AfD

So völkisch sind die neuen AfD-Abgeordneten in Mecklenburg-Vorpommern

Rechte Burschenschaften, Neonazis und Verschwörungserzählungen: 32 AfD-Abgeordnete werden künftig in den Schweriner Landtag einziehen. CORRECTIV stellt zehn mit besonders radikalen Ansichten oder Verbindungen vor.

von Stella Hesch, Lena Köpsell

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Collage: Ivo Mayr / CORRECTIV Fotos: picture alliance

Erneut hat die AfD im Osten eine Landtagswahl gewonnen: In Mecklenburg-Vorpommern hat die Partei ihr Ergebnis mehr als verdoppelt – von 16,7 auf 38,2 Prozent. Damit ist klar, dass künftig 32 AfD-Abgeordnete im Schweriner Landtag sitzen werden. Nur sechs von ihnen sind Frauen. Nicht dabei ist Frontmann Leif-Erik Holm, der als Ministerpräsidentenkandidat antrat, aber kein Landtagsmandat anstrebte und damit nun in den Bundestag zurückkehrt.

Einen Koalitionspartner wird die AfD in Schwerin voraussichtlich nicht finden. Die anderen Parteien haben eine Zusammenarbeit ausgeschlossen. Finden SPD, Linke und Grüne in den Sondierungen zusammen, bleibt der Partei nur die Rolle der Opposition. Die AfD würde damit die einzige Oppositionspartei im Landtag sein.

Anders als die anderen Ost-Landesverbände, hat der Verfassungsschutz die AfD in Mecklenburg-Vorpommern nicht als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Trotzdem gibt es viele Abgeordnete, die rechtsextremen Akteuren und völkischer Ideologie nahestehen. Wir stellen zehn von ihnen vor. 

Enrico Schult

  • Direktmandat Wahlkreis 13 und Listenplatz 1
  • Seit 2021 im Landtag

Enrico Schult ist Co-Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern und hat das Wahlprogramm als Vorsitzender der Programmkommission maßgeblich mitgeprägt. Dort finden sich unter anderem Passagen, die an die rechtsextreme Verschwörungserzählung vom „Bevölkerungsaustausch“ anknüpfen. So heißt es, die rot-rote Landesregierung arbeite „systematisch darauf hin, die deutsch geprägte Gesellschaft durch eine multikulturelle Gesellschaft zu ersetzen“. Im ZDF-Interview darauf angesprochen, widersprach Schult dieser Einordnung nicht.

Bis zur Auflösung der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) unterstützte Schult deren Arbeit regelmäßig öffentlich. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die JA bereits 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Zudem beschäftigt Schult laut taz mit Daniel Fiß einen ehemaligen stellvertretenden Bundesvorsitzenden der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) als Referenten. 

Was bedeutet „Bevölkerungsaustausch“?

Der Begriff bezeichnet eine rechtsextreme Verschwörungserzählung: Sie behauptet, die einheimische Bevölkerung werde durch Einwanderer gezielt ersetzt. Dahinter stecke ein von politischen Eliten gesteuerter Plan. Das Narrativ verbindet Vorstellungen von Migration, „Überfremdung“ und ethnischer Zugehörigkeit und wird insbesondere von der extremen Rechten verbreitet. Weil dabei stets von einen geheimen, gezielten Austausch durch mächtige Akteure erzählt wird, handelt es sich um eine Verschwörungserzählung.

Auch in den Sozialen Medien äußert er sich zugespitzt zur Migration. 2023 verbreitete er ein Video vom Einzug Geflüchteter in eine ehemalige Schule in Loitz mit dem Kommentar: „Statt Frauen und Kinder kamen junge bärtige Männer.“ Die Unterkunft geriet später bundesweit in die Schlagzeilen, nachdem dort ein Feuerwerkskörper explodiert war. Bei einer Bürgerversammlung kam es zu rassistischen Zwischenrufen, nachdem bekannt geworden war, dass ein Mädchen einen Übergriff durch einen Migranten erfunden hatte. Schult sagte, es sei seine Aufgabe, als Wahlkreisabgeordneter Missstände anzusprechen. Dass seine Videos Menschen aufhetzen könnten, wies er zurück.

