Häufig gestellte Fragen

Wir beantworten hier häufig gestellte Fragen, die wir kontinuierlich erweitern. Ihre Frage wurde nicht beantwortet? Dann schreiben Sie uns.

Wer wir sind

CORRECTIV ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Seit Juli 2014 arbeiten für unsere Vorstellung einer besseren Gesellschaft: Mithilfe von investigativem Journalismus, Beteiligungsmöglichkeiten und Bildungsformaten wollen wir eine offene und demokratische Gesellschaft stärken, die durch Machtmissbrauch, Polarisierung und Korruption gefährdet ist. 

Unsere Redaktion recherchiert unabhängig zu strukturellen Missständen und deckt unethisches Verhalten auf. Unsere Journalistinnen und Journalisten setzen sich langfristig mit Themen auseinander, recherchieren im Sinne des öffentlichen Interesses mit Sorgfalt und Ausdauer. 

CORRECTIV besteht aus einem Team von 40 Personen. Wir haben unseren Sitz in Essen und eine Redaktion in Berlin. Bei unseren Recherchen arbeiten wir mit lokalen und internationalen Partnern zusammen. Ein Kuratorium, ein Aufsichtsrat und ein Ethikrat kontrollieren die Arbeit von CORRECTIV.

In einer Zeit, in der unsere öffentlichen und privaten Debatten immer mehr durch populistische Stimmungsmache unter Druck stehen, lernen wir Bürgerinnen und Bürger guten Journalismus als „Vierte Gewalt“ besonders wertzuschätzen. Unser unabhängiger und gemeinnütziger Journalismus hat hierbei eine besondere Aufgabe. CORRECTIV will Journalismus neu denken. 

Wir recherchieren und berichten nicht nur, sondern stoßen Veränderungen für eine bessere Gesellschaft an. 

Der Journalismus in seiner Wächter- und Aufklärungsfunktion kann und soll Bürgerinnen und Bürger informieren, stärken und zur Beteiligung anregen. Wir glauben daran, dass gesellschaftliche Herausforderungen mit gut recherchierten Informationen und Faktentreue  auf demokratischem Weg gelöst werden können. Mit unserer Arbeit wollen wir eine Basis für konstruktive öffentliche Debatten über mögliche Lösungen von gesellschaftlichen Missständen legen.

Als erstes gemeinnütziges Recherchezentrum in Deutschland haben wir im Juli 2014 unsere Arbeit aufgenommen. Ohne das Vertrauen der ersten Unterstützerinnen und Unterstützer von CORRECTIV wären wir nicht so weit gekommen. Eine Initialförderung der Brost-Stiftung für die ersten drei Jahre ermöglichte den Aufbau und die Umsetzung unserer Vision.

Seither haben wir viel erreicht. Wir haben investigative Recherchen veröffentlicht, die unter anderem europäischen Steuerraub, illegale Parteispenden und Intransparenz im Mietmarkt aufdeckten – Veranstaltungen ermöglicht, auf denen sich zehntausende Menschen austauschten – Klagen gewonnen, die die Pressefreiheit und Bürgerrechte nachhaltig stärken und Bildungsangebote aufgebaut, die die Medienkompetenz in unserer Gesellschaft fördern.

CORRECTIV lebt und verändert sich ständig. Dieser Wandel wird uns auch weiter auszeichnen. Wir suchen neue Wege und probieren Dinge aus. Wir wollen neue Ideen und  Ansätze finden, wie Bürgerinnen und Bürger im Journalismus von Morgen einbezogen werden können – wie der Journalismus für Menschen da sein kann.

Unser Ziel ist es, den gemeinwohlorientierten Journalismus zu stärken. Als starke dritte Kraft neben den kommerziellen und öffentlich-rechtlichen Medien. Gemeinnütziger Journalismus trägt zur Medien- und Meinungsvielfalt bei. Mit unserer Arbeit wollen wir die Medienlandschaft bereichern.

Weltweit müssen Zeitungen oder Redaktionen schließen, weil Geld fehlt und Werbekunden abwandern. Selbst in Krisenzeiten, in denen der Journalismus die wichtigste Informationsquelle ist, müssen Stellen abgebaut werden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entstanden in den letzten Jahren verschiedene neue Modelle im Journalismus.

