Die Bundesschülerkonferenz hat sich mit den aktuellen Protestaufrufen der Initiative „Gen Z regelt!“ in Deutschland solidarisiert. Junge Menschen wollten nicht länger dabei zusehen, „wie über ihre Bildung und über ihre Zukunft hinweg entschieden wird“, sagte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff, CORRECTIV auf Anfrage. Dass die Proteste von politischen Gruppen instrumentalisiert würden, dürfe nicht der Grund sein, „dass wir unsere Stimme nicht mehr erheben und acht Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland am Ende nicht mehr gehört werden“, konkretisierte Kirchhoff. Und setzte hinzu: „Gen Z regelt das – aber nicht für eine politische Richtung, sondern für die acht Millionen Schüler, deren Zukunft auf dem Spiel steht.“
Dabei bezieht sich die Bundesschülerkonferenz auf die Protestaufrufe der Initiative „Gen Z regelt!“, die unter dem Motto „Kaputte Schulen, Wehrpflicht, Preisexplosion, Sozialkürzung, Überwachung, Rechtsruck? Zeit für Widerstand“ für den 31. Oktober zu einem bundesweiten Protesttag aufrufen. Mobilisiert wird über den Messenger-Dienst Telegram, auf Instagram und auf TikTok. Nach Einschätzung unter anderem des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes mobilisieren auch Akteure aus dem linksextremen Spektrum und aus dem auslandsbezogenen Extremismus für die Proteste. Das Spektrum reiche von Aufrufen zur Teilnahme bis zur Verbindung von linksextremistischer Symbolik mit Gewalthandlungen, teilte das NRW-Innenministerium gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger mit.
Deutschlands Sicherheitsbehörden bereiten sich am 31. Oktober auf Großeinsätze vor, um Eskalationen wie am vergangenen Wochenende in Frankreich zu verhindern. In 21 Städten soll es Demonstrationen geben, Schwerpunkte der Proteste sollen die Metropolen Hamburg, Berlin, Köln, München und Frankfurt sein. Die Organisatoren betonten, friedlich protestieren zu wollen. „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt“, sagte Mitinitiator Akram Selo gegenüber dem SWR.
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Schüler distanzieren sich von Gewalt
Die Bundesschülerkonferenz distanzierte sich ebenfalls klar von jeder Form von Gewalt. Die Schülerinnen und Schüler setzten auf friedlichen, demokratischen Protest. Gleichzeitig forderte Kirchhoff von der Politik, die Proteste weder zu ignorieren noch „pauschal als problematisch“ darzustellen. Es gelte zu unterscheiden zwischen denjenigen, die versuchten, die Proteste für ihre politischen Zwecke zu vereinnahmen, und den Anliegen der Schülerinnen und Schüler. Diese dürften nicht aus den Augen verloren werden.
Als solche nannte Kirchhoff bessere Bildung und eine Schule, die allen jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft eine Zukunft ermögliche. Bereits in der vergangenen Woche hatte Kirchhoff gegenüber CORRECTIV davor gewarnt, die Wut der Jungen hierzulande zu unterschätzen. „Da sammelt sich gerade in unserer Generation ein ungeheurer Frust“, konstatierte sie. Zu Ängsten und Unsicherheit angesichts der multiplen Krisen komme das Grundgefühl, „dass wir mit unseren Anliegen nicht gesehen und gehört werden“.
Redigat und Faktencheck: Elena Müller
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