MRSA ist wohl der bekannteste resistente Keim. Viele Menschen haben ihn auf der Haut, ohne dass sie es überhaupt merken. Erst wenn das Bakterium über Wunden oder durch Schleimhäute in den Körper gelangen, wird es gefährlich. In Krankenhäusern kann MRSA bei geschwächten Patienten, etwa nach Operationen, gefährliche Wundinfektionen auslösen.
In Dänemark kommt MRSA ungefähr in zwei Drittel aller Schweineställe vor. Das Recherchebüro „Investigative Reporting Denmark“ hat jetzt einen Prozess gewonnen, in dem der dänische Bauernverband dazu gezwungen wurde, Stall für Stall offenzulegen, wo MRSA vorkommt. Die Agrarvertreter hatten sich dagegen gewehrt und Datenschutzargumente vorgebracht.
In Deutschland dürfte die Quote ähnlich hoch sein – aber hierzulande sind die Infektionsraten einzelner Tierställe und deren Antibiotikaverbrauch nicht öffentlich zugänglich. Eine transparente Analyse möglicher Gefahren wird so verhindert.
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MRSA, das sind Staphylococcus aureus-Keime, nicht mehr auf das Antibiotikum Methicillin reagieren. Also eine Resistenz gegen Methicillin ausgebildet haben. Es gibt diverse MRSA-Stämme. Manche befallen vor allem Tiere, andere Menschen, einzelne befallen beide. Wie der Stamm MRSA CC398, der beispielsweise in Ställen übertragen wird, wenn Bauern direkt Kontakt zu ihren Tieren Schweinen haben.
Gewöhnliche Staphylococcus aureus-Keime und MRSA sind ungefähr gleich gefährlich. Und auch das Schreckgespenst MRSA ist weitaus weniger schlimm, als viele denken – es gibt es noch genügend Antibiotika, die gut dagegen wirken.
Konkret, für Dänemark: Binnen zwei Jahren sind vier Menschen am berüchtigten Stamm MRSA CC398 gestorben – was in der dänischen Presse zu einigem Aufsehen führte. Aber: Im gleichen Zeitraum erlagen rund 700 Menschen anderen Staphylococcus aureus-Arten. Schreiben unsere dänischen Kollegen, sich auf den dänischen Bauernverband berufend.
MRSA wird mittlerweile nicht mehr als gefährlichster resistenter Keim angesehen. Trotzdem sollte die Gefahr von zunehmender Resistenz nicht unterschätzt werden, weil sie langfristig Behandlung immer schwieriger und teurer machen wird. Zudem leiden mit MRSA infizierte Patienten häufig unter einem Stigma, weil der Keim mittlerweile auch in der breiten Bevölkerung berüchtigt ist. Infiziert werden auf speziellen Stationen isoliert. Das mindert die Behandlungsqualität.
Welche Recherche sollen wir im kommenden Jahr nicht machen?
Vier Wochen unserer aktuellen Spendenaktion sind vorbei. Im vergangenen Jahr haben uns innerhalb der ersten vier Wochen bereits 8.000 Menschen unterstützt. In diesem Jahr sind es bisher leider erst um die 6.900. Um unser Ziel zu erreichen fehlen uns noch knapp 800.000 Euro.
Wir sind sehr dankbar für jede Spende. Gleichzeitig bedeutet das aber: Wenn uns diese Einnahmen fehlen, wird das unsere Arbeit im kommenden Jahr einschränken. Dann müssen wir entscheiden, welche Recherchen wir finanzieren können und welche wir auslassen müssen.
Eine gesellschaftlich relevante Recherche sollte nicht daran scheitern, dass sie aufwendiger wird als zunächst erwartet. Hinter journalistischer Unabhängigkeit stehen am Ende ziemlich konkrete Zahlen. Planen können wir dabei nur mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht. Und im Moment reicht das, was während dieser Spendenaktion zusammenkommt, noch nicht.
Diese Spendenaktion ist für unsere Arbeit im kommenden Jahr sehr wichtig. Das heißt: Wirklich jeder Betrag, ob 5, 10, 15 Euro, hilft uns für unsere weitere Arbeit. Wenn Sie können: Bitte unterstützen Sie heute unsere Aktion.