Seit ein paar Jahren entwickeln sich journalistische Organisationen wie CORRECTIV, die nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern auf das Gemeinwohl ausgerichtet sind. Viele Medien und Organisationen aus diesem Bereich haben sich in Deutschland im Forum für gemeinnützigen Journalismus zusammengetan. Dieses setzt sich unter anderem dafür ein, dass Journalismus als gemeinnütziger Zweck in die Abgabenordnung aufgenommen wird. CORRECTIV ist Teil dieses Forums und sieht sich als erstes gemeinnütziges Recherchezentrum in Deutschland dem Anliegen besonders verpflichtet.

Unsere Arbeit ist nicht gewinnorientiert, sondern auf das Gemeinwohl ausgerichtet. Aus unserer Sicht haben alle Menschen ein Recht auf unabhängige, frei zugängliche und hochqualitative  Informationen. Die Finanzierung durch Spenden von Bürgerinnen und Bürgern macht uns unabhängig von Quoten, Werbeanzeigen oder Einflüssen von Shareholdern. Eine funktionierende Demokratie basiert auf einer sehr gut informierten Öffentlichkeit und lebt von der freien Berichterstattung. 

Das ist jetzt besser möglich als je zuvor, die digitale Welt ist hier eine Chance. Alle investigativen Recherchen, Hintergrundartikel und Faktenchecks stehen deshalb kostenfrei für jede und jeden zur Verfügung – ohne Bezahlschranken, ohne Werbeanzeigen, ohne Datenverkauf. Alle Bürgerinnen und Bürger können ebenso an vielen Bildungsangeboten und Veranstaltungen kostenlos teilnehmen.

Wie wir arbeiten – Für die Gesellschaft

Wir fokussieren uns auf Themen, die eine besondere Relevanz für die unserer Leserinnen und Leser besitzen und darauf, was unsere Gesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt bewegt. Wir zielen mit unseren Recherchen auf die Offenlegung gesellschaftlicher Missstände. Unsere Recherchen sind dabei nicht ereignis-, sondern strukturorientiert. Dennoch wollen wir mit Themen und unseren Veröffentlichungen überraschen und Debatten anstoßen. So ist gesellschaftliche Veränderung möglich.

Unsere Recherchen orientieren sich an folgenden Schwerpunkten: Klima, Korruption, Justiz, Medizin, Bildung, Leben, Wirtschaft, Extremismus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Journalismus ist für uns eine gemeinsame und eine geteilte Aufgabe. In unserer Auffassung kann mehr erreicht werden, wenn Reporterinnen und Reporter gemeinsam mit Leserinnen und Lesern recherchieren. Unsere Community trägt mit ihrem Wissen aktiv zu Recherchen bei. Damit sorgen sie für Transparenz. 

Wir haben eine Plattform aufgebaut, auf der Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit uns Journalisten an großen Geschichten arbeiten können, wie bei Recherchen zur intransparenten Wohnungssituation oder zur Corona-Pandemie. Gemeinsam sammeln wir bislang unbekannte Informationen, die helfen, ein umfassendes Bild über einen systematischen Missstand zu vermitteln. Jede und jeder kann sich hier engagieren und dazu beitragen, Debatten zu starten und Lösungen zu finden. Das ermöglichen wir mit unserer eigenen Software CrowdNewsroom, sie basiert auf dem Konzept des Crowdsourcing. Sie macht die gemeinsame Recherche von Bürgerinnen und Journalisten möglich.

Ein Beispiel: Unsere vielfach ausgezeichneten Recherchen zum intransparenten Wohnungsmarkt sind nur mit der Beteiligung von tausenden Mieterinnen und Mietern über den möglich. Insbesondere über den CrowdNewsroom. So schaffen wir  bei Projekt „Wem gehört die Stadt?“ mit dem Wissen Leserinnen und Leser mehr Transparenz zu den Eigentumsverhältnissen auf dem deutschen Wohnungsmarkt.

Über unsere Crowd-Recherchen informieren wir alle Leserinnen und Leser in unseren Newslettern. Mitwirken darf jede und jeder. Für Recherchehinweise und Anregungen kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.

Mit unserer Arbeit stehen wir für eine offene und demokratische Gesellschaft ein. Wir recherchieren und berichten nicht nur, sondern wollen Veränderungen anstoßen.

Unser Journalismus ist ein Mittel, um Bürgerinnen und Bürger zu stärken: je mehr Menschen mit den Mechanismen journalistischer Arbeit vertraut sind, desto stärker ist die Medienkompetenz und Debattenkultur einer Gesellschaft. 