Thore Stein

  • Direktmandat Wahlkreis 31 und Listenplatz 2
  • Seit 2021 im Landtag

Thore Stein, stellvertretender Landesvorsitzender, hatte schon in seiner Jugend mit Neonazi-Organisationen Kontakt. Bildern zufolge, die der Ostsee-Zeitung vorliegen, hat er 2009 an einem Neujahrsfest der Neonazi-Jugendorganisation Sturmvogel teilgenommen. Der Sturmvogel gründete sich Mitte der 1980er. Auf Nachfrage der Zeitung hat Stein keine „belastbare Erinnerung“ daran und Mitglied sei er dort nie gewesen. In der Studienzeit war Stein Teil der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“. Diese Burschenschaft forderte 2011 eine Art „Ariernachweis“ für die Aufnahme neuer Mitglieder und definiert das „deutsche Vaterland“ unter anderem über „Abstammung, Sprache und kulturelle Identität“ und spricht von den früheren deutschen Ostgebieten als „verlorener ostdeutscher Heimat“. Den Vorwurf der Nähe zur rechtsextremen Szene könne Stein nicht nachvollziehen, ließ er der Ostsee-Zeitung über seinen Anwalt ausrichten.

Stein, der auch Schriftführer der AfD-Stiftung Desiderius Erasmus ist, war 2022 zu Gast im Podcast des rechtsextremen Netzwerks „Ein Prozent“. Laut Verfassungsschutz organisierte er zudem 2023 mit dem rechten Publizisten Benedikt Kaiser einen Diskussionsabend zum „politischen Vorfeld“ der AfD. Darüber hinaus ist Stein der Schwiegersohn des Rechtsextremisten Gernot Mörig, der das Geheimtreffen in Potsdam Ende 2023 organisierte.

Jan-Philip Tadsen

  • Direktmandat Wahlkreis 32 und Listenplatz 6
  • Seit 2021 im Landtag

Jan-Philip Tadsen war Vorstandsmitglied der Jungen Alternative (JA) Mecklenburg-Vorpommern, die „als gesichert rechtsextremistisch“ gilt und mittlerweile aufgelöst wurde. Tadsen pflegt Verbindungen in die Hamburger Burschenschaft Germania, die mit der Hamburger Ortsgruppe der Identitären Bewegung (IB) gemeinsame Stammtische und Kampftrainings organisierte. Er pflegt offenbar auch Kontakte zum Umfeld des Verlegers und Publizisten Götz Kubitschek. 2022 war er zu Gast bei einem Sommerfest des von Kubitschek gegründeten Instituts für Staatspolitik.


Paul-Joachim Timm

  • Direktmandat Wahlkreis 28 und Listenplatz 8 
  • Seit 2021 im Landtag

Auch Paul-Joachim Timm war Vorstandsmitglied der Jungen Alternative in Mecklenburg-Vorpommern und ist heute Beisitzer der AFD im Landesvorstand. In seiner Wortwahl zeigen sich völkische Denkmuster. So unterscheidet er in einem Facebook-Beitrag Staatsbürger nach ethnischen Kriterien, indem er von „Passdeutschen mit Migrationshintergrund“ schreibt. In eine ähnliche Kerbe schlägt er, indem er in einem Instagram-Post 2023 schreibt: „Das eigentliche Problem sind aber jene Menschen, welchen die Staatsbürgerschaft trotz völliger kultureller und sozialer Divergenz zuerkannt wurde.“ Diese Menschen seien „weder integrations- noch gesellschaftsfähig“.

