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Bildung

Der Ausbildungs-Atlas

Im Schnitt gibt es in Deutschland erstmals seit Jahrzehnten zu wenig Auszubildende. Der Blick in die Regionen zeigt: Das ist nicht überall und auch nicht in jeder Branche so. Wir zeigen für jeden Kreis und jede Stadt, wo der Markt leer gefegt ist und in welchen Branchen Bewerber schlechte Karten haben.

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von Justus von Daniels , André Ricci , Michel Penke

2018 gab es in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Der demografische Wandel und ein lang anhaltender wirtschaftlicher Boom haben es möglich gemacht. Gute Zeiten für Berufsstarter, eigentlich. Denn in vielen Fällen trügt der Schein. Was von den Betrieben angeboten wird, entspricht oft nicht den Wünschen junger Menschen. Auch unterscheidet sich die Lage zum Teil erheblich von Region zu Region. Während manche Kreise kaum Azubis finden, konkurrieren Bewerber in manchen Orten um zu wenige Stellen.

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Im Netzwerk CORRECTIV.Lokal arbeiten Journalisten und Journalistinnen aus dem gesamten Bundesgebiet gemeinsam an datengetriebenen und investigativen Recherchen. Beleuchtet werden Themen, die eine nationale Bedeutung haben und zugleich für die Menschen vor Ort besonders relevant sind.
CORRECTIV.Lokal hat für lokale Medienpartner Daten der Arbeitsagenturen aus dem Jahr 2018 ausgewertet, die sichtbar machen, wo es zu Problemen bei der Ausbildung kommt. Denn trotz des allgemeinen Überangebots an Ausbildungsplätzen gehen immer noch Jugendliche beim Kampf um eine Lehrstelle leer aus. Arbeitsmarktexperten sprechen von „Dismatch“: manche Branchen seien überlaufen, andere würden gemieden.

Unsere Visualisierungen zeigen, welche Branchen in den Landkreisen und den kreisfreien Städten kaum Bewerber finden und welche unter Bewerbern am härtesten umkämpft sind. Anders gesagt: Die obere Grafik zeigt die Probleme aus der Sicht der Betriebe, die untere aus der der Bewerber. 

Wenn Sie mit der Maus eine Stadt oder einen Landkreis anklicken, erscheint unter der Karte jeweils ein Kasten, der angibt, wie viele Bewerber 2018 auf eine Ausbildungsstelle kamen.
Die Daten zeigen, wie heterogen der deutsche Ausbildungsmarkt ist. Betriebe fanden in manchen süddeutschen Städten und Kreisen – etwa in Baden-Baden, Sigmaringen, Coburg und Rottal-Inn – statistisch betrachtet nicht einmal mehr einen halben Bewerber pro Ausbildungsstelle. Andererseits müssen Ausbildungssuchende sehr tapfer sein, wenn sie zum Beispiel im niedersächsischen Wolfenbüttel eine Lehre in Maschinenbau und Betriebstechnik anstreben (57 Bewerber, vier offene Stellen) oder sich in Berlin zum Tierpfleger ausbilden lassen wollen (173 Suchende, 21 Ausbildungsplätze).

Bei der Suche der Bewerber fällt auf, dass manche Branchen jenseits aller regionalen Unterschiede flächendeckend Probleme haben, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. So interessierten sich Berufsstarter beispielsweise kaum für den Lebensmittelverkauf. In fast jedem Landkreis gehört die Branche zu den zehn, in der es Betrieben 2018 am schwersten fiel, Nachwuchs zu finden. Die Lebensmittelhändler müssen ganz offensichtlich an der Attraktivität ihrer Ausbildung und ihres Images arbeiten, wenn sie auch in Zukunft noch Nachwuchs finden wollen.

Beliebte und unbeliebte Berufe

Umgekehrt gibt es Branchen, die sich überall großer Beliebtheit erfreuen. Ein Beispiel dafür sind Ausbildungsgänge im Bereich Tourismus und Sport. Sie befinden sich in auffallend vielen Kommunen unter den zehn am härtesten umkämpften Lehrstellen.