Das spiegelt sich auch in unserer Arbeitsweise untereinander wider. Um das bestmögliche Recherche-Ergebnis zu erreichen, arbeiten wir in Teams. Wir binden einander bei unserer Arbeit ein – wir sind keine Einzelkämpfer, sondern teilen unser Wissen miteinander. Andere Medien und Organisationen sind für uns keine Konkurrenz, sondern Partner. Wir denken in kollaborativen Strukturen, jede und jeder hat unterschiedliche Stärken und Schwächen, gemeinsam können wir mehr verborgene Geschichten aufdecken, umfangreicher die Öffentlichkeit informieren und eine größere Wirkung erzielen. Wenn sich Kriminalität international organisiert, können wir dieser durch eine journalistische Zusammenarbeit über Ländergrenzen begegnen und verdeckte Strukturen aufzudecken – wie z.B. in internationalen Recherchen zu den Cum-Ex Files oder Grand Theft Europe. Das kollaborative Arbeiten ist für CORRECTIV ebenso in lokaler Sicht sehr hilfreich, deshalb arbeiten wir bei CORRECTIV.Lokal in einem Netzwerk mit einer Vielzahl an Lokalmedien zusammen. Aus unserer Sicht braucht die Gesellschaft ein stärkeres Miteinander statt nur Gegeneinander zu handeln. Die Arbeit der Medien kann dafür ein Beispiel sein – wir glauben daran. Mit unserer Arbeit wollen wir zur Vielfalt und Qualität im Mediensystem beitragen.

Der Journalismus ist im Wandel. Wir sind überzeugt, dass guter Journalismus den Dialog braucht und eine innovative Umsetzung. In den Austausch gehen, heißt für uns nicht nur zuhören, sondern auch selbst drauf reagieren.

Wir bringen Recherchen auf die Bühne, wie das preisgekrönte Theaterstück von Helge Schmidt zu den CumEx-Files oder die Performance der Neuköllner Oper zu unseren Crowdrecherchen im angespannten Mietmarkt. Das Newsgame „Grand Theft Europe“ auf Basis unserer internationalen Recherche ermöglicht in das Leben eines internationalen Steuerbetrügers einzutauchen. 

Wir sind stets offen für neue Kooperationen – lokal wie international, neue Recherchemethoden und neue Publikationsformen. Wir wollen mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch kommen, auf unserem Campfire Festival, in unserem Buchladen oder anderen Veranstaltungen.

Unsere ethischen Grundsätze sind in unserem Redaktionsstatut festgehalten, welches frei verfügbar und öffentlich hier zugänglich ist.

Mit unseren Recherchen wollen wir zur Aufklärung in unserer Gesellschaft beitragen und Missstände beleuchten. Das ermöglicht unseren Leserinnen und Lesern sich an einer öffentlichen Debatte zu beteiligen, was schließlich Veränderungen bewirken kann. Um eine breite und konstruktive Diskussion zu ermöglichen, sollte jeder Zugang zu faktenbasierten und vielfältigen Informationen für jede und jeden frei sein.

Auf unserer Webseite veröffentlichen wir daher alle Inhalte ohne Bezahlschranke und Werbeanzeigen. Über verschiedene Newsletter informieren wir über neue Recherchen. 

Zudem stellen wir auch anderen Medien unsere Inhalte kostenlos zur Verfügung bzw. kann sie jeder nutzen, wir nennen das „Steal our Story“,  oder recherchieren direkt gemeinsam mit Kooperationspartnern. So werden erstens aufwendige Projekte möglich, die klassische Redaktionen allein kaum bewältigen könnten. Und zweitens veröffentlichen sie die gemeinsamen Rechercheergebnisse über ihr jeweiliges Medium – Print, TV, Radio oder im Internet – sodass mehr Bürgerinnen und Bürger erreicht und  informiert werden.

Die CORRECTIV-Redaktion besteht aus festangestellten Journalistinnen und Journalisten, die zu ihren eigenen Schwerpunktthemen recherchieren. Dazu kommen freie Journalisten und Journalistinnen, mit denen wir regelmäßig bei Projekten oder Themen zusammenarbeiten.

Die Chefredaktion bilden Olaya Argueso und Justus von Daniels. Die Doppelspitze spiegelt die Relevanz der Teamarbeit in der Redaktion. Kooperation, Kollaboration und die Arbeit in Netzwerken gehören zu den Grundsätzen bei CORRECTIV und weisen einen Weg für die Zukunft im Journalismus.