Robert Schnell

  • Listenplatz 9
  • Neu im Landtag

Robert Schnell musste sich 2015 wegen eines Betrugsfalls vor dem Rostocker Landgericht verantworten. Es ging um dubiose Branchenbuch-Einträge, die per Fax an Gewerbetreibende verschickt worden waren. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage von 20.000 Euro eingestellt. Auch im aktuellen Wahlkampf beschäftigte Schnell die Justiz. Am 17. September 2026 verurteilte das Landgericht Neubrandenburg ihn zur Unterlassung. Er hatte über seinen SPD-Konkurrenten Erik von Malottki behauptet, dieser habe seine Stelle bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nur bekommen, weil seine Ehefrau dort Chefin sei. Tatsächlich ist die GEW-Landesvorsitzende Ulrike von Malottki seine Schwester. Schnell war Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der damaligen Jugendorganisation Junge Alternative (JA), die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wurde.

Alexander Tschich

  • Direktmandat Wahlkreis 19 und Listenplatz 10
  • Neu im Landtag

Alexander Tschich war bis 2025 Vorsitzender der Jungen Alternative (JA), der ehemaligen Jugendorganisation der Partei, die der Verfassungsschutz 2023 als gesichert rechtsextrem eingestuft hat. Seit Anfang dieses Jahres ist er Vorsitzender der „Generation Deutschland“ MV, der neuen Jugendorganisation der Partei.

In der Vergangenheit arbeitete Tschich mehrfach mit Daniel Fiß zusammen, dem ehemaligen Bundesfunktionär der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB). So traten Tschich und Fiß gemeinsam bei JA-Veranstaltungen auf, auf dem AfD-Landesparteitag im November 2024 und bei einem AfD-Wahlkampfstand im Februar 2025. Zudem ist Tschich bei der Münchner Burschenschaft Danbubia aktiv gewesen. So wird er 2014 in den burschenschaftlichen Blättern als Verbandsbruder und „Aktiven-Sprecher“ genannt. Die Danubia beschreibt sich selbst als politisch aktive Burschenschaft, die sich zur „deutschen Kultur und zum deutschen Volk“ bekennt und für das „Selbstbestimmungsrecht aller Völker“ eintritt.

Thomas Naulin

  • Direktmandat Wahlkreis 34 und Listenplatz 12
  • Neu im Landtag

Thomas Naulin, AfD-Mitglied seit 2016, stand dem ehemaligen rechten Flügel der AfD nahe, einer völkischen Gruppierung innerhalb der Partei. Nachdem diese vom Verfassungsschutz 2020 als Beobachtungsfall eingestuft wurde, löste Björn Höcke die Gruppierung formal auf. 

Im November 2019 kamen Teile des Flügels in Binz in Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Neben Naulin und weiteren AfDlern des Landesverbandes waren auch Rechtsextremisten wie Haik Jaeger vor Ort. Jaeger war Mitglied der rechtsextremen Prepper-Gruppe „Nordkreuz“, die Feindeslisten mit tausenden Adressen und Lichtbildern von Journalisten und Politikern führte, die sie an Tag X umbringen wollten.

Naulin trat zudem im Juli 2021 bei einer AfD-Kundgebung gemeinsam mit dem Rechtsextremisten und ehemaligen brandenburgischen AfD-Chef Andreas Kalbitz auf. Kalbitz hatte Verbindungen zur inzwischen verbotenen rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). Wegen seiner Verbindungen ins rechtsextreme Milieu hat der AfD-Bundesvorstand Kalbitz’ Mitgliedschaft im Mai 2020 für nichtig erklärt.

Tommy Thormann

  • Direktmandat Wahlkreis 33 und Listenplatz 16
  • Neu im Landtag

Tommy Thormann, AfD-Mitglied seit Dezember 2016, ist schon mehrmals mit rechtsextremen Positionen aufgefallen. Er war Mitglied der Jungen Alternative, die ehemalige Jugendorganisation der Partei, die der Verfassungsschutz 2023 als gesichert rechtsextrem eingestuft hat. Anfang des Jahres forderte er auf Instagram die millionenfache „Remigration“. Schon die schiere Zahl zeige, so der Kölner Staatsrechtler Markus Ogorek, dass Teile der AfD damit auch deutsche Staatsbürger meinen müssten. Im Wahlkampf posierte Thormann mit Wehrmachtshelm und T-Shirt mit der Aufschrift „It’s ok to be white“. Auch Thormann nahm im November 2019 am Treffen des rechten Flügels in Binz teil, bei dem auch Rechtsextremisten wie Haik Jaeger vor Ort waren.