Kaufmännische und Dienstleistungsberufe sind im Schnitt beliebter als das Handwerk und die Zahl der Abiturienten und Studenten steigt und steigt. “Die gesellschaftliche Wertschätzung für eine berufliche Ausbildung und eine berufliche Tätigkeit im Handwerk ist gesunken”, bedauert Sarah Kempf, Sprecherin des Zentralverband des Deutschen Handwerks – und macht dafür auch die Politik verantwortlich. “Vor den Folgen des Akademisierungswahns hat das Handwerk jahrelang gewarnt, unsere Warnungen verhallten allerdings ungehört.”
Allerdings macht nicht nur der Trend zum Studium den Handwerksbetrieben zu schaffen – auch in der Konkurrenz mit anderen, nicht akademischen Berufen haben sie oft das Nachsehen, wie sich an den Zahlen der Arbeitsagenturen ablesen lässt.

Dieser Datenbefund deckt sich mit den Ergebnissen des druckfrischen DGB-Ausbildungsreports 2019. In der Studie bewerten Lehrlinge die Qualität ihrer Ausbildung. Dafür wurden mehr als 16.000 Azubis verschiedener Branchen befragt. Die am schlechtesten bewerteten Ausbildungen sind die zum Koch, zum Frisör sowie zum Maler und Lackierer – klassische Handwerksberufe. Die Aufwertung handwerklicher Berufsausbildungen gehört auf die politische Agenda.

Ältere in Ausbildung

Die ausgewerteten Daten belegen einen tiefgreifenden Wandel der Wirtschaft, der sich durch zwei Faktoren gegenseitig verstärkt: Die steigende Zahl der Ausbildungsplätze und die im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung schrumpfende Zahl junger Menschen im typischen Azubi-Alter. Diese Entwicklung wird anhalten, auch wenn sich die wirtschaftliche Dynamik, wofür es Anzeichen gibt, abschwächen sollte. Mit dem anstehenden Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge steht der nächste Stresstest für Betriebe bevor.
Wirtschaftsverbände unterstützen das neue Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, um offene Lehrstellen verstärkt mit Bewerbern aus dem Ausland zu besetzen. Flankierend müsste die Anerkennung ausländischer Abschlüsse vereinfacht werden. Sie dauert bislang noch zu lange und scheitert oft an hohen bürokratischen Hürden.

Ein weiteres Mittel gegen den Schwund an Bewerbern könnte die Förderung älterer Menschen bei der Berufsausbildung oder der Wechsel in neue Berufe sein. Zu viele ältere Arbeitnehmer bleiben ohne Berufsausbildung in prekärer Beschäftigung oder dauernder Arbeitslosigkeit. Die Sockelarbeitslosigkeit von rund zwei Millionen Menschen betrifft vor allem Menschen ohne Ausbildung. Zwar steigt das Durchschnittsalter der Auszubildenden seit Jahren an. Trotzdem sind Azubis über 30 immer noch Exoten.

Laut Berufsbildungsbericht 2019 waren Lehrlinge 2017 bei Ausbildungsbeginn durchschnittlich 19,9 Jahre alt. Nur 12,3 Prozent waren 24 oder älter. Damit sich Ältere für eine Ausbildung entscheiden, müssen die Betriebe und der Staat dafür sorgen, dass eine Ausbildung für sie auch attraktiv ist.

Die Original-Daten finden Sie hier.
Uniprojekt
Foto: Brooke Cagle
Demokratie an Hochschulen

Zwischen Mitbestimmung und Machtmissbrauch

Geringe Wahlbeteiligung, undurchsichtige Finanzen, kaum Kontrollen: Studierendenvertretungen in Deutschland stecken in der Krise. Woran liegt das? Und wie kann es besser werden? CORRECTIV recherchiert ab sofort dazu, gemeinsam mit vielen Studierendenmedien – und wir brauchen Deine Hilfe! Zusammen wollen wir die Demokratie an Hochschulen stärken.

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von Maria-Mercedes Hering , Miriam Lenz

Demokratie an Hochschulen ist wichtig: Studierende können sich in eigenen Vertretungen für ihre Interessen einsetzen. Sie können Studierende in Not mit Stipendien unterstützen, studentische Konferenzen und Fahrradwerkstätten fördern oder Beratungsstellen für Studierende einrichten, die rassistische oder sexistische Diskriminierung erleben. 

Ob Campus-Festival oder kostenlose Rechtsberatung für Studierende, Verfasste Studierendenschaften machen vieles möglich. Sie bestehen aus den Studierenden einer Hochschule und verfügen über ein eigenes Budget – oft mehrere hunderttausend Euro. In allen Bundesländern außer Bayern gibt es diese studentische Selbstverwaltung.