Die Faktencheck-Redaktion ist ein eigenständiges Team innerhalb von CORRECTIV. Sie deckt tagtäglich Falschinformationen, Gerüchte und Halbwahrheiten auf. Das Team wird zurzeit in Vertretung von Tania Röttger von Alice Echtermann und Till Eckert geleitet.

Im Frühjahr 2020 hat CORRECTIV eine eigene Jugendredaktion gestartet: „Salon5“ ist ein Medienangebot von Jugendlichen für Jugendliche, das frühe Teilhabe am demokratischen Diskurs ermöglicht. Junge Menschen bekommen im Salon5 die Möglichkeit, den Umgang mit Medien kennenzulernen und mit Formaten und Inhalten zu experimentieren. Die Jugendredaktion wird von Hüdaverdi Güngor geleitet.

Einen Überblick über unser Team finden Sie hier.

Wir sehen in anderen Medien keine Konkurrenten, sondern Partner. Wir initiieren Recherchen, die wir Kooperationspartnern zur Verfügung stellen oder recherchieren direkt gemeinsam mit unseren Partnern. So werden aufwendige Projekte möglich, die klassische Redaktionen allein kaum bewältigen könnten. Mit unserer Arbeit tragen wir zu Vielfalt und Qualität im Mediensystem bei.

Zu unseren Kooperationspartnern in den vergangenen Jahren gehören sowohl internationale Medien, wie Reuters, La Repubblica, El Confidential, Haaretz oder LeMonde, als auch nationale Partner, wie Zeit, Stern, Spiegel, t-online oder die FAZ und TV-Formate wie ZDF/ Frontal 21, ARD/Panorama oder im Bayerischen Rundfunk, sowie zahlreiche Lokalzeitungen aus unserem Netzwerk von CORRECTIV.Lokal wie der Tagesspiegel, die Rheinische Post oder das Hamburger Abendblatt.

Wir arbeiten unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Einflüssen. Das ist in der heutigen medialen Welt eine besondere Herausforderung.

Wir akzeptieren kein Geld von Personen oder Unternehmen, die uns vorschreiben wollen, wie wir zu arbeiten haben. Niemand wird Einfluss auf unsere redaktionelle Arbeit ausüben. Diese Unabhängigkeit und unsere Glaubwürdigkeit sind unser Kapital. Als glaubwürdig werden wir wahrgenommen, wenn dieselben Maßstäbe, nach denen wir andere journalistisch und kritisch beurteilen, auch für uns selbst gelten. Transparenz ist ein zentraler Faktor und für uns ein Selbstverständnis. Wir sind uns bewusst, dass ethisch-moralische Maßstäbe der Öffentlichkeit an ein gemeinnütziges Projekt wie unseres ungleich höher sind als an kommerzielle Medien. Daher veröffentlichen wir alle eingehenden Zuwendungen und Förderungen auf unserer Website: Die Spenden der Privatpersonen werden als Gesamtsumme ausgewiesen, Förderungen von Stiftungen oder Unternehmen werden ab 1.000€ ausgewiesen und die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung aus unserem jährlich freiwillig geprüften Jahresabschluss stehen frei zur Verfügung. Mehr dazu lesen Sie hier. Die  Regelungen zur Veröffentlichung entnehmen Sie unserem Redaktionsstatut.

Zudem werden Mitgliedschaften unserer Redakteurinnen und Redakteure, sowie aller Mitarbeiter in Vereinen, Parteien oder anderen Organisationen gegenüber unseren Unterstützern offengelegt.

Indem wir möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit den Mechanismen journalistischer Arbeit vertraut machen, fördern wir die Medienkompetenz und verbessern die Debattenkultur in der Gesellschaft. Unser Bildungsprogramm befähigt die Menschen, sich selbst Informationen zu beschaffen und Missstände aufzudecken. Dieser Bildungsauftrag ist für uns zentraler Kern unserer Aufgabe als CORRECTIV: Journalismus ist unser Mittel, die Bildung der Menschen zu verbessern und zur Aufklärung in der Gesellschaft beizutragen.

Gezielte Desinformation wird genutzt, um unsere Gesellschaft zu spalten, Hass zu verbreiten oder Geschäfte zu betreiben. Einseitige oder falsche Informationen kreieren verzerrte Weltbilder. Das erzeugt Unsicherheit und kann teilweise sogar gefährlich werden. 40% der Deutschen fühlen sich im Identifizieren von Fake News überfordert. Darum möchten wir mit unserer Faktencheck-Redaktion dazu beitragen, dass jeder Falschmeldungen zu erkennen lernt und diese damit eingedämmt werden. 