Die Unterscheidung von Staatsbürgern in ethnischen Kategorien ist dann verfassungsfeindlich, wenn daraus eine politische Zielsetzung erwächst, die die rechtliche Gleichheit der Staatsangehörigen infrage stellt. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster im Mai 2024 klar definiert. 

Ebenfalls eine verfassungsfeindliche Zielsetzung hat laut Bundesverwaltungsgericht Martin Sellners Konzept der „Remigration“ auch für Staatsbürger. Dieses wird von der rechten Bewegung als vermeintliche Lösung für den angeblichen „Bevölkerungsaustausch“ beworben, um die „ethnische Wahl“, Tarnbegriff für Überfremdung, zu verhindern. Diese Verschwörungserzählung behauptet, die einheimische Bevölkerung werde gezielt durch Einwanderer ersetzt.

Der Kampfbegriff „Remigration“ auch für Staatsbürger fußt auf völkischer Ideologie und ist im rechtsextremen Vorfeld der AfD maßgeblich vom österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner geprägt. Sellner markiert in mehreren Veröffentlichungen und Vorträgen den Schutz der „ethnokulturellen Identität“ als zentrales Ziel der rechten Bewegung.

Da Sellners Forderung nach „Remigration“ auch auf Staatsbürger zielt, ordnet das Bundesverwaltungsgericht Leipzig auch diese als „menschenwürdewidrig“ und verfassungsfeindlich ein. 

CORRECTIV hatte in der Recherche „Geheimplan gegen Deutschland“ Anfang Januar 2024 gezeigt, wie Sellner vor hochrangigen AfD-Funktionären und Teilnehmern über die „Remigration“ referierte, die sich offenbar selbst als bürgerlich-konservativ beschreiben. Im Zuge der Gespräche erklärte er „nicht-assimilierte Staatsbürger“ zum größten Problem, dem man aber mit „Anpassungsdruck“ und „maßgeschneiderten Gesetzen“ zur Abwehr der „ethnischen Wahl“ begegnen könne.

Seit dem Treffen in Potsdam macht die AfD „Remigration“ immer wieder zum Thema. Die Partei verwendet den Begriff auch im Bundeswahlprogramm 2025, gibt ihm jedoch einen harmloseren Inhalt. Im Programm bezieht sich das Wort nicht auf Staatsbürger, sondern ist ein Synonym für die Abschiebung von Personen ohne gültigen Aufenthaltstitel. Gleichzeitig gibt es viele AfD-Mandatsträger und Funktionäre, die offen eine Nähe zu Sellner und seinem Konzept zeigen.

Auch gibt es unzählige Posts in den sozialen Medien von Vertretern des völkischen Lagers der Partei, die „millionenfache Remigration“ fordern. Der Staatsrechtler Markus Ogorek sagte gegenüber CORRECTIV, dass durch die schiere Zahl auch Staatsbürger mitgemeint sein müssen – was das Konzept klar völkisch mache.


Der NDR berichtete im Frühjahr dieses Jahres von einer Wahlkampfrede Thormanns im NS-Jargon. So soll Thormann am Rande eines sogenannten Friedensmarsches der AfD beispielsweise erklärt haben, Die Linke in Grund und Boden verbieten zu wollen und weiter „Rügen bleibt patriotisches Volksgebiet, Rügen bleibt deutsch“. Aus dem Video- und Tonmaterial, dass dem NDR vorliegt, gehe auch hervor, dass der AfD-Bundestagsabgeordnete Dario Seifert, für den Thormann arbeitet, zugehört und nicht eingegriffen haben soll.