Als demokratische Vertretung wählen die Studierenden in der Regel ein Studierendenparlament (StuPa) oder einen Studierendenrat (StuRa).  Diese sind die Legislative der Verfassten Studierendenschaft (kurz auch Studierendenschaft). Für bestimmte Aufgabenbereiche gibt es eigene Referate, zum Beispiel für Finanzen oder Hochschulpolitik. Die Leiter*innen der Referate werden in der Regel vom Parlament oder Rat gewählt. Zusammen bilden sie sozusagen die Regierung, die an vielen Hochschulen Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) heißt.

Bei Konflikten mit der Hochschulleitung setzen sich die studentischen Vertreter*innen für die Studierenden ein. Sie helfen Studierenden etwa, sich gegen eine drohende Exmatrikulation zu wehren, und organisieren dafür Rechtsbeistand. Außerdem nehmen sie Stellung zu hochschulpolitischen Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene und treten für bessere Studienbedingungen ein.

Die studentische Demokratie hat also einen großen Einfluss auf das Leben der Studierenden. 

Doch es gibt Probleme. 

Die Arbeit von StuPa, StuRa und AStA ist für Studierende häufig schwer nachvollziehbar.

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Online verfügbare Informationen sind bisweilen dürftig und veraltet, wie zum Beispiel an der Universität Hamburg: Auf der Website des StuPa waren bis Oktober 2019 nur Sitzungsunterlagen von 2018 verfügbar. Studierende konnten dort monatelang nicht herausfinden, wann die nächste Sitzung ist, welche Themen behandelt werden oder wofür Geld ausgegeben werden soll. Erst seit Oktober sind diese Informationen wieder verfügbar.

Wenn Informationen fehlen oder Studierende keinen Zugriff darauf haben, erschwert das die demokratische Kontrolle und Teilhabe erheblich. An vielen Hochschulen findet zudem kaum Wahlkampf für die Wahlen zum StuPa bzw. StuRa statt. Das Interesse der Studierenden ist dementsprechend gering, nur wenige gehen wählen. Die Beteiligung bei Wahlen zum StuPa oder StuRa liegt häufig unter zehn Prozent. So haben an der Universität Duisburg-Essen das letzte Mal nur knapp sechs Prozent der Studierenden gewählt, an der Universität Oldenburg waren es rund 8 Prozent. An der Berliner Humboldt-Universität liegt die Wahlbeteiligung mindestens seit 2002 im einstelligen Bereich, länger reichen die online zugänglichen Wahlergebnisse nicht zurück.

Auch die wenigen positiven Beispiele geben kaum Grund zu Hoffnung: Mit rund 30 Prozent Beteiligung bei den StuPa-Wahlen in den letzten Jahren gehört die Universität Göttingen noch zu den Spitzenreitern. Doch auch hier ist ein Rückgang zu verzeichnen: Trotz groß angelegten Wahlkampfs haben nur knapp 26 Prozent der Studierenden an der letzten Wahl teilgenommen.

Probleme gibt es auch bei den Finanzen. 

Die Studierendenschaften haben einen eigenen Haushalt, den das Parlament oder der Rat verabschiedet. Meistens setzt er sich vor allem aus den Semesterbeiträgen zusammen: Jedes Semester müssen die Studierenden einen bestimmten Betrag an ihre Studierendenschaft zahlen, an der Universität Hamburg beispielsweise 11,70 Euro im Sommersemester 2019. Insgesamt umfasst hier der aktuelle Haushalt knapp 1,1 Millionen Euro für ein Jahr. Die Gelder verwalten meist die Referent*innen. 

Foto: Priscilla du Preez

Kontrolliert wird selten

Eigentlich sollen viele Vorschriften eine rechtmäßige Verwendung von Geldern garantieren. Doch immer wieder halten sich Referent*innen nicht an diese Regeln. Das zeigen Prüfungen der Landesrechnungshöfe in den jeweiligen Bundesländern. Immer wieder kritisieren sie die Kassen- und Buchführung der Studierendenschaften. Es fehlen beispielsweise Belege, Angaben zum Verwendungszweck von Zahlungen, Unterschriften auf Zahlungsanordnungen. Wofür jemand Geld erhalten und wer das überhaupt bewilligt hat, ist so nicht nachvollziehbar. Und auch nicht, ob die Zahlungen rechtmäßig waren.

Das soll an vielen Hochschulen eigentlich ein Ausschuss des StuPa bzw. StuRa überprüfen. Doch das passiert nicht immer. Und auch die Hochschulleitung kommt ihrer Kontrolle nicht immer nach – obwohl sie dazu verpflichtet wäre. Denn sie hat die Rechtsaufsicht über die Studierendenschaft.