CORRECTIV.Faktencheck deckt tagtäglich Falschinformationen, Gerüchte und Halbwahrheiten auf, informiert zu Hintergründen über gezielte Desinformation und gibt Workshops und Interviews über den Umgang mit den sogenannten „Fake News“.

CORRECTIV.Faktencheck ist eine eigenständige Redaktion des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV. Sie ist unparteiisch in ihrer Haltung und beim Fakten-Checken zur Neutralität verpflichtet. Sie arbeiten nach den Kriterien des internationalen Code of Principles des us-amerikanischen Poynter Instituts, einer gemeinnützigen Akademie für Journalisten. Weltweit werden jährlich Faktencheck-Teams anhand dieses Codes unabhängig zertifiziert. Wer aktuell dazu zählt, kann man hier einsehen. CORRECTIV.Faktencheck ist darüber hinaus ebenfalls an das Redaktionsstatut von CORRECTIV gebunden.

Ein umfangreiches FAQ zur Faktencheck-Redaktion lesen Sie hier.

Wie wir uns finanzieren –
Unabhängigkeit durch Diversität & Transparenz

CORRECTIV ist eine gemeinnützige GmbH. Für die Gesellschaft zu recherchieren, bedeutet für uns, dass unsere Veröffentlichungen und Aktivitäten für alle und nicht nur für wenige verfügbar sind. Unsere journalistischen Arbeiten kommen ohne Werbeeinnahmen, beschränkende Paywalls oder Abo-Modelle aus.

Unsere Arbeit wird durch ein Drei-Säulen-Modell finanziert:

  1. Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, die unsere Arbeit langfristig unterstützen wollen. Kleine und große Spenden sowie regelmäßige Beiträge sind die Basis unserer Finanzierung und daher besonders wichtig für uns. Es sind mittlerweile über zehntausend Menschen, die CORRECTIV damit tragen und unsere tägliche Arbeit ermöglichen.
  2. Institutionelle Unterstützer wie Stiftungen, Institutionen und Unternehmen, die sich den Werten einer aufgeklärten sowie offenen Gesellschaft verpflichtet fühlen und die unsere Demokratie stärken wollen. Sie unterstützen unsere Kernaktivitäten oder ermöglichen uns neue Projekte zu realisieren, wie beispielsweise die Anschubfinanzierung der Brost-Stiftung für CORRECTIV. Kein Geldgeber hat inhaltlichen Einfluss auf unsere Arbeit, die Redaktion arbeitet komplett unabhängig. 
  3. Eigene wirtschaftliche Aktivitäten, wie beispielsweise die Produktion und der Verkauf von Büchern oder Workshops, um unsere ideelle Arbeit auch durch eigene Kraft und unternehmerische Tätigkeit zu unterstützen. 

Durch eine gute Mischung aus den drei Säulen verhindern wir Abhängigkeiten und erreichen eine unabhängige und stabile Gesamtfinanzierung.

Wir veröffentlichen unsere jährlichen Geschäftsberichte, sowie eingehende Zuwendungen und Spenden. Die Veröffentlichung erfolgt jeweils zeitnah. Die Regelungen finden Sie detailliert in unserem Redaktionsstatut.

Transparenz ist für jede demokratische Gesellschaft sehr wichtig und für uns ein Selbstverständnis. CORRECTIV arbeitet transparent und überprüfbar. Dies gilt sowohl für unsere Recherchen als auch unsere Finanzen. Wir sind Teil der Initiative transparente Zivilgesellschaft

Mit der umfassenden Veröffentlichung der Einnahmen aus Zuwendungen, Förderungen und Spenden, durch die freiwillige Jahresabschlussprüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer sowie die unkomplizierte Bereitstellung unserer Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen aus den geprüften Jahresabschlüssen gehen wir deutlich über die gesetzlichen Notwendigkeiten und die Angaben anderer Medien hinaus. Auf unserer Webseite veröffentlichen wir Namen der Geldgeber von Zuwendungen und Förderungen, die uns mehr als 1.000 Euro zukommen lassen und die Spendensumme der privaten Bürger werden ausgewiesen. Für unsere Unterstützerinnen und Unterstützer legen wir unsere Arbeit einmal im Quartal offen. Den Bericht zu unserem fünfjährigen Jubiläum können Sie hier nachlesen.

