und BSW bekommen. Allerdings nicht wirklich persönlich von den Kandidierenden.

Keine Antwort (beziehungsweise doch nur den Hinweis, das könne man sich doch alles aus dem Wahlprogramm zusammensuchen) gab es von AfD und CDU. Die FDP versprach, noch zu antworteten, meldete sich dann aber nicht mehr.

Was in den Antworten steht:
Das können Sie hier nachlesen – in einem ausführlichen Text auf unserer Webseite correctiv.org. Dort haben wir die Antworten nach Frageblöcken übersichtlich aufbereitet.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen SPOTLIGHT oder den Link zum Text kräftig über Ihre Sozialen Netzwerke teilen. Wir sind überzeugt, dass die darin enthaltenen Informationen vielen noch Unentschlossenen helfen könnten, eine informierte Wahlentscheidung zu treffen.

Tarifverhandlungen: Zweite Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst
Lohnplus und mehr freie Tage für Mitarbeitende bei Feuerwehr, ÖPNV und Pflege? In Potsdam streiten die Gewerkschaft Verdi, der Beamtenbund dbb und die Arbeitgeber über Löhne und Arbeitszeit von mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten. Die Kommunen warnen vor Überlastung. 
stern.de

Lokal: Erstes „Dublin-Zentrum“ im Brandenburgischen Eisenhüttenstadt
Bundesinnenministerin Faeser und das Land Brandenburg haben die Einrichtung eines „Dublin-Zentrums“ für Geflüchtete beschlossen. Von dort sollen Asylbewerber, für die eigentlich andere EU-Staaten zuständig sind, schneller zurückgeführt werden. Kritik gibt es von den Oppositionsparteien.
rbb24.de

Investigativ: Neonazi sichert sich erneut Immobilie als Veranstaltungsstätte, weil Behörden zu spät reagieren 
Im südthüringischen Brattendorf sicherte sich ein den Behörden bekannter Neonazi einen großen Gasthof ohne Probleme. Dank Dauergenehmigung können dort nun drei rechtsextreme Konzerte pro Woche stattfinden. Wie es dazu kommen konnte, hat der MDR recherchiert.
mdr.de

Kehlsteinhaus, Eagle's Nest, im Winter
Foto: Martin Huber / Picturedesk.com / Picture Alliance

So geht’s auch
Viele Schulen haben die Nutzung von Handys eingeschränkt oder gänzlich untersagt. Eine Schweizer Schule versucht, über das Verbot hinaus Alternativen zur Pausengestaltung zu bieten – etwa mit Billard oder Tischtennis.
srf.ch

Fundstück
Nun hat der Winter wirklich eisige Temperaturen nach Deutschland gebracht. Wenn Ihnen das noch nicht genug ist, sind vielleicht diese Eishotels etwas für Sie.  
urlaubsguru.de


Nach seiner ersten Amtszeit war Trumps außenpolitische Stoßrichtung eigentlich kein Geheimnis. Die Reaktion lässt jedoch den Eindruck entstehen, dass Europa trotzdem überrascht war. 

Seit mehr als einem Jahr ist klar, dass die Fortsetzung des Krieges mit begrenzter Unterstützung für die Ukraine keine gute Lösung ist. Trump möchte den Krieg stoppen, indem er die regelbasierte Ordnung und die zukünftige europäische Sicherheit opfert. Das ist zwar schlecht in Bezug auf Werte und langfristige Strategie, aber taktisch könnte es funktionieren. 

Putin kann sich freuen. Er hat praktisch einen Sieg errungen. Er wird nicht die ganze Ukraine bekommen, aber er hat die Welt gezwungen, seine Regeln zu akzeptieren: das Recht des Stärkeren und die Macht der Gewalt.

Europas einzige Chance, seine Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen, ist die Unterstützung der Ukraine. Es ist entscheidend, die Hilfe zu garantieren, die die Ukraine aufgrund der Reduzierung seiner Entwicklungshilfe „USAID“ vermisst hat, wie zum Beispiel die Finanzierung der Gehälter von Vertragssoldaten. Durch Solidarität können Europa und die Ukraine sowohl Putin als auch Trump zwingen, an Friedensgesprächen teilzunehmen.

An der heutigen Ausgabe haben mitgewirkt: Robin Albers, Till Eckert und Sebastian Haupt.