Missstände fallen oft erst auf, wenn Landesrechnungshöfe die Finanzen der Studierendenschaften überprüfen. Der Hessische Rechnungshof etwa kritisiert in seinem Jahresbericht von 2018: „Die Hochschulen beaufsichtigen die Studierendenschaften mangelhaft. Ohne ausreichende Aufsicht und Kontrolle besteht eine erhöhte Gefahr von unsachgemäßer oder gar missbräuchlicher Haushaltsführung.“ So kann den Studierendenschaften viel Geld verloren gehen – durch schlechtes Wirtschaften oder gar Veruntreuung.

Das zeigt ein Fall aus Hessen: Ein ehemaliger AStA-Finanzreferent der Technischen Hochschule Mittelhessen wurde im vergangenen Jahr vom Gießener Amtsgericht schuldig gesprochen, weil er knapp 75.000 Euro aus den Mitteln der Studierendenschaft veruntreut hatte. Zudem wurde er wegen Vortäuschung einer Straftat verurteilt: Einige Tage vor der Prüfung der AStA-Finanzen inszenierte er im Herbst 2015 einen Raubüberfall, um das Fehlen des Geldes zu vertuschen. Das berichten die Gießener Allgemeine Zeitung und der Gießener Anzeiger. Demnach rief der damalige Finanzreferent am Abend des 1. Oktober die Polizei und meldete einen Raubüberfall. Er behauptete gegenüber den Beamten, dass ein bewaffneter Mann in das Hochschulgebäude eingedrungen sei. Der Räuber habe ihn gezwungen, den Tresor zu öffnen, und ihn mit Klebeband gefesselt. Der bewaffnete Mann sei dann mit bündelweise Bargeld verschwunden. Er selbst habe daraufhin das Klebeband durchgebissen und die Polizei verständigt. 

Während der Verhandlung gestand der Angeklagte jedoch die Veruntreuung. Er wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und muss knapp 65.000 Euro zahlen, wie die Gießener Allgemeine Zeitung berichtet. 

Mehr Unterstützung 

In diesem Fall haben die Kontrollmechanismen offenbar versagt, der ehemalige Referent hat das offensichtlich ausgenutzt. Doch auch unbeabsichtigt kann es zu Unregelmäßigkeiten kommen. Denn einen Haushalt aufzustellen und die Gelder zu verwalten, ist eine komplexe und zeitaufwändige Aufgabe. Die Hochschulen müssten nicht nur kontrollieren, sondern die Studierenden auch unterstützen. Das stellen Landesrechnungshöfe immer wieder fest, so auch der Hessische Rechnungshof 2018:Die Vertreterinnen und Vertreter der Studierendenschaften sind häufig unzureichend mit den Haushaltsangelegenheiten vertraut.“ Neben dem Studium könnten sie den Haushaltsaufgaben oft nicht ordnungsgemäß nachkommen. Der Rechnungshof fordert deshalb die Hochschulen auf, die Studierendenschaften in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Niedrige Wahlbeteiligung, geringes Interesse, undurchsichtige Finanzen, fehlende Unterstützung: Die studentische Demokratie leidet an vielen Problemen. 

Dabei ist die Arbeit der Studierendenschaften so wichtig – einerseits für das Leben auf dem Campus, andererseits für die Gesellschaft als Ganzes. Denn hier können sich Studierende leichter einbringen als in vielen anderen demokratischen Organen. Und sie können das studentische Leben auf dem Campus selbst gestalten. Was folgt für eine demokratische Gesellschaft daraus, wenn schon diese Beteiligungsform nicht genutzt wird? Wenn Studierende schon an Hochschulen nicht wählen gehen und sich nicht für die Studierendenschaft engagieren? Die Demokratie verliert.

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Gemeinsam Demokratie stärken

Hier wollen wir ansetzen. Gemeinsam mit Studierenden aus ganz Deutschland wollen wir herausfinden: Wie demokratisch und transparent arbeiten Verfasste Studierendenschaften? Warum ist die Wahlbeteiligung so niedrig? Erschweren Hochschulleitungen die Arbeit von StuPa, StuRa und AStA? Was kann man besser machen? Wo gibt es positive Beispiele? 