Jede Kapitalgesellschaft in Deutschland muss ihre Jahresabschlüsse im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Allerdings ist das vielen Menschen nicht bekannt und teilweise kostet das Abrufen Geld. Wir wollen das alle Interessierten jederzeit unsere Abschlüsse einsehen können und das kostenlos, daher veröffentlichen wir sie in größerer Detailtiefe auf unserer Website.

Der Ablauf: Die Jahresberichte und Bilanzen werden in den ersten Monaten des Folgejahres durch die Geschäftsführung und einen Steuerberater aufgestellt, dann erfolgt die freiwillige Prüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Anschließend findet die Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung statt. Abschließend werden die festgestellten Jahresabschlüsse durch den Steuerberater beim Bundesanzeiger hinterlegt und von uns auf unserer Webseite zusätzlich veröffentlicht, sodass kein Interessierter erst beim Bundesanzeiger eine Gebühr bezahlen muss.

Grundsätzlich wollen wir uns über unsere drei Säulen der Finanzierung gegen Einnahmeschwankungen und zum Schutz unserer Unabhängigkeit möglichst breit aufstellen. Alle drei Bereiche sollen sich kontinuierlich weiterentwickeln. Besonders die  gewachsene Unterstützung durch Spenderinnen und Spender hilft uns dabei sehr. Gleichzeitig sind wir als immer noch sehr junge gemeinnützige Organisation Einnahme- und Ausgabeschwankungen ausgesetzt. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Manchmal verkauft sich ein Buch besonders gut oder schlecht, eine Projektförderung startet oder endet, es kann besondere  Ausgaben in Technik und Infrastruktur geben oder eine Recherche dauert länger und wird teurer. Genauso können Schwankungen entstehen, weil wir ungeplante Kosten für Rechtsanwälte tragen müssen, die wir im Rahmen von Angriffen gegen uns beauftragen. Glücklicherweise bekommen wir diese Kosten meist später erstattet, da die allermeisten Fälle zu unseren Gunsten ausgehen. 2019 hatten wir  beispielsweise Ausgaben von über 200.000 Euro für rechtliche Auseinandersetzungen. Unser Projekt „Euros für Ärzte“ wurde mit einer beispiellosen Klagewelle eines Medizinrechtlers im Stile eines Abmahnanwalts überrollt. Alle Fälle konnten wir gewinnen, daher wurden die  Anwaltskosten von der Gegenseite getragen. Das finanzielle Risiko hatten wir zunächst dennoch.

Entscheidend ist es dann, dass wir in starken Jahren versuchen Rücklagen zu bilden, um in schwächeren Jahren nicht Mitarbeiter entlassen oder Recherchen abbrechen zu müssen. Letztendlich ist dies ähnlich wie in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen oder in jedem privaten Haushalt. Dies wird insbesondere im gemeinnützigen Bereich als sinnvoll betrachtet, um den gemeinnützigen Zweck langfristig und somit nachhaltig zu fördern und gegen Einnahmeschwankungen abzusichern.

Die entsprechenden Regularien zur Rücklagenbildung für gemeinnützige Unternehmen, die ansonsten gemäß § 55 Abs. 1 Nr. 5 der Abgabenordnung zur zeitnahen Mittelverwendung verpflichtet sind, sind in §62 der Abgabenordnung  definiert. So konnten wir z.B. in 2018 vorsorglich Rücklagen bilden, die wir wiederum in 2019 für laufende Ausgaben nutzen konnten, um Projekte und Recherchen fortzuführen. Wir werden auch in Zukunft immer konservativ und vorsorglich planen, um Einnahme- und Ausgabeschwankungen auszugleichen.

Finanzierungen von großen Förderpartnern sind in der Regel auf ein einzelnes Projekt oder wenige Jahre  befristet. Das bedeutet immer wieder neue Unsicherheiten für die Finanzierung. Das würde mit einer hundertprozentigen Finanzierung durch Leserinnen oder Mitglieder umgangen. Sie bietet nachhaltig Stabilität und daher freuen wir uns über die stetig wachsende Unterstützung durch Bürgerinnen und Bürger. 