Petra Federau

  • Listenplatz 21
  • Seit 2021 im Landtag

Petra Federau ist bereits seit März 2013 Mitglied der AfD Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Landtagswahl 2016 wurde sie noch von der Landesliste gestrichen. Der Grund: Federau soll verschwiegen haben, dass sie für einen Escort-Service tätig war. Dieser vermittelte junge Frauen in arabische Länder wie Abu Dhabi und Dubai, wo Prostitution illegal ist. 

Federau ist außerdem eine derjenigen, die innerhalb der AfD mit völkischen Positionen auffallen. So verbreitete auch sie in der Vergangenheit die rechtsextreme Verschwörungerzählung zum vermeintlichen „Bevölkerungsaustausch“. 2018 teilte sie zustimmend einen X-Post ihres Parteikollegen Gottfried Curio, der sagte: „Wird ein lange gewachsener Wald abgeholzt, ketten sich Links-Grüne an jeden Baum. Wird eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturnation demographisch ersetzt, sind sie selbst die Axt im Wald.“ Auch Federau nahm im November 2019 am Treffen des rechten Flügels in Binz teil, bei dem auch Rechtsextremisten wie Haik Jaeger vor Ort waren.

Nikolaus Kramer 

  • Direktmandat Wahlkreis 36 
  • Seit 2016 im Landtag

Neben Enrico Schult und Alexander Tschich arbeitete auch Nikolaus Kramer in seiner Position als ehemaliger AfD-Fraktionsvorsitzender mit Daniel Fiß, ehemals stellvertretender Bundesvorsitzender der IB. Dieser übernahm 2024 eine Stelle als Kramers persönlicher Referent. 

Dem Verfassungsschutz ist Kramer vor allem wegen seiner völkischen Positionen bekannt. So soll Kramer im April 2024 auf einer PEGIDA-Demonstration von einer „sichtbaren Ahnenkette“ gesprochen haben und im November 2022 soll er gemeinsam mit Björn Höcke und den weiteren ostdeutschen AfD-Fraktionsvorsitzenden die „Dresdner Protestnote“ veröffentlicht haben. Darin wenden sie sich gegen die angeblich planmäßige „Ersetzung der deutschen Bevölkerung durch Migranten“, die die UN und EU angeblich forcieren würden. Auch Kramer hatte laut Verfassungsschutz Verbindungen zum rechten Flügel und nahm 2019 an dem Treffen in Binz teil. 2018 hat Kramer den rechtsextremen Haik Jaeger in den Innenausschuss des Landtags eingeladen. 

Redigatur und Faktencheck: Finn Schöneck

Vielleicht kennen Sie das. Die AfD scheint schier unaufhaltsam. Genauso wie der Rechtsruck in ganz Europa. Dazu kommt: Die Situation zuletzt in Ceuta, Krieg im Iran, Frieden ist in der Ukraine noch lange nicht in Sicht und gerade erst haben wir einen Sommer mit einem Rekord an Hitzetoten in Deutschland hinter uns. Von den unfassbaren Waldbränden in Europa will ich gar nicht erst anfangen.

Manchmal möchte man da schon den Kopf in den Sand stecken. Noch eine Krise. Noch eine schlechte Nachricht. Noch eine Debatte, bei der man sich fragt: Wo soll das alles hinführen? Ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage: An vielen Tagen hat man einfach keinen Bock mehr. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl. Damit sind Sie nicht allein!

Wir von CORRECTIV wollen uns diesem Gefühl nicht länger hingeben. Denn so kann es nicht weitergehen. Deshalb haben wir uns eine neue Aktion ausgedacht und wir glauben, es ist genau das, was wir jetzt brauchen: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir 42.000 Mutmeter gehen.

Mutmeter bedeuten für uns: aktiv zu werden und gemeinsam etwas zu schaffen, auf das wir stolz sein können. Gemeinsam setzen wir ein demokratisches Ausrufezeichen in einer extremen Zeit. Wie bei einem Marathon geht es nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, überhaupt loszugehen. Meter für Meter. Schritt für Schritt.