Hilf uns, Antworten auf diese Fragen zu finden. Zusammen mit Studierenden aus ganz Deutschland starten wir dafür Ende August einen sogenannten CrowdNewsroom – eine Recherche, bei der wir mit Dir zusammenarbeiten wollen. Gemeinsam mit Studierenden aus ganz Deutschland wollen wir die Demokratie an Hochschulen stärken. Damit am Ende alle etwas davon haben.

Der Crowdnewsroom
CORRECTIV hat mit dem CrowdNewsroom eine Online-Plattform entwickelt, mit der Redaktionen gemeinsam mit Leser*innen recherchieren können. Seit November 2015 hat CORRECTIV mit lokalen Partnermedien so Recherchen etwa zum Schulausfall in Dortmund und zum Immobilienmarkt in Hamburg und Berlin durchgeführt. Interessierte können in CrowdNewsrooms Informationen teilen und so die Recherchen unterstützen. Am CrowdNewsroom „Wem gehört Hamburg?“ haben sich rund 1000 Personen beteiligt und dadurch geholfen, den Wohnungsmarkt transparenter zu machen. Weitere Informationen findest du hier.
Was sind Verfasste Studierendenschaften?
In allen Bundesländern außer Bayern gibt es Verfasste Studierendenschaften. Sie vertreten die Interessen der Studierenden einer Hochschule. Die Studierenden sind automatisch Mitglieder, nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt können sie austreten.
Die Studierendenschaft soll sich beispielsweise für die kulturellen, fachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Studierenden einsetzen. Wie genau ihre Organe heißen und was deren Aufgaben sind, kann sich von Hochschule zu Hochschule stark unterscheiden. Dies regeln die Hochschulgesetze der Länder und die Satzung der jeweiligen Studierendenschaft. Wir gehen hier auf die gängigsten Modelle und Bezeichnungen ein.
Als demokratische Vertretung wählen die Studierenden in der Regel das Studierendenparlament (StuPa) oder den Studierendenrat (StuRa) ihrer Hochschule. Diese sind die Legislative der Studierendenschaft. Für bestimmte Aufgabenbereiche gibt es eigene Referate, zum Beispiel für Finanzen oder Hochschulpolitik. Die Leiter*innen der Referate werden in der Regel vom Parlament oder Rat gewählt. Zusammen bilden sie sozusagen die Regierung, die an vielen Hochschulen Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) heißt. Die Studierendenschaften verwalten sich grundsätzlich selbst, unterstehen aber der Rechtsaufsicht der jeweiligen Hochschule. Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, können Studierendenschaften Beiträge von ihren Mitgliedern erheben.
Die Haushalts- und Wirtschaftsprüfung der Studierendenschaft unterliegt in den meisten Bundesländern dem jeweiligen Landesrechnungshof.
Weitere Informationen findest du im FAQ.

Das wollen wir gemeinsam erreichen:

  • Wir wollen über die Arbeitsweise der Studierendenschaften informieren. Denn wer sich hier auskennt, kann sich selbst besser einbringen. 
  • Es gibt kaum umfassende Daten über Studierendenschaften in Deutschland. Das wollen wir ändern. Denn nur so lässt sich das Ausmaß von Problemen erkennen. 
  • Wir wollen erreichen, dass Studierendenschaften ihre Arbeit stärker offenlegen. Nur so ist demokratische Kontrolle möglich.
  • Wir wollen studentische Medien bei der Berichterstattung über Hochschulpolitik unterstützen und miteinander vernetzen.
  • Wir wollen Debatten anregen und Studierende miteinander ins Gespräch bringen, wie die Situation verbessert werden kann. Zusammen mit Studierendenmedien werden wir dazu an einigen Hochschulen Podiumsdiskussionen veranstalten und die Recherche so an die Hochschulen zurücktragen.

So kannst Du mitmachen: Du kannst uns über unsere Online-Plattform „Warum wählst Du?“ von der Situation an Deiner Hochschule erzählen und Informationen übermitteln. Wir behandeln Deine Daten natürlich vertraulich. Der CrowdNewsroom läuft bis zum 15. Dezember.

Hier kannst Du beim CrowdNewsroom mitmachen und findest weitere Informationen zu unserer Recherche: correctiv.org/warum-waehlst-du .

Diese Recherche wurde durch ein Stipendium der Otto Brenner Stiftung gefördert.

Aktualisierung vom 23. Oktober 2019: Nach der Veröffentlichung dieses Artikels im August 2019 erneuerte das StuPa der Universität Hamburg seinen Internetauftritt im Oktober 2019. Dies wird in der aktualisierten Version des Artikels berücksichtigt.

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