Gleichzeitig bieten uns zusätzliche Mittel durch Stiftungen, Institutionen oder Unternehmen die Möglichkeit schneller Ideen und Innovationen von uns umzusetzen, beispielsweise waren Bildungsprojekte wie die Reporterfabrik oder die Bürgerakademie für Kommunikation nur möglich durch die Unterstützung der Deutschen Telekom oder der Hertie-Stiftung. Bei einer reinen Mitglieder- oder Leserfinanzierung würde auch das Risiko bestehen, dass wir uns bei der Auswahl der Recherchen von einem möglichen Effekt auf Spenden beeinflussen lassen oder unsere Recherchen komplett auf das Interesse unserer Spender auszurichten, was unsere Unabhängigkeit einschränken würde. Systemische Recherchen sind weniger „sexy“ als ein spektakulärer Scoop, bietet aber langfristig einen höheren Mehrwert für die Gesellschaft. Mit der Diversität unserer Finanzierung profitieren wir von den Vorteilen der verschiedenen Säulen, ohne Abhängigkeiten einzugehen.

Wir wollen durch wirtschaftliche Aktivitäten und Projekte unsere ideelle Arbeit mitfinanzieren. Dies ist in der Gemeinnützigkeit sehr üblich und weit verbreitet. Viele gemeinnützige Gesellschaften haben zusätzlich zum ideellen Bereich wirtschaftliche Geschäftsbetriebe, um mit den Gewinnen die eigene Arbeit zu bezahlen oder zu unterstützen. Wie beispielsweise eine Wohlfahrtsorganisation, die einen Second-Hand-Laden betreibt, um humanitäre Projekte zu finanzieren.

Manchmal wird der Geschäftsbetrieb in der gemeinnützigen Organisation belassen und dort nur buchhalterisch abgegrenzt. Denn ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ist voll steuerpflichtig und ist nicht von Umsatz-, Körperschafts- und Gewerbesteuer ausgenommen, selbst wenn er in einer gemeinnützigen Organisation läuft. Der Spezialfall des Zweckbetriebs ist von der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer befreit. Oft wird ein Großteil des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs in ein Tochterunternehmen ausgegründet, um die organisatorische und steuerliche Abgrenzung klarer zu machen. 

Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden. Mit dem großen Erfolg eines unserer ersten Bücher, der grafischen Reportage „Weisse Wölfe“ über den rechtsextremen Untergrund, sind auch wir kurz nach unserer Gründung diesen Schritt gegangen und haben die CORRECTIV – Verlag und Vertrieb für die Gesellschaft UG (haftungsbeschränkt) gegründet. 

Zum Aufbau der Tochtergesellschaft und zum Verlegen von Büchern hat die Mutter der Tochtergesellschaft verzinste Darlehen gewährt, sodass keine Zinsen an die Bank gezahlt werden müssen, sondern diese für den ideellen, gemeinnützigen Zweck zur Verfügung stehen. So konnten wir unsere dritte Säule entwickeln und mit einem eigenen Verlag weiter aufbauen, um unsere Unabhängigkeit stärken.

Im eigenen Verlag veröffentlicht CORRECTIV seither regelmäßig Bücher, grafische Reportagen und weitere Printprodukte zu diesen Recherchen oder aktuellen Themen. So werden innovative Formate im Journalismus erprobt. Wir organisieren Veranstaltungen, geben Workshops zum Erlernen von Medienkompetenzen oder erbringen Dienstleistungen, wie die Verknüpfung unserer Faktenchecks mit Facebook. 

Geführt wird die Tochter durch die Geschäftsführer der Muttergesellschaft, dafür bekommen sie von dem Tochterunternehmen kein Gehalt.

Gewinne aus den wirtschaftlichen Aktivitäten gehen, nachdem sie versteuert wurden, in die gemeinnützige Arbeit über und fördern damit den ideellen Zweck von CORRECTIV.

Wie Sie uns unterstützen können

Es gibt viele Wege CORRECTIV und unseren unabhängigen Journalismus zu unterstützen. Wir freuen uns über jeden Beitrag. 

Je mehr Menschen wir erreichen, umso mehr können wir bewirken. Folgen Sie uns auf Twitter und Facebook oder abonnieren Sie unsere Recherchen per E-Mail. Empfehlen Sie unsere Arbeit gerne ihren Freunden und Bekannten oder teilen Sie unsere Recherchen auf ihren Social Media Kanälen oder leiten Sie sie per E-Mail weiter. So können Sie helfen, CORRECTIV einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Debatten anzustoßen.

Auch Ihre Expertise kann wertvoll sein. Lassen Sie uns wissen, wenn Sie oder Ihre Firmen Fähigkeiten (pro Bono) bei uns einbringen wollen, z.B. in den Bereichen Events, Marketing oder Recht. Wir nehmen gerne Unterstützung an: info(at)correctiv.org

Auch bei Recherchen können Sie sich beteiligen. Über unsere Recherchen mit Bürgerbeteiligung können Sie sich hier informieren. Hinweise nehmen wir gerne unter hinweise(at)correctiv.org an

In unserem Onlineshop finden Sie eine große Auswahl von Büchern und Graphic Novels, die im Eigenverlag erschienenen sind. Mit Ihrem Einkauf stützen Sie unsere redaktionelle Arbeit. Hier können Sie direkt online stöbern.

Besonders freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit auch finanziell unterstützen möchten. Unser unabhängiger Journalismus wird inzwischen von über zehntausend Menschen unterstützt – darauf wollen und müssen wir in den kommenden Jahren weiter aufbauen. Jeder Beitrag, ob groß oder klein, bedeutet, dass wir weiterhin die kritischen Fragen unserer Zeit stellen können. Mit Ihrer Spende unterstützen auch Sie uns dabei.

Ja. CORRECTIV ist eine gemeinnützige Organisation. Alle Spenden sind daher steuerlich absetzbar. 

Sie erhalten einmal jährlich eine Spendenbescheinigung für Ihre Steuererklärung. Diese wird von uns unaufgefordert im Laufe des März versendet und enthält alle im Vorjahr getätigten Spenden. Wünschen Sie bereits vorher einen Beleg für Ihre Beiträge, kontaktieren Sie uns gerne.

Alle Spenden fließen direkt in die Arbeit unserer Journalistinnen und Journalisten, in ihre aufwändigen Recherchen und die Publikation für die Öffentlichkeit. Sie ermöglichen, dass unsere Reporter und Reporterinnen tiefgründig recherchieren, sich gegen Falschmeldungen stark machen und ihr Wissen weiter vermitteln können. 

Wie wir Ihre Spende einsetzen und was sie bewirkt können Sie als Unterstützerin oder Unterstützer in unseren regelmäßigen Transparenzberichten nachvollziehen.

Sie bezahlen bei uns keinen Verlag, keinen riesigen Verwaltungsapparat und keine Investoren, die Renditen erwarten.

Selbstverständlich können Sie Ihre persönlichen Daten, Ihre Zahlungsart und die Höhe Ihrer finanziellen Unterstützung ändern. Nutzen Sie dazu gern das Formular im Community-Login oder kontaktieren Sie uns per E-Mail

Sie können Ihre regelmäßige Unterstützung jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden. Senden Sie uns dafür eine E-Mail, um Ihre Lastschrift zu widerrufen. Sie können auch bei Paypal Ihre Zahlungen an CORRECTIV stornieren.

Wie Sie uns kontaktieren können

Die Gesellschaft ist aktiver Teil von CORRECTIV. Wir freuen uns über den Austausch mit unseren Leserinnen und Lesern. Dazu suchen wir das Gespräch und geben Einblick in unsere Arbeit. 

In unserem Buchladen in der Essener Akazienallee laden wir Menschen ein, sich zu entspannen und mit unseren Reporterinnen und Reportern in den Austausch zu treten. Sie können in Büchern stöbern, in Comics lesen und dazu einen Kaffee trinken. Wir laden zu Diskussionen und Lesungen ein. Erfahren Sie hier mehr.

Darüber hinaus sind wir regelmäßig auf anderen Veranstaltungen vertreten und freuen uns Sie dort zu treffen. In unserer wöchentlichen Spotlight-Newsletter finden Sie immer zeitnah die nächsten bevorstehenden Events, die wir veranstalten oder an denen wir teilnehmen.

Wenn Sie näher an uns oder unserer Arbeit interessiert sind, schicken Sie uns gerne eine Nachricht. Wir freuen uns über den Austausch.

Transparenz ermöglicht eine bessere Kontrolle und gehört zum Selbstverständnis unserer Organisation. Wir sind offen für konstruktive Kritik. Deshalb freuen wir uns von Ihnen hören. Sie erreichen uns unter info(at)correctiv.org.

Sie können uns auch anonym und auf sichere Weise Hinweise und Dokumente zukommen lassen können. Nutzen Sie dafür unseren Anonymen Briefkasten.

Schicken Sie Ihre Anfrage gerne an presse(at)correctiv.org. Wir setzen uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung.

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, falls Sie eine spezielle Frage haben, die hier nicht aufgeführt ist. Sie erhalten Ihre Antwort per E-Mail und wir aktualisieren möglicherweise auch diese FAQ-Liste. Sie erreichen uns unter info(at)correctiv.org.